Neal Morse / One / 2004 / CD

von Jogi`s Rockfabrik, 16.10.05.

  1. Jogi`s Rockfabrik

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    ich befinde mich auf der Suche nach einem neuen So
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    Erstellt: 16.10.05   #1
    Neal Morse - One

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    Diese Scheibe von Ex-Spocks Beard-Sänger Neal Morse ist nun etwas komplizierter, eine Vermischung allerhand Stilrichtungen. Ich kenne Leute, die mögen diese Platte überhaupt nicht und dann gibt es welche, die vergöttern das Teil. Ich brauchte einige Umläufe, um dann festzustellen, dass mich die Platte immer mehr in seinen Bann zog.

    Etwas zum Hintergrund:

    Textlich geht es wie oft bei Neal Morse sehr göttlich und religiös zu, ich will und kann ehrlich gesagt den Inhalt gar nicht groß deuten. Musikalisch gesehen ist dies eine für mich überragende Platte, vielleicht das beste, was bisher aus der Feder von Neal Morse stammt. Auch von den Bärten habe ich persönlich noch nichts gehört, was hier ranreicht. Weder mit, noch ohne Neal Morse. Die Fans der Platte dürften so aus der Ecke der Transatlantic-Fraktion kommen. Warum??

    Zum einen spielt kein geringer als Mike Portnoy die Drums. So entstehen wunderbare Rhythmusgebilde, die mich auch als Nicht-Drummer immer wieder begeistern. Am Bass wurde Randy George gesetzt, der sehr solide und engagiert sich in die Sache einbringt. Dies dürfte der Kern der Formation sein. Ergänzt werden die Aufnahmen durch Gastmusiker.

    Die Musik ist zum einen eine Reise durch fast alle Prog.-Richtungen, eine Erinnerung sowohl an frühere Zeiten als auch viele Abschweife in die moderne und heutige Zeit. Wenn man der Platte mit Konzentration folgt, und das sollte man auf alle Fälle tun, findet eine musikalische Reise statt, die in der Lage ist, bei dementsprechender Stimmung ständig wechselnde Landschaften in einem abzuspielen. Ein Film, der im musikalischen Sinne sehr spannend ist. Dafür sorgen in der Tat auch immer wieder zahlreiche Überraschungen. Sagenhaft sind auch die Implementierungen anderer Instrumente. Da hört man u.a. auch Violinen und Cellos.

    Die Kompositionen erscheinen sehr komplex, wobei bestehende Themen innerhalb eines Songs ständig abgeändert werden. Dabei setzen die verschiedenen Musiker immer mal wieder unterschiedliche Akzente und bestimmen das Geschehen. Gesanglich würde ich sagen, bietet Neal Morse eine Stimme, die zwar zur Musik passt und in diesen Gefilden wie immer zu Hause ist. Ich persönlich kann zwar etwas kraftvolleres gut gebrauchen, aber sie prägt das Album sehr schön. Die Zweit- und Drittstimmen werden dort eingesetzt, wo die Musik ohnehin schon eine Menge Verrenkungen betreibt. Das macht die Sachen nicht gerade leicht verdaulich.

    Was bleibt, ist ein Album, von dem man sehr lange etwas haben kann und welches immer wieder auf neue Erkenntnisse setzt. Es wird nicht langweilig und erfordert, obwohl es für Neal Morse-Solo-Verhältnisse sehr eingängig ist, doch eine Menge Engagement, um damit gut zurecht zu kommen.

    9/10


    Tracklist:

    1:The Creation 18.23 min
    2:The Man's Gone 2.51 min
    3:Author Of Confusion 9.31 min
    4:The Separated Man 17.59 min
    5:Cradle To The Grave 4.56 min
    6:Help Me/The Spirit of Flesh 11.14 min
    7:Father of Forgiveness 5.47 min
    8:Reunion 9.11 min

    Gesamtspieldauer: 79.56 min

    Musiker:

    Vocals: Neal Morse
    Keyboards: Neal Morse
    Drums: Mike Portnoy
    Bassguitar: Randy George
    Guitars: Phil Keaggy
     
  2. Petruccis Son

    Petruccis Son Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 14.04.09   #2
    Eine schöne Rezension für ein schönes Album. One ist auch mein Favorit von Neal Morse. Übertrifft auch vieles, was er früher bei Spock's Beard geleistet hat, finde ich.
     
  3. Krijan

    Krijan Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.03.12   #3
    um übrigens auf den text einzugehen: es geht um gott und mensch in beziehung, das der mensch sich von gott abwendet und doch innerlich wieder seine nähe sucht, und dass gott treu bleibt und vergibt und dass es doch letztlich wieder eine versöhnung geben kann (der verlorene sohn ist zurückgekehrt!). das ist so ziemlich das konzept :) (sonderfall the creation: die geschichte von adam und eva, die die ganze beziehungskiste quasi auf die biblische erzählung zurückführt, und so zum sinnbild der gesamten thematik wird). für nicht-christen sicherlich etwas nerviger stoff, aber mir gefällts :) und seien wir mal ehrlich: die musik ist so fesselnd dass man vom text sowieso nicht viel mitkriegt.
     
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