[Gitarre] Haar Traditional T (HS, Shell Pink, Aged)

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eguana
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Ein wenig Vorweg
Ich denke, dass jeder Gitarrist oder Bassist immer eine Wunschgitarre im Kopf hat, die es eigentlich so am Markt gar nicht gibt. Trotzdem hofft man immer, dass ein Hersteller mal diese Gitarre so oder zumindest ähnlich baut. Ich komme eigentlich aus dem "heavy" Bereich und stehe auf "moderne" Starts. Trotzdem kam in den letzten Jahren immer wieder der Wunsch auf nach einer ganz bestimmten traditionell orientierten Gitarre. Um genau zu sein.
  • klassische Tele oder Strat
  • Shell Pink (relic)
  • Roasted Maple Neck.
  • Fixed Bridge (weil ich eben doch ein wenig moderne mag)
  • Humbucker am Steg (weil cool)
  • Tortoise Schlagbrett
  • Nicht aus Fernost
  • Nicht unbezahlbar
Tja, und mit diesem Wunsch war ich sehr lange allein - Bis ich zufällig über die nun hier vorgestellte Haar Traditional T stolperte.

Zu den Specs
  • Bodywood: Swamp Ash
  • Neckwood: Quartersawn maple neck (C-light V) mit wilder Maserung
  • Color: shell pink aged
  • Hardware: Aged Nickel
  • Neck PU: Suhr Singlecoil
  • Bridge PU: Suhr HB
  • Bridge: Gotoh Fixed Bridge
Preis: 1900 (nach ein wenig handeln)

Verarbeitung:
Ich hatte vorher mit Haar Guitars, die aus den Niederlande stammen, wenig zu tun und es gibt hier sicher im Board viele Menschen die wesentlich mehr über die Firma weiss, als ich es tue. Die Qualität der Gitarre ist jedoch auf einem Niveau, welches man als Kunsthandwerk bezeichnen kann. In der Regel fühlt man, ob eine Gitarre gut ist, lebt und potential hat. Ich merke sowas dann, wenn sie eben mich in neue kreative Bahnen schubst.
Um das ganze jetzt mal weniger esoterisch auszudrücken. Der Hals ist das absolute Highlight der Gitarre und ich hab noch nie so gut bearbeitete Bünde gespürt (oder eben nicht gespürt). Dazu kommt das aging des Halses und diese wilde Maserung.
Die Lackierung ist total kaputt und die Gitarre ist brutal abgenutzt - aber eben so wie man sich realistisches aging vorstellt und nicht irgendwie im schnelldurchlauf zerstört. Es gibt keine Komfortfeatures wie ergonomische Aussparungen und der Hals ist ein richtig festes Stück Holz - trotzdem geht das Gewicht total klar.
Die Elektronik macht was sie soll und durch die feste Brücke, den Knochensattel und die hervorragenden Mechaniken ist die sehr Stimmstabil.

Sound:
Ich schreibe ungern über Sound, da dazu noch viele andere Elemente kommen. Mich macht der Humbucker und die feste Brücke glücklich, da die Gitarre trotz der traditionellen Ausrichtung auch sehr moderne Sounds liefert. Die Puste lösen beide sehr gut auf und geben auch komplexe Akkorde akkurat wieder und natürlich perlt der Neck SC wie man es erwartet. Ich lade gerne was hoch, wenn ich die Zeit finde.

Preis / Leistung
Da aktuelle Frenostgitarren von ESP oder Ibanez mittlerweile auch bei 1200 - 1500 euro liegen, sind die knapp 2000 euro für diese Gitarre irgendwie arg günstig. 500 Euro Aufschlag für ein Einzelstück gegen Massenwahre ist in meinen Augen mehr als fair. Vor allem, da vergleichbare Einzelstücke von Fender, Suhr gerne auch das doppelte kosten. Ich kann somit Haar als Hersteller bedenkenlos empfehlen.

Ein paar Fotos:
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Eigenschaft
 
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Zunächst einmal freue ich mich mit Dir, dass Du Deine Traumgitarre gefunden hast (meine Traumgitarre sähe anders aus, aber das ist ja klar). Mit
500 Euro Aufschlag für ein Einzelstück gegen Massenwahre
hast Du Dir das auch schöngerechnet - in Ordnung so. Aber eine Tele, die ausschaut wie eine normale Tele, als "Einzelstück" zu bezeichnen - naja, ich weiß nicht so recht.... Gut, so geaged gibt es wohl keine zweite, aber Humbucker am Stteg und fixed bridge ist nicht sooo exotisch.
Aber egal: Ich wünsche Dir viel Spaß damit!
 
*edit*
Erstmal danke, dass du dich für mich freust Hauself Zwo.
Und ich gebe dir recht, dass es sich um eine normale Tele mit HS Bestückung und fixer Brücke handelt. Von Charvel die HT2 ist beispielsweise vom Konzept her sogar sehr ähnlich. Es ist jedoch ein Serienmodell und gibt es tausende Male, bis das Modell so nicht weiter produziert wird. Die Haar gibt es soweit ich weiss so genau einmal als Unikat. Das macht es nicht zu einer besseren Gitarre, aber es ist für die Musiker für die es ein Wert hat, ein geringerer Aufpreis.

Ein Fender Custom Shop Modell ist ja am Ende dann auch nur eine normale Start und Tele.
 
Grund: edit -> Vollzitat Vorpost
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Ach, lass Dich nicht verunsichern. Die Haars sind keine Fender, auch wenn deren Optik dies anmuten lassen. Ich find die Farbe kongenial mutig, mir gefällt das Aging und die Kombi HB/SC. Die Qualität scheint gemessen am Preis über alles erhaben und ich hätte mir beinahe eine bestellt, allerdings war mir die Lieferfrist mit 4 Monaten doch etwas zu lang. Paul Davids schwört auf seine Haar Tele.

Freu mich, wenn's bei mir soweit ist.
 
Die Haar gibt es soweit ich weiss so genau einmal als Unikat.
Dann freu Dich - ach, das tust Du ja schon.... ;)
Das macht es nicht zu einer besseren Gitarre,
Unikat sein vielleicht nicht, aber wenn Du nicht nur genau die gewünschte Ausführung, sondern auch noch Deine Haptik und Deinen Klang bekommen hast, ist es eine bessere Gitarre als das Modell von der Stange.
Ein Fender Custom Shop Modell ist ja am Ende dann auch nur eine normale Start und Tele.
Meines Erachtens im Prinzip ja, aber da sind die CS-Kunden ganz anderer Meinung!
Und vielleicht ist da ja was dran? Außer "diese Gitarre kommt aus dem Custom Shop" (boah - Custom Shop - teuer!) hat es wohl noch andere Gründe, teilweise saftige Aufpreise zu zahlen. Viele mögliche Kombinationen und "sein" Instrument zusammenstellen zu können, ist für manche ein supertolles Gefühl - Du erlebst das ja auch gerade. Wie schon gesagt: Gut so! (y)

EDIT @Mr.513: Vielen Dank für's Gebäck!!!
 
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https://www.haarguitars.com/product-category/guitars/haar-guitars/

Als Unikat würde ich eine Haar Tele jetzt nicht bezeichnen, die Jungs nehmen sich halt von allem das Beste, wie z.B. Pickups von Kloppmann oder Amber, je nach Geldbörse des Kunden. Telecaster und Strats lassen sich auch mit wenig handwerklichem Geschick problemlos modifizieren, d.h. Hals, Pickups und andere Teile lassen sich problemlos austauschen.
 
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...Als Unikat würde ich eine Haar Tele jetzt nicht bezeichnen, die Jungs nehmen sich halt von allem das Beste, wie z.B. ...

Ich glaube ich nehme an dieser Stelle einfach die Aussage zurück, dass es sich um ein Unikat handelt. Für mich war die Definition eines Unikats, dass es eine Gitarre nicht in Serie gibt und somit nicht über verschiedene Distributionswege (Online, Musikfachgeschäfte) erhältlich ist.

Scheinbar ist diese Definition nicht korrekt, da etablierte Gitarrenmodelle (hier Tele) eben immer Angeboten werden und mit handwerklichen Aufwand in jede Form modifiziert werden können und es somit nur Serien-Modelle oder eben keine Unikate gibt.

Ich werde es für zukünftige Berichte berücksichtigen.
 
Grund: Vollzitat reduziert
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Ist doch egal. Hab einfach Spaß damit! ;-)
 
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Die besten Fender-style Gitarren baut ... eben nicht Fender :D
Hier wieder ein Beweis.
Sieht toll aus!
 
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Das Design wäre jetzt nicht meines, aber ich kann der Gitarre eine Schönheit auch nicht absprechen. Normalerweise bin ich kein Freund von Aging, in diesem Fall sieht das aber sehr echt und geschmackvoll aus. Über ein paar Soundbeispiele würde ich mich freuen, wenn Du dafür die Zeit findest.

Jedenfalls freut es mich, dass Du die "Arsch auf Eimer"-Gitarre gefunden hast und damit so zufrieden bist. Viel Spaß!
 
eine Tele, die ausschaut wie eine normale Tele, als "Einzelstück" zu bezeichnen - naja, ich weiß nicht so recht.... Gut, so geaged gibt es wohl keine zweite, aber Humbucker am Stteg und fixed bridge ist nicht sooo exotisch.
Einzelstück und Exotik haben erst mal null miteinander zu tun.

Als Unikat würde ich eine Haar Tele jetzt nicht bezeichnen ...
Was versteht man denn dann deiner Meinung nach unter "Unikat", und inwiefern unterscheidet sich dein Verständnis eines Unikats von der hier beschriebenen Haar Tele?
 
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Einzelstück und Exotik haben erst mal null miteinander zu tun.
Ich hätte statt "exotisch" besser "ungewöhnlich" schreiben sollen - ein Punkt für Dich!
Ich bleibe aber dabei, dass diese Haar Tele imho keine optischen Besonderheiten zu etlichen "Mitbewerbern" aufweist. Natürlich bekommt man diese Farbe und das "Relic" nicht an jeder Ecke, aber solche Teles habe ich von verschiedenen Herstellern schon öfter gesehen.
Und letztlich ist ja jedes Instrument mit Holzanteil ein Einzelstück, weil es eben nur dieses eine Instrument mit/aus diesem Stück Holz gibt.
Aber am Ende des Tages ist es einerlei, ob Einzelstück oder Unikat oder exotisch oder was weiß ich, denn wenn @eguana mit dieser Gitarre glücklich ist, ist das doch die Hauptsache...
 
Meines Erachtens im Prinzip ja, aber da sind die CS-Kunden ganz anderer Meinung!
Da muss ich ein Veto einlegen. Ich war bis vor kurzem Besitzer einer Fender Custom Shop '61 telecaster , sunburst, mittleres Aging. Alles super verarbeitet, quartersawn hals .... etc. .... hat meine neue Haar auch: und klingt , für mich um Welten besser. Von der traumhaften Bespielbarkeit des Halses mal abgesehen. Versteh mich nicht falsch: ich war jahrelang der CS Fan und für mich war es oberste Liga. Mittlerweile ist es für mich überteuerte Massenware. Das womit sich CS schmückt machen andere hersteller auch und es gehört zum standard... Da ist jede eine masterbuild.
Lange Rede kurzer sinn: fender CS sind auch nur teles... die besseren T style gitarren bauen eben andere 😉
Beitrag automatisch zusammengefügt:

Ich glaube ich nehme an dieser Stelle einfach die Aussage zurück, dass es sich um ein Unikat handelt. Für mich war die Definition eines Unikats, dass es eine Gitarre nicht in Serie gibt und somit nicht über verschiedene Distributionswege (Online, Musikfachgeschäfte) erhältlich ist.
Das brauchst du nicht. Du hast alles richtig gemacht und es auch exakt beschrieben. Jede Tele oder S type wird bei haar wie bei CS per Hand gebaut. Das was aber CS als masterbuild bezeichnet macht bei haar jede Gitarre aus, da wird nicht mit Schablonen gerelict wie bei der CS stangenware. Da sieht jede Telecaster des gleichen Typs anders aus und wird deshalb mit #1 oder #2 vermerkt.
Von daher ist jede haar in diesem Sinn ein Unikat, eine Masterbuild. Ich habe auch eine ( cabronita in CAR ) ein Wahnsinnsteil.

Glückwunsch
 

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Und vielleicht ist da ja was dran? Außer "diese Gitarre kommt aus dem Custom Shop" (boah - Custom Shop - teuer!) hat es wohl noch andere Gründe, teilweise saftige Aufpreise zu zahlen. Viele mögliche Kombinationen und "sein" Instrument zusammenstellen zu können, ist für manche ein supertolles Gefühl
Du kannst bei Haar, Wild Customs etc auch deine Wunschgitarre zusammenstellen. Den Unterschied macht am Ende der Preis und die Liebe zum Detail. Bei Haar arbeiten erstklassige Gitarrenbauer die jedes Instrument egal ob nach Wunsch oder Katalogvorlage bauen. Jedes bekommt den selben Anteil "Magic". Teilweise finde ich es erstaunlich dass eine CS Masterbuild aus einem 2 teiligen Korpus besteht.... da ist bei haar 1 piece verbaut. Und quartersawn gehört nahezu zum standard....
Abgesehen davon lässt sich CS diverse Teile die es verbaut auch anfertigen...... wie gesagt, keine Frage das CS super ist.. Es geht aber deutlich besser.
 
Haar zeigt eben sehr deutlich, dass man gute Gitarren deutlich günstiger bauen kann...oder wieviel Fender nur mit dem Namen verdient
 
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Was heißt überteuerte Massenware? Über Preise wurde schon viel diskutiert. Teuer ist relativ, und so funktioniert eben die freie Marktwirtschaft.

die besseren T style gitarren bauen eben andere

Was heißt "besser" bei einer Gitarre? Gibt es da einen allgemeingültigen Maßstab? Ich glaube nicht. Für mich ist an einer Gitarre neben objektiven Verarbeitungs- und Materialmerkmalen alles andere subjektiv: Haptik, Spielgefühl, Aussehen, der Klang; und dann kommt noch der nicht zu unterschätzende Faktor Psyche dazu. Wird mit Gitarre xy ein Traum wahr, oder brauche ich "nur" ein Arbeitsgerät, wieviel kann, wieviel will ich mir leisten?

Der eine ist begeistert von seinem 600 $ Quartsawn Hals, der andere vom 99 $ Mighty Mite, für den dritten ist ein carbonverstärkter Hals der Heilige Gral. Das läßt sich mit allem fortsetzen, Korpus, Mechaniken, Tonabnehmer . . . Nicht jeder mag Kloppmann oder Amper PUs, nicht jeder hört den Unterschied zwischen ein-, zwei- oder dreiteiligem Korpus, PU-Lack oder Nitro . . .

Viele leben davon, Fender, Gibson und mittlerweile auch PRS zu kopieren, nachzubauen, Innovationen sind dabei selten.

Im Laden werden zig Gitarren ausprobiert, an jeder gibt es etwas auszusetzen, fehlt ein Quäntchen. Kauft jedoch jemand eine Haar, Suhr oder was weiß ich, ist einfach alles nur "Super". Spielt da vielleicht auch die Psyche mit?

Was aber viel wichtiger ist:

Wie ist denn @eguana nach all der Zeit mit seinem Traum zufrieden?
 
Aussagen wie von Mattschinsky liefern natürlich Steilvorlagen für Diskussionen, die am Ende nirgendwo hin führen. Ich denke, niemand zweifelt die Qualität von Haar an. Und Fender CS ist extrem teuer. No doubt about it. Vielleicht sollte man es so stehen lassen
 
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Was dem einen sin Uhl, ist dem andern sin Nachtigall. Es ist wirklich genug Platz für alle Gitarren da.
 
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Was heißt "besser" bei einer Gitarre? Gibt es da einen allgemeingültigen Maßstab?
Nun mal ruhig amigo..... es war ein provokativer Satz, mit einem Zwinkern 😉, der einen Hauch Ironie beinhaltet. Sich jetzt darauf aufzuhängen ist nicht besser.
Zweitens bezieht sich der gesamte Text auf die Antwort von Hauself zwo . Und natürlich spielt da psyche eine große Rolle. Abgesehen davon ob man etwas mag oder nicht , hier geht es um Qualität und Leistung gemessen am Preis. Und es ist ja nicht so als hätte ich keine CS besessen. Die Qualität und die Leistung der anderen Hersteller überzeugte halt eben zum Schluss mehr. Es war auch ein Prozess dies einzusehen.
Und ja es war eine Mischung aus "Traum erfüllen" und Arbeitsgerät. Die haar konnte in beidem Punkten. Fragt mich jemand heute ob es sich lohnt, bei einer traditionellen T Gitarre mit relic feeling bei CS zuzugreifen, oder sich bei Herstellern wie Maybach, Wild oder Haar umzuschauen würde ich auf jeden Fall dazu raten, wenn es nicht um Das F musthave geht. Nur rein nach Optik, Standard specs und verarbeitete Materialien. Vor 3 Jahren hätte ich noch anders geantwortet.
Nicht mehr und nicht weniger.
 
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