Mit der Bitte um Kritik: "Mitten durch"

von willypanic, 28.01.08.

  1. willypanic

    willypanic Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.01.08   #1
    Hallo,
    möchte nochmal einen deutschen Text posten.
    Es handelt sich um Einen, der nicht richtig loskommt von einem anderen.
    Ich würde mich freuen, wenn ihr kritisiert und mitteilt, wie die Worte bei euch ankommen.
    Danke
    Grüße
    willy

    Mitten durch
    1. Str.: Bewegungslos und still wie Stein.
    Und schön bist du.
    Nur der eine Weg kann richtig sein.

    Bridge: Wir haben nicht geredet.
    Wir haben nicht geteilt.
    Wir sind ja keine Brüder.
    Du hast nur kurz verweilt.

    2. Str.: Grenzenlos und groß wie Sinn.
    Und schön bist du.
    Wie Sand, der durch die Finger rinnt.

    Bridge: Wir haben nie gefunden,
    was dieser Suche wert.
    Wir sind ja Visionäre
    und über uns, da hängt ein Schwert

    Ref: Mitten durch und doch vorbei.
    Eins und eins ist immer zwei.
    Justier dich in der Mitte,
    bedenke deine Schritte... und dann?
    Mitten durch und doch vorbei.
    Eins und eins bleibt immer zwei

    3. Str.: Makellos und schön wie Schein.
    Wer bist du?
    Ein Gewissen muss das Reine sein.

    Bridge: Wir haben nichts beendet.
    Wir haben nicht bereut.
    Wo bleibt der Held,
    der unsere Asche in die Winde streut?

    Ref.
     
  2. Wüstenstaub

    Wüstenstaub Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.01.08   #2
    Moin moin Willypanic

    also beim erstenmal durchlesen habe ich mir gedacht "schönes Gedicht"

    die reimwörter passen schon gut zusammen... mich würden sie jedoch nicht wircklich erreichen. Ich weiß ja nicht welches Puplikum du ansprechen willst, deswegen finde ich ist der text sehr gelungen.
    Die fragen die mir aufgekommen sind sollten nicht direkt als kritik verstanden werden... wenn es so gewollt ist - hast du ja alles richtig gemacht ! (und jeder versteh es ja anders)

    Also mein Fazit ist das der Text entweder fertig ist oder vileicht nicht wircklich zugebrauchen ist. (jenachdem was du dir damit vorstells)


    grüße
     
  3. x-Riff

    x-Riff Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 28.01.08   #3
    Hi Willipanic,

    finde den Text sehr gut ... verstörend, zum Nachdenken auffordernd ... irritierend, wozu auch zählt, dass ich nicht genau weiß, was einige Worte und Zeilen genau bedeuten ... Gedicht - auch davon hat es eine Menge ...

    Also einiges von dem was Wüstenstaub anmerkt, trifft auch auf mich zu, ich finde es aber nicht störend. Musikalische Umsetzung fände ich extrem spannend. Kann mir fast was Tom Waits - mäßiges vorstellen ...

    x-Riff
     
  4. think.funny

    think.funny Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.01.08   #4
    Hi Willipanic,
    hm... was soll ich sagen... der Text trifft da auf Wunden und wer den Vogel wieder fliegen lassen musste, der versteht mehr davon...

    Weiter so :great:

    think
     
  5. willypanic

    willypanic Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.01.08   #5
    Vielen Dank für eure Meinungen und eure einfühlsame Kritik.
    @ Wüstenstaub: Deine Anmerkungen sind ganz erstaunlich, weil Du diese Beziehung an einigen Stellen präzise auf den Punkt bringst. Es handelt sich tatsächlich um eine gescheiterte (Freundschafts-) beziehung zwischen zwei Menschen, die eine gemeinsame Aufgabe nicht meistern können und einer (das LI) sich darüber klar wird, dass es keinen Sinn mehr hat, sich aber auch nicht traut zu gehen. Er wartet auf den trennenden Held.
    Grenzenlos und groß wie Sinn ist der Andere, der sich hinter dieser unendlichen Fassade von Sinnhaftigkeit und Kausalität versteckt, dass man ihn nie erreichen kann.
    Das (Damokles-) Schwert, welches da hängt, ist die Zeit, die ungenutzt verstreicht.
    Du hast mir dir Basics der Geschichte, die Angelpunkte noch mal verdeutlicht, dafür ein großes Danke.
    Witzig finde ich auch Deine Anmerkung, der Text sei entweder fertig oder nicht zu gebrauchen.
    Das ist in meinen Ohren von so herrlicher Paradoxie, dass ich stundenlang darüber nachdenken könnte.

    Was ich mir vorstelle?
    Tom Waits?!- also
    Verstörend?!
    Ich sehe die Umsetzung in Gestalt verzweifelter Aggression.
    Eine sehr softe melodische Version konnte ich mir auch vorstellen, jetzt im Moment steht für mich die Wut im Vordergrund. Es soll nicht selbstmitleidig klingen.
    Was meint ihr?

    @ x-riff
    Ist es ein Problem, einem Songtext zu singen, der zu sehr Gedicht ist?
    Wenn ja, wo liegt das Problem?

    @think: Ich hoffe die Wunden sind verheilt.
    Doch manchmal reicht der Schmerz, um zu genießen, dass man am Leben ist.

    Und noch einmal an alle: Vielen Dank
    Grüße
    willy
     
  6. x-Riff

    x-Riff Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 28.01.08   #6
    Hi willypanic,

    die Assoziation zu Tom Waits greift für mich auf: große Gefühle, musikalisch nicht eindeutig auslotbar (also weder eindeutig aggressiv noch eindeutig soft) - ist aber wirklich nur eine assoziation

    mit der Bemerkung der Nähe zum Gedicht meinte ich nicht, dass es damit nicht gesungen werden kann oder so - bezieht sich eher darauf, dass es ein "verdichteter" (also dichter) Text ist, was ich in diesem Zusammenhang positiv meine

    wenn wüstenstaub mit seinen Anmerkungen/Deutungen richtig gelegen hat, dann ist Dein Text auch dechiffrierbar und damit für die Zuhörer einholbar - ob Du dennoch ein paar Stellen deutlicher machen willst - das liegt dann eher in Deinem Ermessen, ist aber nicht notwendig - aber auch von dieser Stelle ein Alle Achtung an Wüstenstaub!

    Von der Atmosphäre paßt für mich (!) gerade weder aggressiv noch soft dazu - vielleicht eher so ein Gefühl, wie man es hat, wenn man sozusagen aufwacht, die ganze Sache und Beziehung und Zeit, die man erlebt und unter der man gelitten und gekämpft hat, neu sieht und sich eher erstaunt denkt: ach so ist das ... Das ist das, was bei mir am ehesten ankommt oder was ich am ehesten damit verbinde ...

    Aber noch mal: ganz klasse Text!

    x-Riff
     
  7. think.funny

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    Erstellt: 28.01.08   #7
    Zumindest ist die Musik generell geignet, Aggression abzubauen. Du musst ja nicht gleich das ganze Equipment zertrümmern :D... Aber um gestimmte Gefühle nicht einfach abzudeckeln, ist es schon gut nach einem gefahrlosen Ventil zu suchen.

    Mach aus dem Song wonach Dir ist, dann wird er authentisch sein. Prinzipiell mag ich persönlich keine aggressiven Songs. Um sich auszutoben kann durchaus ein rockiger groove genügen, der einem Ausgleich verschafft.
    Das bezeichne ich dann als Umlenkung von Wut und Aggression in ein positives Gefühl.

    think
     
  8. willypanic

    willypanic Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.01.08   #8
    ja, richtig. Es muss nicht immer death -metal sein, wenn man richtig sauer ist.
    Aber über die richtige Verbindung von Textwirkung und -inhalt zur musikalischen Untermalung mache ich mir doch permanent Gedanken. (Auch weil es keiner meiner Bandkollegen je tut) Auch weil es sich mit Abstand zum Text noch verändert.

    Weil ich in Bezug auf meine eigenen Texte doch recht betriebsblind bin, finde ich die Einordnung/ Umsetzung schwierig. Aber doch entscheidend für die Authentizität eines Songs.

    Dazu würde mich interessieren, wie ihr anderen Sänger es den euren Band- Musikern vermittelt, worum es in dem Song geht und wohin es musikalisch gehen soll. ( gerade bei kryptischen oder sehr persönlichen Sachen sicher manchmal schwierig, oder?)

    Grüße
    willy
     
  9. x-Riff

    x-Riff Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 30.01.08   #9
    Ich sing meine Texte in der Regel nicht selbst, aber es bleibt ja das gleiche Problem - also das des Vermittelns, was man mit einem Text meint oder wie man sich die Umsetzung vorstellt oder was man damit emotional verbindet ...

    Gut funktionieren direkt Vergleiche mit anderen songs oder beispielsweise auch Filmen, Filmszenen, Büchern etc., wo halt das Gefühl oder die Gefühle ziemlich gut getroffen sind. Funktioniert natürlich nur wenn die das auch kennen. Songs kann man ja einfach vorspielen - einzige Gefahr ist, dass sie dann zu eng am anderen song kleben bleiben, aber da kommt man eigentlich auch drüber weg, finde ich.

    Bei unserer früheren Sängerin hat es immer sehr gut geklappt, einfach noch mal was zum Text zu sagen. Irre war, dass wenn sie Texte zu songs von mir gemacht hat, irgendwie das Grundthema, was ich so in mir drin hatte, mit dem Text sehr gut getroffen hat ohne dass wir vorher drüber gesprochen haben ...

    Was auch manchmal ganz gut funktioniert - besonders was so Sachen wie Dynamik oder so angeht - ist den Text wie einen Film zu beschreiben - also eher so Stimmung, Bilder, Schnitte, plot ...

    Ein Freund, der eigene songs gemacht hat, und wo ich drums gespielt habe, hat eigentlich bei den songs nur jeweils eine Farbe genannt. Fand ich sehr erstaunlich, wie dann darüber eine bestimmte Atmosphäre vorstellbar war.

    Wären so meine Erfahrungen dabei ...

    x-Riff
     
  10. willypanic

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    Erstellt: 31.01.08   #10
    Super Ideen, vielen Dank.
    das werde ich mal für einige meiner Texte durchdenken.
    Ich habe zwar immer noch meine Zweifel, ob meine Mitmusiker auf diesen Film und Farben-Zug mitaufspringen, aber ich werde es mal versuchen.
    Vielleicht bin ich auch nicht selbstbewußt genug, die Beschäftigung mit den Texten bei meinen Mitmusikanten einzufordern.
    Ich muss wohl noch andere Strategien entwickeln, um das Interesse zu wecken.
    Grüße
    willy
     
  11. think.funny

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    Erstellt: 31.01.08   #11
    Wenn jemand aus unserer Band eigene Songs anbrachte, beschrieb er erstmal kurz seine Vorstellung über den Rhythmus, Instrumentarium und die Dynamik.
    Dann brachten wir uns entsprechend ein oder bringen auch eigene Ideen. Irgendwie treffen wir auf einen Konsens und es passt meist.

    Mit extremen Stimmungen in einem Song ist das halt so eine Sache... dafür muss man eben auch geboren sein, drauf einsteigen zu können oder ein guter Schauspieler und die Lust auf die Rolle.

    think
     
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