Hilfe benötigt: Facharbeitsthema , Musik mit Menschen mit Behinderung

von Z1mm1G, 24.07.16.

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  1. Z1mm1G

    Z1mm1G Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.07.16   #1
    Hallo liebe Community,
    Es ist schon spät und mehr oder weniger auch aus Verzweiflung habe ich mich hier angemeldet, abgesehen davon, dass ich es eh vor hatte, denn ich hoffe hier unter anderem einige kreative Tipps von gestandenen Musikern zu bekommen. Verzeiht mir bitte, falls dies der falsche Themenbereich sein sollte.

    Ich zerbreche mir nun schon seid einigen Wochen den Kopf über ein geeignetes Theman für meine Facharbeit, welche ich während eines Praktikums in einem Wohnheim für behinderte Menschen schreiben werde. Die Bewohner sind weitestgehend selbständig, einige beherrschen sogar einfache Rechenoperationen und können lesen sowie schreiben. Musik spielt bei den Bewohnern eine sehr wichtig Rolle. Meist schallt durch das ganze Haus Helene Fischer. Man kann also grundsätzlich sagen, dass sie der Musik nicht abgeneigt sind. Ich selbst spiele seid einem Jahr Gitarre und Beatboxe schon seid fast 4 Jahren. Ich bin also auch musikalisch nicht ganz unbegabt.
    Das Problem: mein Thema. Mir möchte einfach nichts gescheites einfallen, was mich auch zu 100% zufriedenstellt, weshalb ich auch auf eure Ideen hoffe. Hier mal ein Beispiel, wie es ungefähr sein könnte.
    Thema: Möglichkeiten zur kreativen Entfaltung und Förderung durch Rhythmusinstrumente, bei Menschen mit geistiger Behinderung( ihr müsst das nicht formulieren," einfache " Ideen helfen mir schon weiter und ich formuliere mir da schon hin)
    Soweit so gut, dann sollte man sich eine Frage stellen wie zB: ist es möglich durch Rhythmusinstrumente die Kreativität zu Entfalten und zu fördern?
    Diese wird dann untersucht und entweder mit ja oder nein beantwortet.
    Dann mein eigentliches Problem: der Praxisteil
    Man muss 10 Angebote machen, die dann auf die Sichtstunde , ein weiteres großes Angebot , wo Lehrer zum bewerten kommen, hinführen.
    Als Beispiel hierfür , könnte man ja zB was mit Cajons einstudieren. Also zB
    Angebot 1 " wir lernen Cajons kennen"
    Angebot 2 " wir experimentieren mit den Cajons"
    Angebot 3 " wir haben Rhythmus im Blut, erste Rhythmen mit den Cajons"
    ....
    Sichtstunde: " unser Cajon Song"
    Die Sichtstunde soll also praktisch auf die Angebote aufbauen. Ihr müsst mir das gar nicht alles so genau schreiben. Einfach mal ein paar Vorschläge , was man denn machen könnte um genug in der Theorie zu schreiben und in dér Praxis genug Angebote hin zubekommen. Ich fummel das dann alles schon zurecht. Ich wäre euch unendlich dankbar, wenn einige Ideen und Anreize zusammen kämen. Ich habe zwar noch etwas Zeit , aber ich will nicht auf den letzten Drücker mein Thema abgeben. Ich bedanke mich schon mal im Voraus. Vielen , vielen Dank.
    LG
     
  2. antipasti

    antipasti Singemod Moderator

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    Erstellt: 25.07.16   #2
    Hallo und willkommen,

    wie du die Arbeit aufbauen musst, hast du ja gut beschrieben - hierfür brauchts du also keine Hilfestellung.

    Allerdings frage ich mich, warum du nicht einfach das Naheliegendste nimmt, und dich dabei auf Beatboxing beschränkst, auch wenn das eine recht "feuchte" Angelegenheit werden könnte. Oder komibierst Percussion, Gitarre und Beatboxing.

    Diese These kann und muss nicht auf eine eindeutige Ja/Nein-Antwort hinauslaufen. Denn wer will das eindeutig feststellen und beurteilen, ob "Kreativität entfaltet wird"?

    Ich würde mich daher auf eine nachweisbarere Fragestellung beschränken. zB: Wird die Interaktions- und Kommunikationsfähigkeit durch das gemeinsame, zielgerichtete Proben/Spielen auf Rhythmusinstrumenten gefördert/trainiert/verbessert?

    Angebot 1:
    Vorstellung verschiedener Rhytmusinstrumente: Cajon, Tamburine. Schüttelei usw

    Angebot 2:
    Freies Spiel auf den Instrumenten (Beobachtungen: entsteht hier bereits automatisch Interaktion, oder spielen alle permanent durcheinander? Lassen sich bei manchen Teilnehmern für bestimmte Instrumente bereits Vorlieben, Fähigkeiten oder sogar Vorkenntnisse festellen, auf die man später zurückgreifen könnte?)

    Angebot 3
    Einführung in einfache Spielpraxis (wie benutze ich ein Cajon? Wie schlage ich das Tamburin?)

    Angebot 4
    Darstellung einfacher Taktmuster, Spielen im Takt.

    Angebot 5
    Besetzung der Instrumente nach Vorlieben und Veranlagung.

    Angebot 6
    Auswahl und Vorstellung eines Songs/Rhythmuspattern. Ggfls mit Gitarrenbegleitung zur tonalen Orientierung.

    Angebot 7
    Arrangement, wer fängt an, wer setzt wann ein usw.

    Angebot 8-9
    Proben und Ausarbeitung des Songs

    Angebot 10
    Generalprobe
     
  3. ColdDayMemory

    ColdDayMemory Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.07.16   #3
    Ich würde auch eher mehrere Instrumente bevorzugen. Das orffsche Instrumentarium bietet ja recht vielseitige Möglichkeiten.
    Soweit ich weiß gibt es da schon einige sozial- und heilpädagogische Konzepte.
    Zudem denke ich, dass eine Mehrzahl an Instrumenten zu einer Diversifizierung der Gruppe führt, was den Vorteil hätte auf individuelle Fähigkeiten eingehen zu können.
    Es wird in der Gruppe Menschen geben, die lernen können das Xylophon an Hand einer Notation zu spielen, andere wiederum, die nicht diese Fähigkeiten mitbringen, sich aber mit einem einfachen Rhythmusinstrument einbringen können.
    Klar könnte das auch einen gewissen Mehraufwand bedeuten. Letzten Endes aber kennst nur du die Gruppe gut genug, um beurteilen zu können welche Maßnahmen umsetzbar sind.
    Ansonsten halte ich die Vorschläge zur Ausgestaltung des Lernplans von @antipasti für eine sehr gute Basis, auf die du aufbauen kannst.
     
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  4. antipasti

    antipasti Singemod Moderator

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    Erstellt: 25.07.16   #4
    Ich verschiebe den Thread mal in den Padägogikbereich.
     
  5. mjmueller

    mjmueller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.07.16   #5
    Hallo,
    mal ein paar Gedanken von mir.
    - Was heisst Facharbeit - wenn es eine Art Praktikumsprojekt sein soll, würde ich möglichst klein und überschaubar bleiben. Auch nicht unwichtig: Wie elaboriert soll die Arbeit sein?
    - Je nach Behinderung und Alter der Bewohner/innen sollte das Ganze auch musikalisch entsprechend orientiert sein.
    - Mit Basics anfangen: Rhythmusgefühl, Körpereinsatz, erstes Instrumente, ...
    - wenn es eine pädagogische Arbeit werden soll: Was ist die pädagogische Zielsetzung, Methodik, Didaktik ? Musik als päd. Medium? Welcher Ansatz?
    - Weniger ist meist mehr.
    Grüße
    Markus
     
  6. Bassyst

    Bassyst Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.07.16   #6
    Hab nur mal schnell durch den Thread gescrolled. Eine Idee hätte ich noch, die ein bisschen aus den anderen ausbricht und vielleicht neue Anreize schafft.

    Klangerzeugung und Instrumentenbau. Instrumente müssen nicht so kompliziert sein, dass man einen Phyiker zum Feinschliff braucht. Wie machen Naturvölker Musik und welche Materialen werden zum Instrumentenbau eingesetzt? Einfachse Hölzer, Knochenreste, Haare, etc. bilden schon vielfältige Möglichkeiten, um interessante Klangwelten zu erzeugen.

    Das ganze könnte man noch mit dem Thema "Upcycling" verbinden, wenn man unbrauchbare, ausgediente Produkte unserer Geselllschaft (Müll) in Instrumente umwandelt. Z.B. alte Töpfe.

    Grüße und viel Erfolg bei der Arbeit
     
  7. Lisa2

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    Erstellt: 25.07.16   #7
    Möglichkeit für einen kreativen Ansatz:

    Körpergeräusche
    - beobachten
    > Klänge definieren (benennen und beschreiben, damit sie gezielt reproduzierbar werden bzw. bleiben)
    > Klangsymbole festlegen​
    - komponieren
    > Klangfolgen festlegen
    > rhythmisch formen
    Gruß
    Lisa
     
  8. Z1mm1G

    Z1mm1G Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.07.16   #8
    Erstmal danke an alle für die kreativen Ansätze. Ihr habt mir jetzt schon sehr geholfen. Eigentlich kann es so einfach sein, aber ich habe glaube ich zu kompliziert gedacht. Nochmals ein fettes Dankeschön für die vielen komplexen Antworten. Ich werde mal gucken was ich letztendlich wie umsetzen kann, aber ich habe nun auch dank euch genug Möglichkeiten. Für weitere kreative Vorschläge von anderen bin ich natürlich immer noch zu haben. Je mehr desto besser. ;) DANKE!

    Facharbeit im Sinne einer Abschlussarbeit zum Ende der
    Ausbildung. Also sollte auch ein gewisser wissenschaftlicher Aspekt vorhanden sein.


    Also praktisch Bodypercussion?
     
  9. x-Riff

    x-Riff Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 25.07.16   #9
    Hi Z1mm1G,
    mir fehlt noch ein bißchen Knochen für das Gerüst:

    1) Wie viele Wochen hast Du Zeit für das Projekt?
    2) Wie viele Stunden bedeutes das?
    3) Wie gut kennst Du die Menschen und die Betreuer_innen in dem Wohnheim?
    4) Wie gut bist Du informiert über deren "musikalischen" Stand und deren Interesse? (Schließlich kann so ein Projekt auch ganz einfach floppen - nämlich dann, wenn keiner mitmacht ...)
    5) Kannst Du davon ausgehen, dass der Kreis der Teilnehmenden der gleiche bleibt (Wenn nicht, kannst Du eigentlich jeden Ansatz vergessen, bei dem eine Stunde auf die vorige(n) aufbaut.)
    6) Gibt es einen geeigneten Raum dafür - möglichst einen, bei dem der Instrumentenbestand, falls benötigt, dort stehen bleiben kann. Seid Ihr da ungestört und kann es laut werden? Oder muss das möglicherweise in einem Raum (Tagesaufenthaltsraum z.B.) stattfinden, wo andere dann beeinträchtigt werden (z.B. Fernseher muss ausgestellt werden).

    Das waren jetzt mal die wichtigsten Fragen aus meiner Sicht, die sehr viel Einfluß auf das Konzept haben und m.E. berücksichtigt werden müssen.

    Herzliche Grüße

    x-Riff
     
  10. Z1mm1G

    Z1mm1G Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.07.16   #10
    1. ca 2 Monate
    2. so 1 h täglich, in der Woche , am we vlt etwas mehr
    3. sehr gut, habe da sämtliche Praktikas absolviert.
    4. musikalisch sind sie immer sehr interessiert, einer der Betreuer veranstaltet regelmäßig so eine Art Trommelkurs
    5. jope, bleibt gleich
    6. gibt einen extra Raum

    Ich freue mich gerade riesig über das ganze Feedback , aber ihr müsst das alle wirklich nicht so ausführlich machen, nicht das ihr euch wegen mir minutenlang den Kopf zerbrecht oder ich euch Umstände bereite. :/
     
  11. x-Riff

    x-Riff Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 25.07.16   #11
    Alles klar ... gibt immer mal wieder so threads, wo erst mit der Zeit so Rahmenbedingungen klar werden ...

    Das sieht doch alles gut aus.
    Wäre der Trommelkurs nicht ne gute Andockmöglichkeit? Ansatz wäre, die die schon dabei sind, stärker zu fördern etc.
    Gegenteiliger Ansatz wäre, grade Menschen, die keine Verbindung zu musikalischen Tätigkeiten haben, anzusprechen und zu begeistern.

    Habe mal was gemacht, mit beeinträchtigten (geistig und/oder körperlich) jungen Menschen und auch den Beteuer_innen.
    Dabei habe ich orffsche Instrumente benutzt, die ich etwas modifiziert habe. Das heißt für die Leute, die keine Kenntnisse hatten mit Harmonien (waren eigentlich alle, bis auf einen), habe ich beispielsweise bei Xylophonen die Klangstäbe rausgenommen, die harmonisch nicht passen. Dadurch ergab sich auf jeden Fall ein harmonisches Gefüge und mit der Zeit hat es auch rhytmisch geklappt.
    Wir haben immer eine Stunde nach dem Mittagessen (als Alternative zum Mittagsschlaf) gespielt - das war nach ein paar mal immer eine sehr coole Sache. Da kamen Leute aus sich raus, die sonst total still und unscheinbar waren.

    Nach einem Debakel-Start (ich hatte die verschiedenen Instrumente aufgebaut und jeder konnte die ausprobieren - was natürlich erstens gleichzeitig nicht funktioniert (da hatte ich das mit dem harmonischen Ausrichten der Instrumente noch nicht auf dem Schirm) und was zweitens darauf hinauslief, dass zwei hyperaktive junge Menschen sich die lautesten Instrumente rausgesucht hatten und darauf rumkloppten) hatte ich etwas mehr Struktur reingebracht, die strategisch entscheidenden Instrumente mit Leuten besetzt, die was konnten und gruppentauglich waren - und ab dann lief es sehr gut - nachher brauchte es quasi keine ordnende Struktur mehr ...

    Herzliche Grüße und viel Erfolg für Dein Vorhaben und Deine Arbeit!

    x-Riff
     
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  12. McCoy

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    Erstellt: 25.07.16   #12
    Ich glaube, bei der Arbeit mit Menschen mit Behinderung kommt es noch viel mehr auf das jeweilige Individuum an, das man vor sich hat, als bei Menschen ohne Behinderungen. Bei Menschen ohne Behinderung kann man z.B. im Musikunterricht gewisse Standards anwenden, durch die mehr oder weniger alle mal durchmüssen: Tonleitern im Quintenzirkel o.ä. Bei Menschen ohne Behinderung funktioniert das aus meiner Erfahrung her nicht, da muß man an jeden Einzelnen ganz individuell herantreten.

    Ich arbeite z.B. seit über 15 Jahren mit einem Menschen mit Behinderung, anfangs Keyboard, jetzt Gitarre. Er kann inzwischen 2(!) Griffe. :D Wir lernen gerade einen neuen Griff, ich rechne mit 2-3 Jahren(!). :D

    Ein Kollege von mir leitet seit Jahren eine integrative Band: Seine Aussage: Ich fange in jeder Stunde ganz von vorne an.

    Eine Aussage der Betreuer ist, daß manche dieser Menschen sich normalerweise keine 10 Sekunden auf eine Sache konzentrieren können. Wenn sie in der Bandstunde sind, schaffen sie das über eine ganze Stunde lang.

    Ich glaube, man muß mit in jeder Stunde ganz offen sein für das, was da jetzt auf einen zukommt, denn genau das sind sie auch. Vorbereitung im klassischen Sinne hilft oft nicht. D.h. man muß damit rechnen, daß solche Dinge einfach nicht funktionieren:
    Wenn es funktioniert, ist es natürlich super und man kann darauf aufbauen. Wenn es aber nicht funktioniert, ist das kein Grund mit ihnen keine Musik zu machen. Die läuft dann aber nicht unbedingt nach den Mustern ab, die sich Menschen ohne Behinderung normalerweise vorstellen.

    Viele Grüße,
    McCoy
     
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  13. antipasti

    antipasti Singemod Moderator

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    Erstellt: 25.07.16   #13
    Ähnliches hört ich auch schon. Zwei Inklusionsbands haben es zumindest hier zu einem dauerhaften Engagement auf einem alljährlichen Kulturfest geschafft.


    Davon ist auszugehen. Umso wichtiger ist wahrscheinlich die genaue Fragestellung, unter der die Facharbeit formuliert wird läuft. Ich fürchte, sie sollte sogar noch viel weniger auf ein bestimmtes, erhofftes Ergebnis abzielen, sondern eher in Richtung "Welche positiven (oder individuellen) Auswirkungen konnte ich beim gemeinsamen, rhythmischen Musizieren beobachten" gehen.
     
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  14. Lisa2

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    Erstellt: 25.07.16   #14
    Richtig. Es kommt darauf an, zu beobachten, was geht, sich zu merken, worauf reagiert wird und das dann aufzugreifen und auszuprobieren, was ausbaufähig ist und wo das Interesse schnell wieder vergeht. Mit all zu eng gefassten Zielvorstellungen läuft man Gefahr, die sich spontan ergebenden Chancen zu übersehen und durch "Paukerei" möglicherweise sogar zu zerstören.

    Im Prinzip schon, aber möglicherweise ganz anders und nicht unbedingt rhythmisch so ausgefeilt, wie man das oft in Videos sieht.

    Außerdem würde ich auch die Stimme (Schreien, Brummen, Stöhnen, Blubbern, Brabbeln, Lautmalerei ... ) im weitesten Sinne als Körpergeräusch dazu nehmen.

    Welche und wieviele verschiedene Geräusche, Klänge ... wiederholbar abrufbar sind, hängt von der Merkfähigkeit der Einzelnen ab. Die gilt es, zu beobachten.
    Vielleicht lässt sich die Reaktion auf Signale/Zeichen/Symbole trainieren; sowohl in der Gruppe als auch im Wechselspiel Einzelner.
    In diesem Zusammenhang könnte man versuchen herauszufinden, auf welche Signale/Zeichen/Symbole (Bilder, Schilder, Handzeichen, Körpersprache des Leiters ...) besonders gut reagiert wird und wie lange die Reaktionszeiten sind.

    Die wichtigsten Grundfertigkeiten sind (einigermaßen zusammen) starten und stoppen.
    Dann Lautstärke und Tempo. (herausfinden, wobei die gößeren Anpassungsprobleme zu beobachten sind; sind die völlig individuell oder gibt es etwas, was allgemeingültig zu sein scheint bzw. verallgemeinerbar ist?)

    Wenn das zumindest teilweise bzw. bis zu einem gewissen Grad steuerbar ist, lassen sich vielleicht auch auf Kommando (ein gut funktionierendes Signal) wiederholbare Geräusch-, Ton- oder Rhythmus-Elemente herauskristallisieren, die dann zu einer Art Collage zusammengefügt werden.


    Organisatorisches:
    Fragen, ob und wenn ja unter welchen Voraussetzungen Videoprotokolle von den Unterrichtseinheiten aufgezeichnet werden dürfen. Aus Datenschutzgründen etc. muss man da aufpassen und rechtzeitig fragen. Ich finde solche Videoprotokolle sehr wichtig und lehrreich, weil man sich dann selbst von externer Warte beobachten lernt und die Erinnerungen an die spontanen Wahrnehmungen in der Stunde prüfen kann. Eine Serie von Protokollen erleichtert, Entwicklungen zu verfolgen. Eine ActionCam mit großem Weitwinkel leistet da gute Dienste. Bei Bedarf die Kamera so am Rand des Raumes aufstellen, dass die Teilnehmer im Gegenlicht nur schlecht oder gar nicht zu erkennen sind. Als Gedächtnisstütze ist auch ein Video mit schlechter Bildqualität wertvoll.

    Viel Spaß und gutes Ideen Sammeln! :-)
    Lisa
     
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