Geeignete Pflegemittel für Griffbrett aus Palisander

G
Gast252951
Guest
Die Frage nach Pflegemittel, speziell für Palisander Griffbretter kommt ja öfter auf.
Die einen raten zu dem, die anderen wieder zu etwas anderem.

Bin jetzt über so etwas gestolpert, der Vorrat dürfte ja 10 Gitarrenleben reichen und es ist eigentlich für Möbel.
Spricht da irgendetwas dagegen ?

https://www.polstereibedarf-online....MI-e-pgrml4wIVicqyCh1xAgGOEAQYAyABEgLtafD_BwE

Ist wohl auf der Basis von Teebaumöl

Anwendung: Möbel-Öl mit einem Lappen auftragen. Bei Bedarf mehrmals wiederholen, je nach Untergrund. Eventuelles Restmaterial mit Lappen entfernen. Staubtrocken nach etwa 24 Stunden.

Wirkung: Frischt die Holzstruktur auf. Reingt, belebt, nährt, pflegt und schützt in einem Arbeitsgang. Das Teebaumöl desinfiziert die Oberfläche und wirkt anitibakteriell.

Das Resultat: Die Schönheit des Holzes kommt wieder voll zur Geltung. Es entsteht ein natürlicher und atmungsaktiver Oberflächenschutz. Dieser schützt vor Flecken und Flüssigkeiten. Das Möbel-Öl gibt dem Holz die Feuchtigkeit zurück. Das Holz wird schöner und ergibt ein angenehmes Gefühl beim Anfassen.

Qualitätsprodukt: Hergestellt auf der Basis von natürlichen und pflanzlichen Ölen. Eine Flasche reicht für 5 - 10 m2.
Mit natürlichem Teebaumöl.* Quelle siehe Link oben
 
Eigenschaft
 
Teebaumöl kann Kontakallergien auslösen, was sich auf einem Griffbrett als ungünstig erweist. Wie hoch das in dem Produkt konzentriert ist und wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, weiß ich nicht. Wahrscheinlich eher gering...bei den vielen Alternativen an Ölen, würde ich trotzdem darauf verzichten.
 
Ist wohl auf der Basis von Teebaumöl

Nein, Teebaumöl wurde lediglich in nicht näher bestimmter Menge zugesetzt.

Zitat des Vertriebs:

"Hergestellt auf der Basis von natürlichen und pflanzlichen Ölen."

Was immer da der Unterschied ist. Das böse Weißöl, Basis praktisch aller Griffbrettöle, ist ein Erdölraffinat und somit auch "natürlich". Noch ein Tropfen Teebaumöl dazu und es bekommt einen aromatischen Geruch und schon kann man es teuer verkaufen...
 
Ok. Dachte was für Möbel passt, könnte für Griffbretter auch ok sein
 
Das eine schließt das andere nicht aus. Wobei für Hautanwendungen das Öl "frisch" verwendet wird. An Luft und Licht oxidiert das dann. Auch wenn Ölbestandteile wie Limonen (in Teebaumöl enthalten) in der Kosmetik usw. angewendet werden, werden sie doch schon seit vielen Jahren kritisch betrachtet. Das Teebaumöl selbst wurde da in vielen Studien untersucht, z.B. https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1046/j.1610-0387.2003.03727.x

Wenn das wie Bassturmator nur Weißöl mit einem Tropfen Teebaumöl ist, hat das wahrscheinlich keine Relevanz. Ich habe irgendwie angenommen, dass das Öl-Produkt wie Leinöl-Firnis zur Oberflächenversiegelung gedacht ist und dann immer auf dem Griffbrett klebt. Längere Standzeiten von Teebaumöl an der Luft erhöhen wohl die Gefahr der Kontakallergien.
 
Das eine schließt das andere nicht aus. Wobei für Hautanwendungen das Öl "frisch" verwendet wird. An Luft und Licht oxidiert das dann. Auch wenn Ölbestandteile wie Limonen (in Teebaumöl enthalten) in der Kosmetik usw. angewendet werden, werden sie doch schon seit vielen Jahren kritisch betrachtet. Das Teebaumöl selbst wurde da in vielen Studien untersucht, z.B. https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1046/j.1610-0387.2003.03727.x

Wenn das wie Bassturmator nur Weißöl mit einem Tropfen Teebaumöl ist, hat das wahrscheinlich keine Relevanz. Ich habe irgendwie angenommen, dass das Öl-Produkt wie Leinöl-Firnis zur Oberflächenversiegelung gedacht ist und dann immer auf dem Griffbrett klebt. Längere Standzeiten von Teebaumöl an der Luft erhöhen wohl die Gefahr der Kontakallergien.


In Teebaumöl sind keine Limonen enthalten.....


Wenn dann in der von Dir genannten Studie geschrieben wir ….

Für die Epikutantestung wurde ein standardisiertes Teebaumöl, 5 % in Diethylphthalat verwendet.


Dann verstehe ich das so, dass 5% Teebaumöl mit 95% Diethylphtalat gemischt wurde.
Und wenn dann noch klar ist, dass Diethylphtalat zu den krebserregenden Stoffen gezählt wird, dann muss man sich überlegen, welcher Stoff die Ursache für die Kontaktallergien in der Studie war.


Will man Hautreizungen überhaupt vermeiden, besorgt man sich bei Feinkost Albrecht Leinöl zum Salat-Anmachen um 1,89€ für 250ml.
Man lässt zunächst das Griffbrett ein und danach macht man sich mit dem Rest des Leinöls einen gesunden Salat.
 
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Die Zitrusfrüchte vllt nicht, das Terpen Limonen schon (an anderer Stelle kann ich auch einen überzeugenderen Artikel heraussuchen)....aber auch egal, da ich die Zusammensetzung des verlinkten Produktes falsch verstanden hatte
 
Zuletzt bearbeitet:
Ganz allgemein bei Einsatz von solchen Pflegeprodukten würde ich dir raten dich vorher gut zu informieren. Die Inhaltsstoffe sollten jedoch auf der Flasche irgendwo ersichtlich sein.
 
Ibei Feinkost Albrecht Leinöl zum Salat-Anmachen um 1,89€ für 250ml.
Man lässt zunächst das Griffbrett ein und danach macht man sich mit dem Rest des Leinöls einen gesunden Salat.

Blöde Frage - wird das nicht ranzig ? Also nicht der Rest in der Flasche, sondern das, was im Holz verbleibt ?
 
Doch, das wird ranzig....

Lagerung

So wertvoll der hohe Anteil von Alpha-Linolensäure das leckere Leinöl macht – leider führt es auch dazu, dass Leinöl besonders schnell oxidiert. Leinöl wird somit rasch ranzig, wenn es in Kontakt mit Licht und Luft kommt. Außerdem bildet sich leicht ein Peptid, das dem Öl einen bitteren Beigeschmack gibt. Bewahren Sie Leinöl darum möglichst kurz auf und lagern Sie es dunkel und kühl, also am besten im Kühlschrank, denn so hält es sich für etwa zwei Monate.
Auch eingefroren können Sie das wertvolle Öl lagern – hierbei sollte die Temperatur -25 Grad Celsius betragen, damit sich das Leinöl für etwa ein halbes Jahr hält. Sobald es fischig oder ranzig riecht, sollte Leinöl nicht mehr zum Essen verwendet werden. Zum Wegwerfen ist es aber auch dann noch zu schade. Nehmen Sie es ruhig noch für die Pflege von Holz. Leinöl zählt zu den schnell trocknenden Ölen, da es unter dem Einfluss von Luftsauerstoff einen festen Film bildet, der das Holz schützen kann
https://eatsmarter.de/lexikon/warenkunde/fette/leinoel
 
Ich kann's dann doch nicht lassen.

Das Griffbrett meiner Avatar-Gitarre wurde ihren mittlerweile 25 Jahren seit Bau circa vier Mal mit einem klassischen als "Lemon Oil" verkauftem Produkt behandelt (Mineralöl). Gut, das ist Ebenholz, aber trotzdem: Hier wird Gitarristen mal wieder eingeredet, dass man irgendwelche Pflegeprodukte braucht - und die Folge sind oft total versifft-verklebte Fingerboards, bei denen ich mir immer denke "na das hätte mal eine Gescheite Reinigung gebraucht, aber sicher nicht noch mehr Öl".

Es geht um winzige Mengen, um die (unlackierte) Oberfläche etwas gegen Feuchtigkeit (Schweiß) zu schützen, so dass kein Wasser eindringt. Das macht bei Vielspielern sogar quasi das Hautfett (nur wird das wieder gammlig und da ist dann auch ein kleiner Film an neutralem Öl vielleicht besser). Man muss das nicht monatlich machen, oder bei jedem Saitenwechsel. Man muss vor allen Dingen alles abwischen, und das gründlich - es zieht ja nur ganz ganz wenig ein. Sparsam! Selten (1 Mal im Jahr reicht locker!)

Traditionell will man ja auch "Holz", also eben KEIN aushärtendes Öl. Sonst kann man ja gleich ein lackiertes Griffbrett nehmen... will sagen: Versiegelung auf Leinsamenöl-basis ist was anderes als Schutz für offenporiges und ansonsten unbehandeltes Holz.

Kurzum: Warum die ganzen Experimente? Kauft euch eine Flasche von dem, was die Profis verwenden, die reicht ein (Gitarristen)Lebenlang wenn nur selten und wenig benutzt. Und wie bei vielen Dingen, die lange halten sollen, haben Mineralöle die Nase vorn, eben weil sie nicht vergammeln.
 
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Wobei Ebenholz (je nach Qualität und Porengröße) eigentlich überhaupt kein zusätzliches Öl braucht.
 
Ich verstehe diese Aussage nicht und bitte um Erläuterung.
Best I can do:

https://de.wikipedia.org/wiki/Leinölfirnis
Leinöl oxidiert und bildet eine Schicht aus Linoxin, die ist hart und wasserbeständig. Leinöl zieht also nicht ein (bzw nur bedingt) und verdunstet nicht, sondern bildet eine Art Versiegelung. Das kann genau so gewünscht sein, ist aber eben nicht das was man normalerweise unter Griffbrettpflege bei Palisander/Rosewood/etc. versteht.

Die "Profis" bieten halt zwei Produkte an:
https://www.stewmac.com/Materials_and_Supplies/Cleaners_and_Lubricants/ColorTone_Lemon_Oil.html
Das klassisch (falsch) benannte "Lemon Oil", ein Mineralöl, zieht ein und "pflegt" usw usw - aber wie jedes dieser Mittel kann ein Film bleiben, wenn man zu viel verwendet bzw nicht richtig trocknen/einziehen lässt.

https://www.stewmac.com/Materials_a...icants/ColorTone_Fretboard_Finishing_Oil.html
Das hat dazu noch Leinöl, trocknet "hart" aus, wird als trocken / nicht klebrig beworben, eher versiegelnder Charakter als pflegender.

Unterschied ist also zwischen "das Holz durch einziehendes Öl geschmeidig halten und vor dem Austrocknen bewahren, und das Eindringen von Feuchtigkeit reduzieren" und "das Holz durch ein aushärtendes Öl mit einer festen Schutzschicht versehen".
Es geht - wie so oft - um kleine und in realitas kaum merkliche Unterschiede (zumindest kurzfristig), aber es ist eben ein Unterschied da.
 
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Das kann genau so gewünscht sein, ist aber eben nicht das was man normalerweise unter Griffbrettpflege bei Palisander/Rosewood/etc. versteht.

Zunächst vielen Dank für die Erläuterung. Ich selbst kenne ja nun aus den vergangenen Jahrzehnten alle möglichen Pflegeprodukte und ihre Wirkungen und Nebenwirkungen.

Ich selbst verwende als Konsequenz aus diesen Erfahrungen ausschließlich Leinölfirnis zur Griffbrettpflege und zwar eine Mischung mit echtem Balsamterpentin.

Dieses zieht ein, festigt dabei das Holz und bildet sofern man jeden Überschuss abwischt eine seidige Oberfläche, die kein bisschen klebrig ist.

Was ist mit sowas?

"Skydd" ist Weißöl, also das gleiche wie z.B. Dunlop Lemon-Oil bloß ohne den Zusatz von Duftstoffen.

Ich selbst rate von der Verwendung zur Griffbrettpflege ab, gerade weil all diese Öle niemals aushärten. Lemon-Oil erzeugt eine klebrige Oberfläche die die Gleitfähigkeit der Fingerkuppe auf der Oberfläche einschränkt.
 
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Das Griffbrett meiner Avatar-Gitarre wurde ihren mittlerweile 25 Jahren seit Bau circa vier Mal mit einem klassischen als "Lemon Oil" verkauftem Produkt behandelt (Mineralöl). Gut, das ist Ebenholz, aber trotzdem: Hier wird Gitarristen mal wieder eingeredet, dass man irgendwelche Pflegeprodukte braucht - und die Folge sind oft total versifft-verklebte Fingerboards, bei denen ich mir immer denke "na das hätte mal eine Gescheite Reinigung gebraucht, aber sicher nicht noch mehr Öl".
Ich hab früher regelmäßig die Griffbretter geölt und Bodies geputzt. Mittlerweile hab ich es mir fast abgewöhnt. Das Griffbrett schmiert sich bei Gitarren die man spielt fast von selber. Aller paar Jahre da mal Lemon Oil drauf und gut ist. Einzige Ausnahme ist wenn ein Hals wirklich knochentrocken aussieht. Bei Palisander sieht man das gut, das wird an den wenig bespielten Stellen ziemlich hell. Und auch dann reicht ein Müh Öl. Einige Hersteller sagen direkt das man die Griffbretter gar nicht ölen soll, die Mehrheit meint einmal im Jahr. Beim Korpus einfach mit einem Mikrofasertuch blank gewischt. Nur wenn damit was nicht weggeht, was sehr sehr selten vorkommen, kommt mal noch Wasser + ein Mittelchen zum Einsatz.

Das eigentliche Thema ist aber ob das Möbel-Öl funktioniert. Das kann man lange diskutieren, aber da man oft nichtmal drauf vertrauen kann das alles drauf steht was drin ist würde ich es einfach an einer günstigen Gitarre testen. Oder eben an einem Hals der eh eventuell weg muss.
 
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Lemon-Oil erzeugt eine klebrige Oberfläche die die Gleitfähigkeit der Fingerkuppe auf der Oberfläche einschränkt.

Das ist auch meine Beobachtung.
Ich habe "früher" ( :-D Mann, bin ich alt... ) regelmäßig beim Saitenwechsel das Griffbrett mit Lemon Oil gepflegt und dachte mir, jetzt müsse alles wieder flutschen.
Und jedes Mal wieder hab ich mich gewundert, dass eigentlich das Gegenteil der Fall war.
 
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das man nicht jede Woche ölen sollte, ist klar. Komplett aufweichen sollte man es auch nicht, am Ende fallen einem die Bünde raus, hahaha

Ich habe schon Lemon Oil, Ballistol oder auch ein Wachs mit hohem Carnauba Anteil verwendet. Alles immer sehr sparsam angewendet. Geklebt hat da nie etwas - ich denke wenn man da sehr sparsam ist und gut nachwischt, sollte das auch nicht der Fall sein. Im Normalfall habe ich das vielleicht alle 1-2 Jahre mal gemacht. Ich hatte jetzt auch lange Zeit keine Gitarre mit dunklem Griffbrett, bei Ahorn fällt es eh flach, da habe ich eher gewachst ( wenn der Hals nicht lackiert war )

Hat mich nur interessiert, ob es neben den gängigen Produkten auch andere Methoden gibt, und da ich aus anderem Anlass das o.g. Öl gesehen hatte, wollte ich mal fragen.
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Ich selbst verwende als Konsequenz aus diesen Erfahrungen ausschließlich Leinölfirnis zur Griffbrettpflege und zwar eine Mischung mit echtem Balsamterpentin.

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mal eine Frage. Balsamterpentin ist ja ein Verdünnungsmittel. Leinölfirnis ist eine Art Hartwachs (?).
Läuft das dann nicht eher in Richtung Versiegelung - wie z.B True Oil + Gunstockwax ?
 

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