Neuer Bogen ? (Codabow Luma)

von suamor, 03.04.16.

  1. suamor

    suamor Helpful & Friendly User HFU

    Im Board seit:
    13.09.06
    Zuletzt hier:
    8.05.18
    Beiträge:
    606
    Ort:
    Südwestdeutschland
    Zustimmungen:
    179
    Kekse:
    2.794
    Erstellt: 03.04.16   #1
    Hallo zusammen,

    Nachdem ich zahllose Review zu Codabow Carbonbögen gelesen gehört (Youtube) habe, kann ich eigtl. zufrieden sein mit meiner Bogensammlung.

    Für die Bratsche einen Codabow Joule (funktioniert auch prima mit Geige, verwende ihn dort aber z.Z. praktisch gar nicht) und einen toll klingenden Pernambuk (so im Nachhinein war das ein echter Glücksfall). Den Joule nehme im Orchesterbetrieb und den anderen bei Kammermusik (solange es nicht sehr virtuos wird, kommt bei mir inzwischen doch öfters vor als ich dachte).

    Für die Geige ein Codabow GX, meinen altern Holzbogen verwende ich kaum noch (der müßte gründlich repariert werden und ist lange nicht so gut wie mein Bratschenbogen). Bei der Geige ist es aber so, daß ich mit dem GX sehr zufrieden bin, auch für Solo oder Kammermusik.

    Eigentlich sollte ich zufrieden sein, wäre da nicht ein Erlebnis letztes Jahr gewesen.

    Hintergrund ist, daß ich auf Flugreisen außerhalb der EU meinen Holzbogen nicht mitnehmen kann, da ich nicht nachweisen kann, das der Bogen schon vor der Zeit gekauft wurde, als ein bestimmtes Gesetz erlasen wurde für Schutz bestimmer Hölzer und andere Materialien (bspw. Ebenholz, Mammut, Perlmutt). Weder Geige noch Bratsche haben Ebenholz, sind nur schwarz "angepinselt".

    Die Incredibows sind zwar technisch hervorragend, aber mir klanglich zu neutral (kein Wunder bei diesem Preis). Die nehme ich gelegentlich zum Üben, auf der "Elektrischen" sowie beim Barockspiel (da sind sie ideal einsetzbar). Die synthetischen Haare spielen dabei sicher eine Rolle, allerdings habe ich bisher noch keinen anderen Bogen mit solchem Haar bespannen lassen, da ich keinen "übrig" habe zum Experimentieren.

    Letztes Jahr habe ich versucht mich mit dem GX auf der Bratsche zu behelfen, aber das hat leider nicht sehr gut funktioniert (musste zuviel Kolophonium einsetzen, damit es überhaupt noch erträglich war).
    Da ich von der Geige zur Bratsche gekommen bin, habe ich schon immer mit schweren Bögen meine Probleme gehabt. Alle Bögen wieder daher unter 70g (bei der Bratsche meist sogar wenig über 65g).

    Ich suche nun also einen hochwertigen Carbonbogen (ca.400-800€) und habe bisher aber nur einen gefunden: Den Codabow Luma (der GX für Bratsche ist mir schon wieder zu schwer). Nach dem was ich auf Youtube gehört habe (leider nur Violine und dort nur ein kurzes Review), käme der Bogen wahrscheinlich für Kammer/Ensemblemusik und gelegtl. Solo mit Orgel/Klavier in Frage.

    Habt ihr noch einen anderen Vorschlag für mich ? Für jedwede Anregung bin ich sehr dankbar.
     
    gefällt mir nicht mehr 1 Person(en) gefällt das
  2. suamor

    suamor Threadersteller Helpful & Friendly User HFU

    Im Board seit:
    13.09.06
    Zuletzt hier:
    8.05.18
    Beiträge:
    606
    Ort:
    Südwestdeutschland
    Zustimmungen:
    179
    Kekse:
    2.794
    Erstellt: 04.04.16   #2
    Ok, nun noch ein paar Entdeckungen meinerseits:
    1) Arcus-Bögen, sind leider etwas zu teuer, aber A5 / M5 (Perlmutt ist z.Z. unkritisch) oder evtl. A6 wären interessant. Wenn sich eine Gelegenheit ergibt, will ich mal M5 und A6 ausprobieren, A6 der ist aber teuerer als meine Bratsche... dafür kann ich ihn bei einem örtlichen Geigenbauer ausprobieren.
    2) Col Legno Profi oder Supreme Viola Bogen (bei Arc Verona entdeckt): Kommt leider nicht in Frage, da Ebenholz-Frosch
    (Offizielle Website http://www.sielam.com/carbonbowsde.html )
    3) P&H da habe ich außer direkt in London keine Bezugsquelle gefunden (und keinerlei Informationen über die Bögen)

    Weitere Carbonbögen habe ich bisher leider nicht gefunden.
     
    gefällt mir nicht mehr 1 Person(en) gefällt das
  3. suamor

    suamor Threadersteller Helpful & Friendly User HFU

    Im Board seit:
    13.09.06
    Zuletzt hier:
    8.05.18
    Beiträge:
    606
    Ort:
    Südwestdeutschland
    Zustimmungen:
    179
    Kekse:
    2.794
    Erstellt: 06.04.16   #3
    Zwei Bögen, die ebenfalls wegen der "Ebenholz-Problematik" nicht in Frage kommen:
    4) Carbondix Prestige (den habe ich irgendwie 5x übersehen) - definitiv lohnenswert, gegen meinen Joule gelegentlich zu spielen
    5) Glasser Bows: BCF Serie Ob er dort wirklich erworben werden kann bin ich überfragt. Händlerinformationen habe ich keine gefunden
    (Ich habe vor ein paar Jahren einen billigen Glasser Fiberglass (glasfaserverstärker Kunststoff), da es keinen teurerern aus diesem Material gab -> er hat das gleiche Potenzial das durch Karbon längst realisiert wurde, die AC-Serie ist (wie sehr billige Carbonbögen) nicht empfehlenswert).

    Als Resumee sehe ich, daß es momentan kaum eine Möglichkeit, einen Carbonbogen ohne Ebenholz zu erhalten. Nur Codabow und Arcus haben es geschafft, einen sehr guten Ersatz für Ebenholz zu schaffen. Immerhin ist sind so viele verschiedene Carbonbögen am Markt (und mit Arcus mindestens eine Firma, die High-End Bögen produziert), das das wertvolle Fernambuk-Holz geschont werden kann.

    Leider ist die Innovationskraft gerade bei Bögen in alternative Hölzer (und damit meine ich nicht "Brasilholz") ziemlich gering. Es gibt natürlich seit Jahren ein Schutzprogramm für diese Hölzer unter den Geigenbauern - andererseits haben wir geradezu eine Inflation von billigen Holzbögen die die wertvollen Hölzer vergeuden (und dann u.U. noch aus nicht-legalen Quellen stammen). Gerade in diesem Forum ist ein echter Kampf den Anfängern bewußt zu machen, was für ein "Brennholz" da angeboten wird.

    Ich werde wahrscheinlich keinen Codabow kaufen, sondern erst einmal abwarten und - falls es bis dahin nichts alternatives auf dem Markt gibt - entweder zu Arcus oder Carbondix greifen. Gibt es keine Firma, die eine Mischung aus Incredibow und Arcus darstellt ? Mit Wunschgewicht und Spielanforderungen und einem für mich noch bezahlbaren Preis (sorry Arcus, aber Hobbymusiker können i.d.R. nicht mehr Geld in einen Bogen investieren als das eigene Instrument kostet) wäre ich sofort dabei.
     
    gefällt mir nicht mehr 1 Person(en) gefällt das
  4. Vester

    Vester E-Gitarren Moderator HFU

    Im Board seit:
    18.08.10
    Zuletzt hier:
    24.06.18
    Beiträge:
    8.470
    Ort:
    Norddeutschland
    Zustimmungen:
    3.886
    Kekse:
    73.890
    Erstellt: 06.04.16   #4
    Interessante Beiträge. An die Ebenholzfrosch-Problematik hatte ich noch gar nicht gedacht.
    Bei Geige kann ich auch nicht mitreden, weil ich da nur meinen uralten G. Rudi Steinel hab. Ich spiele jetzt jedoch wieder mehr Cello und hab mir den Carbondix***
    gekauft. Natürlich ein Billigbogen (ca.120 Euro), er macht jedoch tatsächlich äußerst viel Spaß.

    Ich finde ich sehr handlich, ein einfacher Bogen, den ich in etwa mit meinem W. E. Dörfler für ca. 450 Euro gleichsetze (obwohl das eigentlich gar nicht geht, finde ich).
    Auch ein recht preiswerter Bogen. Unterschiede im Klang und Handling merkt man tatsächlich, passt mir aber. Sie sind beide gleich schwer - haben jedoch eine unterschiedliche Philosophie hinsichtlich Schwerpunkt und in der Elastizität ja sowieso.

    An Alternativmaterialien kenne ich außer dem Schichtstoffmaterial (Codabow) auch nichts, nur Büffel, bzw. auch nur gehört (ich glaub von L. Seifert, geht aber auch nicht wegen Holz)
     
    gefällt mir nicht mehr 1 Person(en) gefällt das
Die Seite wird geladen...

mapping