Hilfe-Eilt-Dringend: Hörschutz für Sänger! Tinnitus!

von PauXXX, 18.11.03.

  1. PauXXX

    PauXXX Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.11.03   #1
    hallo kollegen des gepflegten lärms,

    nach hyper-stress in meinem beruf und 3 proben in einer woche habe ich es geschafft: tinnitus bzw. ohrgeräusche mit druckgefühl. nach nunmehr 3 wochen und intensiven arztbesuchen komme ich langsam über die suizid-phase hinweg (tinni-patienten haben halt NIE ruhe!) und denke wieder ans weitere leben und musizieren. nun meine frage:

    welcher gehörschutz eignet sich für sänger? die 30,-EUR stöpsel aus dem internet/musikladen sind geeignet für den rest den band, als sänger höre ich meine stimme allerdings a) zu laut und b) verfälscht. ich denke nun an eine maßanfertigung aus elacin aus dem hörgeräte-laden für ca. 150,- EUR.

    hat jemand erfahrung damit? und was ist mit IEM (In-Ear-Monitoring)?

    hier zur technik in unserer band: kein mischpult, keine monitor-boxen. jeder hat seine eigene sehr gute ausrüstung und wir passen die lautstärke gegenseitig an. meine gesangsanlage hat ordentlich dampf aber läuft wie gesagt auch ohne monitore sondern über 2 große boxen im raum.

    ich danke im voraus!
    PAUL
     
  2. stefan64

    stefan64 HCA Tasten HCA

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    Erstellt: 18.11.03   #2
    Schau mal unter http://www.paforum.de/paforum/viewtopic.php?t=7340&highlight=

    ciao,
    Stefan
     
  3. .Jens

    .Jens Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 18.11.03   #3
    Oder auch hier: https://www.musiker-board.de/phpBB2/viewtopic.php?t=4481

    Ich persönlich habe auch die angepassten Elacin-Stöpsel mit dem "mittleren" Filter (15dB). Ich mache zwar nur Backgroundgesang, aber das geht hervorragend. Je nach Geschmack können für Sänger auch die 9er-Filter besser sein, aber die Filter kannst du bei den meisten Händlern vier Wochen lang kostenlos gegen eine andere Stärke umtauschen - ich würde erstmal die 15er testen.

    Zu deinen Fragen: Inear-Monitoring geht mit den Elacins, da gibt es von Hearsafe und von FischerAmps/Voicetronic passende Hörer für die Otoplastiken. Allerdings braucht ihr dafür natürlich dann schon ein Mischpult.

    Die Autophonie (sich selbst lauter und irgendwie "komisch" hören) ist eine reine Frage der Gewöhnung. Einfach die Stöpsel immer wieder mal (nicht gerade beim Autofahren ;-) ) für ein paar Stunden tragen und sich mit Leuten unterhalten, und wenn möglich einige Zeit vor der Probe schon einsetzen (halbe Stunde oder so). Dann gewöhnt sich das Ohr / das Gehirn leichter an die veränderten Bedingungen.
    Das kriegt man aber auf Dauer genauso in den Griff wie das Singen über Mikro und Anlage (erinnerst du dich noch an dein "erstes Mal"? :mrgreen:)

    Jens
     
  4. Peter Z

    Peter Z Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.11.03   #4
    Hallo Paul!

    Leider kenne ich Dein Problem viel besser als ich das will. Mich hats auch erwischt - vor 14 Jahren beim Militär und vor 6 Wochen nochmals durch stress.

    Habe mittlerweile auch die Elacin Otoplastiken. Die sind wirklich unvergleichlich besser als andere Ohrstöpsel. Gerade im höheren Bereich wirken sie recht transparent und natürlich. Leider kann man den 'musikalischen Druck' nicht mehr empfinden. OK, wir spielen auch nicht so laut.

    Noch vor meiner zweiten Tinnitus-Attake bin ich auch auf InEarMonitoring umgestiegen. Zuerst als Billiglösung (Behringer Kopfhörerverstärker für 120,- und günstige, aber recht gute Ohrhörer von Sony für 50,-), dann habe ich mir das Sennheiser evolution IEM mit zwei Empfängern zugelegt.

    Klanglich ist die verkabelte Version natürlich besser, praktischer ist es kabellos. Wenn ich Schlagzeug spiele oder E-Gitarre in der Rock'n'Roll Band verwende ich die stark-dichtenden Ohrhörer von Sennheiser, in der rein, mit akustischen Instrumenten besetzten Countryband spüiele ich A-Gitarre und verwende lieber die halboffenen Sony-Ohrhörer.

    In JEDEM Fall ist das IEM ein Gewinn, mit oder ohne Tinnitus, mit Tinnitus würde ich meinen ist es fast Pflicht!


    !!!!!!!!! Eines solltest Du auf gar keinen Fall tun: Den Gehörschutz verwenden, wenn es nicht laut ist. Das ist schon gut, um sich an die Hörsituation zu gewöhnen, aber katastrophal für Deinen Tinnitus. Der wird dadurch noch als viel stärker empfunden und prägt sich tiefer in Deinen Kopf ein!
    So traurig das ist, aber mit dem Tinnitus kann man (fast) nur mental zurechtkommen, kaum medizinisch! Je mehr Du ihn aus Deinem Kopf drängen kannst, umso besser, es ist dann jedesmal 'Urlaub' von dieser quälenden Belastung. Ich habe das erste Mal 3 Jahre gebraucht, um vernünftig damit leben (und musizieren) zu können. Jetzt ist es noch um einiges schlimmer - aber es wird auch gehen! Das Hirn ist mächtig!

    Ich wünsche Dir das Beste!
    Peter
     
  5. .Jens

    .Jens Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 19.11.03   #5
    Nochmal kurz zur Klarstellung: Das mit dem Tragen der Stöpsel ausserhalb der Proben / Gigs zum Eingewöhnen soll auch keine Dauerlösung sein oder Stunden dauern.
    Vielleicht einfach immer mal für eine halbe Stunde, alle paar Tage mal in den ersten Wochen sollte eigentlich reichen. Dafür kann man sich auch durchaus die Gelegenheiten aussuchen, in denen es eh etwas lauter ist (man aber selbst nicht singen muss). Dann sollte das auch mit dem Tinnitus kein Problem sein.

    Wichtiger ist eigentlich sowieso die Gewöhnung jeweils unmittelbar vorm Singen. Also einfach schon beim Aufbau rein damit, 'ne halbe Stunde später ist man dann fit für's richtige Hören.

    Nach den ersten drei, vier Proben hat man dann den Bogen nach meiner Erfahrung sowieso raus und kann auf lange Eingewöhnzeiten verzichten.

    Jens
     
  6. Peter Z

    Peter Z Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.11.03   #6
    Hallo Jens!

    Ich bin normalerweise nicht so lästig, aber hier muß ich einschreiten. Was Du sagst, ist richtig für gesunde Ohren!

    Nur diejenigen, die mit einem stärkeren Tinnitus zu kämpfen haben, sollten die Stöpsel auf KEINEN Fall tragen, wenns nicht laut ist! Das Hirn programmiert sich wirklich in dieser Situation und man hat danach die größten Probleme. Tut Euch das nicht an - es schadet langsfristig.

    Man gewönt sich auch so nach einiger Zeit an den geänderten Klang - ist anfänglich nicht ganz optimal, aber die Einbusse kann man auf sich nehmen.

    Wie gesagt, Jens, gilt natürlich nur für diejenigen mit Ohrensausen, sonst geb ich Dir völlig recht.

    Gruß
    Peter
     
  7. PauXXX

    PauXXX Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.11.03   #7
    Danke für die Tipps. Weltklasse! Was ein cooles Forum.

    Zum Thema IEM: Ich habe kein Mischpult im Proberaum sondern singe/gröhle über Verstärker+Boxen. Dann kann ich das somit komplett vergessen, denn das wird viel zu teuer für ne Hobbyband. Aber ich hol mir erstmal Elacins und verusche dann nochmal den Einstieg in den gepflegten Rock. Hoffentlich wird das Druckgefühl in meinem Ohr nicht noch schlimmer, aber selbst wenn schon: In Frankfurt sind ja genug Hochhäuser zum springen :p :? :(

    Nochmals Danke für die Infos
    PAUL
     
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