Marshall JVM410H: Aufnehmen mit Silent Recording-Ausgang

von Strato Incendus, 30.03.16.

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  1. Strato Incendus

    Strato Incendus Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.03.16   #1
    Hallo zusammen,
    viele meiner früheren Aufnahmen habe ich mit dem Silent Recording-Ausgang meines Marshall JVM410H gemacht, um den Rest des Hauses nicht zu stören. Mittlerweile habe dann natürlich auch ich gemerkt, dass gerade für Rhythmus-Sounds im Metal der Klang einer mikrofonierten Box einfach um Welten überlegen ist, also habe ich angefangen, in einigen meiner früheren Aufnahmen die Rhythmus-Gitarren neu und diesmal "richtig" aufzunehmen. Die Leadgitarren sind allerdings noch in dem Zustand, in dem ich sie damals eingespielt habe, sprich über Silent Recording, und ehrlich gesagt finde ich die immer noch gut - während der Silent Recording-Ausgang bei Rhythmussounds leider schnell zu Matsch und Dumpfheit führt, gibt er den Lead-Sounds eine gewisse Wärme. Aus der Box aufgenommen klingen die Leadsounds natürlich präsenter, aber auch schneidender.

    Daraus stellen sich für mich zwei Fragen:
    1) Soll ich die Soli trotzdem nochmal mit Box aufnehmen, damit alles aus einem Guss ist?
    Oder das Gegenteil:
    2) Soll ich auch bei zukünftigen Aufnahmen womöglich freiwillig und bewusst Rhythmussounds mit mikrofonierter Box, Leadsounds aber per Silent Recording-Ausgang aufnehmen?

    Ich will das jetzt gar nicht an einzelnen Hörproben festmachen, sondern generell nach eurer Philosophie fragen; der Marshall JVM ist ja ziemlich beliebt, wer von euch hat noch mit dem Silent Recording-Ausgang herumexperimentiert und zu was für Ergebnissen seid ihr da gekommen?
     
  2. The_Dark_Lord

    The_Dark_Lord HCA Recording HCA

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    Erstellt: 30.03.16   #2
    Woher sollen wir wissen, welcher Sound besser zu deinen Songs passt?

    Wenn's passt, dann passt's, und fertig, egal wie's gemacht wurde.
     
  3. Pie-314

    Pie-314 Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 30.03.16   #3
    Es geht um Dein Produkt, Deine Musik. Du selbst musst mit dem Ergebnis glücklich sein.
    Ich denke, der Weg, wie Du Dein Produkt erstellst, ist eher egal. Mach es so, wie es Dir hinterher am besten gefällt. :-)

    Kurz gesagt: Ergebnis vor Weg. :-)

    Ist doch völlig egal, wenn Deine Musik bei der Erstellung mit verschiedenen Aufnahmetechniken erstellt wurde. Was denkst Du, wie die Profis im Studio tricksen?
    Neulich habe ich in einem Interview gelesen, dass Phil Collen von Def Leppard, der ein riesiges Live Rack hat, von dem ich Nachts träume, viele Tracks im Studio mit Guitar Rig einspielt.

    Ergebnis vor Weg. :-)
     
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  4. tylerhb

    tylerhb Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.03.16   #4
    Grundsätzlich ist die Silent Recording Fähigkeit des JVM schonmal sehr gut, ich habe sie aber immer etwas anders genutzt. Eingebaute Hardware Speaker Simulationen klingen eigentlich immer scheiße, sofern sie nicht mit IRs realisiert werden. Beim JVM ist das nicht anders. Daher würde ich im Silent Modus das Signal vom Effekt Send nehmen und das in den Rechner leiten. Auf dem Effekt Send ist ja noch keine Speaker Simulation vorhanden. Diese kann man dann einfach im Rechner mit kostenlosen IRs dazugeben. Ich habe diese Methode vor meiner Kemper Zeit genutzt und damit stets hervorragende Ergebnisse erzielt. Damit kannst du dir die Mikrofonierung zu Hause problemlos sparen und brauchst nicht auf einen guten Sound verzichten.
     
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  5. Strato Incendus

    Strato Incendus Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 31.03.16   #5
    @tylerhb: Witzige Idee, da wäre ich jetzt gar nicht drauf gekommen ;) . Ich kannte nur das gegenteilige Setup, z.B. mit meinem Boss GT-10, wo man nur in den Return des Amps reingeht, also nur die Endstufe nutzt (was auch immer das bringen soll; vielleicht, wenn man eine externe Vorstufe hat o.ä.). Das war aber wohl eher für den Live- als den Studioeinsatz gedacht.

    Wie machst du das denn dann mit Effektgeräten, kommen die zwischen Send und Input des Interfaces, oder packst du alle Effekte erst in der DAW drauf (letzteres würde ich jetzt schätzen, aber manchmal hat man ja ein Lieblingspedal, das man unbedingt einbauen will ^^). Wahwah ist ja zum Glück immer vor dem Amp, sodass das kein Problem gibt :) .

    Und man muss natürlich den Effektloop komplett auf "wet" stellen, damit das klappt, korrekt? ;) (Habe ich aber sowieso bisher immer so eingestellt gehabt.)

    @Pie-314: Lustig, dass ihr das auch so seht, so wird schließlich auch der Ottonormalhörer nachher urteilen ;) - ergebnis-, nicht prozessorientiert. Deshalb sind ja auch so viele Studio-Schummeltricks wie Autotune und Quantisierung so erfolgreich, weil der Durchschnittshörer den Unterschied nicht wahrnimmt. Prozessorientiertes Hören kommt halt unter Musikern öfter mal vor, und da entstehen dann so ethische Grundsätze bis musikalische Dogmen a la Glenn Fricker ("Ich nutze kein Autotune", "Drumsamples sind schrott", "Immer Rim Shot und mit dem dicken Ende des Sticks spielen" etc. :D ).

    Ich frage mich zwar, warum Hardware-Boxen-Simulationen so oft Mist sind und Software-Boxen-Simulationen besser, aber vermutlich ist das genau wie bei den E-Drums, die meistens auch keine tollen Samples eingebaut haben :p .
     
  6. crazy-iwan

    crazy-iwan Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 31.03.16   #6
    Die Effekte nutzt Du da, wo Du es willst. Manche sagen alles was geht Softwareseitig, weil mans auch danach noch steuern kann, andere nutzen ihre Pedale, weil sie z.B. wie ich den Klang der Pedale nicht mit den Plugins hin kriegen.
    Ich hab dann auch wenig Lust mich ein mal in zwei Jahren mit der Software auseinanderzusetzen wenn ich tagelang an den Pedalsettings gefeilt habe, weiß aber dass ich einiges nur im Studio sinnvoll umsetzen kann (Stereo-Delay <3)
    Selbst wenn, entweder der Song schockt oder nicht. Es kann an der übertriebenen Produktion liegen, dass er mir nicht gefällt, es kann an eben dieser liegen, dass er mir gefällt. Analog ist nicht pauschal besser, nur weil irgendwer die modernen Musikstile nicht mag ;)
     
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