@mabi: cremig = Mesa ^^
Stress, hatte keine Zeit, sorry :-(
Also hier ist mal der Leadkanal:
So, man sieht da also erstmal einige Kathodenbasisstufen, die gleichzeitig wieder Höhen boosten (1µ Kathoden-C, wer das nicht braucht, der baut einen Elko 25µ/16V ein!). Drei Sachen fallen dabei auf:
1. Der C7 direkt am Eingang: Er wirkt als Höhenboost, wenn man Gain zudreht. Wer das nicht braucht, lässt ihn weg. Mit dem Kondensator wirken Crunch-Sounds eben "offener"
2. Der hohe Kathodenwiderstand von 39kOhm in der zweiten Stufe: Damit könnt ihr experimentieren, bis ca. 1,8kOhm geht hier alles. Durch den hohen Kathodenwiderstand und somit niedrigen Ruhestrom kommt diese Stufe schnell in die Sättigung und entfaltet den MESA-typischen Sound.
3. Die direkte Kopplung der Röhre V3. Das System V3a ist ein normales Kathodenbasissystem, wie wir es bereits kennen, V3b aber ist etwas neues, es arbeitet in
Anodenbasisschaltung . Dabei liegt die Anode fest an der Betriebsspannung und die Kathode bildet den Ausgang. Der Vorteil hierbei ist, dass der Innenwiderstand der Stufe gegen die Betriebsspannung (also "Ausgangsspannung steigt") kleiner ist als bei der Kathodenbasisschaltung, da die Röhre einen erheblich niedrigeren Innenwiderstand annehmen kann als die üblichen Anodenwiderstände (100-220k) haben. Das Signal wird also
niederohmig gemacht. Außerdem beträgt die
Spannungsverstärkung einer Anodenbasisstufe ungefähr
1, soll heißen wenn man das Gitter um 1V positiver macht, dann wird die Kathode auch um 1V positiver. Die Tatsache, dass man hier keinen Gitterableitwiderstand und keinen Gitterkondensator benötigt liegt daran, dass die Kathode durch den hohen Widerstand gegen Masse (100k) eine relativ hohe Spannung führt und die Gittervorspannung dann eben so erzeugt wird. Die Gleichspannung an der Kathode von V3b entspricht in Etwa der Spannung an der Anode von V3a.
Ein wichtiger Punkt, den man hier bedenken muss, ist die Spannungsdifferenz zwischen Kathode und Heizfaden! Viele Hersteller bedenken dieses Problem nicht, wenn man sich aber mal überlegt, dass MESA da and er Kathode 216V anliegen hat, dann muss man ins Grübeln kommen. Die ECC83 ist für eine Uf/k von maximal 180V zugelassen, soll heißen, dass die Kathode maximal 180V positiv oder negativ gegenüber der Kathode sein darf. Hier läge bereits die Ruhespannung grob darüber, bei Aussteuerung wird die Kathode dann ja stoßweise noch positiver, was das Ganze noch verschlimmert. Was könnte man als Lösung tun? Anodenspannung runter, damit der Arbeitspunkt der Röhre bei ca. 120V an der Kathode liegt oder die
Heizung hochlegen. Normalerweise hat die Heizung ja Massebezug, soll heißen, dass entweder einfach ein Anschluss der Heizung auf Masse liegt oder die Heizung mittels zweier Widerstände (100 Ohm) von jeder der beiden Heizleitungen aus oder eines Potis auf Masse gelegt wird. Hier ist das das Gleiche, aber die Heizung liegt eben nicht auf Masse, sondern dieser Punkt zwischen den beiden Widerständen wird auf +x Volt hochgelegt, ich empfehle mal so 80V, damit ist man dann auf der sicheren Seite, auch was Rauschen und Brummen angeht. Mehr dazu bei der Netzteilkonstruktion.
Okay, soviel zur Anodenbasisschaltung...*grübel*. Was dahinter kommt, das steht in einem der vorherigen Posts von mir, also das Tonestack.
Wer hier einen eher britischen Amp bauen will, der kann das auch tun, er muss nur einen Marshall-Klangsteller einbauen und eben diese Rektalfeuer-Röhrenbeschaltung durch eine eines JCM800 ersetzen.
Fragen? Immer her damit
MfG OneStone
PS: Interessiert an einer Skype-oder Teamspeak-Session?