Kompositionsstudium geeignet?

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DavidJar
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Hallo,
ich bin aktuell in der Oberstufe am Gymnasium und stehe vor der Frage, was ich danach mache.
Nachdem ich bereits einige Jahre hobbymäßig komponiere (mit einigen Aufführungen an Schule/Musikschule/sogar einer "Auftragsarbeit"),
dachte ich immer, ich würde "einfach" Komposition studieren und Komponist werden.
Durch meine bisherigen Recherchen bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich durchaus in der Lage bin, die Eignungsprüfungen zu bestehen (bis auf evtl. singen, was ich noch dringend üben muss?).
Allerdings habe ich den Eindruck, dass sich das Kompositionsstudium
  1. sich viel mit Zeitgenössischer Musik beschäftigt, die mir jedoch so gar nicht zusagt. (z.B. scheinbar zusammenhangslose Cluster begleitet von wirren Geigenklängen)
    Ich will mir ungern die Mühe der Bewerbung für ein Studium machen, mit dem ich inhaltlich gar nichts anfangen kann.

  2. evtl. gar nicht notwendig in der Branche ist?
    Dazu habe ich bereits ganz unterschiedliche Meinungen gerhört, mit Beispielen von Hans Zimmer bis studiertem Arbeitslosen.
    Wie sicher kommt man als studierter/nich studierter Komponist an Geld?
Wahrscheinlich ist das der 1000te Beitrag, in dem diese Fragen gestellt werden, aber es ist sooo mühselig, an entsprechende Infos zu kommen...
Danke schonmal an alle Antworten :)
 
Einfach mal ein paar Gedanken:

Vorab: Ich hab Musik Lehramt studiert, bin also nicht wirklich in der Lage da tiefgreifende Erfahrungen beizusteuern, außer dass ich ein paar Leute kannte, die auch nebenher mit Komposition Geld verdient haben.

- es ist momentan nicht wirklich abzuschätzen, welchen Einfluss KI haben wird, aber ich kann mir vorstellen, dass eine ganze Menge an "ich brauche Hintergrundmusik für dieses Werbevideo"-Jobs einfach komplett wegfallen werden. Also eine Menge an Low-Level-Brot-und-Butter-Jobs, die da wegrationalisiert werden.

sich viel mit Zeitgenössischer Musik beschäftigt, die mir jedoch so gar nicht zusagt. (z.B. scheinbar zusammenhangslose Cluster begleitet von wirren Geigenklängen)
Ich will mir ungern die Mühe der Bewerbung für ein Studium machen, mit dem ich inhaltlich gar nichts anfangen kann.
Hier hab ich mehrere Gedanken:
- Bevor ich mit meinem Studium angefangen hab, hätte ich mir auch nicht vorstellen können, jemals irgendwas mit Neuer Musik etc anfangen zu können, aber so ein Studium erweitert deine Perspektive gewaltig. Man lernt viele neue Dinge kennen, probiert sich aus und entwickelt sich weiter. Insofern würde ich das nicht direkt abblocken.
- wenn du später wirklich Auftragskomponist bist, bist du Dienstleister. Wenn dein Auftraggeber gerne eine zeitgenössische Komposition haben möchte, bist du entweder flexibel genug, dass du das auch kannst oder du wirst den Auftrag nicht bekommen. Hier ist die Frage, ob du dann eine Nische findest und mit deiner Art von Musik Geld verdienen kannst. Gehe aber davon aus, dass durchaus ein großer Teil deine Auftragsarbeiten nicht umbedingt deiner persönlichen Präferenz entsprechen wird. Es ist mehr Handwerk als Kunst, von wenigen großen Komponisten mal abgesehen, die von ihrer Kunst leben können.
- natürlich ist zeitgenössische Musik zentraler Teil eines Kompositionsstudiums, denn Komposition hat sich ja kontinuierlich weiterentwickelt und diese Entwicklungen sollen natürlich im Studium abgebildet sein. Es würde wenig Sinn ergeben 1920 mit den Inhalten aufzuhören und zu sagen "Ja, alle Entwicklungen danach sind nicht relevant". Gerade die Komplexität zeitgenössischer Musik, die verschiedenen Perspektiven und Ansätze und Ideen sind ein wichtiger Teil, wenn du in der heutigen Zeit agieren möchtest. Zumindest muss man wissen was es alles gibt. Als Musiklehrer kann ich auch nicht sagen "Ach, Barockmusik mag ich nicht, ich mach das in meinem Unterricht nicht". Es wird gefordert, ob es mir nicht gefällt oder doch spielt keine Rolle, es wird vorausgesetzt, dass ich mich damit in meinem Studium auseinandergesetzt habe.

evtl. gar nicht notwendig in der Branche ist?
Dazu habe ich bereits ganz unterschiedliche Meinungen gerhört, mit Beispielen von Hans Zimmer bis studiertem Arbeitslosen.
Wie sicher kommt man als studierter/nich studierter Komponist an Geld?
- Die letzte Frage kann dir natürlich niemand wirklich beantworten, denn das ist totale Zukunftsmusik. Wie oben schon angedeutet, wird KI eine wesentliche Rolle spielen, aber auch sonst ist einfach jeder Weg individuell. Manche Komponisten haben vielleicht wenig Probleme an Aufträge zu kommen, während andere ohne Nebenjob nicht über die Runden kämen.
- Hans Zimmer als Beispiel ergibt sehr wenig Sinn. Zum einen war es eine andere Zeit und er hatte Glück, dass spezielle Fähigkeiten, die er besaß von Personen in seinem Umfeld gefragt waren, die ihm dann ein Sprungbrett waren. Da steckt einfach super viel Glück hinter, eine solche Karriere zu genießen, dass man so etwas nicht planen kann.
- Komponist ist kein geschützter Begriff. jeder kann komponieren und sich Komponist nennen und damit Geld verdienen. Um davon zu leben musst du sehen, dass du dich in der Branche etablierst. Das geht zum einen über Veröffentlichungen, Kooperationen mit anderen Künstlern und aber vor allem auch über Kontakte. Hier sehe ich den großen Vorteil eines Studiums. Du wirst Möglichkeiten haben andere Leute kennenzulernen, Möglichkeiten über Professoren an Leute aus der Szene zu kommen, vielleicht an Kompositionswettbewerben teilzunehmen, weil du die Zeit und Möglichkeiten für Feedback etc hast. Ich hatte im Studium die Möglichkeit an Lehrwerken mitzuschreiben, Auftrittsmöglichkeiten, diverse Kontakte querbeet über den Bildungsbereich kennenzulernen. Da ist dann immer die Frage was man daraus macht und was man möchte. Ich hab die Anfrage einer Professorin abgelehnt, ob ich bei ihr promovieren möchte. Hätte ich diesen Weg eingeschlagen, wäre mein Leben heutzutage vielleicht ganz anders. Aber ein Studium öffnet schon Türen, die man sonst vielleicht gar nicht hätte und Möglichkeiten an die man ohne diese Kontakte gar nicht kommt. Aber wie jedes Studium ist viel Eigeninitiative gefragt und ob man später die ganzen Fähigkeiten braucht, die man im Studium erwirbt ist oft fraglich. Aber es tut auch meist nicht weh sich mit Dingen zu beschäftigen, die außerhalb des eigenen Horizontes oder der eigenen Präferenzen liegen.
 
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Keine Ahnung, was für Musik du vor Augen hast. Zeitgenössische Musik eher nicht, hast du geschrieben. Wenn es in Richtung Popmusik gehen soll, käme evtl. auch die Popakademie Baden-Württemberg in Mannheim in Frage.

Ich habe beruflich nichts mit Musik zu tun, kenne auch die Studiengänge nicht direkt.

Es gibt an versch. Standorten noch andere spezialisierte Studiengänge: Jazz, Alte Musik etc.
 
Ich fürchte, Komponisten für sog. E-Musik sind bis auf sehr wenige Ausnahmen zu einem Hungerleiderdasein verurteilt, wenn sie versuchen, sich davon zu ernähren. Die schreiben Musik, die kaum einer hören will und die also auch keiner kauft. Vermutlich leben sie von Subventionen aus irgendwelchen staatlich Kulturtöpfen und dass da Strom genug fließt, glaube ich nicht.

Für Popmusik oder auch Filmmusik, Werbejingles und so weiter braucht man sicher nicht unbedingt ein klassisches Kompositionsstudium. Komponisten für U-Musik müssen sich dem Markt stellen und ihr Schaffen verkaufen. Dafür braucht man ein Händchen für das, was angesagt ist und vor allem persönliche Beziehungen.

Völlig unabhängig von solchen monetären Überlegungen ist ein Musikstudium etwas sehr Schönes. Es erweitert den musikalischen Horizont ganz enorm, weit jenseits vom gängigen Amateurlevel.

CW
 
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Das Einzige, was ich beitragen kann, ist, dass Du Dich mal bei "lebenden" Beispielen erkundigst. Z.B. sind, was das von Dir betrachtete Studium anbelangt, das Leute, die an den entsprechenden Einrichtungen arbeiten, dort studieren oder dort studiert haben. Dann würde ich schauen, ob es bei verschiedenen Einrichtungen unterschiedliche Ausrichtungen (Lehrpläne, Studienziele) gibt. Letztlich kannst Du noch Leute Fragen, die in dem Beruf arbeiten. Ob Du dazu hier im Board jemanden findest und ob solche Leute hier im Board jetzt auf Deinen Thread stoßen, ist fraglich.

Mir ist jetzt nur Helga Pogatschar bekannt. Schreib sie doch mal an. Kontakt über Homepage Helga Pogatschar. Sie hat auf jeden Fall Erfahrung. Vielleicht kann sie Dir auch andere Kontakte raten oder gar vermitteln.
 
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… Wie sicher kommt man als studierter/nich studierter Komponist an Geld? ßßß
Ich versuche mal eine unverbindliche Einschätzung: Die Wahrscheinlichkeit, mit Komposition ordentlich den eigenen Lebensunterhalt bestreiten zu können, dürfte in etwa unterhalb einer Promille liegen. Und in ein paar Jahren wird es noch schlimmer sein, dann „komponiert“ die KI.

Vor 30 Jahren wollte ich unbedingt Musik studieren und Musiker werden, ich war gar nicht mal so untalentiert. Gott sei Dank hab‘ ich das nicht gemacht - ich wäre chancenlos gewesen und hätte ein Leben lang am Hungertuch genagt. ;)
 
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Als ich studierte, gab es mehrere Dozenten, die als Komponisten werkelten. Zum Teil waren die schon bei bemerkenswerten Opus-Zahlen angekommen. Einmal im Jahr gab es ein Dozentenkonzert - es wurden ihre Werke aufgeführt. Das war noch, ehe ein gewisser Hape Kerkeling "Hurz" aufführte.

Ansonsten hat sich bei mir der Eindruck festgesetzt, dass Studenten Komposition studieren, um später als Kompositionslehrer andere Studenten zu Komponisten auszubilden. Diese wiederum unterrichten dann die nächste Komponistengeneration und so weiter und so fort. Den Taxischein müssen dann aber noch alle nachholen.

Ansonsten verweise ich auf Herrn Bohlen. Der hat eigentlich so ziemlich alles richtig gemacht.

CW
 
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Ansonsten verweise ich auf Herrn Bohlen
Ok, ein ganz klein wenig verkürzt, aber da ist schon was dran :D

Es gibt schon noch eine Welt zwischen Hurz und Bohlen. Die ist aber teils schon recht speziell.
Ein Bekannter von mir z.B. verdient inzwischen tatsächlich einen Gutteil seines Umsatzes mit Komponieren, speziell für sinfonisches Blasorchester. Das Geld kommt insgesamt vom Dirigieren, Unterrichten, Arrangieren und eben auch Komponieren. Entscheidend war da aber nicht ein Studium, sondern der Kontakt zur Szene und ein langsames Entwickeln des Marktes. Das hat viele Jahre gedauert und war so auch nicht absehbar.

Wie sicher kommt man als studierter/nich studierter Komponist an Geld?
Mit Taxi oder anderen Dienstleistungen, ziemlich sicher aber erstmal nicht durch Komponieren ;)
 
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Ich habe so den Eindruck, als gibt es für Komponisten im Wesentlichen drei Optionen:

1. Sie landen einen musikalischen und finanziellen Volltreffer. Fortan reißt man ihnen ihre Notenblätter aus den Händen.
2. Sie kommen irgendwie beim Staat als Beamter/Lehrer/Dozent unter. Ab dann wird 's gemütlich.
3. Sie wechseln den Job.

CW
 
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Im Musikbusiness ist es immer hilfreich, wenn man mehrgleisig und breit aufgestellt unterwegs ist. Z.B.:
  • verschiedene Stile/Genres abdecken
  • Instrumentalist/Sänger sein, im Idealfall auf mehreren Instrumenten
  • kommerzielle Gigs spielen
  • künstlerisch anspruchsvolle Konzerte geben
  • Unterrichten
  • Komponieren, E- und U-Musik
  • Dirigieren
  • Produzieren
  • ...
Wenn man mit dem Komponieren seinen Lebensunterhalt verdienen kann, ist es ja super. Aber wenn das nicht klappt, sollte man einen Plan-B haben. Wenn man Kompositionen verkaufen will, ist es nützlich, wenn man Ahnung von Marketing hat.

Viele Grüße,
McCoy
 
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sich viel mit Zeitgenössischer Musik beschäftigt
Wohl wahr. Wäre ich ausreichend begabt und jung genug, würde ich mich eher über akademische Ausbildungsstätten in Frankreich, Italien oder in den USA informieren.
Bekannte Komponisten aus diesen Ländern kommen mir deutlich unverkrampfter vor, was den musikalischen Umgang mit konventioneller über freie bis fehlende Tonalität angeht. In Deutschland galt das bis Richard Strauss, nach dem Nazismus wurde diese Freiheit prominent anscheinend erst vom späten Karlheinz Stockhausen wiederentdeckt.
Charles Ives, Ernest Bloch, Steve Reich, Nadja Boulanger, Francis Poulenc, Olivier Messiaen, Luciano Berio, Clara Iannotta

Gruß Claus
 
akademische Ausbildungsstätten in Frankreich, Italien oder in den USA informieren. Bekannte Komponisten aus diesen Ländern kommen mir deutlich unverkrampfter vor, was den musikalischen Umgang mit konventioneller über freie bis fehlende Tonalität angeht. In Deutschland galt das bis Richard Strauss, nach dem Nazismus wurde diese Freiheit prominent anscheinend erst vom späten Karlheinz Stockhausen wiederentdeckt.
Charles Ives, Ernest Bloch, Steve Reich, Nadja Boulanger, Francis Poulenc, Olivier Messiaen, Luciano Berio, Clara Iannotta
Hm, ich bekomme hier den Zusammenhang nicht von den genannten KomponistInnen und Ausbildungsstätten in anderen Ländern.
Das sind ja alles keine Komponisten, die sich aktuell in Ausbildung befinden und die Namen lassen auch gar keinen Rückschluss zu, wie aktuell in anderen Ländern im Bereich Komposition ausgebildet wird?
Bin ich da grad nur zu müde oder welcher Schritt fehlt mir?

2. Sie kommen irgendwie beim Staat als Beamter/Lehrer/Dozent unter. Ab dann wird 's gemütlich.
Wir können gerne mal ne Woche tauschen, aber das Wort "gemütlich" und "Lehrer" in einem Satz zu sagen, erscheint mir als Lehrer ein wenig... verklärt...
 
Hm, ich bekomme hier den Zusammenhang nicht von den genannten KomponistInnen und Ausbildungsstätten in anderen Ländern.
Das hat zum Einen beispielhaft auf die USA, Frankreich und Italien hingewiesen gemeint und zum anderen die im Text erwähnte Tonalität bis Atonalität illustrieren sollen, so wie ich sie verstehe.
Natürlich sind das nur ein paar heruasgegriffene Musiker, die mir gerade einfielen und andere bedeutende Namen wie Schönberg, Webern, Gershwin, Bernstein und viele, viele mehr habe ich schon der Kürze wegen weggelassen. Außerdem dachte ich, "Leben und Werk" der genannten Musiker seien einigermaßen bekannt und wären sonst leicht nachzulesen.

Wie hier im Fachbereich vor Kurzem geschildert wurde, scheint es an deutschen Muskhochschulen weit weniger vielfarbig zuzugehen, als es noch für die klassische Musik des letzten Jahrhunderts galt.
Umso bemerkenswerter, wenn davon heute nichts mehr in den Kompositionsunterricht einfließt.
Nun kann ich mir kaum vorstellen, dass durch die Zementierung der Atonalität als "zeitgenössische Musik" bereits neue Türen aufgestoßen würden, von daher verstehe ich deren Vorherrschaft im Kompositionsstudium bei uns nicht.

Gruß Claus
 
eher über akademische Ausbildungsstätten in Frankreich, Italien oder in den USA informieren.
Bekannte Komponisten aus diesen Ländern kommen mir deutlich unverkrampfter vor, was den musikalischen Umgang mit konventioneller über freie bis fehlende Tonalität angeht.
Na ja, da lohnt es sich, gerade die Bio des in alten deutschen Stilen ausgebildeten Komponisten und beruflichen Versicherungsvertreter Ives zu studieren;-)
Von seinen Ausbildungswurzeln kann sich jeder frei machen, muss es aber auch selbst.

Ansonsten finde ich den Beitrag #3 von @FZiegler sehr wichtig.
 
Wie hier im Fachbereich vor Kurzem geschildert wurde, scheint es an detuschen Muskhochschulen weit weniger vielfarbig zuzugehen,
Ich würde jetzt einen einzelnen Erfahrungsbericht nicht direkt als stellvertretend für die gesamte Musikhochschullandschaft betrachten.

Wenn du dir z.B. den Kompositionsstudiengang and der HfMDK Frankfurt anguckst (ich hab grad nur mal fix 2-3 gegooglet), erscheint dieser mir äußerst flexibel und vielfarbig zu sein, was die Studienordnung angeht:
Die Wörter "Atonalität" oder "Neue Musik" finden sich nicht einmal in der Studienordnung.. insofern ist da auch keine Vorherrschaft zu sehen..

Auch aus meinem Musik-Lehramtsstudium bleibt mir die Erkenntnis: Studium ist, was man daraus macht.
Ich hätte durch mein komplettes Studium gehen können, ohne mich jemals mit Musik der Renaissance, mit Opern oder Jazz zu beschäftigen.
Ein Studium gibt Eckpunkte, aber es sind nicht nur die Seminare, die man pflichtweise belegen muss.
Ich hab bestimmt 15 Seminare zu viel gemacht, die ich mir nirgendwo anrechnen lassen konnte, einfach weil es mich interessiert hat und angeboten wurde. Etwa "Musik und Architektur", was eine fachschaftsübergreifende Kooperation war, die mir ganz neue Welten eröffnet hat.

Ich glaube, dass es da je nach Studienort, Professoren zur Studienzeit, Komilitonen und eigenen Interessen sehr sehr unterschiedlich ist, wie man sein Studium wahrnimmt und was man für den späteren Beruf daraus zieht.
Würde jetzt nicht aufgrund einer einzigen eher negativen Erfahrung direkt den gesamten Studienstandort Deutschland verteufeln wollen...
 
Ansonsten finde ich den Beitrag #3 von @FZiegler sehr wichtig.

Wenn @DavidJar tatäschlich Filmmusik vorschwebt, dann kann ich mir eine Pop-Akademie nicht vorstellen, um sich diesem Zeil zu nähern.
Wie es praktisch laufen kann, berichtet Anne-Kathrin Dern in einem Podcast und zur aktuellen Arbeit auf ihrem YT Kanal, sie lebt und arbeitet in Hollywood.
Versicherungsvertreter Ives
Ives war Kind eines Musikers und studierte Musik in Yale, wo er seine 1. Symphonie als Abschlussarbeit komponierte. Ob er Versicherungsvedrtreter war weiß ich nicht, jedenfalls arbeitete er nach dem Studium bei einer Lebensversicherung und gründete nach dessen Pleite mit einem Partner sein eigenes Unternehmen, das erfolgreich war.
In jenen Jahren Anfang des letzen Jahrhunderts war er auch als Komponist und wie schon lange zuvor weiterhin als Kirchenorganist tätig. Mit nur 33 Jahren wurde er 1907 herzkrank und später kam Diabetes dazu, aber Ives komponierte noch bis 1927. Das Ende der kompositorischen Tätigkeit kam abrupt und 1930 zog er sich auch aus seiner Firma zurück. Die Jahre danach überarbeitete er noch verschiedene seiner Werke.
Anerkennung erfuhr Ives zum Beispiel durch Arnold Schönberg, Igor Strawinsky, John Cage und Leonard Bernstein, der 1952 die Erstaufführung der 2. Symphonie in einer Rundfunkausstrahlung dirigierte. 1954 starb Ives an einem Schlaganfall.
Bio zusammengefasst aus: https://en.wikipedia.org/wiki/Charles_Ives

Ich finde es bewundernswert, dass es Charles Ives schaffte, seinen Traum vom Leben als Komponist über Jahrzehnte trotz der Belastung durch die unternehmerische Tätigkeit und die Einschränkung seiner Herzerkrankung zu verfolgen.

@Disgracer Ich kenne einige deutsche Berufsmusiker meiner Generation in der klassischen Musik, auch ehemalige Hochschul-Professoren.
Den Erfahrungsbericht habe ich für die Mitleser im Board zitiert.

Gruß Claus
 
Wenn @DavidJar tatäschlich Filmmusik vorschwebt
... da würde ich deine Einschätzung teilen, aber er schreibt nicht, ob er das möchte, die Intention bleibt offen (leider hat er bisher noch nicht geantwortet) ...
Ives war Kind eines Musikers und studierte Musik
Ja, da hatte er hervorragende Grundbedingungen; mir ist nicht ganz klar, ob er ein dediziertes Kompositionsstudium machte oder ob Komposition "nur" ein Teil seines Studiums war.
Ich finde es bewundernswert, dass es Charles Ives schaffte, seinen Traum vom Leben als Komponist über Jahrzehnte trotz der Belastung durch die unternehmerische Tätigkeit und die Einschränkung seiner Herzerkrankung zu verfolgen.
Ja, auf jeden Fall. Seine Musik, mir nähergebracht durch meinen Musiklehrer, war dann auch ein Baustein für mich, Musikwissenschaft zu studieren. Sehr faszinierend.
Aber, @DavidJar : Weißt du schon, in welche Richtung es gehen soll?
 

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