Ibanez S1540FM - Gitarre vom Gebrauchtmarkt wieder instandsetzen

Pie-314
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Hallo MB Community,

Ich habe vor einigen Tagen auf dem Gebrauchtmarkt eine wunderbare Ibanez Prestige Gitarre erstanden:

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Diese möchte ich nun wieder ein wenig herrichten (lassen), wenn auch sie schon in einem generell recht passablen Zustand kam.

An der Gitarre ist seitens der Vorbesitzer bereits einiges modifiziert worden:
  • Die originalen Quantum-Tonabnehmer wurden durch ein DiMarzio-Set ersetzt: Air Norton (Hals), Injector (Mitte) und Tone Zone (Steg). Schmeckt dem Pie!
  • Zusätzlich wurde ein dreistufiger Mini-Toggle-Schalter eingebaut, der es erlaubt, die Humbucker der Gitarre im kompletten Split Betrieb, in Serie oder parallel geschaltet zu verwenden.
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Das sind zumindest mal die Dinger, von denen ich weiß bzw. die mir aufgefallen sind.

Nachdem die Gitarre auf eine andere Saitenstärke als meine eingestellt kam, und ich dann die dringend benötigten 009er bis 046er aufgezogen hatte, war natürlich die Einstellung des Floyd Rose total im Ar***.
Aber meine Erfahrungen mit meinen letzen beiden Ibanez und mit meiner Les Paul Shred haben mich das echt gut hinbekommen lassen.

Dadurch war dann wiederum aber natürlich auch die Halskrümmung da, wo die Floyd Rose Einstellung gerade eben noch war: Unter der Gürtellinie.
Und die habe ich alleine nicht hinbekommen, weil... ich das passende Werkzeug nicht hatte. :oops: 😵 Das Halsstab Tool mit der Inbusfassung, das ich für meine Les Pauls habe, passt da nicht.
Aber im Nachbarort gibt es eine Musikschule mit Veranstaltungsbühne und einfacher Werkstatt, die haben das für fünf!! €uro erledigt.
Das passende Werkzeug habe ich bestellt, nächstes Mal mach ich das dann auch wieder selber. 😄

Der Dude in der Werkstatt hat es gut gemeint und wollte eine maximal niedrige Saitenlage einstellen, zumindest auf den hohen Saiten.
Das war dann schon so niedrig, dass man gehört hat, dass die schwingende Saite an die Bünde dotzt und sich dadurch selbst das Sustain abgräbt.
Also die hohen Saiten ein wenig höher gelegt, die Tiefen waren dafür zu hoch, die tiefergelegt. Dem Pie kann man es auch nicht recht machen!
Jetzt passts - bis auf die kratzigen ungepflegten Bünde selbst. Bin halt Edelstahlbünde gewohnt und verwöhnt, da will man nie mehr was anderes.😄

Aber ein bisschen Handlungsbedarf besteht dann doch noch.

Stichwort Edelstahlbünde:
Das habe ich ja gerade schon angesprochen. Ich werde also mal bei UniCut Guitars anfragen, ob Flo einen Termin für mich finden kann.
Der hat mir ja schon auf ein paar meiner Gibson Les Paul Gitarren Edelstahl draufgebaut, und das war in jedem Fall der Hammer und die beste Aufwertung für all diese Gitarren überhaupt.

Das Volume Poti muss ausgetauscht werden, das läuft recht ausgenudelt und viel zu schnell.
Muss ich dabei etwas beachten? Bei Gibson Gitarren weiß ich, dass ich logarithmisch und 500kOhm brauche, aber bei einer Ibanez mit nachgerüsteten DiMarzios fehlt mir die Erfahrung. Hat da jemand von Euch Tipps für mich, bitte? :)

Die Gitarre kam ohne Backplate bzw. Abdeckung für die Fräsung der Floyd Rose Federkammer.
Bei unserem Lieblingsladen, dem thomann, finde ich da nichts.
Früher war der Vertrieb für Ibanez bei Meinl, ist das noch so? Oder macht es Sinn, bei Warwick mal anzufragen, die haben doch auch immer alles? :unsure:

Die Zebra PUs gefallen mir nicht so. Meines Wissens nach gibt es da sogenannte Bobbins, die man da einfach nur drauf / drüber klebt. Ich hätte gerne welche in Schwarz, aber auch da finde ich beim thomann nichts.
Selbes Problem wie bei der Backplate: Meinl? Warwick?

Dann muss die Klinkenbuchse gecheckt werden: Entweder sie, oder mein Gitarrenkabel hat einen Wackler.
Ist das bei S-Modellen von Ibanez ein bekanntes Problem? Mich drückt da was ganz leicht im Hinterkopf, als hätte das meine S570 seinerzeit auch mal gezeigt. Aber ich bin mir nicht mehr sicher.

Und zu guter Letzt erwäge ich den Einbau eines Backstop, da ich es nicht mag, wenn sich beim Saiten benden die Tonhöhe der anderen Saiten verringert.
Und bei einer gerissenen Saite hat ein Backstop ja wohl auch Vorteile.
Welches Modell empfiehlt sich da bzw. passt für dieses Instrument?

Ich hoffe vor allem auf Tipps von Dir, @gitarrero! , da Du ja unser HCA für Ibanez Gitarren bist.
Vielen Dank dafür im Voraus! :keks:
 
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eine schöne Gitarre.

die Bünde würde ich aber erst ersetzen wenn es auch notwendig ist. Und bis dahin deine polieren. Es gibt dann beim Spielgefühl keinen Unterschied. Deine sehen zumindest auf dem Bild ziemlich matt aus.

Ich mache das immer mit einer Metalpolitur. Ich klebe das Griffbrett ab, dann gehe mit einem Baumwolltuch und bisschen Politur drüber. Das Spielgefühl ist danach butterweich.

Falls die Bünde wirklich stark korrodiert sind, kann man auch erstmal mit 1000er Schleifpapier drüber gehen.
 
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Ja, ich hab hier auch so Polierdinger:

Göldo Fret Polishing Rubber


Aber ich dachte, gleich Nägel mit Köpfen? :unsure:

Vor allem sind die Originalbünde recht schmal und niedrig, und ich bin jetzt mittlerweile auch die Medium Jumbos gewohnt...
 
Sehr schöne Gitarre, Glückwunsch zum Erwerb :cool:
Eine Ibanez mit schmalen und niedrigen Bünden ? Sind die noch orischinol ?
 
Soweit ich weiß, wurde außer den oben genannten Modifikationen sonst nix an der Gitarre gemacht.

Mit "schmalen und niedrig" meine ich halt "im Vergleich zu den Medium Jumbos, die mir UniCut auf meine Les Pauls gemacht hat".
Vielleicht sind die ja sogar einigermaßen breit und hoch, aber eben im Vergleich... 😄

Und nochwas muss auf die Liste, trage ich mal oben nach:

Etweder hat mein Gitarrenkabel einen Wackler, oder die Klinkenbuchse. :unsure:
 
Weisst Du, welchen Bunddraht Dir Unicut drauf gemacht hat ?
 
Nein, ich müsste ihn fragen, Wagner irgendwas.

Aber er ist gerade auf der Namm in LA. 😄
 
Na aufwecken muss man deswegen niemanden ;-)
 
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Zu Gitarrenkabel und Buchse:
Hatte die Erfahrung mit einem IbanezBass gemacht, dass mein Kabel DORT nicht richtig funktionierte. (und in einer (1!) anderen Gitarre auch nicht! War außer Haus und hatte "nur" das Eine Kabel mit...)
Hatte den Bass dann zur Rep mit nach Hause genommen. Anderes Kabel genommen, und alles wieder in Ordnung. :rolleyes:

Also nicht das Kabel selber war das Problem, sondern, dass der Stecker offenbar nicht richtig passt (und bei ü30 anderen Gitarren/Bässen hier keine Probleme macht!) Klinke zu lang oder zu kurz oder was auch immer mit der Buchse da nicht zusammengepasst hatte!

Die Ibanez-Buchse hätte dann über 25€ im Austausch gekostet (weil lang und vollständig gekapselt) Das konnte ich so sparen!

Schöne Gitarre übrigens!

Viel Erfolg!

Edit sagt noch: Die Spaxe beim SC gehen gar nicht! Falls Schrauben mal nicht mehr so toll sind, aber die Originalen weiterbenutzt werden sollen, stecke ich die schon mal in einen Karton mit der Spitze ein, und gehe da kurz mit schwarzem Dosenlack drüber. Das hält dann die nächsten 10 Jahre locker!
Hier https://www.musiker-board.de/threads/life-hacks-fuer-gitarristen.556041/post-9858915 wird der Umbau auf "normale" Klinkenbuchsen behandelt. Ob bei Deiner dafür überhaupt Platz wäre kann ich nicht sagen!
 
Grund: Text ergänzt
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@milamber

Ich muss zugeben, dass vorher die Entscheidung zur Neubundierung für mich schon so gut wie gefallen ist, als ich das hier entdeckte:

IMG_20260126_145530776_HDR.jpg


Entlang der g-Saite vom sechsten Bund beginnend bis zum 14.
 
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in dem Fall, ja :)
 
Das Volume Poti muss ausgetauscht werden, das läuft recht ausgenudelt und viel zu schnell.
Muss ich dabei etwas beachten? Bei Gibson Gitarren weiß ich, dass ich logarithmisch und 500kOhm brauche, aber bei einer Ibanez mit nachgerüsteten DiMarzios fehlt mir die Erfahrung. Hat da jemand von Euch Tipps für mich, bitte?
500kOhm logarithmisch funktioniert elektrisch bestens bei den genannten PUs! Achte auf den Schaftdurchmesser, damit Du das Loch im Body nicht aufbohren musst, und den Durchmesser der Achse, damit der jetzige Potiknopf auch draufpasst und die Madenschraube Halt findet.

Die Gitarre kam ohne Backplate bzw. Abdeckung für die Fräsung der Floyd Rose Federkammer.
Bei unserem Lieblingsladen, dem thomann, finde ich da nichts.
Früher war der Vertrieb für Ibanez bei Meinl, ist das noch so? Oder macht es Sinn, bei Warwick mal anzufragen, die haben doch auch immer alles?
Bei Warwick wirst Du vermutlich nicht fündig. Und bei Meinl - also genauer gesagt im Meinlshop - bekommt man keine durchgängig geschlossenen Platten mehr, sondern nur noch welche mit Längsschlitzen mit Zugang zu den Federkrallenschrauben. Leider ist der Bestand sehr dünn im Moment - diese hier wäre für das Lochmaß geeignet, aber sie hat ringsum eine schräge Fase für versenkte Montage, was ja bei einer Saber nicht der Fall ist (da ist die Platte aufliegend), von daher wäre es ungünstig. Für eine Saber aus den 90er Jahren würde ich deswegen zu diesem Produkt raten (Bezugsquelle fivealarmguitars.com in USA - ich habe mir mal ein paar davon importiert, schick mir gerne eine PN). Da kann ich aus eigener Erfahrung die Passform und Bohrungskompatibilität bestätigen.

Die Zebra PUs gefallen mir nicht so. Meines Wissens nach gibt es da sogenannte Bobbins, die man da einfach nur drauf / drüber klebt. Ich hätte gerne welche in Schwarz, aber auch da finde ich beim thomann nichts.
Selbes Problem wie bei der Backplate: Meinl? Warwick?
Bobbins heißen die Spulenkörper selbst, die Blenden (oder Aufkleber) dafür kenne ich unter dem Begriff Bobbin Topper. Bei Thomann / Meinl / Warwick findest Du garantiert nichts, behaupte ich mal.
Probier mal MGH/Der Trashcontainer oder Holighaus Pickups.

Dann muss die Klinkenbuchse gecheckt werden: Entweder sie, oder mein Gitarrenkabel hat einen Wackler.
Ist das bei S-Modellen von Ibanez ein bekanntes Problem?
Nein. Zumindest kein Saber-spezifisches Problem. Eher ein Manko der Zargenbuchsen (aka Röhrenbuchsen), deren Kontakte im Lauf der Zeit gerne mal ausleiern. Hier kannst Du jedoch ein herkömmliches Ersatzteil nutzen, es muss nicht mal eine Stereobuchse sein, da ja keine Onboard-Stromversorgung beim Einstecken eingeschaltet werden muss wie beispielsweise bei einem aktiven Bass.

Und zu guter Letzt erwäge ich den Einbau eines Backstop, da ich es nicht mag, wenn sich beim Saiten benden die Tonhöhe der anderen Saiten verringert.
Und bei einer gerissenen Saite hat ein Backstop ja wohl auch Vorteile.
Welches Modell empfiehlt sich da bzw. passt für dieses Instrument?
Das Original "Ibanez Back Stop Power Play" System wäre wohl die S-Klasse unter diesen Systemen, das ist aber zum Sammlerstück mutiert und kostet mindestens dreistellig. Ansonsten gibt es allerlei Alternativen, angefangen bei der Rockinger (Göldo) Black Box, dazu finden sich bestimmt hier im Board viele Infos zum Nachlesen.
 
Na wenn Du eh lieber etwas höhere Bünde hättest...

Mich irritieren gerade eher die tiefen offenen Poren im Griffbrett, aber mehr noch diese langen Risse.

*
 
das Griffbrett hat schon einige Licks hinter sich, aber es sieht nicht nach einem Problem aus. Zumindest nicht auf dem Bild.
 
achso, ich bin gar nicht auf die Idee gekommen, dass er die Schatten meinen könnte :O
 
Mich irritieren gerade eher (...) diese langen Risse.

sehen aus wie Schlagschatten von den Saiten infolge Blitzlichtfotografie...

Das trifft wohl zu, das ist einfach ungünstig fotografiert.

das Griffbrett hat schon einige Licks hinter sich, aber es sieht nicht nach einem Problem aus.

So ist es, am Griffbrett fühlt sich beim Spielen nichts problematisch an. :)





@gitarrero!

Vielen Dank für Deine zahlreichen Tipps! :)
Es ist gut möglich, dass noch Fragen folgen werden. 😊
 
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Die

sehen aus wie Schlagschatten von den Saiten infolge Blitzlichtfotografie...

achso, ich bin gar nicht auf die Idee gekommen, dass er die Schatten meinen könnte :O

Wäre auch nicht auf die Idee gekommen dass ich so blöd sein könnte. Der Schatten setzt sich ja deutlich auf dem Bundstäbchen fort.

Ich geh´ jetzt mal in irgendeine Ecke und stelle mich mit dem Gesicht zur Wand hinein.

Falls ich noch mal einen Beitrag zur Technik hier schreiben sollte, solltet Ihr den besonders Kritisch betrachten oder einfach ignorieren.

*
 
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