Habe ich meine Stimme kaputt gemacht?

cicamica
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Hallo Leute,

Mein Name ist Mili und ich bin ziemlich verzweifelt. Ich singe seit dem ich ein Kind bin und zwar jeden Tag. Es ist eine Leidenschaft seit klein auf. Ich hatte nie Gesangsunterricht als Kind, erst mit 18. Aber da ging nicht lange aufgrund eines Lehrerwechsels der mir nicht so gut gefallen hat. Seit ca. 1 1/2 Jahren aber verändert sich meine Stimme allerdings. Beim singen bekommen ich "schmerzen" im Kehlkopf bereich bzw. die Stimme "verschleimt" ich muss Husten und diesen besagten Schleim runter schlucken. Hatte dann ein Jahr einen Vocal coach und ich dachte es würde besser werden. Genau das gegenteil ist passiert und mittlerweile höre ich mich nicht mehr an wie früher. Ich hab keine kontrolle mehr über meine Töne und mein vibrato kommt wie es will, früher konnte ich es kontrollieren und es war etwas normales für mich, nun habe ich das Gefühl ich muss alles erzwingen. Das macht mich richtig depressiv. Ich dachte ich hätte meine Stimme irgendwie kaputt gemacht oder so, aber wie gesagt ich singe schon so lange und das es erst so spät anfängt kaputt zu gehen ist doch nicht möglich oder? Ich bin 24 Jahre alt. War auch schon bei zwei HNO Ärzten, der eine meinte es sei nichts mit meinen Stimmbändern, der andere meinte es liegt an Reflux ( ich hatte im Leben vielleicht 3 Mal Sodbrennen...). Jetzt gehe ich nochmal zum Phoniater... Niemand kann mir sagen warum das so ist und es zieht mich so sehr runter das ich garnicht mehr an meine Stimme glaube und keine motivation mehr habe zu singen. Ich bin außerdem in logopädischer Behandlung, das bringt aber auch nichts, ich arbeite an meiner Atmung aber ich kann irgendwie nichts daran ändern. Ich singe halt einfach so wie immer, es fühlte sich bisher ja immer natürlich und locker an. Kann mir irgendjemand von euch Tipps geben bzw. hattet ihr sowas auch schon? Ich hoffe es ist nur eine Phase! Denn ich will das Singen nicht aufgeben, es ist ein großer Teil meines Lebens...

Ich hoffe auf eure Beiträge :/
 
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chris_kah
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es liegt an Reflux
Daran kann es liegen. Es muss nicht immer unbedingt ein auffälliges Sodbrennen sein.

Könnte eventuell eine Allergie im Spiel sein?

Oder eine Änderung im Hörvermögen? Dass du deine Stimme etwas mehr als nötig quälst, um für dich ein besseres "Feedback" zu deinen Ohren zu bekommen.

Nur so Ideen - mit diesen Problemen habe ich gelegentlich zu kämpfen, glücklicherweise nicht mit dem Hörvermögen, aber dass ich manchmal etwas gepresster singe, um mich besser selber zu hören - unbewusst aber leider schädlich für die Stimme.
 
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Hallo,

Schmerzen beim Singen sind nie gut, insofern sehr richtige Entscheidung, daß Du nebst HNO jetzt auch einen Phoniater hinzuziehst. Auch einen Reflux solltest Du mal abklären lassen. Bei mir haben bei Deiner Schilderung allerdings die Alarmglocken geklingelt, als das Stichwort "Vocal Coach" fiel und Du schriebst, es sei anschließend noch schlimmer geworden. Was hat der denn mit Deiner Stimme gemacht? Eventuell eine Gesangsmethodik "draufpfropfen" wollen, die bei Dir nicht funktioniert und dann sogar kontraproduktiv wird? Verantwortungsvolle Lehrkräfte achten immer darauf, was mit einer Stimme passiert und richten ihren Unterricht auch danach aus...

Viele Grüße
Klaus
 
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, nun habe ich das Gefühl ich muss alles erzwingen.
daran könnte es liegen: dass du jetzt irgendwas versuchst, und dabei mit Druck GEGEN deine Stimme arbeitest.

Bei mir haben bei Deiner Schilderung allerdings die Alarmglocken geklingelt, als das Stichwort "Vocal Coach" fiel und Du schriebst, es sei anschließend noch schlimmer geworden.
Auch meine Alarmglocken haben da sofort zu bimmeln begonnen.
"Vocal Coach" kann sich IMHO ja jeder nennen. Ob er/sie wirklich Ahnung hat was er/sie da mit deiner Stimme anstellen, ist eine ganz andere Sache.
Aber da deine Probleme ja bereits vor dem Vocal Coach begonnen haben, kann ich mir den angesprochenen Reflux auch gut als Ursache vorstellen. Wie @chris_kah schon schrieb, muss da ja kein auffälliges Sodbrennen sein.

Lass das Singen etwas lockerer angehen. Versuch nicht mit aller Kraft den Klang hervorzubringen, den du denkst, dass du vorher hattest. Und mit der professionellen Hilfe, die du ja schon in Anspruch nimmst (eventuell noch ein ordentlicher Gesangsunterricht dazu), bin ich sicher, dass du das in den Griff bekommst.

Und NIE weitersingen, wenn du Schmerzen hast!

lg Thomas
 
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Könnte eventuell eine Allergie im Spiel sein?
Ehrlichgesagt war das auch mein Gedanke. Vor allem weil Du geschrieben hast "die Stimme "verschleimt" ich muss Husten und diesen besagten Schleim runter schlucken." Wenn die Birkenpollen Hochsaison haben bin ich auch tagelang heiser und habe sogar Halsschmerzen. Lass Dich doch vielleicht auch mal von ´nem Allergiekologen abchecken.

Würde an sich auch gut passen, wenn Du sagst dass das jetzt plötzlich innerhalb kurzer Zeit gekommen ist. Wenn da etwas kaputt gegangen wäre hättest Du bestimmt über mehrere Jahre hinweg eine kontinuierliche Veränderung erlebt.
 
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Daran kann es liegen. Es muss nicht immer unbedingt ein auffälliges Sodbrennen sein.

Könnte eventuell eine Allergie im Spiel sein?

Oder eine Änderung im Hörvermögen? Dass du deine Stimme etwas mehr als nötig quälst, um für dich ein besseres "Feedback" zu deinen Ohren zu bekommen.

Nur so Ideen - mit diesen Problemen habe ich gelegentlich zu kämpfen, glücklicherweise nicht mit dem Hörvermögen, aber dass ich manchmal etwas gepresster singe, um mich besser selber zu hören - unbewusst aber leider schädlich für die Stimme.
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Ich weiß von meiner Logopädin, dass ich etwas zu sehr presse bzw nicht aus dem bauch, sondern ausm hals raus REDE. Beim singen meinte Sie es wäre alles gut. Ich kann einfach nicht glauben das es durch meine Gesangstechnik kommt, denn ich singe wirklich schon sehr lange, und das Problem kam ja erst ganz langam vor ca 1,5 oder 2 Jahren! Kann ich durch das pressen meine Stimme unwiderruflich schädigen?! Denn das wäre ein Schlag ins Gesicht. Ich weiß als "Leie" ja nicht welcher Gesangslehrer gut ist und welcher nicht... Das größte Problem ist momentan, dass ich wie gesagt keine Kontrolle über das Vibrato bzw. die Töne habe...so als hätte ich es verlernt. Dazu muss ich sagen, dass wenn ich erkältet bin ( ca 2 - 3 Mal im Jahr), sind Halsschmerzen IMMER das hauptproblem. Ob meine Stimmbänder eventuell dadurch kaputt gegangen sind?
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Hallo,

Schmerzen beim Singen sind nie gut, insofern sehr richtige Entscheidung, daß Du nebst HNO jetzt auch einen Phoniater hinzuziehst. Auch einen Reflux solltest Du mal abklären lassen. Bei mir haben bei Deiner Schilderung allerdings die Alarmglocken geklingelt, als das Stichwort "Vocal Coach" fiel und Du schriebst, es sei anschließend noch schlimmer geworden. Was hat der denn mit Deiner Stimme gemacht? Eventuell eine Gesangsmethodik "draufpfropfen" wollen, die bei Dir nicht funktioniert und dann sogar kontraproduktiv wird? Verantwortungsvolle Lehrkräfte achten immer darauf, was mit einer Stimme passiert und richten ihren Unterricht auch danach aus...

Viele Grüße
Klaus
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Ich habe mich beim singen runterhängen lassen, um meine Stimme mehr nach vorne zu bringen, denn Sie meinte ich singe zu sehr von hinten heraus. Außerdem musste ich meine vorderzähne nach oben pressen, mich gegen eine Wand mit der Hand drücken usw... Und auch das warm machen mit dem lippenflattern habe ich regelmäßig gemacht.
 
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Daran kann es liegen. Es muss nicht immer unbedingt ein auffälliges Sodbrennen sein.
Könnte eventuell eine Allergie im Spiel sein?
Oder eine Änderung im Hörvermögen? Dass du deine Stimme etwas mehr als nötig quälst, um für dich ein besseres "Feedback" zu deinen Ohren zu bekommen.
Nur so Ideen - mit diesen Problemen habe ich gelegentlich zu kämpfen, glücklicherweise nicht mit dem Hörvermögen, aber dass ich manchmal etwas gepresster singe, um mich besser selber zu hören - unbewusst aber leider schädlich für die Stimme.

Es muss nicht zwingend eine übermäßige Produktion von Magensaft sein - es reicht auch, wenn dieser besonders sauer wird. Dann können die im Magen entstehenden Gase zu Reizungen an der Epiglottis führen, wofür auch das Verschleimen des Rachens spricht. Das kann man aber relativ einfach als Ursache ausschließen: Zwei oder drei Wochen am Stück auf Lebensmittel verzichten, die besonders sauer (Kaffee!, alles mit Kohlensäure, Zitronen etc.), süß oder scharf sind, und zugleich bspw. Pantoprazol gegen die Magensäure und Gelo Revoice für die Regeneration der Schleimhaut verwenden. Wenn nach zwei Wochen Besserung eintritt, sollte klar sein, woran es gelegen hat.
 
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Hallo, Mili,

...also bitte erstmal keine Panik - von Erkältungen, auch mehreren im Jahr, geht die Stimme nicht von selbst kaputt. Wenn Du allerdings bei starker Erkältung mit Gewalt weitersingst, tust Du Deiner Stimme keinen Gefallen, vor allem nicht, wenn Heiserkeit dabei ist.

Das "...aus dem Hals reden..." und "...etwas zu sehr pressen..." ist zumindest mal ein Hinweis, daß, auch wenn es jetzt beim Sprechen auftritt, irgendwas im Argen liegt. Wahrscheinlich nimmst Du das mit rüber zum Singen - was die Logopädin möglicherweise nicht richtig einschätzen kann (...falls sie wenig Ahnung vom Singen hat, das ist die Crux. Nicht alle Logopäden verstehen auch was vom Gesang).

Beim Singen nach vorne hängen, die Zähne nach oben "pressen" - das klingt mir doch sehr komisch. Beim Singen ist üblicherweise eine aufrechte Haltung die beste... natürlich mit der entsprechenden Körperanbindung.
Wenn Du Deinen Unterkiefer extra nach vorne schiebst, kann ich mir gut vorstellen, daß der Hals sich prima verkrampft - und schon bist Du "zu". Wenn Du tatsächlich mit Druck aus dem Hals singst - wie immer Du daran gekommen bist (nach Deiner Beschreibung ging es ja früher gut) - empfehle ich dringend mal ein paar Gesangsstunden, um sicherzustellen, daß sich nicht irgendwas technisch falsches eingeschlichen hat.
Wenn man bewußt versucht, den Kehlkopf, die Zunge, den Kiefer usw. in einer bestimmten Stellung zu fixieren, dann ist das einwandfrei kontraproduktiv...

Viele Grüße
Klaus
 
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Ich weiß als "Leie" ja nicht welcher Gesangslehrer gut ist und welcher nicht...
empfehle ich dringend mal ein paar Gesangsstunden, um sicherzustellen, daß sich nicht irgendwas technisch falsches eingeschlichen hat.

Noch einmal ein paar Gesangsstunden ist eine gute Idee. Hast Du eine Oper oder ein Stadttheater bei Dir in der Nähe? Meistens haben die Sänger auch privat ein paar Schüler. Vielleicht ist es nicht Deine Musikrichtung aber es geht ja auch nicht darum, dass Du in Zukunft Arien schmettern sollst sonder erst mal grundsätzlich um Gesangstechnik.
 
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Das wäre eine Idee... Danke :)
 
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Es muss nicht zwingend eine übermäßige Produktion von Magensaft sein - es reicht auch, wenn dieser besonders sauer wird. Dann können die im Magen entstehenden Gase zu Reizungen an der Epiglottis führen, wofür auch das Verschleimen des Rachens spricht. Das kann man aber relativ einfach als Ursache ausschließen: Zwei oder drei Wochen am Stück auf Lebensmittel verzichten, die besonders sauer (Kaffee!, alles mit Kohlensäure, Zitronen etc.), süß oder scharf sind, und zugleich bspw. Pantoprazol gegen die Magensäure und Gelo Revoice für die Regeneration der Schleimhaut verwenden. Wenn nach zwei Wochen Besserung eintritt, sollte klar sein, woran es gelegen hat.
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Ich habe mich 2 Monate so ernährt und nichts geschah... leider. Was mir gerade durch den Kopf geschossen ist: Ich nehme seit 3 Jahren ein Cortison Asthmaspray... eventuell auch relevant ?
 
Jakari
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Ich nehme seit 3 Jahren ein Cortison Asthmaspray... eventuell auch relevant ?
Durchaus. Kommt nämlich an, Welches Du bekommst.
Manche der auf dem Markt erhältlichen Cortisonsprays können nämlich bei Dauermedikation auch Heiserkeit, oder entzündete Schleimhäute, Pilzbefall usw hervorrufen.

Töne hervorpressen, oder solche "Kiefer hochziehen" Geschichten klingen auch für mich recht seltsam. Was soll das bringen?
Dein Körper an sich IST zB bereits ein riesiger Klangraum....

Mach auf alle Fälle langsam mit der Stimme und erzwing nichts.
Wenns nichts wird, dann lass eben auch vorrübergehend Kram wie Vibrato, oder ggf Überstimmbildung usw usf weg.
Nach Deinen Schilderungen ist einiges nicht ganz koscher da bei Dir.

Hast Du ggf ein Klangbeispiel?

Und, vielleicht mal eine andere Herangehensweise zu Stimmbildung (eben auch für Gesang sinnvoll)

https://www.lichtenberger-institut.de/methode/kurz-erklaert/


Die fangen da an, wo "normale" Gesangslehrer ins trudeln geraten, und gehen individuell auf DEINE Stimme ein, und was Du damit kannst, und was Du besser sein lassen solltest.

Kurze Frage noch:
Hast Du in den letzten 18 Monaten Antibiotika eingenommen, oder Verdauungsprobleme gehabt?
(Nein, kein Witz.... Im Darm sitzt ein Grossteil der Verantwortlichkeit für Dein Immunsystem.... Wenns da nen Infekt/Defekt gab, kann sich das auch auf Deine Schleimhäute im HN Bereich auswirken. Das wird gern übersehen.....
 
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Üblicherweise wächst du (und auch dein Kehlkopf) bis ca 24. Das bedeutet Veränderung, bei manchen geht es mal hier schneller bei anderen mal dort, aber nichts, worauf man sich nicht anpassen könnte. Es sollte auch bis (ca.) 24 in der Stimmbildung nur vorsichtig gearbeitet werden und nicht "auf´s Material", weil das eben noch wächst.
.
Eine "Naturstimme" (so klingt das für mich) ist üblicherweise sehr robust, da geht so schnell nix kaputt, schon gar nicht auf Dauer, der "Naturstimmling" ist eben auch sensibel genug diese zu haben zu erhalten, daher auch kleine und kleinste (für HNO nicht sichtbare) Veränderungen zu spüren.
.
Es könnte letztendlich auch nur "natürliches Wachstum" sein, das sich in einem kleineren bis mittleren "Stimmbruch" äußert, der sich mit genau den benannten Symptomen darstellt, es dauert mitunter ein oder zwei Jahre bis man das System wieder ans Material angepasst hat. Hier würde ich neben allen externen Experten auch auf mich selbst und mein Gefühl vertrauen. Wie weit geht´s noch, ab wann geht es nicht mehr, was tut mir gut, was weniger. Wenn man z.b. effektive Kontrolle und Resonanz in der Stimme gewohnt ist, dann verändert sich irgenwas, dann weiß man wie es klingen sollte und beginnt ev. "nachzudrücken" um das wieder so "wie vorher" hinzubekommen, aber üblicherweise adaptiert "das System" das mit der Zeit ganz von allein.
.
Du hast deine Stimme schon dein Leben lang und bist (soweit ich das entnehme, bis vor kurzem) gut damit zurecht gekommen, das verlernt man nicht von heute auf morgen, üblicherweise merkst Du (lernst Du) auch wenn ein Fehlverhalten die Ursache sein sollte, dieses zu erkennen und zu korrigieren. Natürlich sollten eventuelle organische Ursachen, oder Nebenwirkungen von Medikamenten abgeklärt werden.
.
 
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...also bitte erstmal keine Panik
Genau so sehe ich das auch. Was auch immer die Ursache ist, wenn Du Dich unter Druck setzt und in was reinsteigerst wird es nie besser und fast immer schlimmer.
Also erstmal (versuchen) locker zu bleiben und nichts zu erzwingen.

Ich nehme seit 3 Jahren ein Cortison Asthmaspray... eventuell auch relevant ?
Da gebe ich meinem Vorredner auch recht. Das kann echt ein Problem sein. Les mal die Packungsbeilage und rede mit Deinem Arzt.
Evtl. gibt es ja auch eine Alternativmedikation die Du mal ausprobieren kannst.

Auch lese ich hier zwischen den zeilen das sich bei Dir doch auch was wesentliches verändert hat wenn Du seid 3 Jahren Astmaspray nimmst. Du brauchst jetzt hier nicht Deine Karankenakte zu veröffentlichen aber überleg mal seid wann Du Astmatische Probleme hast und ob das irgendwie in Verbindung mit Deinen Gesanglichen Defiziten zeitlich passt.

Kopf hoch, alles wird gut!

Liebe Grüße vom Sängerkollegen Fish!
 
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Ich habe den Thread leider nur auf die schnelle überflogen, deshalb möchte ich nicht ausschließen etwas überlesen zu haben.

Vocal Coach: eine Freundin, studierte Opernsängerin wollte Belting lernen und hat sich einen Vocal Coach genommen. Resultat nach 1 oder 2 Gesangsstunden: Kehlkopfentzündung wegen massiver Fehlbelastung, eine Woche Sprechverbot und mehrere Wochen Singverbot. Die konnte vorher auch schon (unglaublich schööööön!) singen, und zwar klassisch. Das mit dem Belting lag ihr halt überhaupt nicht und es kam gezwungen, gepresst, ge ... was weiß ich alles - jedenfalls ungesund. Ich kann mir vorstellen wenn du schon ewig singst, dass dir dieses Verbiegen nicht bekommen ist.

Wenn ich das mit dem Verschleimen mal ignoriere, habe ich aus deinem Post den Eindruck, als wärst du eigentlich nur verkrampft. Das mit dem Vibrato erzwingen und der Depression weil es nicht klappt ist leider ein Teufelskreis. Je mehr du dich reinsteigerst, desto weniger geht. Kenn' ich leider nur allzu gut. Locker bleiben, leiser singen! und falls alles nichts bringt für den Tag einfach aufhören und (über-) morgen frisch ans Werk.

Wie singst du dich ein? 2 Minuten Lippenblubbern, und dann "nichts wie rauf auf das 3 gestriche E", oder machst du das eher schonend aus der Mitte heraus? BTW Lippenblubbern: das ist nach meiner Ansicht eher ein Indikator für korrekte Atemführen als eine Übung ansich. Mit Lippenblubbern alleine trainiert man höchstens einen konstanten Luftstrom.

Noch ein paar unsortierte Fragen:
  • Verkrampft du auch beim Coach / Gesangslehrer oder nur wenn du allein singst?
  • Oder genau umgekehrt, verkrampfst du nur beim Vocal Coach?
  • Singst du lauter als früher?
  • Versuchst du andere Techniken als früher, z.B. Belting. Dauerbelting ist sau-anstrengend.
  • Singst du mehr mit Kopfhörer als früher?
Mehr fällt mir jetzt nicht mehr ein. :confused:

LG Robert

EDIT: ich möchte hier jetzt nicht Belting als "schädliche Technik" hinstellen, ich mach's ja selber auch. Das sollte nur ein Beispiel sein für eine Technik die, falsch angewendet, sehr anstrengend werden kann.
 
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Super interessanter thread, womit Dir liebe Mili ja nicht geholfen ist. Eine medizinische Beratung kann und sollte hier meiner Meinung nach nicht stattfinden. Hinweise auf Diagnosemöglichkeiten dagegen finde ich sehr hilfreich.

Ich selbst spüre bei mir wie sehr die Stimme von psychischen Befindlichkeiten abhängig ist und würde an Deiner Stelle versuchen das bei aller medizinischer Diagnostik nicht außer acht zu lassen.

Eine "Naturstimme" (so klingt das für mich) ist üblicherweise sehr robust, da geht so schnell nix kaputt, schon gar nicht auf Dauer, der "Naturstimmling" ist eben auch sensibel genug diese zu haben zu erhalten, daher auch kleine und kleinste (für HNO nicht sichtbare) Veränderungen zu spüren.

Genau. Sensibilität.

Ich will der Aussage gar nicht widersprechen, aber diese hohe Sensibilität kann sich durchaus gegen einen wenden wenn man z.B. zu selbstkritisch ist.

habe ich aus deinem Post den Eindruck, als wärst du eigentlich nur verkrampft. Das mit dem Vibrato erzwingen und der Depression weil es nicht klappt ist leider ein Teufelskreis. Je mehr du dich reinsteigerst, desto weniger geht.

Und deswegen musst Du es nach meiner Ansicht erst mal langsam angehen - vielleicht sogar mal eine längere Pause machen, denn das hilft neben aller Technik sich anschließend neu wahrzunehmen und somit dem künstlerischen Ausdruck.

Ich glaube je lockerer und langsamer Du es angehst, desto schneller kommst Du zum Ziel. (Wer war das nochmal, der gesagt hat: "Ich habe keine Zeit mich zu beeilen" oder so ähnlich??? Irgendein großer Komponist glaube ich.)

Du bist noch sehr jung und hast noch viel Zeit Deine Stimme zu finden. Gönne Dir mal `ne Auszeit und mach Dich danach wieder auf die Suche. Kannst ja trotzdem in der Zwischenzeit unter der Dusche singen - nur so zum Spaß und ohne jede Kontrolle und ohne jeden Druck...
 
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Hallo cicamica,

vieles ist schon gesagt worden, von mir auch noch ein paar Hinweise.

Erstens: Was Du beschreibst, klingt für mich, als ob Deine Probleme von einer funktionellen Störung herrühren, nicht von einer organischen. Was bedeutet das? Als organische Stimmstörung bezeichnet man Probleme, die wirklich von einer organischen Schädigung der Stimmlippen oder des Kehlkopfes herrühren. Das können z. B. die berühmten "Knötchen" (Vernarbungen) auf den Stimmlippen sein, oder auch Ödeme. Funktionelle Stimmstörungen hingegen entstehen durch ein unbewusstes falsches Einsetzen der an der Stimmgebung beteiligten Muskulatur. Eine gepresste Stimme oder schnell eintretende Heiserkeit sind Anzeichen für funktionelle Stimmstörungen.

Funktionelle Stimmstören lassen sich logopädisch therapieren. Organische Störungen können untherapierbar sein oder nur durch eine Operation.

Wichtig ist auch zu wissen, dass eine langzeitige funktionelle Stimmstörung zu einer organischen führen kann.


Soweit mein kurzer Exkurs, mit dem ich aber vor allem auf eines Hinaus will: Dass Du einen Termin beim Phoniater machst, ist wirklich wichtig, denn hier hat niemand eine Kristallkugel und kann wirklich wissen, welche Art von Problem bei Dir vorliegt. Wir können nur mutmaßen anhand Deiner Beschreibungen, die natürlich auch Durch Deine eigene Wahrnehmung verfärbt sein kann. Ein kompetenter Phoniater kann diagnostizieren, ob Deine Stimmlippen wirklich Schäden davongetragen haben und welche Art von Therapie angebracht ist.

Was uns hier hingegen helfen könnte, wäre, wenn Du dazu bereit bis, eine Hörprobe, auf der zu hören ist, welche Probleme Du meinst.


Dann, ganz wichtig, brauchst Du Geduld. Du schreibst oben, die Logopädie bringe nichts. Wie lange bist Du schon in Behandlung? Im Erwachsenenalter ist das Umstellen von Fehlern bei der Stimmgebung ein Prozess, der Monate bis Jahre in Anspruch nimmt. Das klingt frustrierend, ist aber einfach Realität. Logopäden - und auch Gesangslehrer - können keine Instant-Erfolge hervorrufen, wenn sich Fehler beim Sprechen oder Singen bereits lange Zeit verfestigt haben. Wir neigen dazu, alte Muster nicht loszulassen, selbst wenn sie nicht gut sind. Und es kann durchaus sein, dass man jahrelang mit falscher Technik singen konnte, ehe man bemerkt, dass es zu Problemen führt. Unser Körpergefühl ist, bezogen auf die Stimme, leider sehr, sehr trügerisch. Wichtig wird, meiner Einschätzung nach, sein, dass Du das System Atmung und Stimme in Balance bringst und dafür durchaus viele Zeit investierst, bei eines guten, auf Gesang spezialisierten (wichtig!) Logopäden oder Gesangslehrers.

Die Wahl des richtigen Lehrers ist leider nicht einfach und pauschale Empfehlungen kann man nicht geben. Hier hilft nur: Ausprobieren, ob Du Vertrauen zu jemandem fassen kannst oder, noch besser, Empfehlungen einholen.


Zuletzt: Das Cortisonspray kann tatsächlich (mit-)verantwortlich für Deine Probleme sein. Bringe das beim Phoniater unbedingt zur Sprache. Wie Jakari sagt, können Cortisonsprays den Stimmgebungsapparat beeinträchtigen. Hier brauchst Du aber auf jeden Fall eine fachmedizinische Einschätzung, die wir im Forum nicht geben können.


Toi, toi, toi!!

Bei mir haben bei Deiner Schilderung allerdings die Alarmglocken geklingelt, als das Stichwort "Vocal Coach" fiel […]

Auch meine Alarmglocken haben da sofort zu bimmeln begonnen.
"Vocal Coach" kann sich IMHO ja jeder nennen. Ob er/sie wirklich Ahnung hat was er/sie da mit deiner Stimme anstellen, ist eine ganz andere Sache.

Vocal Coach: eine Freundin, studierte Opernsängerin wollte Belting lernen und hat sich einen Vocal Coach genommen. Resultat nach 1 oder 2 Gesangsstunden: Kehlkopfentzündung wegen massiver Fehlbelastung, eine Woche Sprechverbot und mehrere Wochen Singverbot. […]

Ähm, Leute, hier würde ich mal die Kirche im Dorf lassen. Warum ist denn der Begriff "Vocal Coach" ein derart rotes Tuch? Das ist einfach in den letzten Jahren in Mode gekommen, auch durch Shows wie DSDS oder The Voice.

Tatsache ist: "Gesangslehrer" darf sich auch jeder Hinz und Kunz nennen, das ist kein geschützter Begriff und ob ein Gesangslehrer was drauf hat, steht in keinem Zusammenhang, ob er selbst einen populärmusikalischen oder klassischen Hintergrund hat. Schwarze Schafe gibt es immer, keine Frage, aber Alarmglocken sollten angehen, weil cicamicas Probleme zugenommen haben, nicht wegen der gewählten Berufsbezeichnung. Das klingt nach starken Vorbehalten.

Und, vielleicht mal eine andere Herangehensweise zu Stimmbildung (eben auch für Gesang sinnvoll)

https://www.lichtenberger-institut.de/methode/kurz-erklaert/


Die fangen da an, wo "normale" Gesangslehrer ins trudeln geraten, und gehen individuell auf DEINE Stimme ein, und was Du damit kannst, und was Du besser sein lassen solltest.

Meine erste Gesangslehrerin hatte dort mehrere Fortbildungen gemacht und ich kann nur sagen, dass die Methoden, die angewendet hat, tatsächlich sehr förderlich für eine balancierte, klangorientierte Stimmgebung waren und sie mir einige, in den Vorjahren angelernte, kraftintensive Fehler abtrainiert und die Grundlage für meinen weiteren gesanglichen Werdegang gelegt hat. Damals war ich übrigens auch Anfang 20.


Eine "Naturstimme" (so klingt das für mich) ist üblicherweise sehr robust, da geht so schnell nix kaputt, schon gar nicht auf Dauer, der "Naturstimmling" ist eben auch sensibel genug diese zu haben zu erhalten, daher auch kleine und kleinste (für HNO nicht sichtbare) Veränderungen zu spüren.
Jein. Die Stimme hält mehr aus, als so mancher, der Angst davor hat, sie kaputt zu machen, ihr zutraut - aber weniger als andere, die auf ihr rumreiten wie auf einem Rennpferd, annehmen.

Es könnte letztendlich auch nur "natürliches Wachstum" sein, das sich in einem kleineren bis mittleren "Stimmbruch" äußert, der sich mit genau den benannten Symptomen darstellt, es dauert mitunter ein oder zwei Jahre bis man das System wieder ans Material angepasst hat.
Theoretisch möglich, erscheint mir aber unwahrscheinlich und sehr spekulativ. Auch hier: Ein Facharzt kann mehr sagen.
 
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Warum ist denn der Begriff "Vocal Coach" ein derart rotes Tuch?
Sorry, ich wollte nicht ausdrücken das Vocal Coaches generell schlecht sind! Ich gebe aber zu, dass meine Kurzdarstellung möglicherweise diesen Eindruck erwecken kann.

Mir ging es vielmehr darum zu sagen, dass manche Techniken die bei anderen gut funktionieren (wie z.B. Belting), trotz kompetenter Anleitung (Vocal Coach) auch bei einer erfahrenen Sängerin (klassischer Sopran mit Abschluß Musikhochschule) trotzdem in die Hosen gehen können. Das ist zwar unwahrscheinlich, aber eben möglich. :nix:

Eine andere Freundin, selbst Musicaldarstellerin, nimmt genau bei dieser Vocal Coach regelmäßig Gesangsunterricht und schwört auf sie. Tatsächlich ist die eine auf Empfehlung der anderen dort gelandet.

Und ja: "Vocal Coach" ist eigentlich auch nur der neu-hochdeutsche Begriff für "Gesangslehrer".
 
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