Hohner Student 48 lässt sich so schwer ziehen

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caddi
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Hallo!
Wir haben für unseren 6-jährigen Sohn, welcher gerne Akkordeon lernen möchte, eine gebrauchte Student 48 gekauft. Gestern hatte er zum ersten Mal Unterricht und seine Lehrerin meinte, dass sich diese extrem schwer ziehen lässt. Ich habe dann gleich zu Hause das alte Akkordeon meines Mannes (Hohner Concerto 72) ausgepackt und festgestellt, dass sich dieses viel leichter ziehen lässt. Woran kann das liegen? Ist natürlich nicht einfach, wenn sich das Akkordeon für einen Anfänger so schwer ziehen lässt. Und ich dachte mir, mit einem Hohner Akkordeon mache ich sicher nichts falsches... Ich freue mich auf eure Antworten. Vielen Dank.

Herzliche Grüße

Carolin
 
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Hallo Carolin,

herzlich willkommen im Musiker-Board!

seine Lehrerin meinte, dass sich diese extrem schwer ziehen lässt.

Hat sie als Lehrerin nicht mal nachgeschaut, woran es liegen könnte oder zumindest eine Vermutung geäußert? Falls nicht, würde ich sie beim nächsten Mal drauf ansprechen!

Es ist immer schwierig, aus der Ferne eine Diagnose zu stellen. Am besten wäre deshalb, wenn Du das Akkordeon mal bei einem Fachmann in Deiner Nähe inspizieren lässt.
"Kleben" die Balgecken aneinander? Knistert irgendetwas? Bälge unterschiedlicher Instrumente sind unterschiedlich leicht-/schwergängig. Wurde das Student 48 womöglich vom Vorbesitzer lange nicht gespielt (und vielleicht sogar unsachgemäß gelagert)?
 
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@caddi

Hat dein Sohn denn mal das Concerto 72 deines Mannes "anprobiert"? Das ist doch nur unwesentlich größer und schwerer als das Student 48.
 
Hallo Carolin,

der/die/das Student ist ja relativ klein (kleiner Balgquerschnitt).
Das bedeutet einerseits, dass durch den kleineren Querschnitt eigentlich weniger Kraft nötig sein müsste (Druck ist Kraft pro Fläche): um den erforderlichen Druck aufzubauen, braucht man also weniger Kraft (dafür hat man einen längeren Balgweg).

In Eurem Fall ist es aber gerade umgekehrt, das Ziehen geht schwerer.

Je größer und schwerer das Akkordeon, desto mehr "hilft" der schwere Bass durch die Schwerkraft ein wenig beim Ziehen und allgemein nehmen die Einflüsse des Balges ab.

In manchen Fällen ist der Balg sehr steif ist und man muss praktisch wie bei einer Feder Kraft aufbringen, um ihn zu dehnen.
Ist das bei Euch der so? Dann müsste das Akkordeon nämlich im Zudruck deutlich weniger Kraft benötigten, auch im Vergleich mit dem Concerto, weil der störrische Balg sich ja wie eine Feder wieder zusammenziehen will.

Das bedeutet: Zug schwerer als bei Concerto, Druck aber leichter?
Oder anders gefragt: muss man Kraft aufwenden, um den Balg "offen" zu halten? Wie bei einem Gummi-Expander?


Hat dein Sohn denn mal das Concerto 72 deines Mannes "anprobiert"? Das ist doch nur unwesentlich größer und schwerer als das Student 48.
Ich hatte etwa in dem Alter mal ein Concerto II (also zweichörig, leichter geht's nicht) mit 72 Bässen geschenkt bekommen, das war mir irgendwie zu schwer damals. Vielleicht war ich auch zu weinerlich... :nix:

Viele Grüße
Torsten
 
Liebe Mitglieder!

Vielen herzlichen Dank für eure Antworten.
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Liebe Mitglieder!

Vielen herzlichen Dank für eure Antworten. Also, wir hatten jetzt eine etwas längere Spielpause, sind aber jetzt in den Onlineunterricht übergegangen.

Die Akkordeonlehrerin meines Sohnes meint nach wie vor, dass die Student 48 viel zu groß und zu schwer (sowohl vom Gewicht als auch vom Ziehen her) für ihn sei. Außerdem könne er die Bassknöpfe nicht richtig greifen.
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Deshalb haben wir zur Zeit ein Leihgerät von ihr, nämlich das
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Classic Cant. Secondo Kinder Akkordeon 8 Bass rot.
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Die Lehrerin meint, damit hätte er viel mehr Erfolgserlebnisse und wir sollten uns selbst eines in dieser Größe kaufen. Für das Leihgerät fallen nämlich auch Kosten an. Was haltet ihr von diesem Gerät? Soll ich wirklich so ein kleines Akkordeon kaufen? Es ist wirklich mini im Gegensatz zum Student 48.
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Ich habe jetzt beim Üben immer mit der Student 48 mitgespielt und mir kommt es ehrlich gesagt gar nicht so schwer beim Ziehen vor. Schon schwerer als das Akkordeon meines Mannes, aber für mich völlig in Ordnung. Vielleicht aber zu schwer für meinen Buben...
Ich bin jetzt wirklich am Überlegen, ob ich noch ein kleineres, leichteres Instrument kaufen soll. Was haltet ihr von dem Hohner Kiddy mit 40 Bässen? Das ist etwas kleiner und leichter, aber doch nicht so mini wie das Classic Cant.
Vielen herzlichen Dank für eure Antworten im Voraus.
Herzliche Grüße
Caro
 
Classic Cant. Secondo Kinder Akkordeon 8 Bass rot.

Was haltet ihr von diesem Gerät?

Zumindest halte ich eine Anschaffung für falsch/überflüssig, denn diese Instrumentengröße spielt man höchstens für eine extrem kurze Zeitspanne. Leihen ist hier (trotz ggf. zusätzlicher Kosten) IMHO die sinnvollere Variante, solange bis das vorhandene 48er spieltechnisch/ergonomisch in Reichweite ist.

Siehe auch dort: https://www.musiker-board.de/threads/akkordeon-fuer-5-jaehrige-tochter.715798/
 
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Ich schließe mich Wil_Riker da voll inhaltlich an. Für diesen Preis (bei Kirstein z.B. um 200 inkl. Notenständer) kann man kein (Lern-) Instrument bauen, auch nicht in China.

Ich würde darauf warten, bis er mit dem 48-Bässigen Hohner zurecht kommt. Im Alter von sechs Jahren sind Kinder ja noch recht schmächtig. Da ist der Eifer groß, aber leider der Körper für so ein schweres Instrument (im Vergleich zum Körpergewicht) noch zu klein.

Das Hohner Kiddy mit 40 Bässen erscheint mir jetzt nicht wesentlich leichter handhabbar als das 48-Bässige. Da würde ich jetzt nicht noch Mal investieren.

Auch wenn er die Bass-Knöpfe beim Cantabile besser greifen kann, so sind 8 Knöpfe, also 4 Bass-Knöpfe plus 4 Akkord-Knöpfe nicht sonderlich viel, was er damit lernen könnte.

Vielleicht wäre die Option Melodica (Blasharmonika) eine sinnvolle Alternative, bis er ein bisschen gewachsen ist.
 
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Ich würde dazu raten, mit dem Instrument mal eine Akkordeonwerkstatt aufzusuchen und es durchchecken zu lassen. Besonders schwergängig sollte der Balg bei einer Student im Normalfall eigentlich nicht sein.

Die Student 48 ist nicht wirklich größer als eine Student 40 oder Student V - so eine hab ich mit 6 Jahren gespielt und ich war als Kind eher unter den "Kleinen".

Liegen könnte das IMHO beispielsweise an nicht korrekt öffnenden Klappen, an im Lauf der Jahre spröde oder steif gewordenen Balgteilen (notfalls kriegt man für eine Student auch durchaus noch einen bezahlbaren Ersatzbalg her) oder an verhärteten Ventilen, die den Luftstrom behindern. Vielleicht sind auch Stimmplatten verklebt. Das kann man alles prüfen.

Zu einer Neuanschaffung würde ich auch nicht raten.

Wenn überhaupt, sollte man mal bei Lehrer oder Musikschule nachfragen, ob vielleicht die Möglichkeit besteht, für 6-12 Monate eine Hohner XS zu mieten.

Die wurden in letzter Zeit von Hohner zu diesem Zweck vereinzelt an Vereine und Musikschulen verschenkt, einige Händler bieten auch Mietmöglichkeiten an - mit Mietpreisen von vielleicht 5-15€/ pro Monat ist das für 12 Monate immer noch billiger als ein Kauf eines Gebrauchtinstruments und man hat ein Gerät, das top in Schuß und perfekt passend ist.

Die XS ist nochmal deutlich kompakter und leichter als die Student, extra für diese Altersgruppe gebaut und zwar klein mit viel Plastik, aber durchaus im Rahmen der Größe ein vollwertiges Akkordeon mit sattem Klang und Baßteil. Dazu "Kinderzimmer-tauglich" robust, das sollte man nicht unterschätzen. Allerdings ist sie mit knapp 600€ als Kaufinstrument IMHO deutlich zu teuer, denn länger wie 6-12 Monate wird die kaum ein Schüler spielen (wollen).

Als Leih- oder Mietinstrument hätte man damit einen guten Einstieg. Nach einem Jahr kann man je nach Körpergröße auf die vorhandene Student oder gleich auf die Concerto 72 wechseln, das sind an sich in der Größe durchaus ordentliche Instrumente. Ich würde dann aber auch noch raten, die bei der Gelegenheit mal durcchecken und ggf. überholen zu lassen.
 
Wir haben für unseren 6-jährigen Sohn, welcher gerne Akkordeon lernen möchte, eine gebrauchte Student 48 gekauft. Gestern hatte er zum ersten Mal Unterricht und seine Lehrerin meinte, dass sich diese extrem schwer ziehen lässt.

Wenn sich er Balg bei diesem "kleinen" Akkordeon schwer ziehen lässt, dann stimmt irgendwas nicht - in der Regel beim Balg selbst. Das kann alle möglichen Gründe habe , schließlich ist das Akkordeon schon etwas älter. Ich kenne diese kleinen Instrument als relativ normal leichtgängig. Da würd ich im Zweifelsfall mal einen Fachman fragen, was man dagegen machen kann. Akkordeonlehrer stellen zwar meist die erste Instanz dar - aber das sind Musiker und Lehrer, keine Instrumentenbauer. Die können sich mitunter auch ganz gut auskennen, müssen aber nicht! Der Fachmann (HZIM) der kennt sich aber defnitiv aus.

Ob jetzt die 48 bässige Student das richtige Instrument für den 6-jährigen Sohn ist, ist schwer zu sagen. Hängt vom Kind ab. Mein Sohn hätte mit 6 Jahren die 48 bässige Student noch nicht gestemmt bekommen. Kinder wachsen in dem Alter recht rasch. Mit 8 Jahren sieht hier die Welt schon wieder ganz anders aus - da würd ich sagen, das kann dann gut passen.

Ich habe seinerzeit mit einer 48-bässigen Concerto (ist in etwa das gleiche wie die Student48) im Alter von 10 Jahren angefangen - da war das Instrument bald schon wieder zu klein.

Die XS ist nochmal deutlich kompakter und leichter als die Student, extra für diese Altersgruppe gebaut und zwar klein mit viel Plastik, aber durchaus im Rahmen der Größe ein vollwertiges Akkordeon mit sattem Klang und Baßteil. Dazu "Kinderzimmer-tauglich" robust, das sollte man nicht unterschätzen. Allerdings ist sie mit knapp 600€ als Kaufinstrument IMHO deutlich zu teuer, denn länger wie 6-12 Monate wird die kaum ein Schüler spielen (wollen).

Die Hohner XS wäre vermutlich im Moment tatsächlich das passende Instrument. Dass das Gehäuse aus Kunststoff ist, würde mich jetzt nicht stören - im Gegenteil: damit hält das Ding auch mal n bissl unsachgemäße Behandlung aus. Und das Instrument wurde von Hohner aktiv und bewusst für diese Altersgruppe entwickelt. Das ist kein Kompromiss , sondern ein Instrument das für kleine Kinder und kleine Kinderhände entwickelt wurde - auch unter ergonomischen Gesichtspunkten!

Der Preis erschreckt einen erstmal, aber das ist ein komplettes Akkordeon, das ein richtiges Musikinstrument ist und kein Fake, oder Billigspielzeug oder so - das ist ein richtiges vollwertiges und wertiges Akkordeon!


Was den Preis angeht, so sehe ich das relativ. Wenn man das Instrument kauft, dann heißt das nicht das man das später nicht auch wieder verkaufen kann! Zumindest bei mir war das seinerzeit völlig normal, dass man als Kind ein gebrauchtes Instrument bekam. Und wenn man aus dem dann "rausgewachsen" war, bekam man das nächst größere - natürlich auch gebraucht... meinen und den Eltern meiner mitlernenden wäre es glaub ich nicht mal ansatzweise in den Sinn gekommen uns ein neues zu kaufen! Und es war auch für uns ok so!

Die Instrumente sahen auch "gebraucht"" aus - aber das hat niemand gestört... denn das Teil hatte Macken als ich es bekam und hatte ein paar Macken mehr, als es wieder weiterverkauft wurde.

Klar hat man nicht mehr das gleiche Geld beim Weiterverkauf bekommen, aber doch einen guten Teil davon, so dass sich die Anschaffungskosten relativierten. Diese "Schülerinstrumente" gabs wie Sand am Meer und waren auch genauso wieder gesucht - man bekam die also auch wieder los. Wobei ich hier einschränken muss: wir hatten seinerzeit einen umtriebigen Akkordeonfachmann im Nachbarort über den der Handel jeweils abgewickelt wurde. Der richtete die Dinger immer wieder her, verkaufte die wieder und nahm dafür die bisherigen in Zahlung. Das war dann in etwa so : 72 bässige Concerto (gebraucht) mitgenommen, und im Gegenzug 48 bässige Concerto + 200 Mark dagelassen. (das war damals in den 70-ern)

Die Hohner XS wirds gebraucht nicht geben - die ist ja erst seit ca. 2 Jahren am Markt. Von daher ist hier die Einstiegsschwelle halt schon n bissl höher. Und einen Verkaufsmarkt für die Dinger wirds im Moment auch noch kaum geben... aber ich vermute , der wird sich entwickeln, spätestens in ein paar Jahren wenn sich das Ding bei den jüngsten Akkordeoneinsteigern etabliert hat.
 
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Wenn Du mal von 12 Monaten Nutzungszeit ausgehst und von einem für dieses Instrument eher hohen Mietpreis von 15€ monatlich, dann sind das 180€ Miete.

Auch bei einem kurzfristigen Wiederverkauf kann man höchstens damit rechnen, 2/3 des Neupreises für Gebrauchtware zu kriegen, eher die Hälfte. Das wären bei 600€ Listenpreis ca. 400€ - man legt also mindestens 200-300€ drauf.

Dazu kommt, daß man für das gekaufte Instrument erstmal wieder einen Käufer finden muß. Das mag in dem Fall einfach sein, Zeit steckt man trotzdem rein. Ein Mietinstrument gibt man zurück, kriegt ggf. seine Kaution (so überhaupt gefordert) wieder und gut ist. Einige Schulen/Vereine gewähren sogar einen Teil des Mietpreises als Zuschuß wenn man dann ein größeres Instrument kauft.

Und bei so kleinen Kindern besteht immer das Risiko, daß sich Interessen noch sehr schnell ändern können. Vielleicht solls in 3 Monaten schon kein Akkordeon mehr sein, sondern eine Flöte oder ein Schlagzeug? Oder es kommt ein Wachstumsschub und man hätte doch gerne früher ein größeres Instrument? Weiß man nie.

Mietverträge lassen sich in solchen Fällen normalerweise unbürokratisch kündigen. Ein gekauftes Instrument will dann erstmal verkauft werden, mit entsprechendem Wertverlust. Und die XS ist zu klein, um später als "Lagerfeuerinstrument" genutzt zu werden, dafür nimmt man eher was mit 72 Bässen, vielleicht noch 40 aber das ist auch schon arg klein.

Deshalb klare Empfehlung: Einstiegsinstrument wenn möglich leihen oder mieten. Wenn das Kind die Schwelle zu 72 Bässen überschreitet ist ein Gebrauchtkauf beim Fachhändler die preisgünstigste seriöse Option - dieses Instrument kann mehrere Jahre gespielt und später "zweitgenutzt" werden, da legt man mit Mieten auf Dauer eher drauf. Neukauf geht natürlich auch, wird aber deutlich teurer - sollte man nur machen wenn das Geld nicht so weh tut.

Im Zweifel lieber etwas Geld zurücklegen fürs Konzertinstrument, das meist mit 14-18 Jahren erworben wird und dann 96 oder 120 Bässe hat. Bis dahin ist der Musizierwunsch bereits über Jahre gefestigt und das Instrument eine Anschaffung fürs ganze Leben, dafür kann (und sollte) man ruhig ordentlich Geld ausgeben - und wenns ein Cassotto-Instrument wird, muß man das auch. Auch das kann natürlich ein gut überholtes Gebrauchtinstrument sein, wenn man zu den damit verbundenen Kompromissen bereit ist.
 
Vielen herzlichen Dank für eure hilfreichen Antworten und die vielen Tipps.

Herzliche Grüße

Carolin
 

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