Du hast seit 17 Jahren hier im Board 107 Beiträge in sehr guter Rechtschreibung verfasst, das wäre dir nicht gelungen, wenn diese Einschätzung wahr wäre...
Oh, danke.
Aber so ganz stimmt das nicht. Ich bin gerade hier schon mehrfach für meine Fehlerhäufigkeit gerügt worden. Und, glaube mir, ich brauche für diese paar Zeilen mindestens drei mal so lange wie, jeder andere hier im Forum, weil ich Wort für Wort alles drei Mal durchlesen muss.
(Natürlich kommt mir entgegen, dass durch die Rechtschreibreform und die allgemeine Verwilderung der Deutschen Sprache die Qualität richtiger Schreibweisen nicht mehr so hoch angesehen wird ...)
Ich habe mich inzwischen in den letzten Tage ziemlich eingelesen in das Thema, und komme immer mehr zu der Überzeugung, dass die Beeinträchtigung "Legasthenie" zwar Auswirkungen auf das Nach-Noten-Spielen-Lernen hat, aber weder genau vorhersehbar ist, welche, noch >>> das ist dann die Folge daraus <<< mit einer einheitlichen Strategie überwunden werden kann. Und darum geht es mir am Ende. Wie kann ich meine persönliche Nach-Noten-Spielen-Schwäche mit der richtigen Strategie behandeln. Immer brav üben ist es jedenfalls nicht. Den "guten Lehrer finden" auch nicht (kochen alle mit Wasser und in den gleichen Töpfen).
Daher hier an alle interessierten den Hinweis: Es gibt für das Thema derzeit nur eine einzige Expertin, also Forumsmitglied Annino.
Es geht ihm eher um Rhythmus-legasthenie ... Keine Ahnung, ob so etwas offiziell existiert ...
Ha, das finde ich jetzt auch gut.
Eigentlich ging es mir zunächst mal um meine Schwäche beim Noten-Lesen. Und manchmal hilft so eine Um-Definition, wie Du sie gemacht hast:
"Rhythmus-Legasthenie"
Neeeeeee ... ist meine erste Reaktion. Mein Problem ist doch eher so was wie Fliegendreck-Analyse-Fähigkeit. Für mich sind Noten auf dem Papier tatsächlich eher so etwas wie Fliegendreck. Es ist super mühsam um durch Abzählen von Notenlinien und immer wieder aufs neue Abzählen von Bünden auf der Gitarre oder Positionen auf dem Kontrabass den richtigen Ton zu finden.
Aber dann kommt mir der Gedanke, dass Du doch recht hast. Denn aus den Noten einen Rhythmus herauszulesen ist für mich genauso schwer. Und das nach inzwischen über 10Jahren (Liebhaber-)Kammerorchester und mehr als 40 Jahren Gitarren-Spiel, teilweise auch nach Noten.
Vielen Dank für den Hinweis, denn wenn ich mich beobachte, sind das 2 völlig unterschiedliche Probleme:
1) Noten-Lese-Schwäche: Ich kann die Punkte und Linien nicht schnell genug zu meinen Tönen auf dem Instrument zu sortieren um kleinere Notenwerte als Viertel bei ca. 80 bpm spielen zu können.
2) Rhythmus-Lese-Schwäche: Selbst einfache notierte Rhythmusfiguren mit punktierten Noten, oder Viertel-Achtel-Wechseln muss ich trocken erst einmal seeeeeeehr Laaaangsaaam durchzählen, um sie dann exakt (auswendig) spielen zu können.
Also eine Doppelstrategie erforderlich. Vielen Dank für diesen Denkanstoß.
Mit meiner letzten Band haben wir ein Medley aus ca. 17 Stücken gemacht.
Notenblätter wären da tödlich gewesen. Also auswendig lernen!
Klar, Noten sind schon etwas schwieriges. Aber:
Mein Sohn, der meine Legasthenie nicht geerbt hat, hat (bis er keine Lust mehr hatte) tatsächlich Drum-Noten vom Blatt gespielt, sogar klassisch. Ich selber habe nicht die geringste Vorstellung davon wie so etwas geht ...
Meine Duopartnerin (Gitarre/Gesang) kann Noten lesen, singt aber nicht ohne Liedblätter, obwohl da nur Texte drauf sind. Ich vermute, dass das nur immer kleine optische Hilfen sind ...
Die Violinisten in meinem Kammerorchester können in dem Tempo, wie ich viertel-Noten erkennen kann, 16tel und manche sogar 32tel-Figuren vom Blatt spielen. Hier weiß ich sicher, dass ich das niemals schaffen werde ..
Mir wird immer wieder bescheinigt, eine hohe klangliche Qualität und gute interpretatorische Fähigkeiten zu haben, sowohl als Sänger, Gitarrist und Kontrabassist. Virtuosität hat mich selber nie interessiert, und habe ich auch nie trainiert.
Für alle Musiker, die keine spezielle Beeinträchtigung im Nach-Noten-Spielen haben, gibt es die vielen kleinen und großen Kniffe, wie man sich die Sachen draufschafft. Das Handwerkszeug erarbeitet man sich selber oder bekommt es vom Lehrer beigebracht.
Wenn Du aber, wie ich, Jahrzehnte mit all diesen Tricks erfolglos experimentiert hast, kann natürlich der Verdacht aufkommen, dass da irgend was anderes nicht so richtig funktioniert. Und da ich "staatlich anerkannter Legastheniker in schwacher Ausprägung" bin, versuche ich derzeit herauszubekommen, ob es tatsächlich diese Beeinträchtigung auch im Musizieren gibt.
Vielen Dank an Alle im Forum, die sich da zu Wort melden, denn, wie wir von
@Annino wissen, gibt es darüber noch wenig Erkenntnis.