E-Bass Anfänger sucht Übungsmaterial

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Moin,

ich komme aus der Tastendrückerfraktion und tummle mich gewöhnlich eher im Keyboarderforum. Ich spiele seit Jahren mit dem Gedanken, Bass als zweites Instrument zu lernen, und nun musste es einfach mal sein, der fretless 4-Saiter soll morgen eintreffen - hurra! Wenn mir das Bass spielen so viel Spass macht wie ich denke, wird sich sicher irgendwann auch noch einer mit Bünden dazu gesellen - sag ich jetzt mal unbelastet von Übungsfrustrationen in der Anfangseuphorie :) . Ich werde sicherlich auch eine Zeit lang Unterricht nehmen, allerdings frühestens Anfang nächsten Jahres.

Bevor ich mich durch den Thread “Nützliche Links zu Tabs, Noten, Bücher …” wühle, möchte ich doch noch mal direkt fragen, ob jemand Tipps und Empfehlungen zu Anfängerliteratur hat.

Der Fokus sollte auf der Spieltechnik liegen, Tonleitern, Intervalle greifen, Fingersätze, Greifhand -und Anschlagtechniken, eben alles was zum Bass dazu gehört. Notenlesen kann ich und mit Harmonielehre bin ich ein wenig vertraut. Mit Tabs allerdings kann ich noch gar nichts anfangen.

Was mich auch interessieren täte, ist, wie diese ganzen Online Bass Tutorials und Akademien zu bewerten sind. Ist ja der Hammer, was es da alles für den Bass gibt. Ich kann mir schon vorstellen, dass Videos in denen man Lehrern auf die Finger schauen kann gerade bei Saiteninstrumenten sehr hilfreich sein können. Gibt es evtl. auch dazu Empfehlungen, wo ich mich mal konkret umschauen könnte?


Viele Grüße,
taste89
 
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Hallo taste89,

Ich spiele seit Jahren mit dem Gedanken, Bass als zweites Instrument zu lernen, und nun musste es einfach mal sein

Gute Entscheidung:)

Ich habe Bass autodidaktisch gelernt, was aber schon lange her ist. Als Wieder-Einsteiger bin ich auf einen Bass-Lehrer aus den USA gestoßen, dessen Konzept mir sehr zugesagt hat. Ich weiß grad nicht, ob ich einen Link zu so jemandem hier öffentlich posten darf; ich lass es vorsichtshalber mal, schick mir 'ne PN, wenn Du an dem Link interessiert bist. Ich hab jedenfalls noch eine Menge über Haltung, Technik, Hintergründe, ... gelernt.

Ich find's allerdings mutig bis grenzwertig, mit einem Fretless anzufangen. Gerade als Anfänger ist es extrem hilfreich, mit den Bünden quasi vorgegeben zu bekommen, wo die Finger hingehören. Hast Du wenigstens Markierungen auf/neben dem Griffbrett? Jemand, der von Cello oder Kontrabass kommt, okay, aber gerade beim Keyboard hast Du ja auch "vorgegebene" Positionen. Wenn der Einstieg frustrierend sein sollte, könnte es auch daran liegen ...

Was mich auch interessieren täte, ist, wie diese ganzen Online Bass Tutorials und Akademien zu bewerten sind.

Tja, da gibt's nach meiner Erfahrung Riesen-Unterschiede. Zum Lernen von speziellen Stücken finde ich Vieles gut geeignet. Bei vielen Dingen muss man für sich selbst prüfen, ob's für einen "passt". Von jemandem mit Riesen-Pranken eine spezielle Technik zu übernehmen, wenn man selbst eher kleine Hände hat - Du verstehst, was ich meine.

Allerdings gibt's auch bei manchen "guten" Online-Angeboten manch böse Überraschung. Ich schaue gerne bei Ultimate Guitar nach Tabs oder Dateien für GuitarPro; da ist allerdings meine Erfahrung, dass eine Menge Sachen speziell für Bass nur mit Vorsicht zu genießen sind. "Highlight" war eine GuitarPro-Transkription von Metallica's "Enter Sandman", wo beim Bass das markante "einen Halbton höher"-Achtel nicht auf der "Acht" war, sondern auf der "Eins", was die gesamte Spannung des Songs in die Tonne kloppte ...

Wie oft im Leben: schau Dir die Angebote an; wenn's passt, nutze es; wenn's nicht passt, such Dir was Anderes, sind ja genug Angebote da. Auf jeden Fall viel Spaß beim Tieftönen!!

Bässte Grüße

MrC
 
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So die eine oder andere Stunde bei einem Lehrer würde ich schon empfehlen.
Die Grundlagen bringt ein Lehrer (wenigsten für mich) besser rüber wie ein Buch oder Video....

Ansonsten finde ich die Bücher / Website von Tom Bornemann recht gut. Ich habe und benutze E-BASS Praxis - für mich eine klare Empfehlung.
 
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Hallo Bass Fan,

studybass.com war genau der Link, den ich meinte (und den ich mich nicht zu veröffentlichen traute). Ich fand vor allem den sehr pragmatischen Ansatz sehr ansprechend, z.B. bezüglich Gehörschutz, richtige Haltung, etc..

Gute Grundlagen gibt's auch bei groovemonster.de, hatte ich vorhin vergessen.

Und, klar: "face-to-face"-Lernen ist durch nichts zu ersetzen.

Bässte Grüße

MrC
 
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Hi, schau dir mal das Bass Aerobics von Hall Leonard an, ist ne gute Übungsergänzung. Da wird jede Woche ein neuer Song gespielt mit ansteigenden Schwierigkeitsgrad.

LG
 
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Zackiges Tempo hier, klasse. Vielen Dank für die Beiträge, ich werde mir die Links und Empfehlungen ansehen.
Es darf gerne noch weiter gehen :).

Zur Wahl von Frettless als Einstiegsbass: ich habe drüber nachgedacht und kann mir vorstellen, dass es ein schwierigerer Einstieg ist.
Ich finde fretless aber einfach faszinierend und will es versuchen.

Hast Du wenigstens Markierungen auf/neben dem Griffbrett?
Ja, Markierungen gibt es oben auf am Hals. Ganz ohne wollte ich mir dann doch nicht antun.

Sollte ich mit dem Fretless gar nicht klarkommen, werd' ich mal gucken, ob ich einem unserer Gitarristen einen (mit Bünden) für eine gewisse Zeit abluchsen kann. Ich hoffe, der ist noch nicht verkauft ...


Gruß,
taste89
 
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Bevor ich mich durch den Thread “Nützliche Links zu Tabs, Noten, Bücher …” wühle, möchte ich doch noch mal direkt fragen, ob jemand Tipps und Empfehlungen zu Anfängerliteratur hat.
Gute Entscheidung. Es gibt heute viel gute Anfängerliteratur. Ich hatte vor einiger Zeit mal für die Tochter meiner Schwester gesucht und kann folgendes empfehlen:
www.four-strings.de https://www.thomann.de/de/artist_ahead_musikverlag_wwwfourstringsde.htm
+ Bornemann kümmert sich auch um das "Wie" des Übens. Didaktisch weit vorne.
+ Lange Playbacks, um Rhythmuspattern etc. ein zu üben. Wenig Trockenübungen zum Metronom. Palybacks klingen saugut und sind, das wiederhole ich, richtig lang.
+ Bornemann führt das 2-4-Metronom früh ein. Ausserdem auch sehr früh Rhythmustracks mit unterbrochener Drum-Spur, um zu lernen, den Rhythmus auch in Pausen zu halten.
+ Bornemann hat eine prima Lösung gefunden, um das elende "Wir lernen zuerst die Noten auf dem Griffbrett kennen" angenehm zu gestalten, indem man die Noten nicht der Reihe nach lernt, sondern immer Noten, die zueinander in Bezug stehen und sofort zu einem Playback gespielt werden können.
+ Nur Noten. Keine Tabulatur-Krücken
+ Achtet von Anfang an darauf, den Schüler dahingehend zu schulen, seine Basslinien zu variieren. Ermutigt, unterschiedliche Basslinien zu einem Playback auszuprobieren.
Es gibt kaum Harmonielehre, das folgt im zweiten Band.

Bass Unlimited https://www.thomann.de/de/edition_dux_bass_unlimited.htm
Sehr umfassend. Eher klassischer Aufbau. Wenn du vorhast, mit nur einem Buch durch dein Basser-Leben zu kommen, dann ist es dieses.
+ Sehr viele mehrtaktige Rhytmusbeispiele. Leider längst nicht alle auf der CD. Wenn du eine DAW besitzt, könnte es viel Spaß machen, die Tracks zu loopen und dazu zu spielen.
+ Viele Stilrichtungen werden vorgestellt.
+ Kurze Einführung in das Slapen. Zu kurz, finde ich.
+ Harmonielehre
Benutzt Noten und Tabs. Ich persönlich finde, dass der Schüler dadurch verpasst, Noten richtig zu lernen. Da du aber schon Noten lesen kannst, dürfte es dich nicht stören.

Bass-Methode https://www.thomann.de/de/schott_bassmethode_der_einfache_weg.htm
Ed Friedland ist didaktisch auch sehr gut.
+ Viele, leider sehr kurze Playbacks in vielen Stilrichtungen
+ Sehr gute Einführung in die Techniken des Bass-Spiels
Die Serie hat insgesamt drei Bände.
Leider kann ich mich nicht mehr erinnern, wie es mit der Harmonielehre aussieht.

Beginners Bass https://www.thomann.de/de/schott_beginners_bass.htm
Auch sehr gut.
+ Systematische Patternübungen mit Playbacks
+ Sehr früh echte Basslinien von echten Songs. Diese sind nicht auf der CD enthalten, finden sich aber in dem meisten CD-Sammlungen oder auf Youtube.
+ Harmonielehre
Für einen Anfänger am Anfang vielleicht etwas schwer, aber da du schon ein Instrument spielst, vielleicht der schnellste Einstieg für dich.

Alle diese Bücher halte ich für sehr geeignet. Hatte mir auch andere angesehen, aber die können meiner Meinung nach mit diesen Vier nicht mithalten. In meiner Stadt gab es diese Bücher alle in der Stadtbücherei, deshalb war es mir möglich, sie genau zu sichten. Entschieden haben wir uns für den Bornemann (www.four-strings.de), weshalb sich den noch öfter gesehen habe und die meisten Stichpunkte dazu schreiben kann. Die anderen Bücher sind aber wirklich auch nicht schlecht. Für den Bornemann sprach auch, dass der zweite Band, der als praxisorientierte Harmonielehre ausgelegt ist, didaktisch wirklich erstklassig ist. So, wie Bornemann da vorgeht, macht das kein anderer. Absolutes Alleinstellungsmerkmal.
 
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Vielen Dank für die ausführlichen Empfehlungen, seh ich mir alle an.
Die Bass Aerobics hab ich mir bestellt, sieht gut aus. Wenn's noch zu schwer ist, dann eben für später.

Habe mich auch schon mal auf studybass.com angemeldet, die Seite enthält sehr hilfreiche Infos für mich, auch sehr gut vermittelt.

Nach euren Aussagen hier und nachdem ich noch ein bisschen weiter gelesen habe, bekomme ich etwas kalte Füße ob das mit dem fretless eine gute Wahl war … naja, ich werd’s probieren. Zur Not umtauschen. Oder ich besorge mir tatsächlich irgendwie zusätzlich noch einen Bass mit Frets.
 
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Nach euren Aussagen hier und nachdem ich noch ein bisschen weiter gelesen habe, bekomme ich etwas kalte Füße ob das mit dem fretless eine gute Wahl war …
ach was. es ist eben weniger einfach. wer geige, cello oder kb lernen will fängt ja auch nicht mit was fretiertem an ;). du hast schließlich gesagt
... Ich finde fretless aber einfach faszinierend und will es versuchen.
dein gehör und die fingerkoordination ist ja schon trainiert. von der muthe evt. ganz zu schweigen.
Ja, Markierungen gibt es oben auf am Hals.
die sind aber -buchstäblich- nur anhaltspunkte ;). ich geb dir noch´n buchtip: fingerboard-harmony. ist english, aber mit gutem schulenglisch verständlich. und den rat, recht bald ein paar stunden einzelunterricht zu nehmen bei ´nem lehrer, der wirklich fl spielt.
 
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Hi,

vielen Dank für deinen Input. fingerboard-harmony ist bestellt :).

Die Analogie zu Geige, Cello oder KB hat was für sich.
Nachdem ich meinen Fretless (Ibanez 700) nun ein paar Stunden hier habe, kann ich die Argumente für “erst mit Bünden, dann bundlos” aber auch gut nachvollziehen. Sich zusätzlich zu den vielen Dingen, die es zu lernen gilt (und neben den Schmerzen an den Fingerkuppen der linken Hand :) ) auch noch auf eine gute Intonation zu konzentrieren, fordert Ohren und Augen schon mächtig was ab.

Ich glaube, ich will beides lernen, mit und ohne Bünde, und habe mir nun zusätzlich noch einen fretierten (Flea)bass geborgt. Dann kann ich (für das schnelle Erfolgserlebnis zwischendurch :) ) auch mal auf dem fretierten üben, z.B. Anschlagtechniken der rechten Hand. Tonleitern, Intervalle und alles was mit dem Griffbrett zu tun hat wohl hauptsächlich auf dem fretless. Ich denke die Tonabstände auf den Saiten muss man wohl nun mal lernen und “in die Finger bekommen”, da beisst die Maus keinen Faden ab ….

bei ´nem lehrer, der wirklich fl spielt.
Guter Punkt, werd' ich drauf achten. Es wäre tatsächlich nicht schlecht, wenn ich bald mit Unterricht loslegen würde, bin bei vielen grundlegenden Dingen doch sehr unsicher, das geht schon mit der richtigen Bass- und Handhaltung los. Ich hoffe, ich komme mit meinen Pranken auf dem zierlichen Ibanezhals klar.

Gruß,
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Sich zusätzlich zu den vielen Dingen, die es zu lernen gilt (und neben den Schmerzen an den Fingerkuppen der linken Hand :) ) auch noch auf eine gute Intonation zu konzentrieren, fordert Ohren und Augen schon mächtig was ab.
ich bin laaangsam auf dem weg, nur nach den ohren zu spielen ;)
betreffend der fingerkuppen: mein alter yamaha spielt sich "butterweich". da habe ich allerdings auch tage gebraucht, den hals zu erziehen. mag sein, dass die werks-saitenlage nicht "fretless-optimal" ist.
 

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