Gibt es überhaupt gute elektronische Musik?

von Maltodextrino, 27.07.16.

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  1. Maltodextrino

    Maltodextrino Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 27.07.16   #1
    Irgendwie kommt mir das manchmal seltsam vor, vor allem wenn ich selber oder andere Leute in Foren Electro Tracks vorstellen oder Charts Hits diskutieren. Irgendwie ist ja alles Mist. Manche Sachen klingen zu sehr "nach 90er", manche klingen zu sehr nach "Chart-Mainstream", und dann wenn irgendjemand nen Beat hochlädt wo man 5 Minuten nur ein dumpfes Kickdrumfestival hört, dann wird das auf einmal als "gutes Sounddesign" (selbst-)gelobt, und in der Zwischenzeit werden Felix Jähn oder Robin Schulz mit ihren Langeweile Songs rauf und runter gespielt und die Leute in der Disco lassen sich davon überhaupt nicht beeinflussen und tanzen einfach zu allem wo ne Kickdrum drin ist. Deshalb jetzt meine naive Frage: Gibt es eurer Meinung nach überhaupt "gute" elektronische, vor allem elektronische tanzbare Musik? Sowohl was das kompositorische als auch was den Klang angeht. Oder ist es doch einfach so einfach, dass die Leute einfach das gut finden was sie irgendwoher kennen oder wo ihnen gesagt wird, dass es gut ist? Ach ja, und Tracks in denen der Producer einfach die Höhen weggelassen hat, das gilt für mich nun noch nicht als "gutes Sounddesign", also lasst euch was einfallen ^^
     
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  2. Gast 2544

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    Erstellt: 27.07.16   #2
    Vlt nicht hochaktuell, aber noch relativ neu.

    Aphex Twin "Syro" Album.
     
  3. auxin

    auxin Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.07.16   #3
    Shpongle.
    Younger Brother.
    Hallucinogen in Dub Mixed by Ott.
    Banco de Gaia.
    The Orb.
    Orbital.
    Usw. usf. Es gibt sehr viel. Wahrscheinlich muss man außerhalb der Charts hören, und bisschen ältere Sachen anhören.
     
  4. Gast 2356

    Gast 2356 Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 27.07.16   #4
    Der Dieter würde sagen: Gute Musik ist nur die, die auch fette Kohle reinbringt.
    ...und die tumbe Masse mit einem Vakuum zwischen den Hörorganen gibt ihm leider Recht

    Ich finde es immer drollig, wenn ich "Hits" höre, bei denen in den 80/90´ern die Werkspresets
    der Drumcomputer und heutzutage die Presets aus Garageband mitnudeln. Der neue Drummer
    in GB machts dann doch schon etwas spannender.

    Ich fang dann mal am Ursprung an:
    Kraftwerk
    Keith Emerson
    Klaus Schulze
    Tangerine Dream
    und natürlich Zappa, der mit dem Synclavier wahre Meisterwerke erschaffen hat,
    die aber niemand unter "elektronischer Musik" auf dem Schirm hat.
     
  5. Gast 2544

    Gast 2544 Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 27.07.16   #5
    Leftfield
    Future Sound of London
    Underworld
    Squarepusher
     
  6. rbschu

    rbschu Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.07.16   #6
    Da stellst Du eine gute und sehr berechtigte Frage. Und obwohl ich kein Freund von elektronischer Musik bin, muss ich doch sagen, dass man hier sehr differenziert rangehen muss. Zunächst mal muss man unterscheiden, ob es Avantgardemusiker aus den Anfängen der E-Musik sind; die würde ich klar als Künstler anerkennen und ihre Werke mitnehmen. Dann die "Abkupferer", die von Musik keine Ahnung haben, aber sich gerne als Spielratze an diverser Hardware austoben. Hier ist dann schon eine Grauzone, wo das Gedotze in Richtung Techno beginnt.

    Eine Bekannte von mir ist (hobbymäßig) DJane und sammelt im Vorfeld ganz unbekannte Tracks, die sie dann aneinander arrangiert. Ich habe da mal reingehört und finde es irgendwie "fremd" (?), aber ich erkenne, dass das eine Kunstform sein kann. Ich muss an dieser Stelle jedoch betonen, dass die gleiche Frau mit Begeisterung in einem Chor singt, der so ganz und gar nichts elektromäßiges an sich hat. Ich finde das sehr bemerkenswert und dieser Aspekt verleiht meiner Bekannten in meinen Augen tatsächlich Glaubwürdigkeit, wenn es um den musikalischen Geschmack geht. Als Konsequenz daraus muss ich sagen, dass gut oder schlecht absolut mit den Augen (Ohren) des Betrachters (Hörers) zu werten sind.

    Gleiches gilt übrigens für vergangene Epochen der Musik. Ich erinnere mich noch, mit welcher energischen Vehemenz mein Opa die Musik der Beatles abqualifizierte. Heute wissen wir, dass ihre Musik Maßstäbe setzte. Mit anderen Worten: Geschmack ist eben subjektiv, deshalb kann ein und derselbe Track aus verschiedenen Warten miserabel oder genial erscheinen.
     
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  7. Gast 2356

    Gast 2356 Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 27.07.16   #7
    Ahh, Thema verfehlt.
    Meine Vorschläge sind nur mit Einschränkungen "tanzbar".
    Ich würde aber als nur eingeschränkt tanzbar noch die elektronischen Alben von Tori Amos dazugeben,
    z.B. To Venus and Back. Gute Musik und "elektronisch" schließen sich nicht aus.
     
  8. Maltodextrino

    Maltodextrino Threadersteller Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 27.07.16   #8
    Ach so, jetzt weiß ich also was gute elektronische Musik ist, wieder was gelernt ^^. Also manches von dem was hier vorgeschlagen wurde find ich auch ganz originell oder vom Klang her sehr gut. Aber ist halt schon auffällig, dass das dann eher Musik ist, die dann halt nicht so im Kopf hängen bleibt, wie das was in den Charts landet, oder? Aber wird diese Musik denn auch aufgelegt in Clubs? Oder ist die eher dazu da, dass "Liebhaber" die bei sich zu Hause hören? Es wurde gesagt, dass manche Charthits mit Garage Band Samples daherkommen. Mir hat mal jemand erklärt, dass "Profis" gar keine Zeit haben Sounddesign zu machen und deshalb meist auf Presets zurückgreifen. Das ist dann ja auch irgendwie verständlich. Wenn natürlich auch schade ^^

    Ich hatte meine Eingangsfrage ja auch durchaus stellenweise ironisch gemeint... Dass vieles was engagierte "Hobbyproducer" in ihrem Wohnzimmer machen zu sehr "nach 90ern" oder das was in den Charts landet "zu chartmäßig" (welch Wunder) klingt, das sag ja nicht ich, sondern die selbsternannten Superexperten (ohne Namen zu nennen..), die dann aber meist mit irgendwelchen Beat-Arien ankommen, die ich total langweilig finde. Oder vielleicht bin ich auch zu blöd um deren "Nicht-Chart-Musik" zu verstehen. Wobei ich mich dann immer frage, waren die in den 90ern denn so dumm um nicht zu erkennen dass ihre Sounds "Mist" sind? Und warum produzieren dann Calvin Harris, David Guetta und co. so wie sie produzieren, wenns angeblich alles "Blöd" ist? Und warum produzieren die "Superexperten" dann nicht so? Weil sie kein Geld verdienen wollen? Oder weil sie es eben doch nicht können? ^^

    Ich bin halt in den 90ern aufgewachsen und damals fand man diesen Kram von "U96" oder teilweise auch "Snap" oder "Prodigy" total abgefahren weil man sowas noch nie gehört hatte und heute ist das angeblich alles "Mist" und stattdessen wird im Radio ein Felix Jähn Remix mit Vibraphone oder was das ist als Melodie gespielt und gesagt, das ist der ganz tolle, moderne DJ... Ich verstehs einfach teilweise nicht. Oder ist das jetzt genial weil es eben (anders als die "90er" Sachen mit ihren drastischen Sounds) auch im Taschenradio ganz toll und sauber klingt?

    Oder gerät Musikkritik einfach bei sowas an ihre Grenzen? Was ist denn mit solchen Sachen wie "mutate" von Sidney Samson? Ist das jetzt schlechte elektronische Musik weil das an meinen Computerlautsprechern einfach total lächerlich und stellenweise sogar billig klingt? Oder ist das in dem Sinne einfach genial gemacht weil die Leute (die sich nicht um Musiktheorie scheren) einfach vor Begeisterung in der Disco schreien und abtanzen wenn dieser absurd minimalistische "Refrain" (beeep beeep....) kommt, der offenbar genauso produziert wurde, dass er in nem Club die gewollte Wirkung entfaltet? Kann man elektronische Musik überhaupt "bewerten" ohne zu wissen für welchen Zweck er produziert wurde?

    Früher konnte ich auch nicht viel mit diesen Sachen anfangen die wahrscheinlich die besagte DJane (sagt man das noch so? ^^) für ihre Mixes auswählt, bis ich mal auf ner Party war wo das aufgelegt wurde. Oder noch seltsamer gefragt? Ist es überhaupt richtig wenn man Techno und elektronische Musik so "bewertet" und "kritisiert" wie man Klassik und Pop kritisiert? Oder muss man elektronische Musik eher als "Rohstoff" sehen, der nur dazu gemacht wurde eine Lautsprechermembran in der passenden Disco zum schwingen zu bringen? Sorry wenns zu kompliziert wird ^^

    Wie gesagt, danke für die Musiktipps.
    --- Beiträge zusammengefasst, 27.07.16 ---
    Das ist mir irgendwie auch schon aufgefallen, aber ist ja egal. Wobei bei den Sachen von Kraftwerk und Frank Zappa halt offensichtlich ist: Das fand man damals nur gut, weil es neu war. Und auch heute findet man es offenbar gut weil es damals neu war. Wenn heute jemand sich hinstellen würde und "das Model" produzieren würde, den würde man doch in die Klappsmühle schicken ^^
     
  9. Fish

    Fish HuF User & Ex-Mod PA/E-Tech Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 27.07.16   #9
    Spontane Gedanken:
    Welche Musik ist heutzutage nicht elektronisch?
    Oder die Frage meiner Tochter: Papa wie kann ich lernen so wie die im Radio zu Singen?

    Zum Thema:
    Ich als Kind der 80er habe hier die Pioniere der Elektronischen Musik noch im Gehörgang.
    Gruppen wie Kraftwerk und Yello habe hier einen neue Stiel, nein eher eine neue Art von Musik, entwikelt.
    Beide genannten Gruppen sind sehr gut tanzbar und auch Qualitativ sehr gut.

    gruß

    fish
     
  10. Gast 2544

    Gast 2544 Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 27.07.16   #10
    Ist die Frage was man will.

    Durchdachte Produkte perfekt auf die Masse zugeschnitten ...

    Oder...

    Kunst?

    Ersteres ist meist ...scheissmusik :D
     
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  11. Basselch

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    Erstellt: 27.07.16   #11
    Hallo,

    Beispiel Kraftwerk: Kaum zu glauben, daß "Autobahn" schon von 1973 ist... das Album habe ich gerade noch mal gehört. Zeitlos! Die wievielte Generation stürmt eigentlich mittlerweile die wenigen Konzerte von Kraftwerk? :D

    Viele Grüße
    Klaus
     
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  12. Gast 2356

    Gast 2356 Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 27.07.16   #12
    Nee, nee, das war auch damals schon Mist (über Prodigy kann man streiten, würde ich auch nicht unter Mist einordnen).

    Natürlich, wie denn sonst? Ist es Musik, löst es etwas in mir aus...und zwar ohne ein Kilo Extasy und/oder drei Flaschen Vodka.

    Oha, mutige Worte.
    Wenn ich heute die beiden genannten höre, erkenne ich in jeder einzelnen Note immer noch mehr Kunst als bei allen Jähns, Guettas und Kalkbrenners dieser Welt zusammen. Bei Kraftwerk liegt viel Kunst im Minimalismus, bei Zappa genau im Gegenteil.
    Er sprach mal von der genialen Möglichkeit jede einzelne Note im Raum separat plazieren zu können
    und zusätzlich noch mit einem nur für die jeweilige Note gültigen Hallraum ausstatten zu können, so wie er es in seinem Kopf vorsieht.
    Das ist von alten kompositorischen Ansätzen aber mal kilometerweit entfernt.

    Kraftwerk ist durchaus tanzbar und wird von den Nichtmusikern fleißigst gesampelt.
    Yello hatte ich nicht so auf dem Schirm, die haben aber toll produzierte Sachen gemacht,
    auch wenn mich das musikalisch nur wenig antörnt. The Race mit Kopfhörer ist teilweise Körperverletzung.

    Ich stimme aber Fish zu: "Welche Musik ist heutzutage nicht elektronisch"
    --- Beiträge zusammengefasst, 27.07.16 ---
    Ahhh, nochmal ärgern: NIN darf man auf keinen Fall vergessen!
     
  13. Maltodextrino

    Maltodextrino Threadersteller Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 27.07.16   #13
    Wie gesagt, wenn ich mir Kraftwerks "das Model" heute anhöre... Ja, das ist eine minimalistische Komposition, mit wenigen Akkorden, Gesangsmelodie, Instrumental-Solo-Melodien und Drums. Man hat eine herrkömmliche Band (Schlagzeug, Bass, Rhythmusgitarrist/Pianist, Sologitarrist und Sänger) quasi auf Synthesizer übersetzt. Und heraus kommt etwas, das als einfache Komposition natürlich überzeugt. Es wird einfach das Lied gespielt, auf elektronischen Instrumenten, ohne viel Schnick-Schnack. Trotzdem. Wenn heute jemand eine anderen Lied in dem Stil produzieren würde, mit diesem schüchternen Gesang, mit den selben Drum und Synths, dann würde er heute hören "Boar, schalt mal die billigen 80er Drums aus, das geht ja gar nicht! Voll schlechte Instrumente! Und das Synthi Gedudel hat viel zu viele hohe Frequenzen aah!"...
    --- Beiträge zusammengefasst, 27.07.16 ---
    Ja, eigentlich ist natürlich jede Musik elektronisch, deshalb muss man viellecht die Frage stellen ob man überhaupt noch von elektronischer Musik redet darf ^^. Selbst wenn jemand eine Streicherquartett aufnimmt und in Logic oder Cubase dann die Audiospur optimiert, dann sind das eigentlich digitale oder wenn man so will elektronische Signale. Ein 5 Minuten "Streichquartett Sample" quasi. Genauso wie heutzutage jedes Photo ein digitales Bild ist, auch wenn man einen Baum fotografiert hat.

    Ja gut, wie gesagt, deshalb auch meine naive Frage "Was ist denn gute elektronische Musik"? Was müsste man also in Foren in der Rubrik "elektronische Musik" posten, so dass die Zuhörerschaft sagt "Ja, das ist gute elektronische Musik!". Ja, und ein paar Antworten, vor allem aus dem heutigen "nicht-Chart" Bereich, und von früheren "Pionieren" wurden ja gepostet. Was mir aber auch da wieder auffällt: Bei den heutigen Musikern, sei es Leftfield oder Aphex Twin, die hier gepostet werden, höre ich zwar gute Klänge und abwechslungsreiche Arrangements, aber keine richtigen Songs oder Melodien. Bei Kraftwerk schon. Ist es heute also unter "elektronischen Musikern" verpöhnt ganz normale Melodien zu schreiben? Na gut, aber ich will hier nicht noch mehr Fragen in den Raum werfen, die wohl nicht zu beantworten sind...
     
  14. Dr. Rockstar

    Dr. Rockstar Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.07.16   #14
    Ich finde den Begriff "elektronische Musik" als Genrebegriff ganz okay. Man grenzt sich dadurch eben von anderen Genres ab, ohne auszudrücken, was die Musik genau ausmacht. Metal ist ja auch nicht aus Metall und Rock ist nicht aus Stein. Who cares?

    Bei der Frage nach guter elektronischer Musik fällt mir immer sofort Savant ein. Durch seine Musik hab auch ich gelernt, dass es gute elektronische Musik gibt. Sonst fällt mir bei elektronischer Musik oft auf, dass kaum Wert auf gute Melodien gelegt wird. Und wer eine gute Melodie hat, der unterlegt sie mit höchstens 2 Akkorden und die Melodie wirkt fad wie eine Suppe ohne Salz. Savant scheint Melodie und Harmonie aber ganz gut im Griff zu haben.

    Beispiele:




     
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  15. Maltodextrino

    Maltodextrino Threadersteller Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 29.07.16   #15
    Genau das wollte ich in einem meiner Postings auch ausdrücken, aber ich drück mich da immer komplizierter aus ^^.

    Die Frage die ich mir da stelle ist halt immer, ob das eine bewusste Entscheidung der Musiker ist, auf Melodien zu verzichten oder ob die entsprechenden Musiker es einfach "nicht können", also zu Beispiel kein Keyboard spielen können. Ich glaube oft ist auch zweiteres der Fall. Aber die elektronische Musik ermöglicht halt auch Leuten ohne Klavierausbildung das Musizieren, mit Kickdrum, Hi-Hats, Athmosphärischen Soundsamples und Filterfahrten kann man ein ganzen Stück "komponieren" ohne auch nur einmal auf dem Keyboard eine Melodiefolge spielen zu müssen. Aber natürlich find ich es auch sehr gut, dass die Technik es ermöglicht beliebige Sounds, unabhängig jeder Tonleite, zu erstellen. Das war früher mit dem Klavier nicht möglich. Da war man innerhalb der 12 Töne "gefesselt". Ok, danke für den Tipp mit "Savant". Die ersten beiden Stücke klingen doch sehr melodisch. Aber auch da gibt es bestimmt Leute denen das zu "Computerspiel-Mäßig" klingt, allein weil sie die ausgewählten Synth Klänge aus alten Computerspielen kennen...
     
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  16. ColdDayMemory

    ColdDayMemory Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.07.16   #16
    Also ich muss mal für zwei modernere Künstler die Lanze brechen.
    Deadmau5 ist schon ziemlich geil. Der probiert immer recht viel mit Sounds rum und hat ein paar interessante Harmonien, gerade bei seinen älteren Sachen.
    Als zweites würde ich noch Madeon in die Runde werfen. Den habe ich mal bei einer Live-Performance gesehen und fand das ziemlich gut. Viele Keys spielt er live dazu, sowie auch Gitarre.
    Hat zwar schon einen recht poppigen Approach, aber es deswegen als schlecht abzutun wäre falsch.
     
  17. mjmueller

    mjmueller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.07.16   #17
  18. Fish

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    Erstellt: 29.07.16   #18
    Stimmt, den habe ich auch vergessen zu erwähnen.

    Einer der genialsten "Elektromusiker" mit den IMHO besten Liveshows.
    Das Konzert in der Schleierhalle auf dem ich mal war war bis jetzt eines der beeindrucktesten in meiner Konzertkarriere
    Alleine seine Laserharfe ist schon ein Konzertbesuch wert.

    Gruß

    Fish
     
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  19. Kluson

    Kluson Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.07.16   #19
    ich finde die Frage ja sehr ketzerisch.

    1. Komplette Geschmackssache
    2. Wo fängt elektronische Musik an ? Bei einem Synthie ? Bei einem Drummie ? bei einem Loop ?
    3. Gibt es in JEDEM Genre gibt es Schrott und extrem geile Musik

    Das ist wie die Frage: Was ist schöner ? Blau oder Rot ?

    Ist gute Musik nur gut, wenn Sie technisch anspruchsvoll ist ? Oder vielleicht auch bei 3 Akkorden, die aber grooven wie die Hölle.

    Nimm mal z.B. Daft Punk "Get Happy". Analoge Gitarre, analoger Bass - trotzdem elektronisch, Super simple - aber geil arrangiert, minimalistisch ( das kann genau die Kunst sein ) und der Groove und die Melodie ist einfach nur mördergeil. Oder Da Funk oder Around the World ... ist das schlecht, nur weil es elektroisch ist und es vielen Leuten gefällt ?

    Dann nimm PUR oder Grönemeyer ... für MICH uuultra langweilig, kein Groove, belanglos - aber zu großen Teilen nicht elektronisch. Nimm BAP - seit 200 Jahren der selbe langweilige RocknRoll - auch hier null Groove.

    Es gibt wie gesagt sooo viele gute Sachen - warum soll man sich da mit den schlechten befassen. DJ Shadow, Meshuggah, Daft Punk, Extreme, Van Halen, Fatboy Slim, Michael Jackson ( alt ), Chic, Masters at Work, Joe Satriani, Mr. Big, Chris Rea, Duck Sauce ( Armand van Helden ), Deee Lite, Stevie Wonder, Hellecasters, Kraftwerk, Jimi Hendrix und und und und ... alles total verschieden - und jeder in seinem Genre ein Meilenstein.

    Um deine Frage für MICH zu beantworten : JA - das geht :-)
     
  20. Tolayon

    Tolayon Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.09.16   #20
    Auch Tonband-Spielereien aus den 50ern und 60er Jahren fallen in die allgemeine Rubrik "elektronische Musik" und können als analoge Vorläufer digitaler Sample-Sessions betrachtet werden.

    Tanzbar wäre das alles zwar nicht mehr, aber speziell bei Jean-Michel Jarre möchte ich auch noch das Frühwerk empfehlen, aus den späten 60ern und frühen 70ern, also noch lange vor seinem Durchbruch mit "Oxygene". Seine damalige Musik ist deutlich experimenteller und hier und da schräger, zum Teil sogar halbwegs tanzbar - ich erinnere mich da an ein Stück, das "Rain Forrest Rap" heißt und etwa von 1971 stammt.

    Dann möchte ich noch - wiederum so gut wie gar nicht Dancefloor-kompatibel - Walter bzw. Wendy Carlos empfehlen. Vor allem der Soundtrack zu "Clockwork Orange" treibt mir auch heute noch eine Gänsehaut rauf und runter, nicht nur die eigentliche Musik, sondern auch einige Spezial-Effektsounds. Wie etwa, als Alex von seinen ehemaligen, zu Polizisten gewordenen "Droogs" verprügelt und mit dem Kopf unter Wasser getaucht wird. Da wird jeder Schlag von einem abgefahrenen ringmodulierten Klang begleitet, das wirkt um Welten atmosphärischer als realistischere Ansätze und unterstreicht das Gewalt-Thema des gesamten Films perfekt.
     
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