Holzbläser-Akkorde im Orchester

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Kater Blau
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Hallo und frohes neues Jahr euch allen!

Ich habe eine Frage zur Konzertfassung des Hummelfluges:


View: https://youtu.be/aYAJopwEYv8?si=ffToBHesOutTqtEF&t=110

Dort gibt es eine Stelle, bei der drei Posaunen einen Choral spielen. Darüber erklingen 6 Holzbläser (Flöten, Oboen und Klarinetten in Paaren), die den Choral rhythmisiert in der Höhe erweitern (siehe Screenshot).
Meine Frage an euch ist, warum Korsakov an dieser Stelle für das obere Holz eine solche Disposition verwendet (ganz oben 2 Flöten, darunter die Einrahmung von Oboen und Klarinetten). Warum hat er nicht jedes Paar in der Superposition übereinander gelegt? Was hat er sich hiervon klanglich versprochen?

1767372876533.png
 
Ich verstehe zwar nicht, was du mit der Frage "Warum hat er nicht jedes Paar in der Superposition übereinander gelegt?" genau meinst, will aber eine Antwort versuchen.

Bezogen auf den ersten Akkord als Beispiel spielen die A-Klarinetten klingend G1 und D2, die Oboen Bb1 und G2, die Flöten Bb2 und D3. Die Klarinetten also das Rahmenintervall der Quinte, die 2. Oboe ergänzt die Terz, die 1. Oboe die Oktave der Grundtons, die 2. Flöte die Oktave der Terz und die 1. Flöte die Oktave der Quinte. In der Kombination ergibt sich so der G-Moll Akkord über anderthalb Oktaven in enger Lage, also einerseits sozusagen ´kompakt´, aber in einer dennoch klanglich aufgefächerten und farbigen Gestalt, u.a., weil die Terz zwischen den Tönen/der Quinte der Klarinette eingereiht ist.
Die Instrumente bleiben dabei in einer für sie jeweils guten Lage, vor allem dass die Flöten ganz oben liegen, passt für sie sehr gut.

So kommen diese Akkorde sowohl mit einem recht satten, vollen Klang, und wegen der Flöten obendrauf mit einer schönen Brillanz, kombiniert mit einer gewissen nuancierteren Farbigkeit.
 
Danke dir, lieber LoboMix für deine Antwort!

Ich verstehe zwar nicht, was du mit der Frage "Warum hat er nicht jedes Paar in der Superposition übereinander gelegt?" genau meinst
Korsakov hat ja selbst ein Buch zur Instrumentation geschrieben, in der er unter anderem diese Begriffe Superposition und Einrahmung verwendet. Superposition ist seiner Ansicht nach der Normalfall wie man bei Holzbläsern schreiben sollte. D.h. ganz oben die beiden Flöten, darunter die beiden Oboen, darunter die Klarinetten usw. Dass das so auch für Gewöhnlich gehandhabt wird, kenne ich von meinem eigenen Partiturlesen. Die Frage ist nun, warum hier nicht auch so?

Die Instrumente bleiben dabei in einer für sie jeweils guten Lage, vor allem dass die Flöten ganz oben liegen, passt für sie sehr gut.
Die Register für Oboe und Klarinetten wären ja auch in der oben beschriebenen Superposition ("Normalfall") gute Lagen für jeweils beide Instrumente. Korsakov schreibt selbst, dass die Einrahmung zu mehr Verschmelzung führt. Wie man allerdings in der Aufnahme hört, hört man von den Holzbläsern an dieser Stelle nur sehr wenig. Von dem her wundere ich mich, ob man den Unterschied der Dispositionen überhaupt hören würde. Fallen euch weitere Gründe für die Einrahmung der 1. Klarinette/2. Oboe ein?
 

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