Musikausbildung bei Legasthenie

  • Ersteller jeradachs
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Also ich hätte es heute leichter wenn ich als Kind neben noten lesen auch spielen nach gehör gelernt hätte. Es hätte meinen Horizont erweitert, und wöre ein prima Fundament gewesen, und der klassischen Musik hätte es sicher nicht geschadet. Ich bedaure dass meine Klavierlehrerin das gar nicht wichtig fand. Gleichzeitig ist es natürlich toll noten lesen zu können.
 
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@hela - da ist etwas ganz Wichtiges in deiner Aussage, kann man gar nicht genug unterstreichen: Noten lesen und Spielen nach Gehör schließen sich nicht aus. Das Gegenteil von "Spielen nach Gehör" ist nicht "Spielen nach Noten", sondern "Spielen ohne Gehör" (oder so ähnlich).
 
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Ist Tabulatur denn für einen Legastheniker gut lesbar? Also da mein Sohn keine Probleme mit Zahlen hat, müsste das ja eine Möglichkeit sein. Muss ich ihn Mal fragen.
Beitrag automatisch zusammengefügt:

Absolut - spielen nach Gehör habe ich damals auch nicht gelernt. Ich arbeite da mühsam dran, aber die Noten sind für mich meistens der einfachere Weg. Außerdem habe ich dann nicht das Gefühl was falsches zu spielen, was ja bei genauerer Betrachtung Quatsch ist.
 
Ich rechne minstestens alles zweimal. Bei unterschiedlichen Ergebnissen natürlich auch öfters. Wichtige Schriften kontrolliert meine Frau und die Musik machen meine Finger ohne Noten.
 
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spielen nach Gehör habe ich damals auch nicht gelernt. Ich arbeite da mühsam dran
Bin grad wieder auf den Thread gestoßen, weil er auf der Titelseite erwähnt wird.

Für das Spielen ohne Noten gibt es ja auch verschiedene "Levels" oder Arten, wie man da herangehen kann.

Eine Variante ist das, was Du erwähnst, irgendwas 1:1 nach Gehör aus der Erinnerung nachzuspielen. Intervalle und Dreiklänge sollte man hören lernen. Rhythmus nachspielen ist da meistens einfach, Melodien nachspielen, viel rumprobieren. Akkorde sind da schon die nächste Stufe - Dur und Moll erkennen und auf dem Instrument finden, dann Septakkorde.
Was auf jeden Fall hilft, ist Theorie - Kadenzen, welcher Akkord kommt normalerweise nach welchem usw. Aber ehe man die Gehörbildung soweit drauf hat, vergehen schon ein paar Monate bis Jahre, denke ich.

Einfacher ist es vielleicht, wenn man erstmal nur die Akkorde in ein paar Tonarten lernt (ich geh mal von Klavier / Gitarre u.ä. aus, müsste aber auch für Melodieinstrumente gehen). Dann nimmt man sich eine Akkordfolge für ein Stück/Lied, was man kennt - also nur die Akkordsymbole, keine Noten - und spielt die Akkorde in verschiedenen Varianten. Akkordtöne zusammen oder nacheinander, Viertel, Achtel, kurze rhythmische Motive.

Der Unterschied ist, dass man bei Variante 2 nicht vorher die Töne innerlich hören muss, weil keine Melodie vorgegeben ist oder gefunden werden muss, sondern man klimpert praktisch vor sich hin und erfreut sich daran, was herauskommt.
Mit der Zeit lernt man da auch, wann vielleicht Zwischentöne gut klingen, wie man zwei Akkorde verbinden kann. Und wenn man parallel ein bisschen Theorie macht, kapiert man dann auch, warum.

Das geht mMn komplett ohne Noten .-. man sollte die Namen der Töne auf dem Instrument kennen und finden, muss dann die Akkorde im Griffbild lernen. Für den Einstieg reichen da drei, vier Akkorde. Das war's eigentlich schon als Voraussetzung.

So stelle ich mir das jedenfalls vor - wäre mal interessant, ob das für einen Anfängerin so funktioniert ...
 
Zuletzt bearbeitet:
Puuh keine Ahnung. Ehrlich gesagt kann ich mir das irgendwie gerade gar nicht vorstellen.
 
Ist Tabulatur denn für einen Legastheniker gut lesbar? ...

Also, DAS ist tatsächlich mal eine interessante Frage. Ich hab mir zugegebenermaßen bis gerade eben auch noch nie Gedanken darüber gemacht, dass Legasthenie möglicherweise über die Probleme mit Buchstaben, Wörtern und Sätzen hinausgeht.

Aber nach ein bisschen Nachdenken kommt mir das auch ziemlich logisch vor. Wenn ein Gehirn Probleme damit hat, visuelle Muster zu erkennen und wiederzuerkennen, dann natürlich auch beim Notenlesen.

Und - wenn das so ist - dann werden die Betroffenen mit Tabulaturen genausoviele Probleme haben, wie mit klassischer Notation. Ist ja im Grund nur ein etwas anderes System. Die über die Muster transportieren Informationen sind aber letztlich dieselben.

Spannendes Thema, mit dem ich mich heute Abend noch näher auseinandersetzen werde.
 
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Ich hab mal ein bisschen zu diesem Thema gesucht und gelesen:

Es gibt tatsächlich noch nicht allzuviele (öffentlich zugängliche) Studien zu diesem Thema. Aber ein paar doch.

Das, was ich da jetzt für mich rausgefiltert habe: Es gibt einen Zusammenhang (nicht überraschend). Aber es gibt auch Fälle, in denen Menschen, die mit Texten große Probleme haben, sehr gut mit Noten umgehen können. Und es gibt auch Untersuchungen dazu, dass das Erlernen eines Instruments (und/oder des Notenlesens?) oft einen positiven Einfluss auf die Lese- Rechtschreibschwäche hat.

Was ich nicht genau herausfinden konnte: Wie gut haben die Untersuchungen das Notenlesen vs. Spielen nach Gehör/Gedächtnis unterschieden?
Es gibt ja durchaus Menschen, die auch komplexere Stücke einwandfrei auswendig spielen können. Wenn man denen Noten hinstellt, scheint es dann auch so als würden sie vom Blatt spielen. Das geht vielleicht noch aus der ein oder anderen Studienbeschreibung hervor. Ich habe es jetzt beim Überfliegen nicht gefunden.

Wer selbst mal ein bisschen genauer nachlesen möchte:

Music and Dyslexia: A New Musical Training Method to Improve Reading and Related Disorders ...

Music Training Increases Phonological Awareness and Reading Skills in Developmental Dyslexia: A Randomized Control Trial ...

Music Training Increases Phonological Awareness and Reading Skills in Developmental Dyslexia ...

FAQs about dyslexia and learning music ...
 
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Wow! Das ist ja eine sehr interessante Recherche. Dankeschön!
 
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