Muß der Sattel genau auf die Saitenstärke angepasst sein ?

von UnderJollyRoger, 24.11.16.

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  1. UnderJollyRoger

    UnderJollyRoger Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.11.16   #1
    Hi,

    ich hoffe mal, das Thema ist hier richtig.

    Ich bringe demnächst mal meine neulich erworbene ESP Eclipse zum Gitarrenbauer, da der Sattel für dickere Saitensätze ausgelegt war, als ich sie eigentlich benutze.

    Da ich aber gelegentlich auch mal mit der Saitenstimmung für's daheim spielen experimentiere, stelle ich mir obige Frage. Muß der Sattel genau richtig sein oder gibt es da etwas Toleranz ? Mir ist schon klar, dass ein zu dicker Satz in einem Sattel für dünnere Saiten Probleme macht, aber wie sieht es andersrum aus ? Kann ich den Sattel z.B. für 11er Saiten anfertigen lassen und dann ohne große Probleme doch mal auf 10er Saiten wechseln ?

    Das sind auch so die Maße, um die es sich bei mir dreht. Normalerweise bin ich in Eb mit 10er Saiten oder vll 10.5, sollte ich eine Zwischenstärke benutzen (mache ich manchmal auf der tiefen und hohen E-Saite). Will ich mal komplett auf D runter, würde ich aber 11er bevorzugen. Geht das mit meiner obigen Idee oder sollte ich lieber den Sattel genau für eine Saitenstärke anfertigen lassen ?

    Bin für jede Antwort dankbar :)
     
  2. soischswore

    soischswore Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.11.16   #2
    Ich hatte mich vor kurzem mit einer ählichen Fragestellung an ML Factory gewandt: Der hat einen günstigen Satz Sattelfeilen im Programm, welche aber von der Größe her nicht exakt dem entsprechen was ich an Saitenstärke spiele, sondern eben etwas größer sind, was dann eben auch dazu führen würde, dass die Kerbe eben etwas größer als die Saite ist.

    Die Antwort war, dass das kein Problem wäre, zumindest nicht in diesem Bereich. Die Abweichung ist wie bei Dir vom 10er zum 11er Saitensatz.

    Ich denke, erst wenn die Abweichung richtig groß wird, wird es zu unerwünschten Nebengeräuschen kommen wenn die Saite leer gespielt wird.
     
  3. Gast 2356

    Gast 2356 Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 24.11.16   #3
    Ganz einfach:
    Ist die Kerbe zu eng, klemmts beim Saitenziehen,
    ist sie zu weit, schlabbert sie rum --> gibt lustigerweise auch Probleme beim Saitenziehen,
    aber auch bei der Intonation und ggf. noch Nebengräusche.

    Von 009 bis 011´er Satz sollte es keine all zu großen Probleme geben,
    bei einem 013´er Satz wirds aber spätestens eng.

    wie immer: Versuch macht kluch
     
  4. artist

    artist Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.11.16   #4
    Hallo,

    es kommt auf die Sattelkerbe an. Ich verwende sehr teure Sattelfeilen, die eine Kerbe mit einem runden Grund feilen. Die Saite läuft hier immer zentriert, weil sie durch die schrägen/runden Wangen nach unten gezogen werden. Hier kann man auch die nächstgrößere Feile nehmen, falls man mal etwas stärkere Saiten nehmen will.
    Einige Gitarrenbauer verwenden aber auch Sattelsägen, die eine rechteckige Kerbe hinterlassen. Hier MUSS die Kerbe exakt zur Saitenstärke passen. Denn wenn man dünnere Saiten verwendet, kann die Saite nach dem anschlagen in der Kerbe hin- und herschwingen. Das macht sich dann in einem flirrenden, sirrenden Ton bemerkbar, was den Ton auch schneller absterben lässt.

    Du solltest am besten vorher fragen, welche Feilen der Gitarrenbauer verwendet.

    Gruß, Flo
     
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  5. murle1

    murle1 RBC-Guitars HCA

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    Erstellt: 25.11.16   #5
    Das ist im Großen und Ganzen richtig - aber auch bei den U-förmigen Kerben kann es sirren, bei den dünneren Saiten, wenn nicht genügend Druck durch passende Saitenniederhalter ausgeübt wird. Es helfen V-förmige Kerben, aber nur so lange, wie sie sich nicht rund geschliffen haben...
     
  6. UnderJollyRoger

    UnderJollyRoger Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.11.16   #6
    Super, danke für die Antworten. Sieht ja grundsätzlich so aus, dass mein Plan durchaus funktionieren kann ... dann kann ich ja mal beruhigt noch den Gitarrenbauer löchern :D
     
  7. smartin

    smartin HCA-Gitarrenbau HCA

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    Erstellt: 25.11.16   #7
    Das ist generell ein ganz guter, neuer Trend vor allem bei Gitarrenbauern. V-Förmige Kerben haben ggü. runden Kerben verschiedene Vorteile:

    - die Saite ist immer zentriert

    - 2-Punkt-Kontakt am Saitendurchmesser sorgt für immer passgenaue Kerben, unabhängig vom Saitendurchmesser

    - sind leicht und günstig herstellbar

    Einen Nachteil haben sie allerdings: Sie nutzen sich bei Gitarren mit Tremologebraucht deutlich schneller ab. Daher sollte man sie nur bei Gitarren ohne Tremo verwenden.

    Besonders für Experimente mit anderen Saitenstärken sind also Dreiecksnuten zu empfehlen. Es sei erwähnt, dass mit unterschiedlichem Saitendurchmesser die Höhe im ersten Bund etwas schwankt. Entweder stört das einen nicht, oder man muss bei einer endgültigen Entscheidung eben auf die gewünschte Höhe nacharbeiten.
     
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