Neuer Text nach Wiedereinstieg

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Hallo Leute,

nach langer Zeit bin ich seit kurzem wieder dabei eigene Texte zu schreiben. Selber find ich sie eigentlich gut gelungen würd mich aber trotzdem über konstruktive Kritik von euch freuen.
Hier mal ein Text den ich zuletzt geschrieben habe:


I never loved enough to care
Now I'm afraid when you're not here
When will you come back to me
Until then there is no light for me to see

Do you remember when we used to laugh
Smile about every moment that was given us
Not giving a fuck about the dark clouds in the sky
Do you remember? You and I

Your smile still follows me through the day
Seeing your face before me but then you fade away
Just wishing to get you back again
Since when you left it's never been the same

Why couldn't we be more honest to ourselves
Still looking at your pictures on my shelves
We could have made it so much better
Just you and me, together forever

Do you even think of me anymore
If you do, please just let me know
You will never be just a memory of my past
Everyday i ask myself why this couldn't last


Danke schonmal, wenn ihr überhaupt bis hierhin gekommen seid ;) Ich hoffe euch gefällts.
 
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Annette2904
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Hallo El-Cattivo,

Hast du dir den Text mal übersetzt, für meinen Geschmack sind da zu viele Sätze drin, die ich schon viel zu oft gehört habe. Auch die Reime helfen da nicht (me-see, ourselves-shelves, past-last).

Die Stimmung kommt nur schwer durch. Eine Prise Traurigkeit, ein bisschen Verzweiflung, ein wenig Melancholie und am Ende frage ich mich: warum nimmt das LI nicht einfach die Fotos vom Regal und wendet sich Neuem zu. Ich wünsche mir immer zumindest eine Andeutung davon wer hier schreibt und warum, das würde mir in deinem Text fehlen.

LG, Annette
 
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Hallo, El-Cattivo!

Im Deutsch-Aufsatzunterricht lernt man ja, sich einen Erzählplan anzufertigen, bevor man mit dem Schreiben einer Geschichte loslegt: 1. Ausgangssituation, 2. Beteiligte Personen, 3. Wünsche/Ziele, 4. Hindernisse auf dem Weg dahin, 5. Beseitigung dieser Hindernisse, 6. Ausgang/Auflösung. Diesen Plan finde ich immer sehr hilfreich, vor allem wenn man kreativ mit ihm umgeht - es muss z. B. nicht immer ein Spannungsbogen mit 3. bis 6. (im Sinne einer echten "Handlung") aufgebaut werden, aber um eine Art Suspense zu erzeugen, ist die Beachtung dieses Plans schon sinnvoll.

Dein LI hingegen heult nur rum und drischt hohle Reimphrasen (darunter dann auch noch "together forever" - als Kur verschreibe ich Rick Astleys gleichnamigen Hit aus den 1980ern in sechsstündiger Dauerrotation, danach wirst Du diese Phrase vermeiden wie der Teufel das Weihwasser ;)). Das eigentlich Interessante, nämlich die echten Gefühle, der Kampf und evtl. die Lösung für den Herzschmerz (hab' ich das jetzt wirklich geschrieben?) - und sei es der Sprung vom Hochhausdach - bleiben völlig unerwähnt, mehr noch, sie werden von Klischees in den Hintergrund gedrängt. Dabei löst solch endloses und vor allem zielloses Herumnölen in Allgemeinplätzen in den meisten Lesern/Hörern kein Mitleid(en) aus, sondern eher Verachtung gegenüber "diesem Würstchen". Willst Du einen echt emotionalen Text liefern, braucht's persönliche Angriffsfläche und einen glaubwürdigen inneren Konflikt. Willst Du dagegen Klischeereiterei, sollte zumindest eine ironische Brechung drin sein, um die Intention dahinter erkennen zu lassen...

Liebe Grüße
André

P. S.: Beim Blick auf Annettes Signatur fiel mir gerade auf: Die lineare Übersetzung fehlt noch... ;)
 
DugDanger
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@ hrawth

Ich finde deinen Post nicht ganz fair ;)

Im Deutsch-Aufsatzunterricht lernt man ja, sich einen Erzählplan anzufertigen

Hier soll aber kein Deutsch Aufsatz angefertigt werden sondern ein song Text. Der kann auch mal "verplant" sein. Es gibt bestimmt Handwerkszeug fürs song Texte schreiben und die unterscheiden sich bestimmt vom Deutsch Aufsatz.

darunter dann auch noch "together forever"

naja; warum sollte der TE darauf verzichten wenns ihm gefällt - Ja, der "Astley" song....Aua, den hab ich jetzt auch wieder im Kopf. Trotzdem, ich meine die Formulierung auch mal in nem Zusammenhang gehört zu haben, der mir gefiel. Also, dieses generelle "Verbot" von Phrasen find ich bissl doof.

Klar, der Text ist vielleicht nicht perfekt. Man merkt, dass der TE gerade erst "wieder einsteigt" - da sind noch ein paar Phrasen zu viel - aber er hat auch ein paar schöne Momente.
Da finde ich deinen Post insgesamt etwas zu "hart" in Inhalt und Formulierung.

Grüße

Dug
 
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Hi El Cattivo,

Deinen Text nehme ich vorwiegend als Zustandsbeschreibung wahr, als Trennungs- und Verlustverarbeitung eines Lyrischen Ich.
Dabei ist er mir in den Beschreibungen zum einen insgesamt zu stereotyp, zum anderen zu allgemein. An den Stellen, an denen sich bei mir Interesse einstellt, sich Fragen auftun, ist - aus meiner Sicht - bedauerlicherweise Schluss. Ich meine Stellen wie:
Why couldn't we be more honest to ourselves
Ist das LI denn jetzt "honest"? Woran merkt es das? Was macht den Unterschied zu früher aus, was würde das LI denn jetzt anders machen, denken, fühlen? Und damit kommt es für mich zu einer Schlüsselstelle: Den Text lese ich weitgehend als: "Wenn alles so wäre wie früher wäre es gut." Das ist reiner Verlust. Die Wahrnehmung eines "more honest" verweist aber darauf, dass es damit nicht getan wäre, dass im LI ein Erfahrungs- und Reifeprozess stattgefunden hat, der Neues jenseits des Alten und Gescheiterten möglich macht. Nur leider erfahre ich - und auch das verlustig gegangene geliebte Gegenüber - davon nichts. Ist das genug?

Do you even think of me anymore
If you do, please just let me know
Für mich eine weitere Schlüsselstelle: Das LI will etwas, verschiebt das Handeln aber auf das verlustig gegangene Gegenüber. Sie (ich gehe jetzt mal von einer Frau aus, ist aber im Gesamtkontext egal) soll sich melden. Was es offensichtlich bislang nicht getan hat. Das verweist auf einen für mich fehlenden Kontext: Wenn das LI der geliebten Person einen Brief schreiben würde oder den song oder sonstwas - also kommunizieren würde - dann würde das Sinn machen. Das geht aber aus dem Text nicht hervor. Es ist die reine Gedankenwelt des LI. Wie macht dann diese Forderung oder dieser Wunsch, die andere Person soll sich melden, Sinn? Ihr dies mitzuteilen, also zu agieren, wäre vermutlich auch eine Form des "more honest"-Seins.

Wie gesagt: Für mich hört der Text da auf, wo es (für mich) spannend würde, wo sich für mich die Personen und der Text anders erschließen würde, Neues und Konkretes zeigen würde.

Noch eine Anmerkung zur Form: Aus meiner Sicht bindet das strenge Reimschema a,a, b,b viel zu stark. Die Folge sind Reimdichoderichfressdich-Konstruktionen und kurze Beschreibungen und Gedankengänge, die als Zeilen oder Doppelzeilen auftauchen und kaum die Chance übergreifender Gedanken- und Sinnzusammenhänge ermöglichen. Statt dessen eine starre, fast leblose Schemabindung. Man kann das als Ausdruck der Starrheit des LI deuten, aber gerade diese Starrheit verunmöglicht auch eine Entwicklung - hin zu einem "more honest" oder hin zu einer neuen, nun geglückteren Liebe. Möglichkeiten jenseits eines starren Reimschematas findest Du übrigens auch in dem workshop lyrics (link in meiner Signatur).

Herzliche Grüße

x-Riff
 
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Hi El-Cavitto,

ich finde es jetzt auch nicht so schlecht. Es ist halt ein Entwurf nehme ich mal an.

Viel kann ich nicht beisteuern. Ich kann nur soviel sagen dein Text klingt in manchen Zeilen unklar. Es wäre für mich hilfreich, wenn du die Absätze
mit Verse, Chorus und Bridge betiteln könntest. Wichtig ist auch manchmal zu erwähnen für wen das Lied denn eigentlich ist. Schreibst du das nur
für dich oder schreibst du für andere? Willst du damit an die Öffentlichkeit oder landet es in der Schublade?

-----------------
Einfache Herangehensweise:
Verse 1 - sollte irgendwie catchy wirken. Irgendwas was Interesse weckt ... Sonst hört ab dann keiner mehr zu.
Verse 2 - erzählt mehr. Hier bewegt sich die Geschichte!
Chorus - Andere Perspektive/Blickpunkt auf die Inhalte im Verse - Kompakt - Emotional. Keine lange Zeilen - man will ja schnellstmöglich mitsingen können. Wie du das im Verse machst ist deinem Timing überlassen. Du kannst im Chorus auch puzzled schreiben, aber du musst es irgendwann auflösen. Hooks sind solche Puzzles! Davon leben viele gute Songs. Die ziehen sich thematisch durch den ganzen Text und erleben in Ihrem Sinn meist auch eine Wendung/Erweitern/Komik/Tragik, und das ohne der Chorus bei zweiten Durchlauf zu verändern.
Bridge: Hier kannst du entweder das Ganze zum Postiven für den LI wenden, irgendwas klar stellen oder oder oder wichtig aber! es darf nicht zu weiteren Verwirrung führen. Es muss schlüssig sein.
----------------

Rock on!

Gruss
Eeko
 
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Dug, ohne jetzt zu tief greifend auf Deinen Post eingehen zu wollen, denn das würde zu weit ins Off-Topic führen, möchte ich kurz darauf hinweisen, dass ich den TE mit meiner Antwort nicht runtermachen wollte. Meine Anregung mit dem Deutschaufsatz sollte auch nicht in Richtung "Wir basteln uns einen Songtext, und zwar streng nach Vorschrift und Anleitung" gehen, sondern vielmehr darauf hinweisen, dass man sich mithilfe dieses Erzählplans alles für eine Geschichte Wichtige vor Augen halten kann - und dann kann man sich natürlich auch gegen eine Geschichte im eigentlichen Sinn entscheiden und z. B. mehr auf eine Momentaufnahme/Zustandsbeschreibung abzielen. Der springende Punkt dabei ist, dass man diese Entscheidung dann bewusst trifft und seinem beabsichtigten Inhalt dann viel besser gerecht werden kann.

Was das Reimschema anbetrifft, bin ich ganz bei x-Riff. Es kommt hin und wieder vor, dass man von Zeilen im Paarreim nur so inspiriert wird und sie einem gleichsam zufallen (und dass sie sich obendrein zumindest nicht allzu abgedroschen anhören), aber das ist höchst selten - alles andere klingt nach "Reimdichoderichfressdich" und beschneidet die gestalterische und inhaltliche Freiheit...

El-Cattivo: Meine "harten" Formulierungen basierten auf der Annahme, dass Du a) ein ehrliches Feedback wolltest und b) diesen Text irgendwann einer wie auch immer gearteten Öffentlichkeit in Form eines Songs darzubieten gedenkst. Vor diesem Hintergrund habe ich meine Meinung aus der Perspektive eines zugegebenermaßen recht ungnädigen Publikums formuliert - beachte bitte, dass das "Würstchen" allein auf das lyrische Ich und nicht auf Dich als Autor bezogen ist!
Sprachlich ist mit diesem Text alles in Ordnung, bis auf die etwas gestelzte Formulierung "Until then there is no light for me to see" und die zwei grammatikalischen Fehler "Smile about every moment that was given us" sowie "Since when you left it's never been the same" ("that we were given" und "Since you left" wären korrekt).

Also: Nicht böse sein und weitermachen!

Liebe Grüße
André
 
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