Erfahrungen mit der Pedal-Steel Guitar

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Vorbemerkung I:
In Absprache mit der Moderation entsteht dieser Thread hier.

Vorbemerkung II: Der Thread soll den Erfahrungstausch zwischen Pedal-Steel Spieler_innen gewidmet sein. Er ist jedoch genauso ein Platz für Interessierte.
Den Anfang werde ich machen. Ich möchte aber Jede_n ausdrücklich dazu motivieren Erfahrungen und Gedanken zu schildern.
Da ich noch komplette Anfängerin bin möge man mir bitte evtl. falsch beschriebene Begriffe verzeihen und mir diesbezüglich helfen.
Ich freue mich natürlich auch über motivierende Beiträge. :)

Dann starte ich mal.

Wie ich zur Pedal-Steel-Gitarre kam.
So können die nun folgenden Zeilen kurz umschrieben werden. Ich möchte Euch gern auf diese Reise mitnehmen.
Zuerst stellt ihr euch vielleicht genau diese Frage. Warum möchte ich Pedal-Steel Guitar spielen?
Die Antwort darauf ist eigentlich ziemlich profan und wenig spektakulär.
Ich kann jedenfalls nicht mit einer spannenden Anekdote aufwarten.
Vielmehr ist es ein Instrument welches mich schon lange interessiert und natürlich auch fasziniert.
Seit meinen ersten zaghaften Versuchen auf der Gitarre (und auch schon davor) habe ich diesen speziellen Klang (dieses prägnante Glissando) im Kopf.


Vielleicht doch noch ein paar Jahre zurück:


Zu der musikalischen Sammlung meines Vaters gehören schon lange die Dire Straits. Dort entdeckte ich das Live-Album "On the Night" und somit auch Paul Franklin




Beispiele für die Pedal-Steel finden sich in vielen Musikrichtungen, wobei sie ihren musikalischen Glanz, meiner Meinung nach, speziell im Country zeigt. Mit der Zeit habe ich dann noch viele Steeler entdeckt und lieben gelernt.


In der Gegenwart:


Oft sind es auch Zufälle welche mitunter günstige Konstellationen ergeben. „Einen Freund der mal Pedal gespielt hat, welcher wiederum eine Person kennt usw.)
Ich bin natürlich verdammt neugierig und ich hoffe, dass ich im nächsten Jahr mit Unterricht beginnen kann.

Das (in Kurzform) zu meiner Vorgeschichte.
In den nächsten Tagen folgt an dieser Stelle dann eine Übersicht zu Basics:

-Geschichte der Pedal Steel Guitar
-Standards (D-10,S-10,S-12) und Exoten
-Tunings (hierbei vorrangig das sogenannte „Nashville Tuning“ E9, aber auch C6)
-Pedals
-Kniehebel (Knee Levers)
-Volume Pedal
-Steel Bar
-Fingerpicks und natürlich
-Verstärker

So long/ Beste Grüße
LRV
 
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Ich habe einen Heidenrespekt vor jedem, der dieses Teufelsding beherrscht. Die Koordination von Pedalen, Kniehebeln, Slide und Volume-Pedal muss man erst mal in den Griff bekommen. Ich hab sogar mal eine alte "Carter Starter"geschenkt bekommen, habe aber nie die Zeit gehabt (bzw. mir genommen), da einzusteigen. Zumal die nicht komplett mit allen Hebeln ausgestattet ist, die man braucht, um diverse Lessons aus dem Netz nachzuspielen. Stimmstabil war sie auch nicht besonders, leider. Jetzt liegt sie auf dem Speicher rum.

Banjo
 
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Ich glaub, meine erste bewußte Dosis Pedal Steel war in "Easy Rider":



@Vögelchen: wenn du so weit bist, machen wir eine Session :great: ... ich liebe diesen Song :D
 
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Hi,

Zwar habe ich selbst keine Erfahrungen mit Pedal steel, kann aber sagen, daß ich sie in manchen Songs richtig richtig klasse finde, und sie in anderen nicht an der Birne haben kann. Ganz komisch irgendwie, sie polarisiert in mir. :eek:

Super finde ich sie bei David Lindley, den ich damit auch live gesehen habe, und nie vergessen werde, wie er, wie ein Rumpelwicht glückselig lächelnd zwischen all seinen Gitarren saß und in seiner kindlichen Verzückung absolut jeden mitnahm. Dieses Lied verfolgt mich wegen der Steel,- klar und des geilen Grooves - schon seit 30 Jahren. Soundqualität ist leider etwas dürftig, mit Kopfhörer geht´s besser.

http://www.youtube.com/watch?v=6xN20U4EWpw

Und hier eine Nummer von den Time Jumpers, wo ich das PS Solo auch ganz großartig finde
http://www.youtube.com/watch?v=MRU8CjjE054

Grüße
Kylwalda
 
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Schöne Stücke; wobei David Lindley IMHO nicht wirklich eine Pedal-Steel spielt; für mich sieht das aus wie eine 6-Saitige Lapsteel mit 2 Hälsen.
die auf Füße gestellt wurde.
 
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Zuerst: Ein gesundes Neues :) und sorry wegen meiner späten Antwort.

Ich freue mich natürlich wahnsinnig über das Interesse am Thema.

@Banjo: Ich hätte natürlich auch gern ein Pedal Steel. Das wird wahrscheinlich noch eine längere Suche. Darf ich fragen welche Carter du hast? Eine Starter? Es stimmt auch das dieses Instrument sehr "zeitintensiv" sein kann. Es gibt einen Spruch: Entweder man hat eine Pedal Steel oder eine Familie (sinngemäß) :D

@Peter: Klar stehe ich für eine Session gern bereit :). Bis dahin muss ich aber noch seeeeehr viel üben.

@Kylwalda: Ich stimme netstalker zu. Da hast du sehr schöne Stücke herausgesucht. Für mich sieht (klingt) es bei David Lindley nach einer Lapsteel aus.

Der Bericht zur Geschichte folgt sofort.


- - - Aktualisiert - - -

Zur Geschichte der Pedal Steel Guitar

Einen gesamten Überblick über die Geschichte der Pedal Steel Gitarre zu geben ist durchaus schwierig.
Es gibt verschiedene Quellen welche sich teilweise widersprechen. Das betrifft besonders die Frage nach der "ersten Pedal Steel Guitar". Ich werde versuchen einen Umriss der Geschichte dieses Instruments zu zeichnen.
Um es mit den Worten von Winnie Winston auszudrücken "Trying to pin down the history of the development of the steel is about as difficult as finding out who discovered the wheel"; (Winston/Keith 1975: 115)

Die Entwicklung der Pedals Steel Guitar ist eng mit die Hawaiigitarre/ Lap Steel verknüpft. Aus diesem Grund werde ich mit einen zeitlichen "Schlenker" beginnen.
Hierbei möchte ich den Fokus auf Hawaii im späten 19. Jahrhundert lenken.
Es gibt Quellen die behaupten, dass die besondere Spielweise (das Sliden mit einen Metallstäbchen/ steel bar) durch portugiesischen Seefahrer nach Hawaii gebracht wurde. (Winston/Keith 1975: 115).
Andere Quellen verbinden die Geburtsstunde der Hawaiigitarre/ Lap Steel mit den Hawaiianer Joseph Kekuku (*1874 †1932).
Nun müssen sich diese verschiedenen Angaben nicht zwangsläufig widersprechen.
Laut der "Hawaiian Steel Guitar Association" war die Lap Steel ursprünglich eine "6-string wooden guitar built to be a Spanish guitar"; und durch verschiedene Veränderungen "converted to a steel guitar by inserting a metal converter nut (adapter nut) (extension nut) over the nut at the headstock to raise the strings about a half inch off the fretboard. It was originally tuned A Major low bass (1-6) E.C#.A.E.A.E, which has three strings tuned the same as the Spanish guitar";. (siehe: http://www.hsga.org/history.htm)
Joseph Kekuku (*1874 †1932) war wohl einer der Ersten welcher die Gitarre in dieser Form verändert. Somit gilt er zumeist als "Vater der Lap Steel/ Hawaii Gitarre".

Hawaii wurde am 7. Juli 1898 durch die Vereinigten Staaten annektiert und im Zuge dessen gingen hawaiianische Musiker auch auf Tour durch das nordamerikanische Festland.
In den frühen 20. Jahrhundert (ab 1915) war die hawaiianische Musik in den Vereinigten Staaten sehr beliebt und verschiedene Radiostationen spielten hawaiianische Aufnahmen. Es entstanden auch an die hawaiianische Musik angelehnte Produktionen.

An dieser Stelle möchte ich auch darauf hinweisen, dass der Begriff "Hawaiigitarre" auf Hawaii kaum verwendet wird. Hier wird der Begriff "Lap Steel Guitar" bevorzugt.
Mit dem Begriff Hawaiigitarre wird vielmehr versucht ein gewisses "Feeling" einzufangen.


Nun machen wir wieder einen kleinen Zeitsprung.

Seit Anfang der 1930er wurden die ersten elektrischen Lap-Steel-Gitarren in Serie gefertigt.
Die Rickenbacker "Frying Pan" (Modellbezeichnungen: A-22, A-25, Rickenbacker Electro) kam 1932 als reine Lap Steel Gitarre auf den Markt. Bestückt war sie mit einen sogenannten "Horseshoe pickup"
(siehe: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/ca/Elektrofryingpan.jpg)
Die EH-150/E-150 LapSteel von Gibson (mit Charlie Christian pickup) ging 1935 in Serienproduktion.
http://www.premierguitar.com/articles/19685-vintage-vault-1937-gibson-eh-150-guitar-and-amp

Spätestens seit diesem Zeitpunkt entwickelte sich ein Markt für elektrische Lap Steels.
1939 entwickelte John Moore ein System das die Anhebung und Absenkung der Tonhöhe durch den Einsatz von Pedalen ermöglichte.
Die Idee an sich war nichts Neues. 1720 erfand Jacob Hochbrucker, ein deutscher Harfenist, Zupfinstrumentenbauer, Geigenbauer und Lautenmacher, die Pedalharfe.
Am 2. Mai 1810 erhielt Sébastien Érard das Patent für eine Harfe mit doppelter Auflösung und Drehscheibenmechanik.
Jedes der sieben Pedale konnte jetzt nicht nur um eine Stufe, sondern um zwei Stufen getreten werden. Hierdurch wurde die Erhöhung um zwei Halbtöne (ein Ganzton) möglich. (vgl: http://de.wikipedia.org/wiki/Harfe)

Wer brachte denn nun die "erste richtige Pedal Steel Guitar" auf den Markt?
Hierzu gibt es verschiedene Ansichten und auch Rechtstreite die in der Vergangenheit ausgetragen wurden.
-1932 wurde die "Harmolin"; (von Arthur R. Harmon) eine akustische Gitarre mit Handhebeln vorgestellt
-Jay Harlin (the Harlin Brothers of Indianapolis) baute 1939 die "Kalina Multi-Kord"; (patentiert: 1947)
1940 war dann die Geburtsstunde der "ersten modernen Pedal Steel Guitar".
Gibson brachte bis dato sein teuerstes Produkt ($477) auf den Markt. Die Electraharp S-8 "Pedal Steel Guitar" hatte 6 Pedals, 8 Saiten und wurde mit einer E7 Stimmung gespielt. Mit den 6 Pedalen (A9, A, C♯9, E6, Em7, E13) waren nun umfangreiche Kombinationen möglich und die Stimmstabilität war ebenso gegeben.
(vgl: Ruymar 1996: 141)
Der Jazz-Gitarrist und Bandleader Alvino Rey (1908/ 2004) wurde als Endorser gewonnen und gilt vielen heute als "Vater der Pedal Steel Guitar.



Ein Verkaufsschlager war die Electraharp jedoch nicht. Es wurden nur 13 Gitarren (andere Quellen sagen 20 Gitarren) bis zum Kriegseintritt verkauft.
Nach dem Zweiten Weltkrieg fand die Electraharp keinen - bis wenig - Zuspruch bei Musikern.

Ab 1945 hatten die verschiedensten Gitarrenmanufakturen auch Pedal Steels im Programm.
An dieser Stelle eine kleine Auswahl:

Fender®
- 1000: (double neck)
- 400 (single neck)
- 2000 (double neck)
- 800 (single neck)
- PS210 (double neck)
- PS210

Gibson®
- Electraharp
-Multiharp

Paul Bigsby entwickelte 1948 für Wesley Webb "Speedy" West eine Steel Guitar mit 3 Necks und 4 Pedals. (T-8 pedal steel guitar).
Ein Jahr zuvor baute Bigsby schon eine Lap Steel (ohne Pedals) für Earl "Joaquin"; Murphey eine "two neck" Lapsteel welche den Wechsel zwischen E9 und C6 ermöglichte.
http://www.bigsby.com/vibe/about/history/

In den 50er Jahren fristete die Pedal Steel immer noch ein Nischendasein. Ein weiterer Schritt zur Etablierung vollzog sich 1953 mit dem Song "Slowly" von Webb Pierce. Bud Isaacs, welcher auf der Aufnahme des Songs zu hören war, prägte die Pedal Steeler der damaligen Generation. Isaacs führte die Möglichkeiten der Pedale eindrücklich auf seiner Bigsby Double Neck (mit jeweils 8 Saiten) vor. Etliche Musiker versuchten daraufhin den Sound von Isaacs nachzuahmen.



Noch ein paar Jahre weiter:
1957 gründete Buddy Emmons, welcher ebenso als Pionier auf der Pedal Steel Guitar gilt, gemeinsam mit Shot Jackson, ebenso langjähriger Gitarrist und Dobro Spieler, die Firma Sho-Bud.
Die Pedalkonfiguration wurde von Emmons verändert und somit erweiterte sich das Spektrum der Pedal Steel ein zweites Mal. Emmons splittete verschieden Funktionen auf zwei Pedale. Isaacs belegte verschiedene Töne auf ein Pedal.

Anmerkung: Auf Copedents (chord pedal arrangements) werde ich zu einen späteren Zeitpunkt eingehen. Es gibt verschiedene Anordnungen die zum Standard geworden sind. Viele Steeler haben aber auch ihr eigenes Copedent.

Emmons Innovation war auch ein Punkt warum E9 und C6 sich zu den beliebtesten Tunings entwickelten.
Drei Pedale wurden nun auch zum Standard für das E9 Tuning und die Anordnung der Pedale war nun auch standardmäßig. Bei früheren Pedal Steels war die Pedals oftmals an einer Seite angeordnet.
1963 verließ Emmons aufgrund von Differenzen "Sho-Bud" und gründete die Manufaktur "Emmons". Die Firma bietet auch heutzutage noch Pedal Steels an.
Die Weiterentwicklung war quasi auch eine Initialzündung.
In den 60er und 70er Jahren rückte die Steel immer weiter in den Fokus und es gründeten sich weitere Firmen, welche sich auf die Herstellung von Pedal Steels spezialisiert hatten (MSA, ZumSteel, Carter). Renommierte Gitarrenhersteller, wie Fender, stellten hingegen die Produktion von Pedal Steels ein.

Nashville entwickelte sich auch zu einer florierenden Szene für Steeler. Bobby Black, Sonny Burnette, "Curly" Chalker, Pete Drake, Hall Rugg sind hier nur eine kleine Auswahl. Viele Pedal Steeler waren auch besonders aktiv als Studiomusiker. Auch in der Rock und Popmusik hielt die Pedal Steel Einzug. In den letzten Jahren ist es (gefühlt) ein wenig ruhiger um die Pedal Steel (im Rock- und Popbereich) geworden. In der Countrymusik spielt sie jedoch noch immer eine wichtige Rolle.

So weit, so gut

Nächstes Mal möchte ich mit euch einen Blick auf den Aufbau der Pedal Steel werfen. Habt Ihr Fragen, Einwände, Anregungen zum Geschichtsteil? Immer her damit. :)

Bis dahin
Beste Grüße
LRV

P.S. verwendete Literatur

Print:
Winnie Winston & Billy Keith, Pedal Steel Guitar, Oak Publications, New York 1975, ISBN: 978-0-8256-0169-9

Lorene Ruymar (Hrsg.), Hawaiian Steel Guitar and its Great Hawaiian Musicians, Centerstream Publishing, Anaheim 1998, ISBN 1-57424-021-8
 
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Nachdem ich mich ja bis jetzt (fast) ausschließlich der theoretischen Ebene gewidmet habe geht es wohl (hoffentlich) in der nächsten Woche mit Unterricht los. Ich freue mich jedenfalls schon sehr und ich halte euch natürlich auf dem Laufenden.
 
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Hallo LRV,
bei wem nimmst du Unterricht wenn ich fragen darf ?

Gruss
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Hi LRV,

wann geht's denn weiter - mit dem praktischen Teil ?

LG Hubert
 
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Hi LRV
...
Nächstes Mal möchte ich mit euch einen Blick auf den Aufbau der Pedal Steel werfen. Habt Ihr Fragen, Einwände, Anregungen zum Geschichtsteil? Immer her damit. :)
...

Thanks für den interessannten Thread, ...na klar habe ich Fragen: :D

  • Ich muss zugeben, ich komme nicht ja vordergründig aus der Country-Ecke, aber ich finde des Sound der Pedal-Steel exterem cool. Gab es ja auch bei Pink Floyd und anderen Nicht-Countrybands zu hören.
    Wodurch ensteht dieser markante Sound? Ich frage natürlich auch deshalb, weil ich eine billige Lapsteel bei mir rumzuliegen habe und damit aber nicht ansatzweise den Sound erreichen konnnte. Welche Rolle spielt der Amp und der Pick-up und das Holz und die Saiten...?

  • Was macht den konkreten spieltechnischen Unterschied zwischen Lapsteel und Pedal-Steel aus? Was kann man womit spielen oder was braucht man wozu aus spieltechnischer Sicht??
    Ja, - aus der Frage lässt sich schon erkennen, ich kenne mich leider noch nicht ansatzweise mit offenen Stimmungen und deren Spielarten aus. :(

  • Welche Pedal-Steel-Stimmungen werden wo eingesetzt und warum?

Thanks​
Primut​
 
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Hi

Ich bin nicht LRV, aber vielleicht kann ich dein Fragen teilweise antworten.

Welche Pedal-Steel-Stimmungen werden wo eingesetzt und warum?

Am haeufigsten sind die E9 und C6 tuning gebraucht. In ein ueblicht Double-Neck ist die C6 die near-neck, E9 die far-neck. E9 ist auch als "money-neck" bekannt weil es ist die typische Country-Sound. Die meisten Single Necks sind E9. C6 gibt jazziger tones, denk an Western Swing.
Ich habe ende der 70er Buddy Emmons beim Jeff Newman's school gesehen. Er hat eine Gruppe Nashville Studio-Musiker mitgebracht und ein Konzert fuer Newman's Studenten gespielt. (mein Bruder war eins und hat mich mitgenommen) Sie haben Bebop gespielt und Buddy hat die E9 die ganze Nacht nicht berueht.

Aber, ich habe zB Paul Franklin sehr jazzig auf die E9 Hals gehoert; falls du ihn nicht kennst, such mal fuer The Time Jumpers auf YouTube, und dann hoerst du was Nashville studio pickers machen koennen.

Es gibt auch so-genannte "universal" gitarren, meistens single 12 mit viele Pedalen und Kniehebeln, die alls decken sollen.

Was macht den konkreten spieltechnischen Unterschied zwischen Lapsteel und Pedal-Steel aus? Was kann man womit spielen oder was braucht man wozu aus spieltechnischer Sicht??

Ja. Lapsteel hat kein Pedals oder Knie-Hebel. dH Bar-slants spiel eine grossere Rolle. Die alte Consoles (Fender Stringmaster usw) hat bis 4 Haelse, jeder anders gestimmt. Jody Carver ist ein von die letzte noch lebende Meistern diese alte Stil und scheinbar eine ganze Menge wissen und Technique ist schon verloren gegangen. Die grosse Meistern konnten erstaunliche Sachen machen. Ich habe ein Video mit Buddy Merrill gefunden; er ist nicht ein von die Grosse, aber hier siehst du wie sie typischerweise ein 4-Neck Stringmaster spielen wurden:

https://www.youtube.com/watch?v=FkS7x5lZCCQ


Wodurch ensteht dieser markante Sound? Ich frage natürlich auch deshalb, weil ich eine billige Lapsteel bei mir rumzuliegen habe und damit aber nicht ansatzweise den Sound erreichen konnnte. Welche Rolle spielt der Amp und der Pick-up und das Holz und die Saiten...?

Manche sagen die changer-mechanismus entscheidend. Das gibt es nicht auf die Lapsteel. Und die Pickups sind meistens von 14-20kOhm gewickelt. Und alles da in die Undercarriage hat ein Einfluss. Es ist auch ein strittige Thema in die PSG Foren. zB, alte Emmons Push-Pulls sind oft fuer ihre besondere Klang hervorgehoben, insbesondere die mit den "bolt-on-changer." Von den ist die kleine Student-Model, die GS10, ueberraschungsweise gelobt. Das hat die bolt-on push-pull changer, aber eine besondere. Es ist wie beim 6-Saitegern - es ist die Summe und Zussamenspiel von viele Komponenten. Die Amp spielt natuerlich genau so eine grosse Rolle, aber weil die Ziele ganz anders sind, sind die Amps auch anders. Peavey SS is standard. Twins (und Twins mit 15") sind auch beliebt. 15" Lautsprechern sind gewoehnlich. Es gibt mittlerweile auch hier "boutique amps." Ein der momentan sehr gefragt ist ist auf ein Fender 5B6 Bassman basiert.

Ich muss zugeben ich spiele Steel nicht, obwohl ich viele Jahren ein Fan bin. Mein Bruder spielt seit 40 Jahren, und ich habe mein erste gekauft, ein alte Emmons push-pull S10, es ist aber noch im Renovation und ich habe es noch nicht. In die Zwischenzeit uebe ich meine Recht-Hand-Technik.

Uebrigens, hier ist ein gute Erklaerung wie mann mit E9 umgehen kann -

http://www.jmlmusic.ca/leitepsg/Pedal Steel Guitar E9 Fretboard Reference _DRAFT5.pdf



steven
 
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Meistens nimmt Paul Franklin für die jazzigeren Western Swing-Sachen aber schon den C6-Hals, so wie hier mit den Time Jumpers:

http://www.youtube.com/watch?v=QsbXFPboviI

Hier auch auf dem C6-Hals mit "The Players', so eine Art Spaßband von Nashville Studiocracks:

http://www.youtube.com/watch?v=YCxa7wTn-oA

Zum Vergleich hier eine Country-Nummer auf dem E9-Hals, nur im Duo, da hört man die Steel sehr gut raus. Bei einem Lauf (so bei 2:20) hat er sich wohl selber überrascht;)

http://video.foxbusiness.com/v/3165...ranklin-perform-together-again/#sp=show-clips

Banjo

- - - aktualisiert - - -

Eines zum Thema Lapsteel hab ich auch noch, der Vollständigkeit halber. Der Altmeister Leon McAuliffe:

http://www.youtube.com/watch?v=-N3f2q4yhmA

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Vince Gill & Paul Franklin ... zum hinschmelzen :redface: :great:
 
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Gelle. Es gibt von dem Song von den beiden eine Menge Versionen auf YouTube, u.a. auch mit den Timejumpers, die sind alle gut. Aber so als Duo und den abenteuerlichen Lauf nach unten, wo Paul Franklin selber lachen muss, hab ich bisher nur in der einen Version gehört.

Es gibt eine Platte von den beiden, wo das drauf ist:

http://www.amazon.de/Bakersfield-Pa...6972&sr=8-1&keywords=vince+gill+paul+franklin

Allerdings in größerer Besetzung, da klingt es mehr nach Nashville. Aber wahre Meister erschaffen zur Not Magie auch zu zweit:great:

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Meistens nimmt Paul Franklin für die jazzigeren Western Swing-Sachen aber schon den C6-Hals, so wie hier mit den Time Jumpers:


Eines zum Thema Lapsteel hab ich auch noch, der Vollständigkeit halber. Der Altmeister Leon McAuliffe:

http://www.youtube.com/watch?v=-N3f2q4yhmA

Banjo

Klar, mein Punkt war es ist moeglich auf E9, man muss nur so gut sein wie Paul. Kein Problem, oder?
Danke fuer die links - den von Leon habe ich vorher nicht gesehen.
Ich habe die Time Jumpers letze Sept. in Gstaad gesehen; ich muss zugeben das war die beste Show das ich seit viele, viele Jahren gesehen habe. Ich habe einfach wie ein Vollidiot gegrinst fuer Freude - sie haben offensichtlich viel Spass beim spielen

steven
 
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Schön das es dieser Thread Nachfrage findet :) Ich war leider in letzter Zeit nur selten im MB - sorry. Das Jahr ist doch mit mehr Arbeit (als erwartet) gestartet. Ich hoffe das ich in der nächsten Zeit mehr hier bin. Also nochmals sorry und natürlich herzliche Grüße.

LRV
 
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Es ist ruhig um diesen Thread geworden, so ich trage ein bischen bei, vielleicht stosst das LRV an, ein bischen weiterzumachen.

Mitlerweile habe ich mein Steel, und bin fleissig am Ueben. Obwohl ich Gitarre seit > 40 Jahre spiele, is das nur so weit hilfreich -

- Ich kenne mich mit Theorie aus
- Die E9 neck hat ein gewisse Aehnlichkeit mit eine Gitarrenhals (zB, C-Dur, 8te Bund, keine Pedals)
- Meine lang-jaehrige Country Blues und Ragtime fingerpicking (mit fingerpicks) hilft insofern ich habe unabhaengige Fingern und bin schon an Fingerpicks gewoehnt

Das war es dann.

Nachteilig:

- Ich erwarte das alles viel schneller passieren sollte, als es wird. Ich muss mit ~2 Jahren konzetrierte Ueben rechnen, bis ich dann einigermas spielen kann


Das ist einfach ein radical anders Instrument. Selbst die Fingerpicking ist ein andere Technique als was ich vorher gemacht habe, und die Picks sind am besten anders geformt. Harte Arbeit.

Aber es klingt einfacht fantastisch, am besten (fuer meine Ohren) durch ein gute Roehrenamp. Diese alte Push/Pull hat schon ein spezielles Sound (sonst haette ich ein WBS gekauft, und viel weniger Probleme gehabt haette). Es ist aber 47 Jahre alt und ist durch endlose Kneipen gezogen; trotz neu-Aufbau ist es nicht so einfach zu verstehen, wie ein P/P in Detail funktioniert - und das muss man, die Pedalen usw genau so hinzukriegen, wie man will.

Hier ein Link der die mechanische Aspekt etwas erklaert - https://www.steelguitar.com/mapIntro.html

Steven
 
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jetzt verstehe ich auch, warum Keith Richards während eines Konzerts mal auf die Pedal Steel zeigte und fragte:
Ronnie, kannst du das Ding wirklich spielen ? :D

cheers, Tom
 
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Ein berechtigte Frage. Er ist ein grotten-schlecht Steeler.

Steven
 

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