Musik auf Lehramt - Segen oder Fluch?!

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Hallo Leute,

Ich stehe vor einem eher größeren Problem... Zur Zeit studiere ich Englisch auf Gymnasiallehramt. Da allerdings ein Fach alleine nicht geht für Lehramt, habe ich als eine Art Übergangsfach noch ein zweites Fach dazu genommen, aber eigentlich nur solange, bis ich es geschaft habe, die Musikaufnahmeprüfung zu bestehen und auf Schulmusik studieren zu können. So war der ursprüngliche Plan... Sprich: Englisch und Musik auf Lehramt.

Jetzt komme ich allerdings mehr und mehr davon ab, Musik wirklich anfangen wollen zu studieren. Einerseits weil die Aufnahmeprüfung echt hart sein soll (wie mir auch von einem Bekannten versichert wurde, der Musik auf Lehramt studiert) und zudem selbst meine alten Musiklehrer an meiner Schule gemeint haben, ich solle mir ein Musikstudium auf Lehramt gut überlegen. Das Studium an sich sei zwar schön und erfüllend, der Beruf bzw. die Tätigkeit in einer Klasse sei aber total anders. Grund dafür ist halt, dass Musik nach wie vor nicht gerade zu den Top-Fächern bei den allermeisten Schülern zählt, sondern ein Fach ist, das unwichtig ist (weil viele Schüler unmusikalisch sind, oder sich schlichtweg nicht dafür interessieren) und Hauptfach ist es ja sowieso nie, von daher brauche man es ja eh nicht ernst nehmen...

Etwas über mich: Privat spiele ich seit ungefähr 17 Jahren Klavier, allerdings war es immer so, dass ich die typischen klassischen Stücke eher vernachlässigt habe. Es war schon immer so, dass ich viel mehr aktuelle Pop-Songs aus dem Radio "nachgespielt" habe, oder mich einfach so ans Klavier gesetzt habe und drauf los gespielt habe, was mir halt so eingefallen ist. Ein gutes Gehör dürfte ich haben, jedenfalls hatte ich im Musikabi in Gehörbildung (Melodiediktate, Akkorde und Intervalle hören) nie Probleme. Der Rhytmus war mein Problem, aber auch nur die Notation, weniger das Nachspielen bzw. Nachklopfen...

Musiktheoretisch habe ich auch nur das drauf, was halt in der Schule so hängen geblieben ist und halt was man halt so für's ABI gebraucht hat (Musik-ABI waren 11 Punkte (eine 2), wobei mich die Fachpraktische-Prüfung noch hochgezogen hat, da hatte ich 13 Punkte (1-) und in der schriftlichen Prüfung leider nur 8 (eine 3))

Für Klassik an sich habe ich mich aber auch noch nie außerschulisch interessiert, sprich ich habe nie freiwillig mal Stücke von Beethoven oder sonstigen Komponisten angehört, bin auch nie in Opern oder Musicals gegangen. Ich habe eben am liebsten für mich privat musiziert, aber eben aktuellere Songs. Deshalb weiß ich auch nicht, ob ich für so eine Aufnahmeprüfung geeignet bin?!

Lange Rede, kurzer Sinn:

Ich habe mir von diesem Bekannten sagen lassen, dass eine Musikaufnahmeprüfung echt happig sein solle und er denkt, dass ich MINDESTENS 1 Jahr Vorbereitung bräuchte, um halbwegs da durch zu kommen. Ich studiere Englisch zur Zeit in Freiburg im Breisgau (BaWü), da gibt es auch direkt eine Musikhochschule. Allerdings bin ich nun wirklich abgeschreckt, teils wegen der harten Aufnahmeprüfung, teils auch weil auch das Studium selber echt hart sein soll und man durch Musik nur noch sehr wenig Freizeit im Studium hat.

Das würde mir dann auch etwas in die Quere kommen, da ich von Englisch aus auch gerne mal noch 1 Jahr ins englischsprachige Ausland gehen wollte (bzw. von meiner Uni sogar muss) und ich dann nicht weiß, wie man das dann mit Musik unter einen Hut bringen könnte.

Zudem verliere ich auch etwas die Motivation, wenn ich daran denke, was für ein Berg Arbeit dann da auf mich im Musikstudium bzw. bei der Aufnahmeprüfung auf mich wartet und dann wird es einem später im Beruf vor der Klasse mit demotivierten halbwüchsigen gedankt, aus deren Augen man ablesen kann, dass sie "0 Bock auf die Scheiße hier haben". Das ist frustrierend.

Mein Problem ist jetzt aber: Außer Musik gibt es auf Lehramt für mich sonst keine große Alternative. Ich bin schon sämtliche Schulfächer durchgegangen, aber für alle fehlt so ein bisschen der Haupt-Kick, bzw. einfach die große Leidenschaft. Und wie gesagt: Englisch alleine auf Lehramt kann so nicht weiter gehen. Auf BA (Bachelor) kann ich Englisch aber auch vergessen, die haben so gut wie keine Chancen später... In der Wirtschaft gibt's genug Englisch-Sprachige - das ist total überlaufen...

Ich stehe nun also vor einem nicht zu unterschätzenden Problem. Was soll ich tun? Helft mir!

Vielen Dank!
Kreacher90
 
klaatu
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Dein Posting klingt ein wenig, als ob du selbst die Musik als "geringstes Übel" bzgl. Studienwahl siehst. Bevor du also überlegst, was am leichtesten ist, solltest du dir darüber im Klaren sein, was dir am meisten zusagt - nichts ist schlimmmer im Beruf, als den falschen zu haben.


Dass Schüler bestimmte Fächer nicht ernst nehmen oder kein Interesse zeigen liegt oft nicht nur am Fach oder der speziellen Begabung der Schüler, sondern auch am Lehrer. Wenn der jedoch nicht von seinem Fach überzeugt ist, wie soll er dann etwas vermitteln können? Ich hatte sogar einen Erdkundelehrer (war mein absolutes Horrorfach), der mir durch seine Begeisterung etwas beibringen und mein Interesse wecken konnte.
 
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Mit unmotivierten Schülern musst du in jedem Fach rechnen. Das bleibt nicht aus. Kommt dabei auch sehr auf die Schulform an.
Ich hab letztes Jahr Praktikum an ner Gesamtschule gemacht als Musik-LA-Student, was da teilweise abging..
Irgendwann gehen dir da auch die erzieherischen Maßnahmen aus. Ich könnt Geschichten erzählen..
Ist aber fächerunabhängig.

Zur Aufnahmeprüfung:
Wenn du seit 17 Jahren Klavier spielst und in der Schule bis zum Abi Musik hattest, sollten die Prüfungen an den meisten Unis machbar sein.
Es ist ja kein Instrumentalstudium das ungeheure Spezialistenfähigkeiten abverlangt.
Was dir vllt eher das Genick brechen könnte wäre ein zweites Instrument, wenn du keins spielst. Oder halt Dinge an denen es immer scheitern kann: Nervosität, schlechte Vorbereitung.

Die meisten Unis haben zumindest eine Probeklausur auf ihren Webseiten, und einen Bogen mit den Anforderungen.

Als ich die Aufnahmeprüfung gemacht hab, hatte ich knappe 4 Monate um Klavier so weit zu lernen, dass das als Zweitfach durchgeht, und ich hatte von Gehörbildung und tiefergehender Harmonielehre überhaupt keinen Plan.
Gehörbildung ist auch das, woran es bei uns in Dortmund meistens scheitert. Oder an so seltsamen Sachen wie "vom Blatt singen".

Die Prüfung ist jetzt sicherlich nicht von jedem Musiker spontan schiffbar, aber wenn man sich drauf vorbereitet sollte das eigentlich kein Problem darstellen.
Wer die Prüfung nicht schafft, gehört eben auch nicht dahin. Das ist in weiten Teilen echt einfach Basiswissen für alle anderen Kurse.

Dass das Musik-LA Studium dann so unheimlich schwierig sein soll.. find ich nicht.
Ich hab vorher auf Ingenieur studiert.. da war der Zeitaufwand um halbwegs mitzukommen ungefähr 100x höher. Und das ist keine Übertreibung.
Da hab ich für manche einzelnen Klausuren mehr gelernt, als für Musik für ein Semester insgesamt.. und es hat trotzdem nicht gereicht.

Sei dir aber bewusst, dass der Fokus wirklich sehr auf klassischer Musik liegt. Ich würd mal schätzen locker 70% : 30%, zumindest hier in Dortmund. Und wir gelten nicht als sonderlich streng klassisch, wie etwa Köln. (da ist die Aufnahmeprüfung aber auch im Welten anders und schwieriger)

Und der Unterricht später hat halt nichts mit dem zu tun, was du im Studium lernst. Aber weißt du ja selbst, was du in der Schule gemacht hast.
Dafür hast du so ziemlich ne Jobgarantie ;-)
 
Fastel
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Dass das Musik-LA Studium dann so unheimlich schwierig sein soll.. find ich nicht.
Ich hab vorher auf Ingenieur studiert.. da war der Zeitaufwand um halbwegs mitzukommen ungefähr 100x höher. Und das ist keine Übertreibung.
Naja wenn man eine Musikaufnahmeprüfung besteht und angenommen wird, dann hat man in einigen Fällen schon den schwierigsten Teil des Studiums geschafft und müsste dann auch mit allen Teilen des Studiums bereits in Kontakt gewesen sein. Im Studium wird dann weitesgehend gefestigt. Wieviel Zeit man da investieren muss, hängt ganz bestimmt vom Vorwissen ab mit dem man ins Studium geht.
Es gibt ja Leute die Dir ruckzuck ne gehörte Melodie aufschreiben und die krankesten Akkorde hören weil sie das vorher einfach schon jahrelang geübt haben. Andere müssen das dann im Studium täglich üben. Vielleicht sogar Stunden täglich.
 
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Kreacher90
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...Was dir vllt eher das Genick brechen könnte wäre ein zweites Instrument, wenn du keins spielst. Oder halt Dinge an denen es immer scheitern kann: Nervosität, schlechte Vorbereitung.

Also außer Klavier spiele ich sonst kein Instrument... Und auf die schnelle ein zweites zu erlernen wird wohl schwierig werden, oder? Andererseits möchte ich jetzt auch nicht noch so ewig Zeit ins Land fließen lassen. Die Aufnahmeprüfung hier in Freiburg ist immer im April irgendwann und im Oktober. Laut meines Bekannten, der Schulmusik studiert und meint, dass ich mindestens 1 Jahr Vorbereitung bräuchte (das hat er nämlich gebraucht und er ist gerade noch so durchgekommen und er hat ne eigens gegründete Band und ist mit der oft unterwegs - das habe ich ja alles gar nicht), wird es dann wohl auf Oktober nicht reichen schätze ich. Und jetzt nochmal über ein Jahr für die Vorbereitung verbringen und am Ende komme ich eventuell doch nicht durch, dann stehe ich in einem Jahr genauso da, wie jetzt und es ist nur noch mehr Zeit vergangen...

Und da der Fokus ja hauptsächlich auf Klassik liegt, mache ich mir diesbezüglich auch Gedanken, weil ich mich halt (wie gesagt) nie richtig intensiv mit Klassik beschäftigt habe.

Musik ist von den ganzen Schulfächern neben Englisch das Fach, was ich mir noch am ehesten vorstellen könnte (wirklich sozusagen das "kleinste Übel"), alle anderen scheiden eher aus. Aber Englisch alleine bringt mir nichts. Ich weiß wirklich nicht mehr weiter...
 
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Und da der Fokus ja hauptsächlich auf Klassik liegt, mache ich mir diesbezüglich auch Gedanken, weil ich mich halt (wie gesagt) nie richtig intensiv mit Klassik beschäftigt habe.

Naja, das könnte man vielleicht mit entsprechendem Einsatz noch überbrücken. Nur wenn du mit Klassik gar nichts anfangen kannst, vergiss es lieber. Das wäre nur frustrierend für dich und wenn deine Lehrer das merken nehmen sie dich gar nicht erst auf bzw. du wirst das Studium nicht schaffen. Auch wenn es "nur" Lehramt ist, Musik kann man nicht als "geringstes Übel" studieren.
 
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Ich link mal hier die Aufnahmebedingungen: http://www.mh-freiburg.de/studium/studiengaenge/schulmusik-staatsexamen (neu)

Also außer Klavier spiele ich sonst kein Instrument... Und auf die schnelle ein zweites zu erlernen wird wohl schwierig werden, oder?

Ohne zweites Instrument nehmen die dich aber nicht.
Das wirst du zwangsweise lernen müssen. Ist tough. Verlangt viel Zeit und viel ernsthaftes Üben.

Die Aufnahmeprüfung hier in Freiburg ist immer im April irgendwann und im Oktober. Laut meines Bekannten, der Schulmusik studiert und meint, dass ich mindestens 1 Jahr Vorbereitung bräuchte (das hat er nämlich gebraucht und er ist gerade noch so durchgekommen und er hat ne eigens gegründete Band und ist mit der oft unterwegs - das habe ich ja alles gar nicht), wird es dann wohl auf Oktober nicht reichen schätze ich. Und jetzt nochmal über ein Jahr für die Vorbereitung verbringen und am Ende komme ich eventuell doch nicht durch, dann stehe ich in einem Jahr genauso da, wie jetzt und es ist nur noch mehr Zeit vergangen...

Das ist natürlich immer das Risiko. Entweder du traust es dir zu und setzt dich dann hin und bereitest dich entsprechend vor. Oder eben nicht. Ich hatte auch keinen Plan B. Entweder bestehen oder nicht.
Bei uns ist aber auch ein guter Teil der Studienanfänger deutlich über 20. Ich halte das für recht normal. Durchfallquote in der Prüfung ist etwa 50%, wobei da auch immer Leute bei sind, die sich gnadenlos überschätzen. (es gab bei uns kurz vor der Prüfung eine einwöchige Vorbereitungskursphase, und was da teilweise aufgelaufen ist. Also ich war echt mal nicht gut vorbereitet, aufgrund der kurzen Zeit die ich hatte, aber da kamen echt Leute die überhaupt keinen Ahnung hatten. Von daher sind die 50% nicht soo ernst zu nehmen)
Das ~Jahr Vorbereitung wirst du sehr wahrscheinlich brauchen, wenn du wirklich gar kein Nebeninstrument hast, seh ich ähnlich wie dein Kumpel. Wobei ich Ende Oktober (letztes Jahr war's 1.11.) durchaus als "ein Jahr" gelten lassen würde.
Die Theorie lässt sich bis dahin jedenfalls recht problemlos lernen.
Die Probeklausur und der Gehörbildungsteil, die auf der oben verlinkten Seite verlinkt sind, sind auf jeden Fall recht Problemlos machbar.
30 min für zwei 8-taktige Melodiediktate, wo selbst Takt etc alles gegeben ist, ist sehr human. Vor allem, wenn dann noch Abschnitte gespielt werden..
In meiner Prüfung lief das so ab: "Jetzt kommt nen Melodiediktat, erster Ton ist x" und dann wurden drei mal die 8 Takte gespielt. Fertig. Das waren keine fünf Minuten. (und bei einem der Diktate fing das auch schön mit Auftakt an..)
Auch die 45 Minuten für den Theorieteil halte ich für vergleichsweise harmlos. Zumal man da noch die Auswahl zwischen Klassik und "Jazz" hat, und primär Grundlagen gefragt sind. Und man sich dann eben auch gut vorbereiten kann. 4-stimmiger Satz ist natürlich erstmal tricky, aber wenn man weiß, dass das drankommt, kann man auch mal nen paar Stunden bei nem Theorielehrer nehmen und sich das genau erklären lassen.

Das ist bis Oktober aber auf jeden Fall lernbar, selbst wenn man quasi keine Ahnung hat.

Und da der Fokus ja hauptsächlich auf Klassik liegt, mache ich mir diesbezüglich auch Gedanken, weil ich mich halt (wie gesagt) nie richtig intensiv mit Klassik beschäftigt habe.

Für die Aufnahmeprüfung ist das ja sogar halbwegs egal.
Ist halt nur der praktische Teil, wo du 3-4 Epochen abdecken musst. D.h. du kannst halt maximal ein modernes Stück spielen und der Rest ist dann irgendwo "älteres".
Da wirst du dich dann ein wenig mit deinen Lehrern auseinandersetzen müssen, dass die dir erklären, worauf man bei den jeweiligen Stücken achten muss.
Wichtig ist halt, dass du nicht gleich wegrennst, wenn du den Namen Mozart hörst. Dann wird dir nämlich das Studium vmtl relativ wenig Spaß machen ;-)
 
Koebes
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Ich bin ja Lehrer, allerdings für Mathemetik und Englisch. Aber ich kann Dir sagen, dass jedes ernsthafte Fach schwerer zu studieren ist als Englisch, von daher, ja, für das Musikstudium musst Du mehr tun als für's Englischstudium. Das hören die Anglisten nicht gerne, ist aber so.

Wenn Du Dich für die Mehrzahl der Inhalte des Faches nicht interessierst, und das ist im Lehramtsstudium nunmal die Klassik, dann wird das natürlich schwierig. Später im Job hast Du allerdings in jedem Fach Leute, die das nicht interessiert, und Musik ist bei den Kindern eher noch beliebt, weil es einen Schonraum darstellt, in dem sie auch mal lärmen dürfen. Aber viel Musik machen die Kinder halt auch nicht, weil die Mehrzahl der Leute halt nunmal unmusikalisch ist. Dafür kann man aber schöne AGs und Projekte in dem Bereich anbieten.

Das Problem, was Du mit Zweitfach Musik / Chemie / Physik / Mathe / Info haben wirst, ist, dass Du später kein Englisch mehr unterrichten wirst, denn mit Englischlehrern kann man die Strasse pflastern. Musiklehrer hingegen sind extrem selten, in ganz Hessen ist momentan kein einziger Musiklehrer auf dem Arbeitsmarkt. Wenn man dann ein solches Fach hat, dann unterrichtet man natürlich zu 95 % das Mangelfach.
 
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Ich finde den "klassischen" Teil der Musiklehre eigentlich sogar leichter. Gut die Jazzer haben es nicht so sehr mit Funktionen (was angeblich sowieso eher typisch deutsch ist) und bei der klassischen Musiklehre kommen noch die Gattungen und Formen (Sinfonie, Motette, Solosonate, ect.) hinzu. Aber ich habe eher Probleme bei den erweiterten Akkorden und Kirchentonarten. Wenn man anspruchsvolle Jazzkompositionen mit etwa Mozart vergleicht, finde ich die schriftliche und Höranalyse beim Klassiker viel einfacher (ok in der Spätromantik wirds dann schon derbe ;) ).

Also keine Angst vor der Klassik. Wenn man die Jazztheorie versteht, sollte die klassische kein Problem sein. Man sollte aber viel und bewusst hören. Einfach mit den üblichen Verdächtigen anfangen und ein Repertoire aufbauen so dass man dann später, wenn man nach den Sinfonien Beethoves gefragt wird nicht sagen muss: "ah ja Beethoven... genau... 'da da da daaaa' ne?"
 
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Ich link mal hier die Aufnahmebedingungen: http://www.mh-freiburg.de/studium/studiengaenge/schulmusik-staatsexamen (neu)



Ohne zweites Instrument nehmen die dich aber nicht.
Das wirst du zwangsweise lernen müssen. Ist tough. Verlangt viel Zeit und viel ernsthaftes Üben.

Ich dachte dort bei der Musikhochschule Freiburg gelesen zu haben, dass wenn man als erstes Instrument "Klavier" hat, man wahlweise als Zweitinstrument auch "Gesang" nehmen könnte und dann um das Erlernen eines richtigen Zweitinstrumentes herum kommt... Wo ich das dort allerdings gelesen habe, kann ich jetzt nicht mehr finden; ich bin schon die Aufnahmebedingungen durch gegangen, finde die allerdings ohnehin nicht sonderlich gut ersichtlich...

Also ich schätze mal ein Zweitinstrument lernen fällt für mich eher flach, bis ich das auf dem gleichen Niveau wie Klavier habe... Wenn Gesang als Zweitinstrument gehen würde, wäre das ja noch eine Chance. Allerdings hatte ich auch noch nie Gesangsunterricht.

Mehr und mehr befürchte ich, dass meine Ausgangsbedingungen für ein Musikstudium bzw. für die Aufnahmeprüfung überhaupt nicht ausreichen, oder sehe ich das falsch?

Zum Thema Klassik: Es ist jetzt nicht gerade ein Feld, mit dem man mich Jagen könnte, allerdings habe ich bisher immer eher Popularmusik bevorzugt. Ich schätze mal, wenn ich jetzt spontan den Klassiksender einschalten würde, könnte ich NICHT erkennen, von welchem Komponist das gerade ist, oder gar welches Werk. Außer es wäre ein richtig markant-bekanntes Stück...

Ich bin einfach nun total verunsichert und stehe auch so langsam unter Zugzwang, denn Englisch alleine auf Lehramt kann natürlich so nicht weiter gehen. Entweder ein Zweitfach, oder das Thema Lehramt eben ganz sein lassen.

Lange habe ich mir ja überlegt in die Richtung Sozialpädagogik zu gehen. Da habe ich 1 Jahr lang ein Praktikum in einem Jugendheim gemacht und es hat mir auch wirklich Spaß gemacht mit den Jugendlichen zu arbeiten. Auf Lehramt bin ich gegangen, weil in der Sozialpädagogik nicht mehr viel von Englisch übrig bleibt (was eben auch eine Leidenschaft von mir ist) und weil der Beruf des Lehrers weitaus sicherer ist und zudem viel besser bezahlt im Vergleich zum Sozialpädagogen. Als Lehrer arbeite ich zwar auch mit Jugendlichen, aber das Verhältnis ist da natürlich viel distanzierter und oberflächlicher wie in einem Jugendheim, was ich als Negativpunkt am Lehramt sehe...

Aber Jobsicherheit und geregeltes Einkommen sind mir eben in der heutigen Zeit sehr wichtig. Falls ich nun aber kein Zweitfach finde, wird es eh bald vorbei sein mit dem Lehramtsstudium. Und wegen Musik bin ich halt nach wie vor gespalten. Ich musiziere privat wirklich gerne und spiele ja auch schon seit 17 Jahren Klavier - allerdings habe ich mir vor dem Lehramtsstudium nie Gedanken darüber gemacht Musik in irgendeiner Weise zu studieren. Manchmal denke ich, ob der "Wunsch" Musik zu studieren nur aus der Not heraus entspringt, dass ich ja für Lehramt ein Zweitfach brauche und Musik von den ganzen Schulfächern das einzige Fach ist, was ich mir am besten vorstellen könnte. Ob diese Haltung aber eine gute Grundeinstellung fürs Musikstudium ist?!
 
cello und bass
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:nix: meld dich für die Aufnahmeprüfung an schaff dir die erforderlichen Stücke drauf und nimm Gesangsunterricht. Was kann dir passieren? Entweder es klappt - gut, oder es klappt nicht, dann hast du den Gesangsunterricht bezahlt (von dem du aber immer profitieren kannst, auch beim Sprechen vor einer Klasse oder in einer Prüfung) und bist so klug wie je zuvor. Vielleicht bist du aber auch so klug, dass du dann weißt, wie du dich auf die erneute Aufnahmeprüfung vorbereiten kannst, damit du sie im 2. Anlauf bestehst.
Musik als Studienfach ist :cool: und du kannst auch als Lehrer davon profitiern, wenn du z.B. über AGs bei Schülern, Schulleitung und Eltern punktest.

Halt uns auf dem Laufenden

Grüße C&B

Tante Edith meint, dass es viele Lehramtsstudenten mit dem Zweitfach Blockflöte gibt...
 
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Ob diese Haltung aber eine gute Grundeinstellung fürs Musikstudium ist?!

Durch diese rhetorische Frage bringst du deine Situation IMHO ganz gut auf den Punkt. Obwohl ich sonst immer versuche, dezent optmistisch zum ausprobieren zu ermuntern: deine Voraussetzungen für ein Musikstudium klingen nicht optimal. Und zwar vor allem deswegen, weil ich in deinen Worten die Haltung "Ich will unter allen Umständen Musik studieren" nicht sehe. Die eigene Motivation ist eine ganz ganz wichtige Sache.

Ich habe auch mit Lehramt Musik angefangen, Zweitfach Mathematik. Aber sowohl durchs Musikstudium habe ich rausgefunden, daß es das ist, was ich brauche und will, als auch durchs Mathematikstudium habe ich rausgefunden, daß das nicht mein Ding ist. Also habe ich danach Instrumentalpädagogik studiert, was eine gute Entscheidung war.

Wie sieht's aus mit Englisch-Sozialwissenschaften? Das war doch zumindest früher absolut gängig. Dann kannst du notfalls immer noch im sozialen Sektor in anderen Berufen tätig werden. Gerade in der Jugendarbeit helfen ja auch musikalische Fähigkeiten manchmal. Ich hatte im Laufe der Diplomarbeit mit einem Buch zu tun, wo der Autor seine Sozialarbeit mit Jugendlichen darstellte: er hat in einem Jugendzentrum erfolgreich ganz massiv Rockbands aufgebaut, um soziale Integration zu fördern. Nur so als Idee, was in dem Feld auch möglich ist.

Harald
 
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Manchmal denke ich, ob der "Wunsch" Musik zu studieren nur aus der Not heraus entspringt, dass ich ja für Lehramt ein Zweitfach brauche und Musik von den ganzen Schulfächern das einzige Fach ist, was ich mir am besten vorstellen könnte. Ob diese Haltung aber eine gute Grundeinstellung fürs Musikstudium ist?!

Du wirst es nicht herausfinden, wenn Du es nicht ausprobierst.

Dass Du Sozialpädagogik studieren wolltest, beruhigt mich ein bisschen. Dann könnte ein guter Lehrer aus Dir werden. Es gibt nämlich meiner Meinung nach viel zu viele Lehrer, die auf Lehramt studiert haben, weil sie im "richtigen" <hust> Studium gescheitert sind. Die am Beruf Lehrer das Fachwissen reizt, nicht die damit verbundene Pädagogik. Die nennen sich dann auch "Mathematiker" oder "Physiker" oder "Musiker" etc, nicht "Lehrer für ..." :eek: Die fühlen sich als Fachleute. Nun ist es ja so, dass brilliante Fachleute nicht unbedingt die besten Lehrer sind.

Ich weiss nicht, wie hoch die Anforderungen für Lehramt Musik sind im Gegensatz zu Musik als Studium. Bei Physik ist es so, dass es klarerweise vertieft (gegenüber dem restlichen Lehramt oder Ingenieurswissenschaften) gelehrt wird, allerding von den Anforderungen her etwas unter dem eines reinrassigen Phyik-Studiums bleibt. Klar, mensch-lehrer hat ja auch noch einiges anderes zu lernen - Physiker machen fast nichts anderes als Physik.

Ich habe ein Lehramtsstudium erfolgreich hinter mir. Meine Wahl fiel ursprünglich nicht auf Physik als Zweitfach, weil ich mir kein anderes Fach vorstellen könnte. Ich wollte unterrichten, welches Fach, war mir dabei relativ egal, das Erstfach war durch den Beruf eh vorgegeben. Es war nicht ganz egal, irgendwo muss ich mich damit schon identifizieren können. Also fiel Mathe schon mal flach, zu abstrakt. Kath. Religion, eigentlich sehr gefragt, ich hätte gute Chancen. Aber die Kirche - :/. Bio und Chemie konnte ich gleich knicken, ich hatte Zeitbegrenzung. Englisch redete mir die Studienberatung aus und die Staatsexamina, ich mir anschaute - sorry, aber die haben einen an der Waffel. Physik empfand ich aber von Anfang an als guten Kompromiss. Auch, wenn es als sehr hart verschrien ist (es war auch kein Zuckerschlecken!). Ich liebe inzwischen das Fach, es ist im Gegensatz zu anderen Fächern extrem anschaulich. Es ist leicht, lebensbezogene Problematiken zu finden, denn um uns rum ist alles Physik. So klar war mir das, als die Wahl auf dieses Fach fiel, noch nicht.

Ich beginne auch, Fächer zu lieben, die nicht Abschluss - Prüfungs-relevant sind. Klar, es ist schwerer, die Schüler zu motivieren, weil die drohende Prüfung wegfällt. Aber dafür kann man auch nichts versauen, das nimmt Druck. Man kann den Unterricht lockerer angehen und die Schüler nehmen eine "Pause", in der sie sich mit etwas anderem als Prüfungs- relevantem Sach beschäftigen, gerne an. So sie denn Sinn sehen. Den sehen sie leichter, wenn Du von der Sinnhaftigkeit des Faches selber überzeugt bist.

Ich könnte mir vorstellen, dass das mit Musik auch gut klappen könnte.

Wie auch immer Du Dich entscheidest, halte Dir bitte eines vor Augen: fange den Beruf Lehrer nicht an, wenn Du die Schüler nicht magst. Du musst mit dem Herzen dabei sein, sonst wird das nichts. Und stelle Dich bitte, bitte vor eine Klasse um zu schauen, ob es Dir liegt, bevor es zu spät ist. Also pronto. Eigentlich hätte das vor dem Studium schon geschehen sollen. Im 6. Semester wie verlangt von der LPO ist 6 Semester zu spät! Lehrer sein ist mitunter höllisch anstrengend; wenn man den Beruf nicht mag, hält man das nicht durch auf Dauer. Und das testet man besser bevor es zu spät ist.
 
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Auf BA (Bachelor) kann ich Englisch aber auch vergessen, die haben so gut wie keine Chancen später... In der Wirtschaft gibt's genug Englisch-Sprachige - das ist total überlaufen...
Aber Jobsicherheit und geregeltes Einkommen sind mir eben in der heutigen Zeit sehr wichtig. Falls ich nun aber kein Zweitfach finde, wird es eh bald vorbei sein mit dem Lehramtsstudium. Und wegen Musik bin ich halt nach wie vor gespalten. Ich musiziere privat wirklich gerne und spiele ja auch schon seit 17 Jahren Klavier - allerdings habe ich mir vor dem Lehramtsstudium nie Gedanken darüber gemacht Musik in irgendeiner Weise zu studieren. Manchmal denke ich, ob der "Wunsch" Musik zu studieren nur aus der Not heraus entspringt, dass ich ja für Lehramt ein Zweitfach brauche und Musik von den ganzen Schulfächern das einzige Fach ist, was ich mir am besten vorstellen könnte. Ob diese Haltung aber eine gute Grundeinstellung fürs Musikstudium ist?!

Auch wenn das nicht sonderlich populär ist, wäre meine Empfehlung, sich vielleicht ein wenig von diesen Zwängen zu lösen.
Natürlich ist es wichtig, eine Vorstellung davon zu haben, was man machen möchte und ein Ziel vor Augen zu haben.
Aber es ist finde ich auch nicht so schlimm, wenn das Ziel zwischenzeitlich nur eine verschwommene Silhouetteist.
Zwar werden von Eltern, Lehrern, "der Gesellschaft" und so weiter Erwartungen an einen herangetragen und gerne Ängste
geschürt, dass man keine Arbeit findet, sich gegen andere durchsetzen muss, den Anschluss verliert, anderen auf der Tasche
liegt und die Meinung vertreten, dass ein Studium einzig und ausschließlich dazu dient, zu arbeiten und Geld zu verdienen -
an den überaus motivierten Jura oder BWL Studenten, die das wegen ihrer Eltern oder des Geldes machen, und die ich in
der Bibliothek öfter mal sehe, kann man aber ablesen, dass das vielleicht zu kurz greift. Ich bin ziemlich sicher, dass man,
wenn man das tut, was man tun will, in der Regel auch recht gut darin ist und schon irgendwie klar kommt, auch wenn einem
das Ziel zwischenzeitlich garnicht so klar war.

Für mich klingt das so, als wollstest du Englisch studieren, als eigenes Fach. Und ich finde, dann solltest du das eben auch tun,
auch wenn es viele Anglisten gibt. Als Geisteswissenschaftler erwirbt man eine Reihe von Fähigkeiten, die vielseitig einsetzbar
sind. Und wenn du nicht unbedingt auch dann später was mit Englisch machen möchtest, wirst du auch was finden.

Falls du trotzdem lieber "auf Sicherheit" setzen willst, was natürlich auch eine legitime Herangensweise und eine Typfrage ist,
müsstest du dann halt auf die Zähne beißen, und dich da durchkämpfen, wie andere es in dem Thread schon beschrieben habe.

Eine Kompromisslösung wäre vielleicht, an eine Uni zu wechseln, wo man einen Bachelor mit zwei Hauptfächern machen kann.
In Köln beispielsweise könntest du Anglistik und Pädagogik machen, wenn das was für dich ist.
 
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Ich befinde mich gerade in einer ähnlichen Situation. Ich möchte Musik auf Lehramt studieren, hatte von November'08bis Juli'11 ein studienvorbereitendes Stidenpum auf Gesang (Musical&Klassik) mit den Nebenfächern Klavier, Akkordeon und Theorie. Akkordeon habe ich jedoch nach einem Jahr Förderungsprogramm abgegeben, da es zu viel wurde und mein Rücken streikte. Im Grunde ist es aber das Instrument, welches ich am Längsten spiele (mittlerweile fast 12 Jahre). Nach dem Abi wollte ich für ein FSJ für ein Jahr ins Ausland - und hier bin ich nun. Frankreich.
Ich habe zwar bei mir auf der Arbeit ein Klavier stehen, kann dieses aber natürlich nicht ständig nutzen. Klavier macht mir Spass, jedoch bin ich genauso wenig ein Klassik-Fan wie der Threaderöffner. Ich spiele viel nach Gehör, vieles was ich Irgenwo aufschnappe. Insgesammt spiele ich nun seit fast 5 Jahren Klavier, war in dem Punk aber leider immer sehr faul, auch wenn ich schon immer Musiklehrerin werden wollte. Aus dem Stehgreif begleiten ist im Grossen und Ganzen kein Problem, nur vom Blatt spielen ist nicht mein Ding, genauso wenig wie das Einüben klassischer Literatur, vom Blatt singen geht aber. Ich bin der Klassik gegenüber wirklich nicht abgeneigt, höre sie gern mal, bin da aber absolut nicht bewandert was einzelne Komponisten angeht. Schriftliche Analysen von klassischen Werken waren in der Schule nie ein grosses Problem, im Abi habe ich einen Auszug aus La Traviata analysieren und interprätieren müssen - das habe ich mit 12 Punkten, 2+, bestanden.
Mein Hauptaugenmerk lag während des Stipendiums immer auf Musicalgesang, da das auch mein Schwerpunkt war. Klassik war nur Ergänzung, der Unterricht lange nicht so viel, so effektiv. Theorie lief soweit auch reltiv. Ich habe zwar ein grosses Problem, Rhythmen zu notieren, kann sie jedoch problemlos nachklopfen, auserdem habe ich sehr gutes Gehör.
Nun aber zu meinem Problem: Ich bin nun seit fast einem halben Jahr in Frankreich, habe also daher das Stipendium auf Eis gelegt und seit dem ich hier bin, so gut wie nicht mehr richtig musiziert. Ich fühle mich für die Aufnahmeprüfung irgendwie nicht bereit, da ich das Gefühl habe, klavier- und theorietechnisch ziemlich abgebaut zu haben. Ausserdem möchte ich auf Studienrat studieren, was die Sache noch zusätzlich erschwert.
Ich hatte vor zum Sommersemester'13 einzusteigen, habe jedoch jetzt erst rausgefunden, dass es diesen Studiengang nur fürs WS gibt, wofür die Aufnahmerpüfungen im Mai wären. Für die Prüfung nach Deutschland zu fahren liegt mir ein bisschen fern, da ich mich nicht gut genug vorbereitet fühle. Berlin und Potsdam haben ja relativ hohe Ansprüche, Berlin noch mehr als Potsdam, doch möchte ich gern in meiner Heimatstadt Berlin bleiben, ansonsten wäre Marburg oder Kölln eine Alternative.
Bis Mai '13 möchte ich aber auch nicht warten. Ich habe nun schon ein Jahr im Ausland verbracht, nun möchte ich nicht noch in Deutschland mit Gelegenheitsjobs die Zeit totschlagen müssen um mich nebenbei vorbereiten zu können.
Nun habe ich überlegt, das eigentlich als Zweitfach angedachte Französisch zum Erstfach zu machen, dieses im Oktober'12 anzufangen und dann nächtes Jahr Musik dazu zu studieren, doch geht das überhaupt so einfach? Kann ich Musik als Zweitfach studieren? Ich werde aus den Internetseiten der Unis nicht richtig schlau.
Kann mir jemand weiterhelfen? Wie läuft so eine Aufnahmeprüfung? Ich lese immer von 3-4 Epochen, die es abzudecken gilt, muss ich das jedoch alles mit einem Instrument machen oder kann ich's aufteilen? Kann ich also z.B. ein modernes Musical-Gesangsstück, ein kleines Prelude von Bach und noch Jazzstück - reicht das? Oder sollte ich auch klassisch singen? Kann an an den Unis Lehramt mit dem Hauptfach Gesang auf Musical/Pop bzw Jazz studieren oder ist Gesang bei Lehramtstudiengängen generell klassisch ausgerichtet?
 
moniaqua
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Kann mir jemand weiterhelfen?

Na, hoffentlich die Studienberatung der Unis, die Du im Visier hast! Meine Erwartungen in Studienberatungen sind zwar nicht all zu hoch, aber das sollten sie hoffentlich auf die Reihe kriegen. Zumindest besser als wir hier. :cool:

Wie läuft so eine Aufnahmeprüfung? Ich lese immer von 3-4 Epochen, die es abzudecken gilt, muss ich das jedoch alles mit einem Instrument machen oder kann ich's aufteilen? Kann ich also z.B. ein modernes Musical-Gesangsstück, ein kleines Prelude von Bach und noch Jazzstück - reicht das? Oder sollte ich auch klassisch singen? Kann an an den Unis Lehramt mit dem Hauptfach Gesang auf Musical/Pop bzw Jazz studieren oder ist Gesang bei Lehramtstudiengängen generell klassisch ausgerichtet?

Stell diese Fragen doch mal den Unis, die Deine Favouriten sind. Ich persönlich hätte es toll gefunden, überhaupt eine Musiklehrerin zu haben, die auch anwesend gewesen wäre. Eine Musiklehrerin, die auch noch ein Musical oder notfalls auch eine Oper mit uns einstudiert hätte - ein Traum! Leider wurde er mir nie erfüllt <seufz>

Die Jungs und Mädels von heute lockste doch mit Klassik eher weniger hinter'm Ofen hervor, da finde ich Deinen Geschmack schon passend. Wie das bei den Lehramtsgängen ist, weiss ich nicht, aber notfalls musste halt da durch. Das wäre auch eine Art,

Und der Unterricht später hat halt nichts mit dem zu tun, was du im Studium lernst.

zu interpretieren ;)
 
wiesenforce
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Hallo Schmidtskatze, du kannst erstmal mit Französisch anfangen und dir das dann anrechnen lassen. aber frag doch lieber nochmal in den unis nach (viel spaß dabei! hehe).

Die Prüfung läuft in Berlin so ab. Du hast 2 Tage meistens. An einem schreibst du deine Theorieprüfung und machst dann "danach" eine pädagogische Prüfung. Die sieht so aus, dass du anderen Studenten ein leichtes STück beibringst (ein Kanon, Bodyperc etc pp was dir einfällt). DAbei getht es nicht um das Endprodukt sondern um deine didaktische Fähigkeiten. Dann spielst du an einem anderen Tag deine Prüfung. Da spielste drei Stücke aus verschiedenen Epochen und singst ein Lied (wenn Hauboldt in der Prüfung sitzt musst du dann "spontan" noch ein Volkslied singen).

In Potsdam passiert das alles an einem Tag.

Geh am besten wieder zur Stuvo und sag denen, dass du Lehramt studieren willst. Die wissen dann schon, was zu tun ist.

Btw würde ich mir das nochmal stark mit dem Studium überlegen, wenn du auf jeden Fall Studienrat werden willst. Das Feld ist afaik sowieso überlaufen, was einerseits an der Diskrepanz liegt, dass die Musikhochschulen mehr Studienräte ausbilden, als nötig sind. Zudem wird ja das 13. Schuljahr gestrichen, was auf Kosten der Oberstufe passiert. D.h. es werden noch weniger Studienräte benötigt. Das ist der aktuelle Stand. Und wenn du Grundschule nicht magst, dann macht ein Lehramtstudium evtl nicht soviel, wenn du nicht total dafür brennst.
 
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Hallo SchmitdsKatze - willkommen im Musiker-Board.

Nun habe ich überlegt, das eigentlich als Zweitfach angedachte Französisch zum Erstfach zu machen, dieses im Oktober'12 anzufangen und dann nächtes Jahr Musik dazu zu studieren, doch geht das überhaupt so einfach?

Die Benennung ist in Berlin "Kernfach" und "Zweitfach". Musik ist das Erstfach und wird an der UdK studiert, das Zweitfach an einer anderen Berliner Uni (inkl. Potsdam). Und ja, Musik und Französisch geht. Das steht in diesem PDF der UdK, das auch andere wichtige Infos für deinen Fall enthält. Der vorgesehene Ablauf ist so (Zitat aus dem PDF):

Sie bewerben sich zunächst nur an der UdK für das Kernfach Musik. Bei Bestehen der Zulassungsprüfung wird eine vorläufige Zulassung zum Kernfach ausgesprochen. Wenn Sie die vorläufige Zulassung annehmen, werden Sie vom Immatrikulations- und Prüfungsamt (IPA) aufgefordert, bis zu einem festgesetzten Stichtag die Zuteilung eines Zweitfaches zu beantragen. Sie können maximal 3 Wünsche für ein Zweitfach angeben und die Reihenfolge bestimmen.


Also ist zuerst Musik, dann Französisch vorgesehen. Aber es sollte irgendwie doch möglich sein, mit Französisch zu beginnen, denke ich mir. Das wäre ein Fall für die Studienberatung: Information/Beratung zum Lehramt.

Eine Zugangsprüfung in Musiktheorie könnte vielleicht so aussehen.

Kann mir jemand weiterhelfen? Wie läuft so eine Aufnahmeprüfung? Ich lese immer von 3-4 Epochen, die es abzudecken gilt, muss ich das jedoch alles mit einem Instrument machen oder kann ich's aufteilen?

Erst mal ist die Verteilung Hauptfach-Nebenfach wichtig. Das künstlerische Hauptfach wäre bei dir vermutlich Gesang, das Nebenfach Klavier. Im Hauptfach sind oft 3 Epochen abzudecken - also wird Musical alleine nicht reichen. Ein romantisches Kunstlied, eine barocke Arie und ein Musicalsong sollte aber passen. Im Nebenfach Klavier sind die Anforderungen oft geringer, aber manchmal werden hier auch 3 Epochen gefordert. Z.B. eine Bach-Invention, eine Sonate der Wiener Klassik und etwas aus dem Jazz-Pop-Bereich würde gehen. Das ist aber nur eine quasi-Zusammenfassung meines Wissens der letzten Jahre (aus meinen 3 eigenen Aufnahmeprüfungen und von meinen Prüfungsvorbereitungs-Schülern). In jedem Fall musst du die Bestimmungen der jeweiligen Hochschule beachten. Die UdK macht da leider keine genauen Angaben auf der Webseite.

Kann ich also z.B. ein modernes Musical-Gesangsstück, ein kleines Prelude von Bach und noch Jazzstück - reicht das? Oder sollte ich auch klassisch singen?

Klassischer Gesang sollte aller Wahrscheinlichkeit nach dabei sein. Inhaltlich macht das auch extrem Sinn, denn im Lehramtsstudium und später im Beruf wirst du mit allen möglichen Musikstilen arbeiten, und solltest auch eigene Erfahrung in jedem Musikstil haben. Ein Lehrer sollte stilistisch vielseitig sein. Stilistische Einseitigkeit ist ja genau der Punkt, der vielen Musiklehrern in der Vergangenheit zu Recht vorgeworfen wurde.

Kann an an den Unis Lehramt mit dem Hauptfach Gesang auf Musical/Pop bzw Jazz studieren oder ist Gesang bei Lehramtstudiengängen generell klassisch ausgerichtet?

Dazu hat die UdK die Studienordnung ins Netz gestellt. Auf Seite 5 beginnt ein Abschnitt, dessen Überschrift sich wohl der Weltmeister im Überschriftenverfassen ausgedacht hat:

Fortschreibung der Modulbeschreibungen der Studienordnung für den lehramtsbezogenen Bachelorstudiengang mit dem Kernfach Musik (BA 1) und mit lehramtsorientierenden professionswissenschaftlichen Modulen und mit dem Ziel eines konsekutiven zweijährigen Masterstudiengangs für das Lehramt Studienrat (L 6) der Universität der Künste Berlin



Auf Seite 8 wird deine Frage beantwortet: "Das zentrale künstlerische Fach kann ab dem 5. Semester im Bereich J/R/P absolviert werden"
J/R/P dürfte Jazz-Rock-Pop bedeuten.

Übrigens, so zusammenfassend: deine Biographie klingt vielseitig interessiert, auch gelegentlich zielgerichtet, ein wenig chaotisch ;), aber auf jeden Fall bist du bereits langfristig musikalisch tätig und hast dich mit der Perspektive "Musikstudium" offensichtlich ernsthaft auseinandergesetzt. Das sind alles ganz gute Voraussetzungen für ein Studium, würde ich sagen. Konsequente zielgerichtete Arbeit würde dann jetzt für dich anstehen, um die Aufnahmeprüfung zu schaffen, aber das könnte durchaus gut klappen.

Harald
 
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Hallo,

im Prinzip muss man sich erkundigen, welche Module man in Französisch als Nebenfach (60LP) machen muss. Die kann man sich dann im Nachhinein anrechnen. Dazu musst du erstmal Französisch studieren (ob im Kern oder Nebenfach ist da glaube ich egal.. hauptsache du machst die LP). Wenn du an der UDK bestanden hast, dann hast du zwingend Musik als Kernfach. Französisch wählst du als Nebenfach und lässt dir das anrechnen, was du in dem Semester schon gemacht hast.

Die Klausur, die Harald angehänt hat, ist nicht ganz richtig. Es handelt es sich dabei um die BA2 Musterklausur, ist also im Prinzip "zu einfach". Vielleicht gibt es noch irgendwo die BA1 Klausur.

Zu der Klassik <-> keine Klassiksache muss man wissen: die UDK ist eine sehr konservative Musikhochschule. Das heißt es interessiert die Leute nicht ernsthaft wie gut du Jazz, Musical oder sonstwas kannst. An erster Stelle kommt immer die Klassik.
 
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Zu der Klassik <-> keine Klassiksache muss man wissen: die UDK ist eine sehr konservative Musikhochschule. Das heißt es interessiert die Leute nicht ernsthaft wie gut du Jazz, Musical oder sonstwas kannst. An erster Stelle kommt immer die Klassik.
Ja .... da sollte man dann vielleicht einfach mal durch und das akzeptieren. Mit dem Jazz und dem Musical kann man sich ja immernoch beschäftigen. :)
Man muss eben tun was man tun muss... und der "Klassik"Bereich ist auch für den Jazzer eine super Fundgrube.
 

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