Preisgestaltung unserer Marktführer bei Gitarren

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Goewolf
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Ich hatte mich vor ein paar Tagen in eine PRS SE NF53 verliebt. Eigentlich bin ich ja treuer Kunde beim BigT (und grundsätzlich auch zufrieden), kaufe aber auch mal in Köln. Irgendwie hab ich dann doch recherchiert und hab die dann bei G4M bestellt, soll nächste Woche geliefert werden, 21% günstiger! Guckste mal im Ausland, dachte ich mir, was kostet die denn da so: Andertons 799 BP und Sweetwater 779 $, das sind umgerechnet nach heutige $ Kurs 671 € (BigT 1129€!), und da kann man auch nicht mit irgendwie in USA produziert oder so kommen, die kommt aus Indonesien! Interessant und euch Allen sicherlich schon aufgefallen ist die seltsame Tatsache, dass die großen drei hier immer die exakt gleichen Preise haben, Ausreisser sind selten (so hab ich meinen Headrush Prime in Köln bisschen günstiger bekommen als der beim BigT drinstand). Ein Schelm, der Böses dabei denkt...
Da die kleinen, lokalen Händler ja immer mehr verschwinden, die auch nie die Marktmacht der Großen hatten, können sich das unsere Gear-Versorger jetzt wohl leisten. Aber eigentlich eine ganz schöne Abzocke. Was meint ihr?
 
Ich habe mich mit dem langjährigen Verkäufer eines (im Vergleich) kleineren, traditionellen Musikladens in Nürnberg unterhalten. Der sagt: Wir haben keine andere Wahl, der große Versandhändler in Burgebrach bestimmt in Deutschland die Preise. Wenn der runter geht, muss ich nachziehen, auch wenn es dann letztendlich kein Geschäft mehr für mich ist.
Mehr kann ich zu dem Thema nicht sagen, alles andere wäre Spekulation meinerseits.
 
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Man kann ja kaum erwarten, dass der eigene Laden stets die Preise des weltweit am günstigsten anbietenden Shops unterbietet.
Zumal ja auch dort ev. gerade Sonderauktionen laufen können. Und berücksichtige auch USt und teiweise überteuerte Transporte.
Ansonsten gilt ja weltweit das Prinzip von Angebot und Nachfrage. Überzieht es ein Händler, dann bleibt er auf seiner Ware sitzen, das reguliert sich also weitgehend von selbst. Spätestens seit Einführung des Internets nebst ziemlich problemloser Bestelloption im Ausland.
Speziell bei Vollsortimentanbietern besteht ohnehin ein höheres Risiko des "Auf-Ware-Sitzenbleibens", als bei Shops, die nur punktuell stets die gerade gefragtesten Instrumente anbieten. Das allein rechtfertigt für mich schon einen maßvollen Aufschlag, ebenso, wie etwa qualitativ gute Beratungsleistungen, ggf. faires Mangelmanagement, ein ordentlicher Auslieferungszustand mit gut eingestellter Gitarre, etc.
 
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Dass es manchmal besser ist, Meinung
euch Allen sicherlich schon aufgefallen ist die seltsame Tatsache, dass
Ein Schelm, der Böses dabei denkt...
Aber eigentlich eine ganz schöne Abzocke.
durch Ahnung zu ersetzen.

Alldieweil…
Guckste mal im Ausland, dachte ich mir,
und hoffentlich festgestellt, dass das alles Länder außerhalb des Euroraums sind, Du einen grenzüberschreitenden Kauf tätigst und dementsprechend sowohl Versandkosten addieren musst, als auch die Einfuhrumsatzsteuer sowie den Zoll (ja, auf Kaufpreis zuzüglich Versandkosten). :nix:

Und die Verschwörungstheorie mit „den großen Drei“, come on … wo sollen die Preise bei Grossisten denn sonst liegen, als beieinander? Edit: und dass nicht alles bei jedem gut verkauft wird, sorgt eben auch manchmal für unterschiedliche Aktionspreise.
 
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Ja, hast recht für USA (die ist aber in den USA je nach Bundesstaat unterschiedlich, teilweise null), aber nicht für UK! Da sind in den Preisen 20% MwSt. drin!! Man kann da ja auch bestellen, die wird dann automatisch abgezogen, dann kommen hier noch unsere 19% plus Zoll wieder drauf, leider ist UK ja nicht mehr in der EU.
Beitrag automatisch zusammengefügt:

Und die Verschwörungstheorie mit „den großen Drei“, come on … wo sollen die Preise bei Grossisten denn sonst liegen, als beieinander?
Du bist echt naiv, hab selbst über 30 Jahre im Vertrieb und Management gearbeitet, mir kann man nix erzählen!
 
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PRS UK ist möglicherweise ein Sonderfall, weil die Versorgung von PRS in Europa wohl immer noch über PRS GB läuft. Ein Relikt aus der Zeit vor dem Brexit. Mag sein, dass PRS daher Gitarren in GB billiger anbietet?
 
...die (VAT) ist aber in den USA je nach Bundesstaat unterschiedlich...

Deswegen werden die Preise in den Shops auch immer ohne VAT angegeben. Die kommt also noch drauf.
Plus Versand, der auch aus der UK bei gediegenen 250€+ liegen dürfte. Auf die Gesamtsumme (Ware + Versand + Versicherung) noch 3,7% Zoll.
Und btw. der Umrechnungssatz Pfund zu Euro ist bei 1 : 1,15, deine 800 Pfund Sterling sind also schon 922€.

cheers.
 
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Das ich Gitarren von PRS z.B. in den USA günstiger bekomme, als in Europa ist kein großes Geheimnis. Rechnet man aber Transport, Zoll, Steuer drauf, wird der Preisunterschied schon deutlich geringer, aber unter dem Strich immer noch günstiger, als wenn ich die Gitarre bei einem unserer deutschen großen drei kaufe.

Damit geht jetzt aber etwas los, was viele Käufer nicht sehen (wollen) und in ihre Kalkulation, die ja derzeit nur den Preisunterschied betrachten, nicht einbeziehen. Was ist, wenn beispielsweise die Gitarre mit deutlichen Mängeln eintrifft? Einfach mal so zurückschicken läuft da in der Regel nicht mehr auf Händlerkosten. Das gleiche tritt im Gewährleistungs-/Garantiefall ein. Als Käufer habe ich dann einen nicht zu unterschätzenden Mehraufwand der auch mit Kosten verbunden ist. Über weitere Risiken bis hin zum Rechtsstreit mit einem Händler aus einem anderen Land außerhalb der EU möchte ich gar nicht anfangen zu diskutieren.

Das die großen drei in Deutschland die Preise diktieren ist völlig normal und in fast jedem Land in Mitteleuropa, den USA und anderen Wirtschaftsmächten wird es immer wieder Händler geben, die die Preise (größtenteils) diktieren. Das ist aber ja nicht nur im Musikalienhandel so, sondern fängt ja schon im Supermarkt bei Lebensmitteln und Getränken an. Die Flasche Cola kostet auch egal ob bei Netto, Lidl oder Kaufland auch überall erstmal das gleiche und zeitweise hat ein einzelner dann mal ein Angebot.

Im Blick zurück auf die großen drei bei uns im Musikalienhandel: es ist völlig egal, ob die sich preislich abstimmen oder nicht, eines haben sie gemeinsam. Sie vereinfachen den Service-Zugang für alle Käufer, erleichtern vor Ort oder am Telefon die Beratung erheblich, kaufen die Ware direkt oder indirekt im Ausland (und nehmen dem Käufer dadurch die ganzen Zoll-Geschichten usw. ab), vermindern das Risiko des Verbrauchers in Sachen Mängelhaftung und wollen noch was dran verdienen. Ob das jetzt am Ende 10-20% Preisunterschied (maximal) nach Einbezug aller fixen (!) Kosten rechtfertigt zu Quellen aus dem Ausland, soll jeder Käufer für sich entscheiden.
 
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Für mich ist das ein politisches Thema …

… und daher mache ich hier erst mal zu.

Wenn wir ernsthaft Preise auf ihre Entstehung und Vergleichbarkeit prüfen wollen, schnell mal Zoll, Löhne und Regularien die ihn bestimmen (Elektronikschrott VO) aufschlüsseln wollen … so landen wir sehr schnell in der politischen und gesellschaftlichen Diskussion.

Freue dich über deinen günstigeren Deal und gut ist 👍

Gruß
Martin

P.S. die ersten 10% sind im Dollarkurs … nur wissen wir nicht, wann genau die Ware eingekauft wurde.

IMG_8384.jpeg
 
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