Hohe Erwartung, dann große Enttäuschung - welche Mikros habt ihr als Flop erlebt?

von friese66, 16.11.19.

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  1. friese66

    friese66 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.11.19   #1
    Als Tiger gesprungen, als Bettvorleger gelandet - so ergeht es mir manchmal mit Mikrofonen, die ich erstmalig erwartungsvoll in den Händen halte, bis sie sich dann im Studio als Fail erweisen. Gerade dann, wenn man sie für einen recht speziellen Bereich gekauft hat, in dem man sich eine Verbesserung erhoffte.
    Ich meinte vor Jahren unbedingt, mir ein Rode Broadcaster zulegen zu müssen. Die Specs sahen gut aus, Internetbewertungen ebenso. Eine Möglichkeit der Ausleihe hatte ich nicht. Und dann kam es. Erwartungsvoll wurde es angeschlossen, der erste Take gemacht. Wie bitte? Das soll ein Sprechermikro sein? Ungläubig drehte ich an den zur Verfügung stehenden Reglern meines teuren Mikrochannels. Nichts war zu machen. Es klang absolut räudig, kraftlos, saftlos. Nicht weil es kaputt gewesen wäre, es taugte einfach nichts. Es fiel gegenüber allen anderen Moderatorenmikros aus meinem Mikrofonpark krass ab.
    Was war ich froh, als ich es wieder verkauft hatte.

    Habt ihr ähnliche Erlebnisse mit Mikrofonen gehabt? Große Erwartung, große Enttäuschung?
     
  2. Technika

    Technika Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.11.19   #2
    Hmm. Also ich hab keine Geschichte die genau auf die Frage passt. Aber es geht in die Richtung.

    ich hab mit ein paar Leuten so gegen 2007 oder 2008 mal ein kleines projektstudio eingerichtet. Uns haben damals noch 2 overheads gefehlt und da keiner von uns viel Geld hatte, haben wir (bzw. Mein Kollege) ein stereopärchen Behringer c2 gekauft. Wir waren für 75€ völlig begeistert was aus den Dingern rauskam. Mein Kollege hat sich noch ein Pärchen bestellt und ich mir kurze Zeit später auch zwei. Die sind bis heute in meinem toolcase und leisten hin und wieder völlig zufrieden ihre Dienste.

    ich hab die Teile also fröhlich weiterempfohlen. Vor ca. 3 Jahren hab ich auf einem kleinen Festival 2 Stück von den Teilen im mikrokoffer meines Kunden gefunden und sie kurzerhand als overheads benutzt. Die Enttäuschung war groß. Das klang fürchterlich. Ich dachte das kann nicht sein und hab 2 von mir drangeschraubt. Und was soll ich sagen. Als hätte man plötzlich ein völlig anderes Mikrofon als overheads. Soviel zur serienstreuung... obwohl. Wenn man sich mittlerweile den Preis anschaut wurde da vielleicht auch noch irgendwo was eingespart und wir hatten Glück welche aus der ersten Serie zu kaufen. Wer weiß.
     
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  3. Mariboom

    Mariboom Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.11.19   #3
    Also mir wurde mal ein Sennheiser e609 zur Gitarrenabnahme empfohlen. Bin damit aber nie richtig warm geworden...
     
  4. Technika

    Technika Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.11.19   #4
    Das finde ich persönlich völlig in Ordnung. Darf ich fragen was du benutzt?
     
  5. Frans13

    Frans13 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.11.19   #5
    Selbst bei üblen Mikros findet man öfters nen Job, den das Teil dann okay oder vielleicht gut macht, wenn man im Kopf das "Mix-Puzzle" so zusammensetzen kann, daß man weiß wo es hingehen soll. Mikrofone wählen ist halt oft wie Schuhe kaufen: das Teil paßt entweder oder nicht. Und wenns nicht paßt ists auch schon wurscht, wie teuer/billig es war.
    Hatte länger das Electro Voice RE38, wird an einigen Stellen gelobt, daß es kracht und wimmert. Ich fand, es gab so etwa einen Job, den es okay konnte: Kontrabass an der Brücke abnehmen. Für alles andere hat mich die eher zu breite Niere und dieser Mittenhonk (siehe auch EV PL20, RE20 - selbe Kapsel wie das RE38, nur daß das RE38 sogar die selektierte hübschi-hübschi-Version davon ist) gestört. Da dieses Mikro einerseits gebraucht absurd teuer als auch eher selten ist, ist mein Ratschlag vielleicht komplett für die Katz.... Aber hey, ich hab euch bei der Gelegenheit gleich vor dem RE20 gewarnt, das wars wert. Vielleicht liegt es an mir, aber ich würd da eher zum Beyer M88 greifen. Mit dem fundamentalen Unterschied, daß das RE20 keinen Nahbesprechungseffekt hat .. und das M88 einen, der so groß ist wie mein Ego. Nahe dran ist es so crazy fett, daß Vorsicht geboten ist. Es war Phil Collins Lieblings-Gesangsmikro, das macht die Sache auch nicht seriöser.
    Außerdem spreche ich eine Warnung vor dem AKG D12 aus. Nicht, weil es Gurke wär, sondern weil inzwischen viele, viele Exemplare dem Tode nahe sind und schon etwas Richtung Verwesung klingen. Klar, nehmt 20-30 Stück und vergleicht, da ist dann schon mal was gutes dabei. Aber wenn ihr nur eines mit sich selbst vergleicht....puh. AKG D19? Genauso, nur viel schlimmer. Und das war nichtmal zu Beginn seiner Karriere ne heiße Nummer.
    Außerdem warne ich eindringlich vor Sennheiser MD419 (üble Plastikgurke, die gerne auf Ebay verkauft wird, von Leuten, die das Teil bald weiterverkaufen und hoffen, ein Opfer zu finden) sowie Sennheiser MD422. Beide werden von Verkäufern gerne als "irgendwas mit MD421" beschrieben und sind genau das ...nicht. In die selbe Kerbe irgendwelche Mikrofone, die bei Dunkelheit ähnlich aussehen wie ein AKG D12, denen werden die tollsten Eigenschaften angedichtet. Dichtung so wie in "nicht ganz dicht". Aber dafür teuer. Der übelste D12-Klon, der nichtmal genauso so aussieht wie ein Klon aber von Vollpfosten trotzdem an gutgläubige Leute mit schlechten Augen verkauft wird: Beag MD16. Was für eine Kröte. Ein Zwanziger wäre noch zuviel. Das Argument lautet: "Hey Ungarn war mal Teil von Östereich und so". Ja klar. Ein Topf Gulasch klingt wesentlich besser, kauft den. Die ganzen italo-"Kopien" des D12 sind auch eher ein Fall für die Cosa Nostra als das willige Ende eines XLR-Kabels. Vielleicht ein andernmal mehr.
     
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  6. Hotspot

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    Erstellt: 19.11.19   #6
    Vor dem RE20 warnen?
    Würde ich auch, aber nur aus einem Grund:
    Haste eins willste noch eins.

    AKG 2000 B ....für mich ein Flop
    Damals hatte es irgendwie jeder, der „bisschen was“ mit Recording machte...
     
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  7. Frans13

    Frans13 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.11.19   #7
    So sind die individuellen Gepflogenheiten. Ich hab meinem 10 Jahre Zeit gegeben, um sich mit mir anzufreunden und am Anfang hab ich nicht verstanden, was die Leut so haben, die auf das RE20 schimpfen und es wurde für hunderte Songs eingesetzt. Mit der Zeit hab ich immer öfter für genau diese Aufgaben was anderes genommen und nachher lag es jahrelang auf dem Komposthaufen, äh, nee, in der Vitrine, so von wegen "SEEEHT!!! MICH!!! AAAAN! ICH!! HAB!! EIN!! RE20!!!" Aber zwischen Dutzenden von Mikros nur rumliegen ist etwas wenig. Insofern kann ich nur allen den Rat geben: Kauft erstmal jedes Mikrofon, alle. Also wirklich alle. Dann schaun wir mal weiter. Es gibt auch Leute, die finden ein SM57 geil und ich hab glaub ich vor 20 Jahren das letzte mal eins benutzt, weil ein Gitarrist es haben wollte. Live nehm ich die recht oft her. Das was mir Sorgen bereitet sind die dreieinhalb Mikrofone die es gibt, die ich selbst noch nie in der Hand hatte.

    Bei der Gelegenheit kann ich ja nochmal warnen: das Heil PR20 ist wirklich nice für Sachen mit solidem Grundton, also wo noch etwas Fleisch auf die Knochen soll. Aber als Live-Gesangsmikrofon ist die Geräuschdämpfung der Kapsel gegen schütteln und rumfingern echt nicht so der Bringer. Kauft halt eins für Gitarrenamp und Snare.
    Warnung vor dem TGX58: wenns runterfällt dann ist es halt kaputt, nicht so wie beim SM58. Aber bevor es runterfällt klingt es schon prima für das bißchen Geld.
    Und vielleicht noch ne etwas unfaire, weil pauschale Warnung vor Sontronics Mikrofonen: Wir haben vom Vertrieb mal nen Koffer voll zum ausprobieren bekommen und das eine klang so, als ob es kaputt wäre (laut Vertrieb gehört das so) und das Kickdrum-Condenser hat an der Kickdrum die interne Elektronik übersteuert und das Gehäuse so dämlich, daß du mit dieser U-Halterung den Stecker nur reinbekommst, wenn du es schief drehst und schief läßt. Also: hoffentlich waren das nur Serienstreuungen und keine Durchschnittsmodelle, das wär ja bitter.
     
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  8. Astronautenkost

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    Erstellt: 20.11.19   #8
    Da wage ich zu widersprechen. Bei vier gewissen Herrn an der Abbey Road hat es u.a. eine große Rolle gespielt. Allerdings ist es tatsächlich schwierig an guterhaltene Exemplare zu kommen. Ich habe Glück gehabt und bei mir war die Guttaperchamembran nicht hinüber. Ist wohl nicht für Gesang genutzt worden.
     
  9. Hotspot

    Hotspot Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 20.11.19   #9
    Sehr pauschal und deswegen wirklich unfair ;-)
    Ich kenne nicht die restliche Palette, hatte aber mal das Mercury zum ausführlichen Test und Vergleich hier.
    Am Ende war das AT4060a einen Tacken überzeugender in Auflösung und Mitten. Sonst gab es nichts zu beanstanden am (etwas günstigeren) Mercury.
    Auf der Habenseite die 9 Pattern, die das AT leider nicht hat. Und die noch eindrucksvollere Erscheinung :-)
     
  10. Jenzz

    Jenzz Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.11.19   #10
    Oh ja !

    Ist zwar etwas speziell, aber bei mir war es das Vibraphon-Mikofonsystem VP2 vom AMT. Die AMT-Mics sieht man ja öfter bei Bläsern, daher war ich zunächst guter Dinge. In der Praxis stellte sich das Ganze aber als fast unbrauchbar heraus.

    Da es sich um ein Klemmsystem handelt hatte ich gehofft, meine Stative und Shure SM94s bald zuhause lassen zu können. Leider ist aber die Entkopplung der Klemme vom Schwanenhals und der in einer Spinne gelagerten Mikrofonkapsel so dürftig, das die Erschütterungen des Rahmens durch den Anschlag selbst bei 2 hintereinander geschalteten Lo-cuts (einmal im Mic selber und dann nochmal im Preamp) immer sehr präsent wären. Darüber hinaus entpuppten sich die zugehörigen Preamps in den Speise-Adaptern auch als ziemliche 'Rauschtonnen'... :-(

    Bin daher bei den SM94 geblieben und damit auch sehr zufrieden, von daher war das eh nur ein 'Versuch', und zum Glück hat der deutsche AMT-Vertrieb das System auch wieder zurückgenommen...

    Jenzz
     
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