Hohner Morino 6 Bezeichnungshilfe und Maße

von Frank434, 28.01.16.

  1. Frank434

    Frank434 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.01.16   #1
    Hallo zusammen,

    ich habe ein paar Fragen zur Morino Artiste X (mit vorgelagertem M3, gestufter Diskantseite, genauer weiß ich's ned) beziehungsweise zur Tastenversion Morino VI N. Leider finde ich gerade zu diesen Instrumenten kaum (vergleichbare) Informationen im Internet :(

    Der Grund ist, dass meine (zum Erlernen des Griffsystems erworbene) Hohner Riviera VI deluxe sich wohl nicht mehr im wirtschaftlich sinnvollen Rahmen restaurieren lässt.
    Vom Akkordeonbauer wurde ich auf eine evtl verfügbare Morino Artiste X mit vorgelagertem Melodiebass hingewiesen. Da sie "wie die Morino VI N" sein soll bin ich noch unschlüssig, ob ich den Besitzer kontaktieren soll. Konkret finde ich das kompakte an einem Knopfgriff-Akkordeon gut und habe noch nie regelmäßig etwas 5chöriges gespielt.

    Zu den Fragen:
    - wofür steht das "VI" bei der Morino (bzw "X" der Artiste)? (Morino IV -> 4chörig, Morino V -> 5chörig, Morino 434 -> 4-chörig und verärgerte Blicke des Dirigenten. Wäre die 6er dann wirklich 6-chörig? Wenn ja, wo klingt dann der 6.Chor mit? X = 10 = 4chörig diskant + 6chörig bass?)
    - wie groß ist die Artiste in etwa? die Riviera VI ist im vergleich zu meiner Morino (4er mit M3) klein. Die 6er Morino ist dagegen riesig.
    - gibt es Versionen, die bei 3reihigem, vorgelagertem, "abesetzen" Manual III einen unvollständigen Standardbass hat? (also ohne 7 oder dim-Akkord)

    Ich hoffe ihr könnt mir trotz meines Frageromans weiterhelfen :)

    Frank
     
  2. maxito

    maxito Mod Akkordeon Moderator HFU

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    Erstellt: 28.01.16   #2
    Hallo Frank434,

    zu allen Fragen werd ich dir keine große Hilfe sein, denn bei den Knopfmorinos kenn ich mich nicht im Detail aus - bei den Tastenmorinos weiß ich n bissl mehr.

    Grundsätzlich kann man mal sagen: Mehr als 5-chörig im Diskant ist keins der Akkordeons. Bei 5 Chören ist hier Schluss.

    Von der Nummererung sind die Tastenmorinos und die Knopfmorinos völlig unterschiedlich sortiert.

    Eine Morino IV hat 4 Chöre im Diskant und 120 Bässe im Standardbass
    Eine Morino V hat 5 Chöre im Diskant und 120 /128) Bässe Standardbass
    Eine Morino VI (Tastenakkordeon!) hat 5 Chöre im Diskant und zum Standardbass noch vorgelagerten Melodiebass. Die VI N hat immer 185 Bässe 58 Melsodiebass, 127 Standard) , bei der VIM gibts welche mit 185 Bässen ( also 58 Melodiebass und 127 Standardbass) und dann gibts welche mit 164 Bässen ( 58 Melodiebass und 5 Reihen Standardbass - die verminderten Bässe sind nicht als extra Knopfreihe belegt)

    Die Tastenmorinos haben immer 2 Chöre im Cassotto.



    Die Knopfmorinos heißen eigentlich "Artiste" oder vollständig "Morino Artiste..." Mit dem Begriff Artiste wird die Knopfausführung klargestellt und abgegrenzt zu den Tastenmorinos, die nur "Morino..." heißen.

    Die Nummerierung folgt grob der Enstehungsreihenfolge - aber nur grob.

    Die Unterschiede sind teilweise in der Anzahl der Chöre und klingendem Tionumfang im Diskant und ob Standardbass oder auch Melodiebass

    Artiste IV hat 4 Chöre und 123 Bässe
    Artiste VI hat 4 Chöre und teilweise mehr Tonumfang als die Artiste IV - hängt vom einzelnen Modell ab.
    Artiste IX hat 4 Chöre im Diskant und 164 Bässe (58 MIII und Rest 5 Reihen Standardbass ohne Verminderte Reihe)
    Artiste X hat 5 Chöre im Diskant udn 185 Bässe (58 MIII und 6 Reihen Standardbass)
    Artiste XI hat 5 Chöre und 120 Bässe, ist aber vom Baujahr her jünger als die anderen.

    Soweit ich weiß haben nicht alle Artiste ein Cassotto, sondern zumindest einige Modelle haben ein Declassement - ist von der klanglichen Wirkung her ähnlich wie Cassotto, aber nicht ganz gleich und auch vom Aufbau anders. Welche nun Declassement haben und ob da 1 oder 2 Chöre drin sind, das weiß ich nun nicht. Da muss ich nun passen! Aber da findet sich bestimmt heir auch jemand, der das genauer weiß!



    Was die Größe und das Gewicht angeht:

    Die Tastenmorinos der M Serie sind leichter als die der N Serie, obwohl älter.

    Eine Morino VM wiegt ca. 11,5 kg - eine Morino V N (oder auch die Morino V S ) wiegt 13,9 kg von der Größe her sind die M einen kleine Tick schmaler als die N

    Eine Morino VI N wiegt ca. 16 kg und ist wirklich ein sehr großes Akkordeon - eine Morino VI M wiegt ca. 13,5 kg und ist etw so groß wie eine Morino V N und damit deutlich handlicher

    Bei den Knopfmorinos weiß ich nur , dass die Artiste X ca. 15 kg wiegt (Melodiebass treibt immer das Gewicht hoch!)

    Von der Bauhöhe sind die Artiste eher etwas kompakter als die Tastenversionen, eber dafür in der bautiefe größer (irgendwo müssen die ganzen Stimmplatten ja schließlcih untergebracht werden.)


    Da die Anfrage, soweit ich sehe sich auf eher ältere gebrauchte Instrumente handelt, habe ich die neueren Morinos mal weggelassen.

    Vielleicht hilft dir das ja auch schon ein bisschen weiter.

    Gruß, maxito
     
  3. Frank434

    Frank434 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.01.16   #3
    Hallo maxito,

    Vielen Dank für die schnelle und vor allem so ausführliche Antwort :)

    Das mit der Tiefe wäre wohl das einzige Problem :( was macht Hohner mit dem Platz? Die VI N ist ja nochmal tiefer als die V BS bei ja sonst gleichen Specs oder hat die 6er mehr Melodiebass?
    Wenn ich die Antwort richtig verstehe ist die Artiste im Normalfall tiefer als die Tastenvariante mit der gleichen Anzahl an Chören. Gilt das auch für die X-modelle im Vergleich zur 6er Morino? Wenn nur die Basseite die Tiefe vorgibt müsste die ja gleich bleiben.
    Ich bin da wohl etwas verwöhnt mit meiner 4 1/2er :D

    Gruß,

    Frank
     
  4. maxito

    maxito Mod Akkordeon Moderator HFU

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    Erstellt: 29.01.16   #4
    Hallo Frank434,

    nach den genauen Maßen, vor allem von dem Knopfgeräten, darfst du mich nicht fragen. Da ich nicht Knopf spielen kann, hab ich die auch so gut wie nie in den Fingern und deshalb auch keine genauere Kenntniss über deren Ausmaße.

    Aber es ist halt so, dass die Artiste durch die Bank einen größeren teilweise viel größeren Tonumfang haben als die Tasteninstrumente - meist 56 oder 62 Töne. Und um die unterzubringen, haben die dann mehr Stimmstöcke verbaut - und die bauen halt stärker auf.

    Bei den Tastenmorinos sind jeder Chor auf einem eigenen Stimmstock verbaut. Und somit maximal 5 Stück im Diskant eingebaut (davon 2 im Cassotto). Bei den Knopfinstrumenten sind die Töne im steten Wechsel auf 3 Stmmstöcke verteilt ( also z.B. C erster Stimmstock, Cis zweiter, D dritter etc) macht drei Stimmstöcke für insgesamt 2 Chöre (Ganz + Halbtöne) und bei insgesamt 4 Chören - macht insgesamt 6 Stimmstöcke im Diskant ( und wenn Cassotto eingebaut ist - dann 3 Stück im Cassotto). Bei 5 chörigen Geräten bin ich nicht ganz sicher - aber ich meine, mehr als 6 Stimmstöcke sinds nie gewesen. Da wurden dann schmälere Stimmplatten verbaut um mit dem Plaktz auszukommen und alles nochmals etwas enger geschichtet

    Dass die MorinoVIN so mächtig ist - tja, das lag wohl einfach an der Machart, wie Excelsior die Morino der N Serie gebaut hat. Die VIM wurde bei Hohner gebaut und die haben die Kiste anders aufgebaut und drum war die kompakter. Auch im Bassteil ist die VIM schlanker gebaut, als die VIN. Hohner hat schon immer Baugruppen bis ganze Instrumente fremdfertigen lassen und hier auch mitunter weitere Freiräume gelassen, wie der Fertiger das Instrument dann umsetzte.

    Hier zum Vergleich der Größenverhältnisse mal zwei Vergleichsbilder Morino VI N gegen Morino VI M:

    VIN-VM164-1.jpg VIN-VM164-a1.jpg

    (das jeweils größere Instrument ist die Morino VIN)

    Die VIN war übrigens die größte Kiste - alle vorher und nachher gebauten Morinos mit MIII waren kompakter. Das zumindest wurde wohl erkannt, dass die wohl einfach den meisten zu unhandlich und zu groß war.

    Man sieht also schon alleine an den Morinos, dass hier stets Unterschiede vorhanden waren und Hohner nicht per se groß gebaut hatten. Das war von Modell zu Modell mitunter verschieden. Wenn Hohner wollte, gings auch noch kompakter.

    So hier nur als Beispiel noch ein Vergleichsbild zwischen Morino VIM und einer (5-chörigen, MIII ) Gola 459 Bj.79 - Die Gola ist gegenüber der Morino VIM die ja schon deutlich kompakter ist als die Morino VI N nochmals flacher in der Bautiefe und schmäler im Bassteil. und somit insgesamt kompakter (und zumindest empfinde ich das so ) handlicher:

    Gola459-MorinoVIM164-a3.JPG


    Aber um nicht die schiere Größe zum alleinigen Qualitätskriterium zu erheben - entscheidender ist m.E der Klang. Und da ist die Morino VI N gegenüber der "normalen" Morino VI M einfach kräftiger und satter im Klang. Die VI M klingt hier etwas zierlicher und teilweise zarter. Was einem nun eher liegt muss man ausprobieren. Da hat jeder eine eigene Ansicht!

    und somit sind wir wieder beim Punkt: nicht blind kaufen, sondern ausprobieren, ob das Instrument einem zusagt vom Handling und Klang.

    Zu den Artiste Varianten würde ich dir gerne auch ein paar Bilder zum Vergleich anbieten - nur leider hab ich davon kein einziges. Weil ... siehe oben... :nix:

    Gruß, maxito
     
  5. lil

    lil Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 30.01.16   #5
    Ergänzung: im Diskant
     
  6. maxito

    maxito Mod Akkordeon Moderator HFU

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    Erstellt: 30.01.16   #6
    Beim Melodiebass haben die Morinos immer 58 Töne Tonumfang. (von E bis cis´´´´)
    Der Standardbass ist bei den Morinos mitunter als 5 reihiger Standardbass ausgeführt, oder als 6-reihiger. Bezüglich der Stimmplatten ist immer die gleiche Anzahl drin. Nur die Menge an Knöpfen ändert sich und damit die Lage des MIII und auch wie eng oder weit die Standardbassknöpfe liegen.

    Im Diskant sind die Morino VIN und VIM immer mit 45 Tasten ausgeführt. spätere Modelle wie die BS etc. haben auch mal als Variante 43 Tasten gehabt.

    Bei den Knopfakkordeons Morino Artiste sind in der Regel 56 oder 62 klingende Töne belegt (- bei entsprechend mehr Knöpfen, bei 5 Reihen). die 4 chörigen gibts bis 62 Töne und mit 56 Tönen. die 5-chörigen haben max. 56 Töne (aus Platzgründen - der 5. Chor will ja auch untergebracht werden)

    Das gilt etzt für die Morino Artiste - andere Instrumene haben auch wiederum anderen Tonumfang.

    Gruß, maxito
     
  7. Frank434

    Frank434 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.01.16   #7
    Hallo maxito,

    blind wird nicht gekauft :) (ok meine Riviera, die hätte ich nur da gelassen, wenn sie auseinandergefallen wäre)
    Auf den Vergleichsbildern schaut die VI N gar nicht mehr so groß aus :)

    Mit "mehr Melodiebass" habe ich mich falsch ausgedrückt. Ich meinte, ob der Unterschied in der Tiefe zwischen den zwei 5-chörigen Modellen Morino V BS und VI N durch die Bassseite bedingt ist. Meine 434er ist auch nur minimal tiefer (dafür im Bass deutlich breiter) als die IV M meiner Freundin (kein M3).

    Ich denke ich werde mir die Artiste doch mal anschauen. Als zunächst mal Zweitinstrument wäre der Aufstieg von der 4er zur 6er halt ungewohnt.
    Sollte ich das Instrument irgendwann mal ähnlich beherrschen wie die Tastenversion wäre es aber nett mal der ersten Stimme im Orchester (5x mindestens Morino V) Paroli bieten zu können :D


    Danke nochmal für die Antworten :)

    Frank
     
  8. maxito

    maxito Mod Akkordeon Moderator HFU

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    Erstellt: 30.01.16   #8
    Hallo Frank,

    in erster Linie ja.
    Die größere Bauform der Morino VIN kommt zum großen Teil vom Bassteil, der einfach "raumgreifender" gebaut wurde.
    Aber auch vom Rest auch ein bisschen. So ist z.B. der Rand des Griffbretts breiter als bei der VIM, Das Gehäuse insgesamt etwas weniger verrundet etc. Und das macht dann einerseits tatsächlich jeweils hier und da ein paar Millimeter bis Zentimeter aus und das summiert sich dann halt.

    Aber das egentlich entscheidende ist nicht die wrkliche Größe oder das Gewicht, sondern wie ergonomisch das Gerät einem dann persönlich liegt und wie es sich spielen lässt. Und bei der Morino VI N ist es halt zudem auch noch so, dass hier eine Bauform umgesetzt wurde, die , so scheint mir nur wenigen richtig gut liegt. Das sind mitunter Details, die man so gar nicht ohne weiteres erkennt und die man auch nicht unbedingt im Voraus bewerten kann., wie z.b. wo genau liegen die Bassknöpfe, wie stark ist die Bassknopfplatte geneigt, wie weit vorne oder hinten liegt das Diskantgriffbrett. Das sind lauter Details, die man so erst gar nicht sieht und auch nicht mal bewusst wahrnimmt, die aber einen sehr großen Einfluss darauf haben, wie wohl man sich mit dem Instrument fühlt.

    Das sind dann aber die entscheidenden Details, ob man das Gefühl hat, das Akkordeon sei ein Teil des Körpers, oder ob man das Gefühl hat man hat einen Holzklotz umgeschnallt. Und hinter dieses Gefühl tritt auch das Gewicht zurück. Wenn einem das Akkordeon "gut liegt", dann spürt man auch das Gewicht nicht so und vergisst, dass man eigentlich ein ungemein schweres Teil auf den Schenkeln liegen hat.


    Aber wie ich lese, geht dein Bauchgefühl bereits in Richtung Morino Artiste.

    Wenn du den Plan umsetzen willst, dann schau bitte bei dem Instrument der engeren Wahl , wie die Knopfmechanik im Diskant in Schuss ist. Wenn die recht ausgespielt und abgenudelt ist und schon ziemlich Spiel hat und arg klappert, dann lass die Finger davon! Die Hebelmechanik ist bei diesen Instrumenten konstruktiv leider nicht ganz so langlebig konzipiert gewesen, und lässt sich - wenn mal ausgeschlagen - nur äußerst schlecht wieder in guten Zustand bringen!

    Diesbezüglich sind die Tastenmorinos wesentlich robuster, was die Diskantmechanik angeht.



    Jaaaa... Die V-er Morino ist nach wie vor DAS Orchesterinstrument! Da beißt die Maus keinen Faden ab! Das wird sich nur langsam ändern.:D

    Gruß, maxito
     
  9. Frank434

    Frank434 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.01.16   #9
    Zum Zustand hoffe ich, dass die Aussagen des Akkordeonbauers stimmen und die noch sehr gut in Schuss ist. Bei der Riviera hat er mir vorgeführt, wie schlecht die Mechanik dort wirklich war. Polowezer Tänze sind unmöglich klingt dann mehr nach Stepptanz als nach Oper.

    Gerade nochmal die IV M angespielt: Die macht auch schon gut Krach im Tremolo. Aber du hast recht, das Akkordeon muss "passen", das ist bei der nicht der Fall (zu breite Tasten, zu starker Tastenwiderstand, Fliegengewichtsbass).

    Gruß,

    Frank
     
  10. Frager

    Frager Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.01.16   #10
    Hallo Frank

    In meinem Fundus habe ich noch Prospektangaben zur Morino Artiste XN von Hohner gefunden:
    Artiste XN.jpg
    Es ging Hohner in dieser Zeit, so gut, dass sie ganz schluddrige Unterlagen liefern konnten, trotzdem wurden ihre Instrumente gekauft wie wild.

    Ich versuche so gut wie möglich zu ergänzen:
    X = 5-chöriges Modell 16' 8- 8° 8+ 4'; dabei 16' und 8° in einem Cassoto
    N = vermutlich für Normal, d.h. Flachgriff (ca. 95% der damaligen Akkordeons hatten Flachgriff)
    Register Melodie +2 = 2 Daumen-Schieberegister hinter dem Griffbrett = 4 Kombinationen
    8' und 16' 8-8°8+4' (Tutti) sowie 16'8° und 8-8°8+4'
    Bass 3×1; will sagen bei jedem der 3 Registern sind die ganz hohen Fusslagen (2'+1' ?) mit einem Daumenschieberegister abschaltbar; ergibt dann insgesamt 6 Kombinationen, das 2. Daumenschieberegister schaltet allen Chöre ein oder nur die tieferen.
    480 × 235 mm = H × T, Breite fehlt, müsste im Dachgeschoss wo sie schlummert nachmessen
    Tonumfang Manual III (Baritonbässe) E bis cis'''' 2-chörig, Flachgriff

    Ach ja, ich habe sie in früheren Zeiten gerne gespielt, siehe Foto.

    Herzliche Grüsse von Paul Frager, der am 31.01.2016 zu einer Kubarundreise fliegt.
    :m_akk:Rumhören, wie es in den Clubs so tönt.
     

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  11. Tobias R.

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    Erstellt: 02.02.16   #11
    Guten Abend.

    Zwei kleine Besserwissereien kann ich mir nicht verkneifen:

    @maxito: M.E. müsste sich bei den Tasten-Morinos jeder Chor auf zwei Stimmstöcke verteilen. Zumindest bei meiner VS sind die Klappen sowohl innerhalb als auch außerhalb des Cassottos jeweils auf zwei reihen verteilt, Ganz- und Halbtöne jeweils schön in einer eigenen Reihe.
    (Vielleicht habe ich aber auch gerade eine Denkfehler drin)

    @Frager: "N" steht bei der Morino nicht für "normal", sondern für die Serie. Zuerst ohne Buchstaben, (Morino 5555, I, II etc.), dann M (Morino III M, IV M, V M, VI M etc.), dann N, dann S und derzeit Morino IV 96, Morino V 96 etc.


    Gruß,

    Tobias R.
     
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  12. lil

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    Erstellt: 02.02.16   #12
    Frager redet von den Artiste, also Knopfinstrumenten. Und ich traue Hohner zu, dort gleiche Buchstaben anders zu verwenden als bei den Tasteninstrumenten ...
     
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  13. maxito

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    Erstellt: 02.02.16   #13
    das stimmt auch so! keine Frage.

    Das war mir in dem Fall nur zu umständlich das auch noch im Detail zu beschreiben.:D

    Ganz genau genommen ist das dann aber im Casotto auch wieder nur für die Tasteninstrumente gültig, denn die Knopfinstrumente (z.B. Morino Artiste und auch Knopf-Gola) haben im Cassotto (sofern ein Cassotto eingebaut ist und kein Declassement) 3 Reihen Stimmstöcke. Und da sind die Töne der Reihe nach aufsteigend immer einen Stimmstock weiter, da sonst die Hebel sehr ungünstig abgekantet werden müssten, da es ja vielel Knöpfe auf engem Raum sind dun die auf viele Töne verteilt werden müssen.... Aber bei den Knopfinstrumenten gibt es eh keine Unterschiede zwischen halb und Ganztönen!

    Und bei den Tastenisntrumenten sind aufgrund der Verteilung auf schwarze und weiße Tasten die Töne so zusammensortiert, dass die jeweils in der Linie der Klappe liegen, so dass diese gegebenenfalls gemeinsam geöffnet werden können... Was wiederum bedeutet, dass der Stimmstock für den Piccolochor bei 5-chörigen Instrumenten immer der mittlere der Stimmstöcke auf der Planfüllung ist, denn der hat dann auf der Vorderseite die Ganztöne belegt und auf der Rückseite die Halbtöne.

    Aber wie gesagt, das hielt ich bei meinen obigen Posts für Details am Rande, die im Zwiefelsfall den Fragesteller eher verwirt, als weitergebracht hätte... Drum hier nur der Vollständigkeitshalber..;)

    Gruß, maxito
     
  14. kurt markussen

    kurt markussen Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.02.16   #14
    Moin,
    Spiele sehr gerne auf meinem Artiste XD 14,8 Kg/ 1968 ... der Artiste X N ist jünger eher ab 1970, die ersten auch in Trossingen gebaut ... danach in Castelfidardo. X N ist einiges schwerer, aber der Klang kann bei der ersten nah am X D Klang sein... die jüngeren entfernen sich eher vom VIM / XD klang.. habe einige Verschiedene immer verglichen und gespielt.
    Der X D ist wie einen "Kirchenorgel auf dem Bauch" Die Baryton Bässe haben eigene " Tonkammer"
    Es gibt der nicht erwähnte Unterschied im Bass .. Mit Stufen/ Aufliegenden Knöpfe(wie im Diskant) oder Flaches Griff.... im Diskant sowieso Flach oder Gestufft. Im Bass Gestufft spielt sich erstmal anders, da die Knöpfe nicht im Loch verschwinden. Gestufft hatte im Bass immer Perlmutt knöpfe IMHO, im Diskant teilweisse
    C-Griff oder B-Griff?? oder Norwegisches Griff ( C-Griff aber die 1. Reihe in C ist wie die 2. Reihe in Norwegisch)
    Tasten Instrumente und Knopfinstrumente klingen immer verschieden... auch wenn VIM/XD verglichen werden!! Habe hier auch VIM, VS/1992, Artiste IXD/195x
    Und dann gab es noch verschiedene Stimmzungen.... Ob die Stimmzungen genagelt auf leder, Gewachst, oder Genagelt mit wachs...die älteren haben ungefütterte Knopflöcher im Bass... (Rhytmusgerät inkl. ;-)
    Der XD hat laut Prospekt aus 1965 ( bei Moni am Bodensee gesehen) DM 2850,-- Gekostet... 1,5 x Käfer!! Der nächstgünstiger war bei 2150,--
    Auch Menschen sind mit 60 Nicht mehr Alle fit.. und waren auch vom Werk verschiedenst ausgestattet ;-)
    ABER... ran, probespielen, geht sicher erstmal gar nicht... aber die Herausforderung lohnt sich .. viel Spass
    Akkordeons sind wie Menschen... mit 60 kann man noch fit sein, und alle waren vom Werk auch verschieden!.
    Aber..... unbedingt probespielen... und heran an die Herausforderung...
    Akkordeons sind wie Menschen... mit 60 kann man noch fit sein, und alle waren vom Werk auch verschieden!.
    Aber..... unbedingt probespielen... und heran an die Herausforderung...
    Grüsse aus Dänemark
    Kurt
     
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  15. kurt markussen

    kurt markussen Registrierter Benutzer

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  16. Frank434

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    Hallo,

    zunächst nochmal vielen Dank für die Beiträge. Ich konnte am Ende (trotz ein paar Negativpunkten) doch nicht widerstehen und ärgere mich jetzt, dass ich bereits seit 1h53 nicht mehr üben darf :(
    Zum Instrument:
    es ist eine Morino Artiste XN
    Maße (etwa): Breite: 42cm, Höhe: 52cm Tiefe (mit Balgschoner): 27cm
    rechts
    - B-Griff gestuft
    - 3-chöriges Tremolo
    - 4 Daumenregister (ich weiß den offiziellen Begriff schon wieder nicht mehr) - Master, Tremolo-Piccolo, Einchörig, Einchörig-Oktav
    links
    - 185 Bass, gestuft
    - M3 Vorgelagert, B-Griff
    - Hohe Oktave per Daumenschalter ein/ausschaltbar

    Positiv: Sie ist kleiner als gedacht. Richtet man die Tastaturen aus, ist sie gleich tief wie die Riviera (4chörig, 120 Bass), allerdings kommt dann noch das cassotto und die deutlich dickere Tastatur mit den Registerschaltern. Der Bass-klang ist auch großartig :) und eine verdoppelte tiefe Oktave im M3 klingt schon mal sehr interessant. Tolle Knöpfe - ich wusste garnicht, wie schnell/sicher ich auf Knopf schon bin :D

    Negativ(die Liste ist hier länger, weil mehr ins Detail :) ): Die Daumenregister sind mit dem Unsinnigsten belegt, was Hohner finden konnte - zumindest beim Abwärtsdrücken: Tutti und Tremolo-Picollo habe ich in 15 Jahren Orchester (bzw solange ich eine 120er habe) nur an einer Stelle gebraucht und dort (weil ich garnicht weiß, wo die Registertaste ist) nie genutzt. Evtl lässt sich das umstellen. Das 3chörige Tremolo ist gewöhnungsbedürftig (klingt irgendwie immer schief). Das M3 ist B-Griff :O - ich habe C-Griff gelernt .... muss ich wohl umlernen - ist bis jetzt aber garnicht so schwer - Töne finde ich, Läufe gehen leider nicht mehr. Die Markierungen sind ungewohnt minimal - früher: C mit Mulde, E/As mit Strasssteinchen (schön spitz), M3-F geriffelt, jetzt: links E/As/M3-C geriffelt - find ich nie. Der Bass ist ein wenig träge - "pappt" wäre zu viel.

    Fragen: Welcher Sinn besteht darin auf der Diskantseite A, Cis/Des, Gis/As zu markieren? Jeder Chor scheint eine eigene Stange zu haben - lässt sich so evtl ein 2-chöriges Tremolo schalten?

    :) Frank
     
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  17. kurt markussen

    kurt markussen Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.02.16   #17
    Moin,
    um das 2 chörige Tremolo zu erreichen, muss der 8" im Cassotto durch eine extra Betätigung wieder zugemacht werden.... kann mit draht nach hinter, oder einem starken Faden nach unter erreicht werden.. dafür die Abdeckungen abbauen und basteln.. zum Probieren gehts auch ohne eine technische Änderung zu machen....
    Das Tremolo kann selbstverständlich geändert werden... von-bis... die 3 x 8" Stimmstöcke als minimum dann Stimmen lassen
    Das Artiste X D und N hat leider nur wenige Register zur Verfügung... im Vergleich habe ich einen Bugari Artist 505 wo die "scharfe" Tremolo mit 2 Registerknöpfe einfach auf/zu gemacht werden kann.... und dann stehen alle Möglichkeiten zur Verfügung... Die 5-Chörige Morino X / VI haben die gleichen Registermöglichkeiten wie die 4-Chörigen.. sehr schade!!
    Grüsse aus Äthiopien
    Kurt
     
  18. Frank434

    Frank434 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.02.16   #18
    Meine 4er Morino hat dagegen alle möglichen Kombinationen, also 15 Schalter separat ... Bei 5 Chören wären das 23(?) da kann ich verstehen, dass die das gelassen haben :D
    "Programmierbare" Kinnregister wären da noch am sinnvollsten.
    Für das Instrument hoffe ich auf eine Umbelegung der Daumenregister, momentan sind sinnvolle Register nur beim hochschalten möglich.
    Mal schauen, was der Akkordeonbauer sagt, wenn ich dann irgendwann zur Durchsicht vorbeischaue. Solange schaltet ich zum Testen des Sounds die Chöre per Hand.
     
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