Equalizer einstellen

von pauly, 01.04.07.

  1. pauly

    pauly Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.04.07   #1
    Hi,

    habe eine Frage an die Fachleute. Wie stellt ihr Euren 31-Band EQ ein??? Nur nach Gehör oder verwendet ihr auch Analyzer. Es gibt sowas z.Bsp. von Phonic PAA3 oder t.meter MPAA1. Diese Geräte sind ja nicht als billig zu bezeichnen. Lohnt sich u. Umständen eine Anschaffung???

    Ich denke nur die Analyse mit dem Gerät muss nicht zwangsläufig zu einem optimalen Sound führen, da spielt das eigene subjektive Empfinden sicher die Hauptrolle, aber nur auf das Gehör verlassen, gerade bei den schmalbandigen Frequenzbereinigungen???

    pauly
     
  2. 8ight

    8ight HCA Mikrofone HCA

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    Erstellt: 01.04.07   #2
    wenns irgendwo pfeifft wird die frequenz gezogen, mehr nicht.

    eigendlich nur flat und evt die tiefbässe etwas runterziehen
     
  3. der onk

    der onk HCA PA-Technik HCA

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    Erstellt: 01.04.07   #3
    8ights Aussage war vielleicht etwas zu knapp...;)

    Es gibt ja mehrere Gründe, einen Grafik-EQ einzusetzen:

    1. Entzerrung der PA in sich.
    Hochwertige Systeme bzw. solchem die schon per Controller "auf Linie" gebracht wurden, bedürfen hier kaum Eingriffen. Bei weniger gutem Holz und fehlendem Controller (wie eben bei den meisten Einsteiger- oder Klein-PAs der Fall) muß man durchaus den EQ schon darauf verwenden, den gebirgigen Frequenzgang der Anlage zu ebnen.

    2. Anpassung der Anlage auf die Raumakustik.
    Vorausschickend lässt sich sagen, daß eine gefüllte Halle (was beim Gig ja idealerweise der Fall sein sollte) immer problemloser klingt als im leeren Zustand, aber Klangkorrekturen aufgrund der Raumakustik sind eigentlich immer nötig. Hallige hohe Räume oder Gewölbekonstruktionen, Betondecken und Glasfronten, Holzvertäfelungen - das alles wirkt als Filter zwischen Boxen und Ohren der Zuhörer. Da die Akustik positionsabhängig ist, kann man natürlich per EQ nur einen Kompromiß machen.

    3. Filterung von Feedbacks und Resonanzen.
    Wer kennt es nicht: Mikro pfeift und bestimmte Töne des Basses führen zu einem Dröhnen. Hier hilft natürlich das Absenken der betreffenden Frequenzbereiche, wobei der Terzband-EQ da eigentlich schon viel zu breite Filter hat. Dafür besitzt das Gerät aber den Vorteil, daß man eine gute optische Kontrolle über die Filterung hat und bei spontan auftretenden Feedbacks schneller eingreifen kann als mit einem vollparametrischen EQ, der von der Filterung her eigentlich besser geeignet wäre.


    In Sachen Einstellung des EQs für die Front verlasse ich mich auf eine bekannte CD und meine Ohren während einem Rundgang durch den Veranstaltungsort. Man kann natürlich auch per RTA Messungen durchführen, sollte deren Aussagekraft aber nicht überbewerten. Eine solche Messung besitzt keine Zeitinformation und spiegelt nur den Frequenzgang an Punkt x im Raum. Man muß also viele einzelmessungen machen und deren Ergebnisse richtig interpretieren können, um aussagekräftige Werte für Korrekturen am EQ zu kriegen. In der Zeit könnte man aber auch ein Spaziergang durch die Halle... egal... :D
    Die von vielen Herstellern propagierte automatische Einmesserei und optimale Entzerrung einer PA per RTA und Meßmikro kann man also getrost unter Ammenmärchen einordnen.


    der onk mit Gruß
     
  4. Tobse

    Tobse PA-Praxis Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 01.04.07   #4
    Volle Zustimmung zu Onks post :great:

    wo bei mir der RTA gelegentlich zum Einsatz kommt ist im Monitorbereich.
    Wenns sehr schnell gehen muss oder man eine sehr anstrengende Band auf der Bühne hat, kanns nicht schaden das Ding mal auf die Cue Wedge ausgercihtet zu haben, nur für den Fall der Fälle...

    Generell kommt bei mir der RTA eher seltener zu Hand, entweder wenns echt schnell gehen muss und jedes Mittel das ne Sekunde bringt recht ist, oder wenn extrem viel Zeit zum spielen ist.
    Er ersetzt aber niemals die Ohren, sondern ist nur ein kleines Tool um das gehörte graphisch zu verdeutlichen.

    Wenns aber nur drum geht ein kleines System dem eigenen Geschmack anzupassen, würde ich mir das Geld wohl sparen.

    Der Umgang mit dem Analyzer muss auch geübt und verstanden sein, auch wenn oft von "das system flat machen" gesprochen wird reicht es nicht, ein System mittels RTA auf eine flache Linie zu ziehen, damit es toll klingt.
    Bei mir läufts i.d.R. eher darauf raus das ich höre und mir dann anschaue was ich gehört habe, als das ich nur nach der Kurve arbeiten würd.
    Es gibt natürlich aber auch KOllegen die nur mit Noise und RTA recht genau wissen was sich da tut, und damit tolle Ergebnisse erziehlen..
     
  5. EDE-WOLF

    EDE-WOLF HCA Bass/PA/Boxenbau HCA

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    Erstellt: 03.04.07   #5
    zumal man je nach mikro position an den wirklich wichtigen positionen manchmal dadurch n grausamen sound produziert!

    N RTA ist für einsteiger praktisch, die bei nem feedback nicht hören ob es nun 1,5, 2 oder 3 KHZ sind...
     
  6. ukalou

    ukalou Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.04.07   #6
    Hallo!
    Möchte mir einen Analyser anschaffen! Welchen könnt Ihr mir empflehlen?
    Phonic PAA3 oder t.meter MPAA1? Oder einen anderen?
    Danke
     
  7. RaumKlang

    RaumKlang Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 06.04.07   #7
    Da hält einen der Analyzer nur davon ab, es endlich zu lernen :-)
    Learning by doing ist in dieser Hinsicht das Mittel der Wahl - inzwischen gibt es auch (freie) Software, mit deren Hilfe man das Erkennen von Feedbacks verschiedener Frequenzen prima üben kann.

    Abgesehen davon hat der RTA das große Problem, leise Feedbacks nicht korrekt erkennen zu können - da sind "geeichte Ohren" besser.
     
  8. Parker Fly

    Parker Fly Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.04.07   #8
  9. mix4munich

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    Erstellt: 08.04.07   #9

    Also, wenn ich mit einem T-Shirt mit V-Ausschnitt zur Show komme, stelle ich ein V am EQ ein. Wenn ich aber gerade aus der Badewanne kommt, dann stell ich auch mal eine Badewanne ein. Mit der "U"-Einstellung arbeite ich selten und nur dann, wenn der Kunde darauf besteht!

    (*Blödsinn_stops_here*)
    Sorry, es war einfach stärker als ich!

    Wenn es beim Einpfeifen bei einer bestimmten Frequenz pfeift, wird diese am EQ abgeschwächt, ca. 3 bis 5 dB für den Anfang. Wenn ich mehr Zeit habe, messe ich die Anlage auch schonmal ein und versuche, alles soweit wie möglich zu linearisieren. Aber seit ich meine Anlage von EV habe, brauche ich das eigentlich nicht mehr - aufbauen, testen, klingt problemlos, keine Korrektur mehr notwendig.

    Viele Grüße
    Jo
     
  10. der onk

    der onk HCA PA-Technik HCA

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    Erstellt: 11.04.07   #10
    Das klingt interessant.
    EV hat jetzt also PAs im Programm, welche die Raumakustik außer Kraft setzen können. Haben will - man nenne mir Typ und Preis...:D

    Aber mit ohne Schmarrn: Ein ungünstig klingender Raum kann den Sound stets vermiesen - egal, wie gut die PA in sich abgestimmt ist. Deshalb würde ich es - gerade an Deiner Stelle als Profi - vermeiden, Einsteigern zu suggerieren, sie können allzeitundüberallguten Klang über gute Technik kaufen.


    der onk mit Gruß
     
  11. pauly

    pauly Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.04.07   #11
    Zunächst mal vielen Dank für die rege Diskussion.
    Ich habe mich dazu entschlossen als Hilfsmittel einen Analyzer zu kaufen.
    Werde mal berichten wenn er da ist, ob das zu einer guten Grundeinstellung führt und dann halt subjektiv nach meinem Geschmack nachregeln.

    Werde mich dann mal intensiv mit der Sache befassen.
     
  12. mix4munich

    mix4munich Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 17.04.07   #12
    Was für eine wunderbare Vorstellung (*träum*) - nein, so meinte ich das nicht. Jedenfalls nicht ganz. Natürlich greife ich in einem Raum mit fürchterlicher Akustik auch zum EQ im Master-Insert und korrigiere, soweit es geht. Daran ändert auch EV nix. Was ich meinte, ist folgendes: Früher musste ich selbst in gut klingenden Räumen die Anlage erst mal "hinbiegen". Ich erinnere mich z.B. mit Grausen an eine steinzeitliche Zeck-PA mit 15/3er Tops und den TSW215 Subs - übrigens ebenfalls mit EV bestückt - die musste man erst mal mit dem EQ "bändigen", bevor da Musik rauskam. Mit meiner jetzigen Anlage muss ich nicht mehr gegen deren Sound "anmischen", da sie selbst eher unauffällig klingt.


    Ähh, hab ich da was nicht mitgekriegt? Noch verdiene ich mein Geld nicht hauptsächlich mit Beschallung, Vermietung und Workshops für angehende Tonntechniker. Und ich will hier auch nicht als der oberkrasse Vollchecker rüberkommen, denn mit dem, was ich nicht weiss, könnte ich Enzyklopädien füllen! Ich schreibe halt nur über Themen, in denen ich mich für halbwegs firm halte (und musste mich auch da schon korrigieren lassen).


    Viele Grüße
    Jo
     
  13. der onk

    der onk HCA PA-Technik HCA

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    Erstellt: 17.04.07   #13
    Ach so...
    Nach Deiner Homepage geurteilt, bin ich davon ausgegangen, daß Du Dein täglich Radieschen aus einem Acker ziehst, auf dem steht "Ich mache laut und hell gegen Cash".

    Btw. aus Interesse: Welche EV PA hast Du denn gerade am Start?


    der onk mit Gruß
     
  14. mix4munich

    mix4munich Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 18.04.07   #14
    Nee, das geben weder mein Equipment noch die Zeit, die ich dafür aufwenden kann, her. Wenn Du Dir auf der Webseite meine Termine ansiehst, wirst Du bemerken, dass ich im Durchschnitt drei Jobs pro Monat mache. Es wird langsam etwas mehr, ist aber noch weit von einem Vollerwerb entfernt.

    Als PA und Monitore benutze ich die EV iEliminator-Serie mit Dynacord-Amping - ich würde die mal als "beginnend semiprofessionell" einstufen. In den Dimensionen, die ich mische, ist das angemessen. Hoffe, Du bist jetzt nicht enttäuscht.

    Viele Grüße
    Jo
     
  15. cyril

    cyril Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.04.07   #15
    Es gibt eine einfache Vorgehensweise, wie man als Anfänger in die EQ-Welt einsteigenkann: Das Finden der "Stelle" (also des unguten Frequenzbereichs) durch Übertreiben.
    Das sollte man wirklich zu Hause erst mal ausprobieren. Man hört sich Musik an und findet praktisch immer eine Verfärbung (Dröhnen Quäken, Zizzle, egal) Dann zieht man den Schieberegler hoch, den man in Verdacht hat. Wird der vorher schon zweifelhafte Sound jetzt deutlich schlimmer, hat man wenigstens schon so ungefähr das schlechte Band gefunden. Regler wieder runter und die Nachbarregler ausprobieren. Dann hat man in wenigen Sekunden die störende Verfärbung lokalisiert und braucht auch keinen Analyzer. Außerdem gewöhnt man sich so von vornherein an, nur einen, höchstens zwei Regler zu bewegen. EQ-s, an denen eine wilde Berg- und Talfahrt eingestellt ist, sind fast immer völlig wirr und unsachgemäß eingestellt.
     
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