Gründe, warum Rockbands live auf Effekte verzichten sollten

  • Ersteller Florian7
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In diesem Thread zeigt sich mal wieder, je doofer und undifferenzierter das Thema, desto mehr Antworten.

Grundsätzlich hast du Recht, nur ist es doch gut, dass die allermeisten Antworten klar entgegen der These/Behauptung des TS gehen. So können andere zwei Dinge lernen. A) jeder Gitarrist sollte live versuchen, so gut /effektiv zu sein, wie möglich. Egal ob "geschummelt" wird, oder nicht. Und B) Pauschalisierungen taugen so gut wie nie.
 
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Diskussionen, wie diese hier, finde ich wie @Martin Hofmann gut und interessant, auch wenn sie manchmal sehr schnell am Thema vorbeigehen. Dieser hätte eigentlich auch nach der ersten Antwort von @Telefunky geschlossen werden können, weil vom TE etwas als pauschal in den Raum gestellt wurde, was überhaupt nicht pauschaliert werden kann, wie die umfangreiche Diskussion hier zeigt.
Das Problem an diesem Thread ist, dass das Thema den falschen Titel trägt. Vermutlich nicht bewusst provokant, sondern einfach nur naiv falsch tituliert, hat der TE anscheinend nach einem Konzert einer Amateur-Band mit schlechtem Sound, teils durch schlechte PA, unfähiger Tonmixer, unerfahrene Musiker, am nächsten Tag seinen Frust hier niedergeschrieben ;)

Fakt ist - und da sind wir uns hier anscheinend alle einig - Effekte gehören zur Rockmusik, sind durch sie überhaupt erst entstanden und weiter entwickelt. Daher ist der Aufruf, als Rockband live auf Effekte zu verzichten, absoluter Blödsinn.
Manche Effekte sind eher zweckmäßig (Compressor, Autotune, Hall, De-Esser etc.), manche sind eher gestalterischer Natur (Chorus, Phaser, Tremolo, Rotary etc.). Ja, mit übertriebenem Einsatz kann man natürlich auch für sich schon jede Menge Matsch erzeugen, also auch kontraproduktive Ergebnisse erzielen. Die vier eingangs vorgebrachten Argumente kann ich aber so eher nicht bestätigen. Klar, muss man damit umgehen können, was in erster Linie auch Übung erfordert, dass es einen nicht so sehr vom Spielen ablenkt.
Fakt ist auch - und das war vermutlich der Auslöser für diesen Thread - dass unzulänglicher Umgang mit Effekten den Gesamtsound versauen kann. Das fängt bei jedem Musiker auf der Bühne an, egal ob Gitarrist, Bassist oder Keyboarder, geht aber beim Tonmixer für den PA-Sound weiter. Wenn der Gitarrist über seine Effekte schon Hall ohne Ende erzeugt, und den so an die PA weitergibt, wird er sich a. nicht durchsetzen und b. kann dann auch der beste Techniker am Pult nichts mehr machen. Hall gehört für mich an der PA erzeugt, weil hier die jeweilige Raumsituation unterschiedliche Einstellungen erfordert, während ein Musiker seltenst seine Effekteinstellungen jeweils an einen Raum anpasst. Keyboarder machen häufig die Fehler, dass sie mit den werkseitig, in der Regel überproduzierten, hauptsächlich für den Verkauf erstellten effektüberladenen Presets, auf die Bühne gehen. Hier sind gerade Hersteller wie Yamaha oder Korg bekannt dafür. Das gleiche trifft aber auch für Gitarrenamps zu, vor allem die Modeller, die genau wie Keyboards von Haus aus die gesamte Palette an Effekten onboard haben. Mein erster Modeller ein Line6 AX2 klang oberamtlich geil, als ich ihn zu Hause das erste mal angeschmissen hab. Nach einer Woche hatte ich ihn über, hab alle Effekte ausgeschaltet und meinen Sound von null an aufgebaut, und nur das hinzugenommen, was ich wirklich brauchte.
Genauso kann es aber auch passieren, dass die Musiker auf der Bühne alles richtig machen, aber der Tonmixer durch überzogen eingesetzte Effekte, z.B. auf den Drums, den Sound versaut.

Meine Meinung zum Einsatz von Effekten: Es gibt im Rock unterschiedliche Musikrichtungen, die mehr oder weniger den Einsatz von Effektgeräten beeinflussen. Puristischer Blues benötigt eher keine Effekte, während ProgRock oder Phsychidelic kaum ohne denkbar sind. Aber die Aussage, dass Einsatz von Effekt spielerische Unzulänglichkeiten übertünchen sollen, ist als pauschal Aussage natürlich Quatsch. Bei Gesang ohne Effekt, auch wenn er noch so gut ist, fehlt mir was, genauso wie für mich zu einer Orgel ein Leslie gehört. Das Rhodes mit Tremolo oder auch mal Phaser finde ich genau so cool, wie der Chorus auf der Gitarre.
Aber es ist schon so, wie hier von @stonarocka schon erwähnt: "Effekte sind dann richtig eingesetzt, wenn man sie erst bemerkt, wenn man sie ausschaltet."
Das ist mir das erste Mal aufgefallen, als ich unseren Gitarristen gefragt habe, warum und wofür er einen Rotary-Effekt in seinem Setup hat, ist doch eigentlich für Orgel vorbehalten. Als er ihn bei einem Sound, wo er den mit einbaut, testweise ausgeschaltet hat, merkte ich, das was fehlt :great:
 
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[Edge]
Ohne Effekte kann der doch sowieso nix. :twisted:
Ist doch bloß ein guter Kunde von Bob Bradshaw! :ugly:
... prima Beispiel und etwa meine Generation.

Ich spiele seit etwa 1974 mit Effekten. Ich spiele E-Gitarre als Gesamtinstrument (das ist ein Punkt, der auch gerne bei solchen "Authentizität"s-Argumenten vergessen wird, es gibt keine eindeutig definierte Authentitzität aus E-Gitarre und Verstärker und Speaker, das ist alles nichts weiter als eine Kombination aus Komponenten, die Klang erzeugen sollen). Anders als bei einer akustischen Gitarre, die ich wirklich unplugged spiele, formen alle Teile der Kette substanziell beginnend bei meinen Händen bis hin zum Abnahmemikro erst das, was ich als Ausdruckmittel verwende. Die Kette IST das Instrument.

Und da meine Klang-Ideen in der Regel keine reinen Sinuswellen sind, bedarf es etlicher Geräte, das Klangereignis so abzubilden, wie es in meinem Kopf rumhuscht. Dazu dienen Effektgeräte. Interessiert mich der Gesamtklang der Band denn auch noch (soll ja vorkommen), weil ich eine musikalische Aussagen machen möchte, die Bass. Drums, Gesang und was auch immer einschließt, muss mir keiner sagen, was die Effekte tun oder verhindern. Ich höre das ja. Kein Grund also für ein Dogma auf irgendeiner Ebene.

In diesem Sinne zur Edge-Einschätzung: wenn er denn ohne Effekte nix kann, so bliebt doch die Tatsache, dass er mit Effekten eine Aussage erschafft und Gefühle transportiert. Und darum geht es zumindest mir.
 
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In diesem Sinne zur Edge-Einschätzung: wenn er denn ohne Effekte nix kann, so bliebt doch die Tatsache, dass er mit Effekten eine Aussage erschafft und Gefühle transportiert. Und darum geht es zumindest mir.
Ja irgendjemand muss die Platten ja auch kaufen. ^^
Ist halt Geschmackssache.
The Cure arbeiten auch viel mit Effekten. Ich finde die einfach authentischer und ehrlicher als U2 mit deren möchtegern Rockstar.
 
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arbeiten auch viel mit Effekten. Ich finde die einfach authentischer und ehrlicher als
... das dürfte wohl eher damit zu tun haben, dass die Aussage und die vermittelten Gefühle nicht jeden treffen, als mit den verwendeten Mitteln oder der Fähigkeit der Musiker. Ich sage ja auch nicht Chopin geht authentischer mit einem Orchester um als Mozart :D
möchtegern Rockstar
... ist ja denn nun wieder ein ganz anderes Thema. Und vielleicht sollte man im Sinn behalten, dass Persönlichkeit und Vermarktung/Image nur bedingt etwas miteinander zu tun haben .... ich habe auch schon Musiker getroffen, die sich als volksnahe Supergutmenschen vermarkten ließen und im persönlichen Gegenüber echte Säcke waren ... das gibt es alles in allen Richtungen.
 
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Jau, die haben auch in den 80ern Bässe an Gitarrenverstärker angeschlossen.
... ja aber, das geht? ;) natürlich geht das, es kommt eben drauf an, was für eine Vorstellung realisiert werden soll.
 
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Wie hast Du das mit dem versteckten Text gemacht? Einfach nur weiß ist er nicht.
... äh, das muss wohl ein Effektgerät sein :D Ghostwriter 808, ist aber nur ein Reissue ;) ganz ehrlich, keine blassen Schimmer, wie das passiert ist ...
 
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Allerdings ist das wohl heute nicht mehr so selbstverständlich, mit solchen Effekten umgehen zu können. Gutes Beispiel wieder meine Semiprofessionelle Band vom Samstag. Da hatte unter anderem der Gitarrist so ein nettes Multieffekt einer einschlägig bekannten Marke unterm Fuß. Der Kerl hat ne super Gitarre gespielt (technisch gesehen), musste allerdings permanent und bei jedem Song noch irgendein Gimmick aus seiner Kiste zaubern. Und mich als Zuhörer hat das (unter anderem) genervt und mich nicht mitgerissen. Ständig noch ein Delay oder einen Flanger drübergezimmert, was mir nicht gefallen hat.
Dann ist das Problem aber nicht das Vorhandensein der Effekte.

Das Problem war eher, daß da wohl einer seinen POD neu hatte und voll supigeil fand und da jetzt unbedingt die Scheiße rausspielen mußte, daß es jedem Shoegaze-Gitarristen die Fremdschamesröte ins Gesicht getrieben hätte. Und weil er keine Ahnung hatte, hat er auch nicht gepeilt, was das eigentlich für ein Klangmüll ist, den er da fabriziert. Genauso ist es doch, wenn jemand erstmals auf Word oder Corel Draw losgelassen wird: Sofort wird in jedes Dokument alles Mögliche und Unmögliche an Schrifteffekten und so weiter reingeschmissen, ob es sinnvoll oder ästhetisch vertretbar ist oder nicht. Beim Anblick der dadurch entstehenden Machwerke kommt dem gelernten Schriftsetzer oder Layouter die letzte Mahlzeit wieder hoch.

Die Lösung ist folglich auch kein radikales "Das muß alles weg, alles", sondern der Anwender muß lernen, die Technik sinn- und maßvoll einzusetzen. Wie wird es generell gemacht? Wie macht es dieser oder jener berühmte Musiker?

Bestimmte Effekte kann man einfach nicht streichen. Die gehören schlicht und ergreifend bombenfest zum Sound dazu. Hammond-Orgel ohne Leslie geht gar nicht, außer man heißt Jon Lord und nimmt ersatzweise einen übersteuernden Gitarrenamp. Analogstrings ohne Chorus/Ensemble-Effekt klingen, wie wenn jemand Ende der 60er an seiner Surforgel eingeschlafen wäre. Und wie würde "Theme from Shaft" ohne Wah-Wah klingen?

Übrigens hast du "Synthesizer" und "Sampler" als Effekte genannt. Das sind aber keine Effekte, auch wenn es dem Rockmusiker so vorkommt, sondern Instrumente wie eine Gitarre oder ein Baß.


Martman
 
das hätte aber uns um eine interessante Diskussion gebracht ;) - gut dass der Thread nicht geschlossen worden ist!
ja, eben. Aber ich meine halt, dass mit anderem Titel der Thread eine ganz andere Diskussionsthematik gegangen wäre.

Übrigens hast du "Synthesizer" und "Sampler" als Effekte genannt. Das sind aber keine Effekte, auch wenn es dem Rockmusiker so vorkommt, sondern Instrumente wie eine Gitarre oder ein Baß.
Ich hab leider überlesen, wer das geschrieben hat. Kann aber nur jemand aus der Saitenfraktion gewesen sein. Für die klingt jeder Sound aus einem Keyboard wie ein Effekt... ;)
 
Das ist mir das erste Mal aufgefallen, als ich unseren Gitarristen gefragt habe, warum und wofür er einen Rotary-Effekt in seinem Setup hat, ist doch eigentlich für Orgel vorbehalten. Als er ihn bei einem Sound, wo er den mit einbaut, testweise ausgeschaltet hat, merkte ich, das was fehlt :great:

Ich hab mir gestern ausgeredet einen zu holen.... :ugly: ....
 
Kann aber nur jemand aus der Saitenfraktion gewesen sein. Für die klingt jeder Sound aus einem Keyboard wie ein Effekt... ;)
Möglicherweise waren Bass-/Gitarren-Synthesizer-Tretminen gemeint, diese verstehe ich - als Keyboarder und Basser - auch als Effekte.

Gruß
Ted
 
(sehr ermutigend für Bassanfänger das ... ;) )
 
Wurde in dem Zusammenhang den schon Marcus Deml / Errorhead genannt? ;)
Für mich ein absolutes Gegenbeispiel zu den aufgeführten Argumenten des Threaderstellers...



Wie aber auch schon oft in dem Thread geschrieben: man muss Richtig mit seinen Geräten umgehen können und sie passend einsetzten, dann sind Effekte (auch mehrere, gerne auch bisschen "spacig") eine geile Sache.
 
ja, eben. Aber ich meine halt, dass mit anderem Titel der Thread eine ganz andere Diskussionsthematik gegangen wäre.


Ich hab leider überlesen, wer das geschrieben hat. Kann aber nur jemand aus der Saitenfraktion gewesen sein. Für die klingt jeder Sound aus einem Keyboard wie ein Effekt... ;)
Steht ganz oben im Startpost:
Gitarristen haben gerne eine ganze Palette vor sich stehen, der Sänger nutzt sie auch ganz gerne, Bassisten geben auch ab und an mal Geld dafür aus, selbst Keyboarder und Orgler haben sie in ihren Instrumenten oft schon fest verbaut: Effekte. Genauer: Hall, Distortion, Delay, Doubler, Harmonizer, Octaver, Rotaries, Phazer, Flanger, Tremolo, Wah, Chorus, Kompressoren, Hardtunes, Autotunes, Synthesizer, Sampler, Looper und so weiter.
(Hervorhebung von mir)


Martman
 

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