Hiwatt Netztrafo brummt laut

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d.hitt
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Hallo!
Ich habe mir vor einiger Zeit einen alten Hiwatt DR 103 Jahrgang 1979 zugelegt und die End- und auch Vorstufenröhren von einem "Techniker" wechseln lassen. Jetzt gibts aber folgendes Problem: Bei relativ geringer Lautstätke hört man ein deutliches Brummen das vom Netztrafo kommt, der Amp tönt auch irgendwie leiser und komprimierter. Bring ich ihn in die Sättigung, klingt die Verzerrung sehr harsch, wie von einem schlechten Fuzz-Pedal. Bei gewissen Tönen auf der hohen E-Saite kommt es außerdem zu seltsamen Störgeräuschen; das klingt sehr kaputt, so ähnlich wie ein Ringmodulator. Nach einiger Zeit beginnt der Netztrafo bedrohlich laut zu brummen und zu rattern, im Lautsprecher hört man aber fast nichts. Auch wenn ich die Regler wieder zurückfahre, verschwindet das laute Brummen (wie ein Motor!) nicht mehr, im Standby-Betrieb aber schon. Mir ist zudem aufgefallen, dass die Röhren recht heiß werden, glühen tut aber nichts (was nicht glühen soll...). Könnte es sein, dass der BIAS falsch eingestellt ist (Hiwatts haben allerdings gar kein BIAS-Poti) oder die Elkos ausgetrocknet sind? Hiwatts gelten ja als sehr robust und langlebig, von daher wärs schon ungewöhnlich, wenn tatsächlich der Netztrafo im Arsch sein sollte.
Ich weiß, dass Ferndiagnosen immer schwierig sind, aber vielleicht hatte jemand von euch ja schon mal ein ähnliches Problem? Tolles Forum, übrigens!
 
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Im Glücksfall sinds nur die Netzteilelkos aber für mich hört sich die Beschreibung nach (parasitärer) Oszillation im Amp an.
Das passiert meist im unhörbaren Bereich, fordert aber viel Leistung. Symptome => Netztrafo brummt, Anodenbleche glühen ggf auf, scheinbar reduzierte Ausgangsleistung, kratzige Verzerrung => Das ist eindeutig ein Fall für den Tech...
 
Danke für die Information! Da muss wohl wirklich ein Profi ran, leider sind die in Südtirol nur schwer zu finden. Das wird eine lange Fahrt...
 
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Servus,

ich weiß nicht wie tief Du in Südtirol wohnst aber in München wär Captain Körg der einen guten Ruf besitzt...
 
Hallo!
Das klingt gut, München ist ja nicht die Welt... Ich werd mir das mal näher anschauen. Ich habe echt keine Lust, mich nochmal mit irgendwelchen selbsternannten Experten herumzuschlagen die mir den Amp womöglich versauen. Bevor ich die Röhren wechseln ließ, war alles in Ordnung. Außerdem steigen die Preise für alte Hiwatts kontinuierlich...
 
Wenn du die alten Röhren noch hast, schau sie mal genau an, evtl. mit einer Lupe. Wenn auf den Preamp-Röhren sowas eingeätzt ist wie:

I63
B7H2

also I6<Ziffer> und darunter B<Ziffer><Buchstabe><Ziffer>, dann solltest du sie sofort loswerden. Auch die EL34, wenn darauf sowas steht wie Xf2 und der genannte B-Code. Am besten schickst du sie mir, ich entsorge sie dann :evil: Das wären dann nämlich Mullard Röhren aus der Fabrik in Blackburn/England, die keiner haben will und die auch überhaupt nicht €50,-- bis €100,-- pro Stück kosten. ;) Hiwatts wurden ab Werk damit bestückt, und manchmal liest man, dass in einem Hiwatt aus den 70ern noch die Original-Röhren stecken und immer noch funktionieren. Ich hab mal in einem London City Amp aus den frühen 70ern eine Blackburn mit Philips-Label (niederländischer Amp --> niederländisch belabelte Röhre, auch wenn sie in England hergestellt wurde) gefunden. Die verwende ich derzeit im Hiwatt.

Zu deinem Problem: es kann sein, dass dein Techniker eine ECC83/12AX7 in V4 gesteckt hat. Mit einer ECC81/12AT7/M8162/CV4024 klingt der Hiwatt deutlich aufgeräumter. Wenn man von vorne auf das Chassis schaut, stehen die Preamp-Röhren im Hiwatt so:

V1:ECC83 <leer> V2:ECC83 V4:ECC81 V3:ECC83

Ab ca. 1981 steckte auch in V4 eine ECC83, aber man kann auch eine ECC81 reintun, dann klingt es mehr wie ein Hylight-Ära Hiwatt.

V1 prägt den Klang am stärksten und wenn man nur eine einzige Mullard hat, sollte man sie da reinstecken. Röhren aus neuerer Fertigung hab ich bei meinen zwei Hiwatts zwar ausprobiert, aber das hat mir gar nicht gefallen. Die sind wieder im Marshall, wo sie gut klingen. Mein DR-504 von 1980 (für Gitarre) klingt am besten, wenn ich aussließlich Blackburns reinstecke. Seit zwei Wochen besitze ich auch einen DR-201 von 197? (KT88-Version, für Bass). Da klangen Mullards auch sehr gut, aber nach zwei Wochen Röhren-Rollen gefällt mir am besten:

V1:ECC83 Philips Holland
V2:5751 Sylvania grey plate 3mica
V4:M8162 Mullard Blackburn
V3:ECC83 Valvo Hamburg

Das sind alles hervorragende alte Röhren, die man in Deutschland leichter und günstiger bekommt, als eine Blackburn ECC83. Übrigens kann man die ausgezeichnet klingende M8162 noch zu moderaten Preisen um die €20,-- in der Bucht bekommen. Die 5751 in V2 verwende ich, weil ich einen trocken-cleanen Bass-Sound mag. YMMV.


[EDIT]
Die Nebengeräusche könnten auch von einer mikrophonischen Röhre stammen und bei der harschen Verzerrung könnte es sich um blocking distortion handeln, etwas, das manche späten Hylight-Ära Hiwatts eben auszeichnet. Auf hiwatt.org gibt's einen Artikel dazu, und was man dagegen tun kann.
[/EDIT]
 
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