Poti kratzt? - Entdeckung: Sprühöl 88. BLOSS KEIN KONTAKTSPRAY/WD 40!

von züborch, 05.03.07.

  1. züborch

    züborch Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.03.07   #1
    Hello,
    neulich hat sich ein Original-Poti an meiner Gitarre, die nächstes Jahr 40 wird, angefangen, sich mit anfänglichen Kratzen bis hin zu Ausfällen in bestimmten Stellungen, zu verabschieden.
    Poti ausgebaut und mit Spiritus gespült. Brachte eigentlich nichts. Dann nahm ich WD 40,
    kurze Verbesserung, dann wieder schlechter. Drehgefühl dann auch kratzig und wie aufm Zahnfleisch.

    Als ich dann so googlete, landete ich in div. HiFi-Foren und stieß öfter auf den Tipp, Sprühöl 88 von Kontakt-Chemie zu benützen, und den Hinweis, das BLOSS kein Kontaktspray wie WD 40 zu verwenden sei, da diese meist Rostlöser enthielten und erst die Lage verbessern und dann noch stärker verschlimmern. Aha.

    Mit Poti auf zu Conrad um die Ecke, aus dem Regal Sprühöl 88 genommen, ins Poti gehalten, 10-20x hin und her gedreht. Nach Hause, eingebaut, erst gefreut, dann begeistert. Kratzen war weg, Poti fühlt sich nun geschmeidiger an, als das intakte. Werd mir bei nächster Gelegenheit ne Dose mitnehmen.
     
  2. gitarrero!

    gitarrero! Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 05.03.07   #2
    Gibt's da nicht die Redensart "einmal Spray - immer Spray"? Das soll bedeuten, dass die Behandlung von kratzenden Potis mit Kontaktspray, Sprühöl, Elektronik-Sprühwäsche etc. immer nur die Symptome behandelt, aber nicht die Ursache. Wenn man das Problem an der Wurzel packen möchte, öffnet man das Poti (was bei hochwertigen Fabrikaten à la AllParts) durch Aufbiegen der kleinen Blechlaschen möglich ist) und reinigt die Widerstandsbahn sowie den Schleifer mit Isopropanol, das man im Elektronikbedarf oder in der Apotheke bekommt.

    Laut einem Tipp in der Gitarre&Bass hat sich als Hausmittelchen gegen kratzene Potis auch Wick VapoRub bewährt, wobei DerOnkel und ich der Meinung sind, dass da keinesfalls die ätherischen Öle, sondern die Vaseline als Salbenbasis für die reinigende Wirkung verantwortlich sind. Ich muss zugeben, das habe ich noch nie ausprobiert...
     
  3. züborch

    züborch Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.03.07   #3
    isopropanol/spiritus hatte ich mit auseinander gebautem poti probiert, aber wenn die leiterbahnen so stark korrodiert sind, das sich da weiterhin mini-flocken lösen, bringts nicht genug. ich sag mal seit anderthalb monaten läufts perfekt. noch nicht ein leises knistern wieder gehört.
    das mit dem wick vaporub is auch nicht schlecht :D hab ich auch da, aber eigentlich für meine kleine tochter...
     
  4. Hans_3

    Hans_3 High Competence Award HCA

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    Erstellt: 05.03.07   #4
    Beides falsch. Anwendungesgebiete: Schmierung von feinmechanischen Lagern, Getrieben, Federn, Zahnrädern, Ventilen, Klappen, Schiebern, Armaturen, Schlössern usw. verwendet. T

    Der Hinweis ist richtig, da WD-40 ein Schmiermittel und kein Kontaktmittel für elektronik ist, weshalb es auf der Leiterbahn eines Potis nix zu suchen hat.

    Richtig hingegen ist:

    [​IMG]

    Anwendung: Elektronik, Elektrotechnik..

    Das steht übrigens auf den Dosen auch alles drauf. Also einfach mal selbstständig lesen vor dem Kaufen und Anwenden ;)

    Wie lange die Wirklung anhält, hängt vom Zustand der Leiterbahn ab. Ein guter Poti kann 20 Jahre ohne Kratzen auskommen ,selbst bei häufiger Benutzung. Bei schlechter Qualität kann es schon nach einigen Wochen kratzen.

    Manche Potis, die nie benutzt werden, neigen übrigens mehr zum Kratzen, als solche, die auch mal bewegt werden. Die Bewegung schützt nämlich die Leiterbahn vor Ablagerungen. Haben sich hingegen erstmal feinste Ablagerungen angesetzt, dann können die wie Schmirgel auf der Leiterbahn wirken, was die Lebendauer des Potis eindeutig verkürzt..

    Ansonsten kommt es noch drauf an, wo das Poti sitzt. In nicht ganz geschlossenen Geräten (Wahs und andere Pedale) dringt natürlich mit der Zeit etwas Feinstaub ein, was kratzdene Kontaktprobleme schneller auftreten lässt.

    Übrigens gibt es auch Geräte, wo eine leichtes Kratzen normal ist - nämlich wenn konstruktionsbedingt ein etwas stärkerer Stromfluss durch die Potis geht (bei bestimmten Schaltungen mit Germaniumtransistoren).
     
  5. _xxx_

    _xxx_ Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.03.07   #5
    Also mir ist jedenfalls die Investition von ca. 5€ für einen neuen Poti wirklich nicht zu schade. Ist einfacher und effektiver.
     
  6. Hans_3

    Hans_3 High Competence Award HCA

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    Erstellt: 05.03.07   #6
    Manche Leute wollen oder können aber nicht löten. Abgesehen davon, dass der Austausch von Leiterbahnenpotis an Amps und Effektgeräten sehr knibbelig werden kann und ein passender Poti (z.B. für Marshall) schön Geld kostet. Da ist 1 x Sprühen und danach 5 Jahre Ruhe schon die bessere Alternative.
     
  7. züborch

    züborch Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.03.07   #7
    @_xxx_:
    ausserdem hat man bisweilen bei alten instrumenten auch bei poti's den originalteil-fimmel und rettet, was zu retten ist.

    @hans_3:
    kontakt 60 hatte ich auch schon hier, hat mir aber leider bei einem anderem (schiebe)poti gar nichts genützt. was generell bei elektronik richtig ist, schadet hier eher, als das es nützt. kontaktspray ist für audioanwendungen nicht zu empfehlen, da hier eine aggressive zusammensetzung die oxidierte oberfläche anfrisst, daher heisst kontakt 60 auch korrekterweise kontaktreiniger. leider verdunstet das nicht mitsamt des drecks sondern löst erst an und verteilt es dann. da es im poti nirgends hinkann, ist das problem bald wieder da wos nicht hingehört.
    darauf hin hab ich empfehlungen für sprühöl 88 gefunden, das ist "... säure- und silikonfrei sowie alterungsbeständig. Es schützt die Schmierstellen auch bei korrosiver Umgebung." und es macht einen wirklich überzeugenden eindruck in meinem aktuellen fall.
    vaseline dagegen verharzt mit den jahren, ist aber weniger problematisch als kontaktspray.
    danke für den überheblichen lesetipp, hans-"ich-hab-nen-philosophen-in-der-sig"_3 ;) :rolleyes:
     
  8. _xxx_

    _xxx_ Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.03.07   #8
    Aber die können dann einen Poti auseinander und richtig wieder zusammenbauen? Mag ich irgendwie zu bezwiefeln...

    Ich habe mich jetzt eher auf Gitarren bezogen. Wenn man keinen Originalteil-fimmel hat, versteht sich :)
     
  9. Vintage_Man

    Vintage_Man HCA Elektronik, Röhrentechnik HCA

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    Erstellt: 05.03.07   #9
    Das hat mit "Audioanwendungen" ja nichts zu tun. Hier geht es um die reine Funktion eines Potentiometers.
    Diskussionen zu diesem Thema hat es ja hier auch schon hinreichend gegeben, wenn auch nie mit einem eindeutigen Ergebnis.

    Dies ist auch schwierig, da der Grad der Verschmutzung oder Beschädigung in weiten Grenzen schwanken kann.
    Beliebte Mittel sind auch die deutsche Klüberpaste und das das teure Deoxit aus den USA.

    Ich habe gute Erfahrungen bisher mit Kontakt 60 zum Reinigen und Kontakt WL zum nachträglichen Spülen gemacht, damit die aggressiven Bestandteile im Kontakt 60 keinen Langzeitschaden produzieren können.
    Nachträgliches Schmieren ist ebenso riskant, da die Pampe, die man dann auf der Schleifbahn hat, den Dreck erst recht einfangen und binden kann.

    Wie gesagt, ist alles vom individuellen Fall abhängig und ein Generalrezept gibt es m.E. (leider) nicht.

    /V_Man
     
  10. züborch

    züborch Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.03.07   #10
    na gut, auf jeden fall sprühöl88=daumen hoch
     
  11. Hans_3

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    Erstellt: 05.03.07   #11
    Ist nachvollziehbar und logisch. Bei mir funktioniert's halt immer. Allerdings blase ich Potis erstmal mit Druckluft aus. Manche empehlen nach der Anwendung von K-Spray eine Spülung mit Isopropanol. Hab' ich allerdings noch nie gemacht.

    Wenn Du da gute Erfahrungen gemacht hast, wär's mir nächstens einen Versuch wert.

    Angeblich soll auch Bremsenreinigungsspray (Motorrad, Auto) helfen.

    Insgesamt scheint die Palette der möglichen Möglichkeiten wohl breiter, als ich dachte.

    NAchtrag @ -xxx-: Generell ist der Austausch (gegen einen guten Poti) natürlich immer die beste Lösung. Wenn's allerdings mit 1 x kurz Sprühen erledigt ist, ist es mir lieber. Zumal bei einer Semiakustik noch schnell 60 Euro Arbeitslohn des Gitarrenbauers drauf kommen.
     
  12. _xxx_

    _xxx_ Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.03.07   #12
    Aua, das tut schon beim hören weh! An solche schwierigen Fälle hab ich jetzt natürlicht nicht gedacht.
     
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