Freies Spielen

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Cobra030
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So, ich weiß der Titel meines Beitrags klingt etwas seltsam, aber ich weiß auch nicht so recht, wie ich das beschreiben soll. Es geht einfach darum, dass ich mittlerweile seit 3 Jahren Konzertgitarre(am Anfang eher Klassik) und neuerdings auch Fingerpicking-Stücke, wie "Papa George" von Tommy Emmanuel. Ich habe also schon ein relativ recht hohes Spielniveau für das ich auch des Öfteren von anderen gelobt werde. Nur habe ich mittlerweile den Eindruck, dass ich nur noch nach Noten/Tabs spielen kann und das "freie Spielen", also sich selber Melodien auszudenken und auf der Gitarre mit entsprechenden Basstönen umzusetzen oder das einfache improvisieren, nicht mehr richtig umsetzen kann. Ich würde sehr gerne auch selber kreativ werden, was ich neuerdings auch manchmal versuche, allerdings schaffe ich es nie die richtigen Basstöne/Dissonanzen zu meinen Melodien zu spielen, womit diese sehr langweilig klingen. Mein Ziel wäre es also schon von den Noten etc. mal wegzukommen, ich weiß aber nicht so ganz wie ich das schaffen soll. Mein großes Ziel ist es eigtl. auch eine Melodie im Kopf zu haben und diese, auf der Gitarre umsetzen zu können.
Es jetzt natürlich auch so, dass ich in letzter Zeit viel Zeit mit dem Erlernen von Tommy Emmanuel Stücken verbracht habe, weswegen ich wahrscheinlich jetzt besonders selbstkritisch bin, aber ich möchte halt, so doof das jetzt auch klingt, einfach ein bisschen freier Spielen können. Kennt da jemand vielleicht einen Ansatz?

P.S. ich wusste nicht in welches Unterforum genau dieser Beitrag nun soll, also verzeiht es mir bitte wenn es hier nicht so ganz reinpasst ;)
 
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TSonGoku
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Das kommt mit der Zeit, also ganz ruhig bleiben. Du sagst, dass du am Anfang eher Klassik gespielt hast. Einige meiner Schüler, die von der Konzertgitarre kommen, haben es zwar technisch drauf, sind aber sobald es mit der Kreativität los geht nicht soo gut. Theoretisch merkwürdig. Man könnte ja meinen, dass wenn man sich mit Noten direkt beschäftigt, man selbst ein besseres Verständnis für Musik hat. Ganz so ist es dann aber nicht. Deine synaptischen neuronalen Verbindungen sind wohl noch größenteils für das Notenlesen verbunden worden, ist aber auf keinen Fall schlecht! ;) Ideal ist es, wenn man Noten lesen kann und Kreativität besitzt. Deshalb höre dir viele verschiedene Songs an, das fördert. Inwiefern bist du denn mit der Harmonielehre konfrontiert worden? Mit dem Wissen kann man eigentlich schon in 10 min ein ordentliches Stück entwickeln. Und den berühmten Satz kennst du ja: Übung macht den Meister! Wenn du den willen dazu hast und dran bleibst, dann wirst du dich dementsprechend entwickeln. :great:
 
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Auch Kreativität muss/kann man üben.

Es gibt verschiedene Herangehensweisen, die für dich jetzt in Frage kommen.
Zum Beispiel könntest du dich intensiver mit den Zusammenhängen zwischen Melodie und den Akkorden auseinandersetzen. Dich vertraut machen mit Tonarten, Tonleitern und den entstehenden Akkorden und ihre Verwandtschaft.
Dadurch wird dir dann klar, wieso manche Töne miteinander "schön" klingen und andere "schräg" und wie man das ausnutzen kann.
Das wäre so mehr der analytische Ansatz, aber vllt liegt dir das als Klassiker mehr, weil du eh schon Noten lesen kannst.

Eine andere Möglichkeit wäre es, mehr "über das Ohr" zu spielen.
Dazu kann man zum Beispiel sehr einfache Stücke, die man gut kennt (Kinderlieder, Weihnachtslieder etc) nehmen und einfach mal versuchen sie aus der Erinnerung nachzuspielen.
Oder man fängt mit kleinen Melodie-Abschnitten von Liedern an, die irgendwie markant sind, irgendwas, dass man grad im Kopf hat. (spontan würd mir z.B. die Pfeiferei am Anfang von Wind of Change einfallen)
Ganz wichtig: mit wenigen Noten anfangen und sich nicht entmutigen lassen, wenn es Anfangs nicht sofort klappt.

Und was am besten ist: beides Kombinieren.
Hör dir Melodien raus und stell sie in den Kontext einer Tonart/Tonleiter. Solche Verbindungen helfen ungemein weiter. Wenn du weißt "ah, das Stück ist an der Stelle in F-Dur, also darf ich kein H spielen, weil das schräg klingt, sondern muss B spielen.", dann hast du schon ganz viel gewonnen. Wenn du dann noch die F-Dur-Tonleiter spielen kannst, hast du schonmal viele Töne, die du "gefahrlos" spielen kannst.

Oder du fängst einfach mal an zu improvisieren. Quasi die "ab ins kalte Wasser" Methode. Guckst du bei Youtube nach irgendwelchen Backing Tracks, oder machst dir selbst welche, wenn du das kannst, und spiest einfach mal drauf los und hörst dir zu und versuchst dir zu merken, wann etwas harmonisch klingt, und wann was schräg klingt. Und beim nächsten Durchgang probierst du das abzuwandeln und andere Sachen auszuprobieren. Irgendwann kriegst du dann schon raus an welchen Stellen Sachen funktionieren und an welchen nicht. Und so baut man sich dann ein kleines Repertoire an "Licks" und Phrasen auf, das man dann immer erweitern kann.
 
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JoMartin
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Hallo
Natürlich stimmt der alte Spruch von der Übung und dem Meister nach wie vor .
Kleiner Tip :probier öfter mal einfach mit einer CD oder anderen Musikkonserven mitzujammen .Das kann den (musikalischen )Horizont ganz schön erweitern.
 

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