Einzelteile für Bassmechanik eines Hohner Solist?

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Bei meinem Hohner Solist MB 2 ist der Grundbaßknopf C plötzlich funktionslos. Ein Blick in die Tiefen der Baßmechanik zeigt, daß von der Welle für diesen Grundbaß der Drahtstift abgebrochen ist, über den der Baßknopf beim Drücken eigentlich die Welle drehen sollte.

Ist so eine Welle mit den passenden Drahtstiften separat erhältlich und einbaubar? Falls nicht: Was muß alles zusammen ersetzt werden? Sind solche Teile für ein nicht sonderlich verbreitetes über 40 Jahre altes Instrument noch erhältlich? Wo? (Wegen des Melodiebasses und des "rechteckigen" Baßknopffeldes vermute ich mal, daß die Teile nicht identisch mit denen 120-bässiger Verdi-Modelle sind?)

Vielen Dank!
 
Hier wäre ein Bild interessant. Ist noch ein Reststück des Stiftes vorhanden daß vielleicht in einer Bohrung sitzt ?
 
Ich habe keine Kamera für ein ausreichend scharfes Bild davon...

Der Drahtstift ist quasi genau an der Oberfläche der Welle abgebrochen. Es ist also kein Ansatz da, um den kleinen im Bohrloch verbliebenen Rest herauszukriegen und dann vielleicht einen neuen Drahtstift einsetzen zu können.
 
Aber da könnte noch was gehn mit Ausbohren oder von hinten Bohren und rausdrücken
 
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Eventuell kann ein/e Uhrmacher/in ("Triebnietmaschine") oder Augenoptiker/in helfen, ggfs im Tausch gegen ein oder zwei kleine rot oder blau bedruckte Zettel.
 
User Balg hat vielleicht längst eine Vorrichtung für solche Fälle entwickelt
 
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Hallo,

Der Drahtstift ist quasi genau an der Oberfläche der Welle abgebrochen.
Die einzige vernünftige Lösung ist: ein Besuch beim handzuginstrumentenmacher-Meister (HZIMM). Ich weiß, dass es für Dich nicht leicht ist, so was zu lesen, und dass Du jetzt das Gefühl hast, mich in die Hölle schicken. Aber rational:
  • HZIMM macht jeden Tag nichts anderes, als (auch) solche Sachen zu reparieren,
  • er sollte Erfahrung damit haben und auch
  • entsprechende Ersatzteile und Spezialwerkzeuge.
  • Der Vorteil besteht darin, dass dies in Deutschland geschah, wo diese Akkos am weitesten verbreitet sind. HZIMM verfügt hierüber über wesentlich mehr Erfahrung als beispielsweise in Spanien oder USA.
  • Du wirst Geld für die Reparatur zahlen. Ja, natürlich. Das ist mMn ein akzeptabler Preis dafür, dass Du es nicht selbst tust. Oder? ...
... Wenn Du Zeit hast (z.B. Ruhestand) und über die nötigen Fähigkeiten und das nötige Selbstvertrauen verfügst, könnest Du es selbst versuchen. Dann aber bist Du sehr vorsichtig, denn die Bassmechanik dieses Instruments ist sehr empfindlich und Du kann leicht mehr beschädigen, als Du reparieren kann. Ich drücke die Daumen fest, viel Glück!

Gruß, Vladimir
 
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Ich wollte gerade dasselbe schreiben wie der Akkordeonengel.

Nur:
Da gibt es keine passenden Ersatzteile, sondern nur die Drähte und Bleche, aus denen der Fachmann passgenaue neue Wellen oder Schieber baut.
Und genau wie er an eine neue Welle neue Wellenstifte passend ansetzt, kann er auch deinen abgebrochenen Wellenstift wieder an die vorhandene Welle ansetzen, bzw. einen neuen Stift an die alte Welle.
Da es ohnehin schon der zeitlich größere Aufwand ist, den kompletten Bass zu zerlegen, um an die Welle zu gelangen, macht es finanziell kaum einen Unterschied mehr, ob du eine neue Welle einsetzt oder die alte reparierst.

Jetzt kommt es auf dich an, bzw. was du dir zutraust.
Wenn du dir zutraust, den kompletten Akkordeonbass zu zerlegen, so, dass du ihn danach wieder zusammenbauen kannst, dann bau die kaputte Welle aus und geh damit und dem abgebrochenen Wellenstift zu einem HZIM, es kann aber auch ein Feinmechaniker sein.
Wichtig: Zeichne dir an, wo der Wellenstift hinkommt, wenn man das nicht mehr sieht!
Das wird dann nicht teuer.
Lässt du den Fachmann alles machen, kommt halt mehr Arbeitszeit zusammen.

So oder so: Dir kann geholfen werden.
 
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Vielen Dank - wenn repariert oder neu angefertigt werden muß, dann ist selbst ausbauen und zur Reparatur bringen die Methode der Wahl.

Das Ausbauen gestaltet sich einfacher als gedacht: Die Baßmechanik besteht aus drei Hauptteilen, die man nacheinander jeweils in einem Stück herausnehmen kann: dem Teil für die Akkorde, dieser ist auf den Teil für die Grundbässe geschraubt, dieser ist auf den Teil für die Melodiebässe geschraubt, und letzterer ist auf die Deckplatte des Cassotto geschraubt. (Und dann noch die Oktavkoppel, die unabhängig von allem befestigt ist.) Wenn man die Teile herausnimmt, verschieben sich Knöpfe und Drähte geringfügig, so daß der Wiedereinbau fummelig ist und vorsichtig geschehen muß, aber es hakt nichts aus und kommt nichts durcheinander. Die einzelnen Teile kann man leider nicht ohne Weiteres vollständig zerlegen, weil sie durch verpreßte und/oder verbogene Steckverbindungen statt durch Schrauben zusammengehalten werden, aber um die Welle auszubauen, müssen nur ein paar Sicherungsdrähte geradegebogen und entfernt werden.
 
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Wenn du dir zutraust, den kompletten Akkordeonbass zu zerlegen, so, dass du ihn danach wieder zusammenbauen kannst, dann bau die kaputte Welle aus und geh damit und dem abgebrochenen Wellenstift zu einem HZIM, es kann aber auch ein Feinmechaniker sein.
Da habe ich Zweifel., ob das auf die Art klappt.

Diese Bauteile sind natürlich nicht genormt, sondern von Modellreihe zu Modellreihe unterschiedlich. Aber selbst wenn man ein passendes Ersatzteil bekommen hat dann müssen die Mitnehmerstifte trotzdem noch nach dem Einbau eingerichtet und justiert werden. Es reicht also nicht sich "einfach" eine neue Welle machen zu lassen - die muss nach dem Einbau in die Mechanik noch justiert werden.

Und jetzt sage ich mal ganz provokativ:

Wenn man in der Lage ist, die Mechanik hinterher wieder korrekt zu justieren, dann hat man normal auch die Fähigkeiten sich eine solche Welle zu machen.

Und alles wieder zusammenbauen, so gut man kann und dann zum Fachmann schleppen und meinen : "hab ich schon alles gemacht musste nur noch geschwind justieren... ich geb dir dafür nen Kaffee aus" ... das kommt in aller Regel nicht so gut an...
Nichts hassen die Fachmänner und Fachfrauen mehr als wenn Hobbybastler die Sache doch nicht ganz beherrschen und die Fachleute dann bevor sie die Sache überhaupt zu Ende bringen können erstmal die Baufehler korrigieren müssen... und sich dann meist auch noch anhören müssen warum das so teuer war...


Drum gibts hier aus meiner Sicht nur zwei Möglichkeiten:

Die Welle selber machen und die Mechanik komplett selber einrichten und justieren, oder das Ganze komplett zum Fachman bringen und ihn das komplett machen lassen
 
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Nichts hassen die Fachmänner und Fachfrauen mehr als wenn Hobbybastler die Sache doch nicht ganz beherrschen und die Fachleute dann bevor sie die Sache überhaupt zu Ende bringen können erstmal die Baufehler korrigieren müssen... und sich dann meist auch noch anhören müssen warum das so teuer war...
Das Gesagte kann man nur 100% bestätigen und sollte als allzeit, allerorten und allerseits gesicherte Lebensweisheit abgespeichert sein.
 
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Ich gebe euch beiden völlig Recht.
Da darf nichts schiefgehen.
Wenn ich mein Instrument in ungeordneten Einzelteilen zum Zusammenbauen bringe, wobei Kinder und Haustiere Teile geklaut haben, dann provoziere ich Ärger und eine Rechnung mit gewaltigem Lehrgeld.
Das wäre aber auch der Super-GAU.

Wenn es aber ohne Probleme klappt, ist das mittlerweile die einzige Methode, preiswert eine Reparatur zu bekommen.
Den Handwerker interessiert zu fragen, was er da so macht, weil man sich das so oder so (begründet) denkt, und wie lange er dafür wohl braucht, weil man denkt, so lange könnte es wohl brauchen, ist der Weg zu einer Rechnung, die auf reellen Stundenanzahlen basiert.
"Lieber Mystiker, heile mein Wunderding voller Raketentechnologie" führt zu einem "Komplettpreis" in ganz anderen Dimensionen.
Außerdem gibt es auch bei eher Kleinigkeiten, wie hier, Abholtermine mindestens eine Woche später, weil der Handwerker zum einen selber nicht weiß, was da auf ihn zukommt, aber auch, weil dann die berechneten Arbeitsstunden nicht überprüft werden können.
Da habe ich bisher gute Erfahrungen gemacht, vom Handwerker nur bestimmte Tätigkeiten zu verlangen, die ich nicht kann, oder wofür mir das Werkzeug fehlt, so dass für ihn keine Unsicherheit über die zu leistende Arbeit besteht.
Außerdem biete ich immer an, flexibel wann es ihm passt, kurzfristig zu ihm hinzukommen und dann, entweder interessiert zuzusehen, oder vor Ort die vereinbarte Zeit spazierenzugehen o.ä.
Dann ist für den Handwerker die Arbeit dem Umfang und der Zeit nach beschränkt und für den Kunden die Rechnung auch.

Zugegeben, ich schreibe hier weniger von Akkordeonreparatur, als von anderen Branchen
Und man muss schon überzeugend vermitteln, dass man das alles kann und nur an dieser Stelle Werkzeug oder Fachwissen fehlt.

Off-topic:
In den letzten Jahren habe ich zunehmend das Problem, dass Handwerker teilweise nur so arbeiten wollen, wie ich es oben beschrieben habe, sie sogar, was früher verpönt war, verlangen, dass ich das Material stelle, damit sie damit keine Arbeit haben, und ich mitarbeite!

Erst vor kurzem wollte ich den Balkon einer Mietwohnung gefliest haben und der Fliesenleger hat von mir verlangt, dass ich die alten Fliesen entferne, bevor er anfängt. Da habe ich dann gleich selber gefliest.
Während Corona habe ich bei einem alten Haus einen neuen Dachstuhl gebraucht und keine Firma konnte das wegen der Holzknappheit machen.
Dann habe ich mir von einem Abbruchhaus alte Balken und Latten besorgt und konnte mir aus verschiedenen Firmen ohne Wartezeit eine aussuchen, weil keine irgendeine andere Arbeit hatte.
Aber weil ich das Dach wegen der Verschmutzung geringfügig steiler haben wollte, musste ich selber die kleine Erhöhung bei der Giebelseite draufmauern, verputzen und streichen, weil die Zimmerer trotz Arbeitslosigkeit das nicht machen wollten.
Und ich bin noch nicht mal ein Handwerker.

Zuletzt muss ich auch noch 120 (weiter oben) und maxito einerseits rechtgeben und andererseits widersprechen:
Wenn man schon mal die Welle in der Hand hat, steht einem natürlich die Welt an Reparaturmöglichkeiten offen.
Aber Bohrer, Gewindeschneider, Nietenzangen u.ä. habe ich z.B. nicht in so kleiner Ausführung und damit bin ich nicht allein.

P.S: Ich muss vielleicht dazuschreiben, dass es bisher mit HZIM in Oberbayern noch gut aussieht, d.h. Übervorteilung nicht der Normalfall ist, aber alle in einem gesetzten Alter (50++) sind und überhaupt kein Firmennachfolger in Sicht ist (außer vielleicht bei den Rumbergers in Prien). In 20-30 Jahren sieht die Situation also auch hier aus wie in anderen Branchen.
 
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Da habe ich bisher gute Erfahrungen gemacht, vom Handwerker nur bestimmte Tätigkeiten zu verlangen, die ich nicht kann, oder wofür mir das Werkzeug fehlt, so dass für ihn keine Unsicherheit über die zu leistende Arbeit besteht.
keine Frage - kann man so machen und ist im Bauhandwerk durchaus auch üblich.

Hier sollte aber auch die Sichtweise des HZIMM mal betrachtet werden:

Da kommt einer, mit defekter Welle und möchte dass man die Welle wieder herstellt. Soweit alles noch einfach. Nur - die Welle ist nicht wie ein Zahnrad - wenn die Maße stimmen kann das ohne weiteres von jedem eingebaut werden. Diese Welle hier muss nach der Wiederherstellung eingebaut und justiert werden.

Der HZIMM kennt den Kunden aber in aller Regel vorher noch nicht - weiß also nicht einzuschätzen wie weit das alles Hand in Hand geht oder Schiffbruch ergibt: Hat der HZIMM einen Begeisterten vor sich der sich gnadelos überschätzt aber voller Tatandrang ist und sonst zwei linke Hände und zehn Daumen hat? Oder einen der tatsächlich handwerkliche Fähigkeiten hat und nur eben für speziell diese Arbeit nicht die passende Werkstattmöglichkeiten?

Und wie siehts aus mit der Übergabe/Übernahme von den Risiken? ... Denn die Welle funktioniert ja erst wieder korrekt wenn die hinterher wieder korrekt justiert wird...Wenns nicht klappt sagt dann der Kunde gut, ok , war n Versuch, hat nicht geklappt -Pech gehabt, oder ist der eher einer der dann die juristische Schiene auffährt?

Das alles weiß der HZIMM ja nicht voher, aber er weiß wer wieder angesprochen wird wenns alles nicht geklappt hat ... und er dann unter Umständen noch viel mehr instandsetzen muss, weil´s nicht fachgerecht gemacht wurde und darum noch viel weniger funktioniert als vorher....

Ich habe schon viele selber "reparierte" Akkordeons in den Fingern gehabt. Die gingen von katastrohphal ( Löcher mit Bauschaum geflickt) bis Reparatur so sauber ausgeführt dass nicht erkennbar wo nachgebessert wurde. Und genauso gehts dem HZIMM.. .nur dass der im Gegensatz zu mir als Geschäftsmann für seine Repaaratur geradestehen muss. Und da überlegt sich das jeder wie weit er welchen Modus mitmacht ..

-> und ich würd sagen je besser man sich gegenseitig kennt desto mehr geht, je unbekannter, desto weniger wird der HZIMM mitmachen.
 
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Uhrmacher und Autowerkstatt wollten nicht, zwei Akkordeonreparateure auch nicht. (Sie opferten allerdings so viel Arbeitszeit für nicht zielführende Vorschläge, wo ich stattdessen hingehen soll, daß das Problem vermutlich längst gelöst wäre, wenn sie in dieser Zeit einfach einen Preis genannt und einen Metallbohrer in die Hand genommen hätten... Das ist freilich ihre Entscheidung...)

Nun vorgesehene Notlösung, falls sich bis dahin nichts Besseres findet: Beim nächsten Baumarktbesuch ein 2 mm dickes Holzstäbchen - da kriege ich selbst Löcher rein - und 1 mm dicken Draht besorgen und probieren, ob sich daraus ein ausreichend stabiles Teil basteln läßt... Und sonst "Balg" fragen, aber für die Befestigung eines Stückchens Draht wäre das absurd genug...

Übrigens: Sollte ich mal ein Taxi zum Bahnhof oder zur Autowerkstatt bestellen und der Taxifahrer dann sagen "Dafür wäre ich also gut genug? Entweder die ganze Strecke oder gar nicht!" oder Bedenken äußern, daß ich die Bahnhofstreppe hinunterfalle und ihn dann zu verklagen versuche, dann werde ich wohl an diesen Faden denken...
 
Besten Dank, ich melde mich...
 
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