Klarinettisten - Ich verlange eine Erklärung für die Stimmung eurer Instrumente :-)

  • Ersteller Broken_Dread
  • Erstellt am
Heisst das, ich hätte bloss die Gitarre um einen ganzen Ton tiefer stimmen müssen, und dann hätten wir die ganze Literatur für Flöte und Gitarre (von der es ja reichlich gibt!) ohne Transkribieren spielen können???

Ja, klar. Wieso? Ist das jetzt überraschend?

Grüße
Roland
 
Ja, entweder bin ich damals (ist wohl etwa 15 Jahre her) nicht auf die Idee gekommen, es so zu machen, oder die Saiten waren einen Ton tiefer so schlapp, dass es nicht mehr gut geklungen hat.

Aber ich werd mir das merken, und falls mein Bruder wieder mal seine Klarinette vom Speicher herunternehmen sollte, probiere ich es nochmals!

Also danke für die Erleuchtung! :D
 
Ja, mit zu schlappe Saiten, das könnte hinhauen.

Ich erfinde jetzt den "klarinettenkompatiblen Antikapodaster", wird oben an den Hals geschraubt, zaubert zwei Bünde dran und verlängert die Saiten. Die Gitarre ist dann ein Ton tiefer, klangverlustfrei. Dann klappt's auch mit der Klarinette. Und das tollste: auch für alle anderen B-Instrumente: Bassklarinette, Kontrabassklarintte, Soprillo, Sopransaxophon, Tenorsaxophon, Basssaxophon, Subkontrabasstubax, Trompete, ...

Grüße
Roland
 
Es gibt ja auch Baritongitarren, jedenfalls im Bereich E-Gitarre! Ich weiss aber nicht, wie die gestimmt sind.
Ansonsten wäre ich ein Abnehmer für Deinen Antikapodaster! ;) :D

Gruss, Peregrino
 
:D:D:D...ich hoffe doch mal, daß das auch ohne Software, so ganz zu Fuß, kein Problem sein sollte!
Naja bei einem Einzelnen Ton sicher nicht. Aber beim Spielen vom Blatt eine Just in Time Transponierung vorzunehmen würde viele Instrumentalisten wohl doch überfordern. (Ist mit gewisser Übung aber natürlich auch machbar.)
Es sei denn...
Inclusvie dem Trick "im Basschlüssel notierte Partien kann man einfach auf ein Es-Instrument transponieren, in dem man sich einen Violinschlüssel denkt und drei Kreuze weiniger bzw. drei B dazu denkt".
sie haben mit solchem Umdenken auch keine Probleme :great:

Wenn man eine neue Partitur druckt und dann Transponieren kann, damit man nicht mehr umdenken muss meinte ich...
 
Also will ich auch meinen senf dazugeben und als exklarinettist die gitaristenehre wiederherstellen.

Es gibt kleinere Klarineten in C-Stimmung-> wenn mit denen ein c greift erklingt ein c.
Da diese allerdings mehrfür kleinere kinderhände geeignet sind gibt es b klarinetten.
Diese sind genauso aufgebaut nur größer.
Dadurch ändert sich logischerweise der tonumfang ins tiefere.
Wenn ein C-Klarinetist allerdings eine B-Klarinette spielen wollte würden sämtliche griffe und Tonnamen nicht mehr stimmen und er müsste das instrument so gut wie neu erlernen bis auf die technik. Also ist doch eig gar nicht so unlogisch oder?
 
nee.
man spielt jede klarinette genau gleich (böhm und deutsch mal außen vor). egal, ob sie in es, b oder sonstwas ist. die gegriffenen töne (= die griffe) heißen alle gleich, lediglich das was klingt, ist unterschiedlich. ist aber nicht weiter interessant, weil man in nem orchester oder ner blaskapelle die für das jeweilige instrument notierten noten bekommt. wenn dort ein g steht, greift man an seinem instrument ein g und es klingt halt was anderes. aber die noten sind so gemacht, dass es richtig ist. c- und a-klarinetten finden meines wissen nach hauptsächlich gebrauch in orchestern. verbreiteter sind b- und es-klarinetten. im übrigen kenne ich auch erwachsene (auch männer, mit großen händen), die es-klarinetten spielen. ;)
und dass der spieler sein instrument so gut kennt, dass er es transponieren kann, denk ich mal, versteht sich von selbst (oder sollte). dann muss er nix komplett neu lernen. bissl theorie, das wars. ;)
vlg :)

ps: den trick mit dem bassschlüssel kenn ich auch :D
 
Eigenwerbungmodus an:

Schau mal auf meiner Homepage

Da gibt es einen Arrangementkurs-Einführung da wirds erklärt..... :)

Eigenwerbungmodus aus.

Was hier geschrieben wurde stimmt es gibt aber neben dem Instrumentenwechsel und historischen Gründen auch noch einen weiteren. Der Tonumfang. Durch das spielen wird in bestimmten Stimmungen werden Schlüsselwechsel verhindert.
Beispiel: Altsaxophon in Es
Klingender Tonumfang des - as 2
Damit liegt es so das die tiefen Töne eigentlich in den Bereich des Bassschlüssels gehören (oder du hast reichlich Hilfslinien)

notierter Tonumfang b bis f3. Kannst du prima im Violinschlüssel abbilden. Deswegen wird das Altsax eine Sexte höher geschrieben als es klingt.

Ein ähnliches Phänomen tritt bei der Gitarre auf. Sie ist ein Oktavtransponierendes Instrument, damit es sich u.a. leichter notieren lässt. (wurde in vorherigen Post ja schon erwähnt.)

Lieben Gruss Mark

Der sich auch über die Gitarrenstimmung immer wundert und das als Pianist wohl nie verstehen wird.
 
De Gitarre ist so gestimmt, damit man sich beim Akkorde-greifen nicht die Finger bricht.
Die Klarinette ist so gestimmt, weil es Es-,C-,B- und A-Klarinetten gibt, Damit die trotzdem alle gleich zu greifen sind. Ich sehe einfach eine Note auf dem Papier und weiß wie ich sie greife, fertig.
Hätte man das mal bei Geige und Bratsche fertiggebracht, gäb's viel mehr gute Bratscher...
 
Meiner Meinung nach sieht man den Vorteil, wenn man z.B. ein Lied mit 4 Kreuzen spielen muss. Mit einer A-Klarinette ist dies von den Griffen her wesentlich leichter, als auf einer Bb bzw. C oder Es Klarinette.
 
NioX bei MySpace Music
http://www.myspace.com/n1ox

Sehr originell, besonders der erste Titel, und das nach drei Jahren Musizierens - sehr bemerkenswert!

Als Filmmusik würde sich Deine Arbeit auch sehr anbieten!
(Auch wenn es viele Künstler für unschicklich halten, vom Geld zu reden [warum eigentlich?] - in dieser Branche wird [fast] alles sehr gut bezahlt, und dann macht das doch gleich noch mehr Spaß…!)

Zum Thema:
Als ehemaliger Pianist bin ich von der Diskussion hier auch erstmal schrecklich verwirrt, denn bekanntlich schlägt man auf einem Klavier auch an, was man hört.
Aber der Verwirrung ist natürlich das aufschlußreiche Dazulernen gewichen.
Daher: Danke für die erhellenden Beiträge!
 
Zuletzt bearbeitet:
Zum Glück wurde in der klassischen Musik bei fast allen neuen Werken seit ungefähr 1910 diese unzeitgemässe Notationsmethode abgeschafft. Seit dem werden nur die real klingenden Tonhöhen geschrieben, auch Tonartenvorzeichnungen werden nicht mehr verwendet.

So schreibt Schönberg im Vorwort seiner Orchestervariationen op. 31 aus dem Jahre 1926:

"In dieser Partitur gibt es keine transponierenden Instrumente mehr. Klarinetten, Baßklarinette, Englisch-Horn, die Hörner und Trompeten sind wie alle anderen C-Instrumente behandelt, welche immer untransponiert notiert wurden, auch wenn, wie bei den Posaunen, das Originalrohr nicht in C steht. Denn ein Instrument, das die vollständige chromatische Skala besitzt, hat eine solche Ausnahme nicht mehr nötig. Es wird heute längst nicht mehr diejenige Stimmung gewählt, bei welcher am wenigsten (oder keine) Versetzungszeichen benötigt werden; nicht mehr also darauf Rücksicht genommen, daß Bläser in Tonarten mit mehr als 2 Kreuzen oder Been nicht zuhause sind [...]"

Leider hat sich das in anderen Musikbereichen noch nicht so fest eingebürgert, wie in der klassischen Musik des 20. und 21. Jahrhunderts.

Beides (aufgeben von transponierender Notation und Tonartenvorzeichung) hat sich schon im 19. Jahrhundert abgezeichnet, man denke an die 10. Sinfonie Mahlers: Wenn dort Fis-Dur vorgezeichnet ist (immerhin 6 Kreuze) und dann trotzdem die meisten (!) Noten noch Versetzungszeichen haben.

Viele Grüsse!
 
Uff, schon wieder OT:

Schönbergs Büchlein Stil und Gedanke ist sehr empfehlenswert - mit dieser unbestechlichen und außerordentlich erhellenden Klarheit haben sehr wenige, so z.B. Bertolt Brecht und Hanns Eisler (bekanntlich ein Schüler Schönbergs), über Kunst geschrieben!
(Sollte auch in Bibliotheken leicht greifbar sein.)
 

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