[Gitarre] Cort Z-42

Duke78

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Hi alle miteinander!

So, nachdem ich in nem anderen Thread ne Frage nach der Cort Z-42 gestellt habe und mir da leider niemand weiterhelfen konnte, hab ich sie mir vor ein paar Wochen einfach mal bestellt und werd mich nun mal an meinem allerersten Review versuchen. Ich spiele noch nicht allzu lange E-Gitarre (ca. 1 Jahr) und daher gibt dieser Review auch nur meine bescheidene Anfängermeinung wieder. Gut möglich, dass erfahrenere Spieler die Sache ganz anders sehen werden. Lasst also bei euren Kritiken Gnade walten, ich möchte aber schon gern hören, was ihr von dem Review haltet.

Auf die Cort gestoßen bin ich beim Stöbern in verschiedenen Music-Shops weil ich auf der Suche nach ner guten und für meinen momentan etwas schmaleren Geldbeutel erschwinglichen HH Gitarre im Les Paul Stil war, die mich in den Stand des Fortgeschrittenen Anfängers begleiten sollte ;).
Nachdem verschiedene Epiphone und Ibanez Gitarren um die 350 € bereits in die engere Wahl gekommen waren, fand ich mehr zufällig die Cort Z-42. Zunächst einmal irritierte mich der doch sehr niedrige Preis von um die 200 € doch schon ein wenig und ich wollte sie schon als „zu sehr Anfänger“ abhaken. Also hab ich mir erstmal die technischen Daten genauer angesehen und das Netz nach Reviews durchforstet. Was ich da so las, hat mich dann immer mehr überzeugt. Außerdem fand ich die Bilder im Netz schon ziemlich ansprechend, die relativ puristische Aufmachung mit den Dot-Inlays, den offenen Humbuckern und dem String-thru body Design waren schon cool, und so kam es, dass die weinrote Schönheit am 23.10. bei mir auf der Matte stand :D. Nachdem ich mich jetzt einige Zeit mit ihr beschäftigt habe, hier also mein Review:

Für den Anfang die Spezifikationen:

CONSTRUCTION: Bolt-on
BODY: Mahogany
NECK: Maple, Modern ''C'' Shape
NECK WIDTH: 1F : 43mm / 22F : 56mm
NECK THICKNESS: 1F : 19.5mm / 12F : 21.5mm
FINGERBOARD: Rosewood, 12'' Radius(305mm)
FRET: 22 / Large (2.7mm)
INLAY: White Dot
TUNER: Die cast SCALE 24 3/4'' (629mm)
NUT: Graphite
BRIDGE: Tone-o-matic bridge (LP2) w /string thru body
PICKUP: EG4LP (H-H)
CONTROL: 2vol, 1tone (w/ push pull), 3way toggle
PICKUP SWITCHING:
Coil Tap Push Down
Position1 : Neck
Position2 : Neck & Bridge
Position3 : Bridge
Coil Tap Pull Up
Position1 : Front Coil of Neck
Position2 : Front Coil of Neck & Rear Coil of Bridge
Position3 : Rear Coil of Bridge
HARDWARE: CR (Chrome)
STRING: D'addario EXL110(046-010)
COLOR: 3TS (3 Tone Sunburst), WR (Wine Red)
CASE: Optional

(Quelle: Cort Homepage)

Habe leider im Moment keine Digicam und Handyfotos möchte ich euch nicht wirklich zumuten. Aber eine einfache Google Bildersuche nach „Cort Z-42“ sollte euch ausreichend Material bescheren.

Der erste Eindruck:

Als ich sie auspackte und das erste mal in die Hand nahm, fiel mir sofort auf, dass sie relativ leicht ist. Der Hals ist schön schmal und sehr bequem und schnell zu bespielen. Auch die höheren Bünde sind bequem und ohne Probleme zu erreichen. Die Saiten waren bereits bei der Lieferung schön flach eingestellt und es ist beim „trockenen“ Spielen nur gelegentlich ein ganz leichtes Schnarren zu hören, das auch ohne weiteres an meiner noch lange nicht perfekten Spieltechnik liegen kann. Auch die Pickup-Höhe war gut wie sie war. Ich weiss aber nicht, wem ich dafür danken soll, Cort oder dem Händler, bei dem ich sie bestellt hab und der behauptet, jede Gitarre zu prüfen und einzustellen die sein Haus verlässt. Irgendwie traue ich solchen Versprechen nie ganz über den Weg.
Die Farbe ist einfach nur cool. Die Lackierung besteht aus einem transparenten, weinroten Lack, durch den man noch gut die ursprüngliche Maserung des Holzes sehen kann, wenn man im richtigen Winkel (relativ frontal) auf die Gitarre schaut. Wird der Winkel dann flacher, dominiert immer mehr der rote Farbanteil und die Maserung verschwindet. Muss man gesehen haben, ist hier nur schwer zu beschreiben. Diese Art der Lackierung gibt es in ähnlicher Weise übrigens noch in schwarz, allerdings habe ich diese Variante nur bei wenigen Händlern gefunden. Auch eine Sunburst-Variante ist zu haben.


Die Verarbeitung:

Die Cort Z-42 ist wirklich schön solide verarbeitet. Ich habe nichts zu mäkeln gefunden, bis auf eine Kleinigkeit: Der Push-Pull-Poti, mit dem man zwischen Single-Coil und Humbucker Funktion umschalten kann, ist ein wenig schwammig beim Einstellen des Tones. Das ist mir allerdings nur im direkten Vergleich mit den beiden normalen Volume-Potis aufgefallen. Funktionieren tut er einwandfrei, nur wenn man nacheinander an allen drei Potis dreht merkt man halt, dass etwas anders ist.
Der Lack war überall schön gleichmäßig und hatte keine sichtbaren Fehler. Habe wirklich genau hingeschaut, konnte aber nix finden.
Die Bundstäbchen waren auch alle wo sie sein sollten und keines stand auch nur ein wenig über. Nix zu feilen oder so.
Die Gitarre ist auch sehr stimmstabil. Einmal gestimmt hält sie selbige schön lange.
Ein Wort möchte ich noch zu den Gurtpins verlieren: Die sind wirklich super und ich habe sie nur gegen Security Locks ausgetauscht, weil ich die Dinger sonst umsonst gekauft hätte :). Sie sind relativ breit und der Ledergurt, den ich mitbestellt hatte, saß sowas von bombenfest auf den Pins. Die halten nach meinem Dafürhalten auch locker nen etwas intensiveren Auftritt ohne Probleme durch. Natürlich hängt die ganze Sache auch noch ein wenig vom verwendeten Gurt ab.
Also alles in allem: Nix auszusetzen. Bessere Verarbeitung für das Geld kann ich mir nicht vorstellen.

Der Sound:

Ok, kommen wir zum subjektivsten aller Kriterien bei der Bewertung einer Gitarre. Die meisten Eindrücke habe ich über meinen Marshall MG15 CDR gewonnen, hatte allerdings auch Gelegenheit, sie mir mal über einen großen Laney (keine Ahnung 60-100W) anzuhören.
Der Sound der Cort ist in meinen Augen (oder besser Ohren) echt stark, vor allem aber sehr vielseitig. Das ist in meinem Stadium des Gitarrespielens meiner Meinung nach noch relativ wichtig, jedenfalls für mich. Habe mich nämlich noch so gar nicht auf einen oder ein paar Stile festgelegt. Spiele zwar vor allem Punk und Hard-Rock Sachen, aber auch gern immer mal wieder was ganz anderes, zumindest ums mal probiert zu haben. Habe glaub ich auch noch nicht das Gehör für die Feinheiten entwickelt, deshalb gilt: Wers genau wissen möchte muss sie halt mal anspielen.
Der Bridge Humbucker hört sich schön klar und hell an und hat ganz gut Dampf. Den hat auch der Neck Humbucker, der sich durch einen schön warmen Klang auszeichnet. Kombiniert man die beiden, kann man mittels der beiden Volume-Potis sehr viele verschiedene Sounds kreieren. Hören sich die beiden clean bereits toll an, zeigen sie so richtig Power, wenn man anfängt, die Verzerrung weiter aufzudrehen. Das macht sowas von Laune :D !!! Dann klingt die Cort noch lange nach dem Anschlag so laut aus dem Amp, ich glaub sowas nennt man dann gutes Sustain ;) (das sie übrigens auch clean schon zeigt) Ich denke mal, dass das etwas mit dem Mahagony-Body und dem String-thru-body Design zu tun hat, ihr dürft mich aber gerne eines besseren belehren.
Wenn mans dann mal ein wenig feiner will, zieht man mal kurz am Tone-Poti und schon sind beide Humbucker gesplittet und fungieren fortan als Single-coils. Die haben naturgemäß lange nicht soviel Druck wie die Humbucker Variante, aber für nicht so harte Sachen sind sie schon gut geeignet. Die zeigen dann auch die Neck warm-, Bridge hell-Charakteristik, aber eben spritziger. Soundvariationen verwirklicht man dann genauso mit den beiden Volume-Potis. Bin mir allerdings immer noch nicht sicher, ob sie sich besser oder schlechter anhören als die in meiner Strat. Halt anders. Bei mir kommen allerdings schon wesentlich häufiger die Humbucker zum Einsatz, aber deswegen hatte ich mir die Gitarre ja ursprünglich auch gekauft.
In Sachen Sound also: Für mich passt es echt super. Finds einfach nur cool wie es aus dem Amp röhrt :D!

Fazit:

Abschließend ist also zu sagen: Für mich ist die Cort Z-42 im Moment die perfekte Gitarre. Wer etwas ähnliches sucht ist mit ihr auf jeden Fall sehr gut beraten. Ich denke, dass man in diesem Preissegment nur schwer mehr für sein Geld findet, aber leicht viel weniger.
Wers professioneller mag sollte vielleicht mal die großen Schwestern Z-44 oder Z-64 anspielen. Die warten dann mit EMG- bzw. Seymour Duncan-Pickups auf.
Berücksichtigt werden muss bei diesem Review natürlich wie eigentlich bei jedem, dass es sich um subjektive Meinung handelt, egal wie sehr man versucht hat objektiv zu bleiben. Habe grad beim Durchlesen auch bemerkt, dass es sich teilweise fast beweihräuchernd anhört, finde aber, dass alles meiner Meinung nach den Tatsachen entspricht. Hatte wirklich Glück dieses Gerät zu finden.

Also dann: Ich stehe für Fragen und Kritik zu eurer Verfügung ;)
 
RobbinCrosby

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Schönes, ausführliches Review! :great:

Finde es auch klasse, dass Cort für so wenig Geld erstaunlich tolle Instrumente baut. Über Cort hört man selten schlechtes, ich denke, dass spricht für sich! ;)

Viel Spaß noch mit der Axt! :cool:
 
Garcia

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Cort scheint wie LAG noch so etwas wie ein Geheimtip zu sein in der unteren Preisklassse.
 
RobbinCrosby

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Mich würd ja die Z-Custom reizen... :rolleyes: Seeehr schnieke Gitarre(n)!
Wenn man eine 400,- Cort schon mit anderen 1000,- Gitarren vergleichen kann... :great: Ich konnt's auch kaum glauben, was die abliefern.
 
Duke78

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Stimmt, die hat echt was, bin mit meiner kleinen 42 (und die Nummer sagt ja wohl schon alles ;) ) allerdings mehr als bedient, die Custom spielt da schon in ner ganz anderen Liga, sowohl was den Sound angeht, als auch (leider) den Preis. Vorgestern mal wieder nen bisserl mit nen paar Freunden Krach gemacht und tierisch Spaß dabei gehabt. Hab diesmal für die cleanen Sachen mal öfter die Single-Coil Option genommen und das kann sich auch wirklich hören lassen. Also immer noch :great:
 

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