Pultlicht: Übe-App für Cello und Geige – Feedback und Kritik willkommen

  • Ersteller Ersteller pultlicht
  • Erstellt am Erstellt am
P

pultlicht

KF Pultlicht Übe-App
Zuletzt hier
30.09.26
Registriert
27.08.26
Beiträge
6
Hallo zusammen,

nach der Rücksprache hier im Board stelle ich Pultlicht in einem eigenen Thread vor. Ich bin Moritz und entwickle die Web-App als Übehilfe für Cello und Geige.

Beim Spielen zeigt sie die Töne mit Fingerzahlen auf einem Griffbrett. Man kann zur Notenblattansicht wechseln und das Notenlesen mit Übungen dazunehmen. Im Lausch-Modus hört die App über das Mikrofon zu und wartet bei jeder Note, bis sie die passende Tonhöhe erkennt. Gedacht ist das als Ergänzung zum Unterricht, vor allem für das Üben dazwischen.

Ohne Konto lässt sich die Demo hier ausprobieren:

Wer über diesen Link ein neues Konto anlegt, erhält als Leser dieses Threads 14 Tage Zugang zu allen aktuell verfügbaren Funktionen, einschließlich Liedbibliothek, Lausch-Modus und eigener Uploads:
Eine Kreditkarte ist dafür nicht nötig, und es entsteht kein Abo. Danach bleiben fünf Lieder, alle Übungen, der Tagesplan und das Stimmgerät kostenlos. Weitere Funktionen sind Teil des kostenpflichtigen Angebots; bereits hochgeladene eigene Stücke bleiben erhalten.

Ich wünsche mir ausdrücklich Feedback und Kritik: Ist die Darstellung der Griffe und Noten für Einsteiger nachvollziehbar? Wo sind Fingersätze, Tonerkennung oder Bedienung unpraktisch oder fachlich fragwürdig? Schreibt es gern offen hier in den Thread; ich gehe auf konkrete Punkte ein.

Viele Grüße
Moritz / Pultlicht
 
Zuletzt bearbeitet:

Hallo Moritz,

erstmal: optisch super gelungen-klar wie ich finde, vom Erscheinungsbild sehr ansprechend und sicher auch beim Spielen gut erkennbar.

Inhaltlich weiß ich allerdings nicht genau wo das raus hinauslaufen soll, was die Zielsetzung und wer die Zielgruppe ist.

Bei Geige/Cello hat man (leider) nunmal einiges an Tonbildungs- und Intonationsübungen hinter sich bis man auch einfache Melodien wie die Ode an die Freude spielen kann. Und in der Zeit hat man auch genug Zeit die Noten und entsprechende Positionen/Lagen der Finger zu lernen.

Beim Klavier erinnert mich das ein wenig an die Tasten mit farbigen Lämpchen drin die anzeigen welche Taste im Lied als nächste zu drücken ist. Ehrlich gesagt denke ich dass dieses Vorgehen eher kontraproduktiv ist: es mag im allersten Schritt intuitiver sein wenn man nach einer Abbildung der Klaviatur spielen kann, aber das Erlernen des Spiels nach Noten bleibt unausweichlich und wird ggf. dadurch eher erschwert/verzögert.

Ich denke im Bereich Gitarre wo ja das Spielen nach TABs verbreiteter ist, da könnte ich mir vorstellen dass das eine feine Übehilfe ist.
 
  • Ersteller
  • #3
Hallo NewWay,

danke für deine ehrliche Rückmeldung. Super Punkte, danke!
Pultlicht ist als Übehilfe für Ein- und Wiedereinsteiger gedacht, vor allem zwischen den Unterrichtsstunden. „Ode an die Freude“ ist die Demo, kein sinnvoller erster Schritt ohne Grundlagenarbeit am Instrument.

Dein Hinweis auf Tonbildung und Intonation bringt mich weiter. Gezielte Intonationsübungen und Methoden zur Tonbildung in die App aufzunehmen, wäre eine gute Idee. Wie das sinnvoll funktionieren könnte, darüber werde ich noch ein paar Nächte schlafen und nachdenken.

Auch die Sorge um das Notenlesen, kann ich aus erster Hand meines Lernprozesses sehr gut nachempfinden. Die Griffansicht soll eine Einstiegshilfe sein: Dasselbe Stück lässt sich als Notenblatt spielen, wobei Griffhilfen und Notennamen schrittweise ausgeblendet werden können. Ob dieser Übergang in der Praxis gut funktioniert, möchte ich weiter prüfen.

Danke für den Denkanstoß!

Viele Grüße
Moritz
 
Die optische Darstellung suggeriert meiner Meinung nach, dass mit vier Fingern der gesamte Hals abgreifbar wäre. Das stimmt aber von den Proportionen her nicht und jemanden, der eine solche App als Orientierung benötigt ist vermutlich komplett irritiert.

Ich finde auch den Ansatz für Menschen, die noch nie Noten gelesen haben problematisch. Nur Zahl-Finger-Zuordnung bildet noch kein Gehör aus. Wenn man das unterstützen möchte, braucht es Orientierung auf dem echten / physischen Griffbrett. Wenn die Lehrperson das für nötig erachtet, wird sie Klebepunkte anbringen.

Ob man mit der App wirklich Geige spielen lernt, wage ich zu bezweifeln. Da gehört mehr dazu, als einen Finger auf der Saite zu plazieren.
 
  • Ersteller
  • #5
Die optische Darstellung suggeriert meiner Meinung nach, dass mit vier Fingern der gesamte Hals abgreifbar wäre. Das stimmt aber von den Proportionen her nicht und jemanden, der eine solche App als Orientierung benötigt ist vermutlich komplett irritiert.

Ich finde auch den Ansatz für Menschen, die noch nie Noten gelesen haben problematisch. Nur Zahl-Finger-Zuordnung bildet noch kein Gehör aus. Wenn man das unterstützen möchte, braucht es Orientierung auf dem echten / physischen Griffbrett. Wenn die Lehrperson das für nötig erachtet, wird sie Klebepunkte anbringen.

Ob man mit der App wirklich Geige spielen lernt, wage ich zu bezweifeln. Da gehört mehr dazu, als einen Finger auf der Saite zu plazieren.
Hallo Amateurdiva,

danke für den konkreten Hinweis zur Darstellung. Die Grafik zeigt einen Ausschnitt des Griffbretts. Wenn sie wie der ganze Hals wirkt und dadurch eine falsche Vorstellung von der Reichweite der Hand vermittelt, muss ich das klarer machen. Die Orientierung am echten Instrument kann ein Bildschirm natürlich nicht ersetzen.

Auch beim Gehör stimme ich dir zu: Eine Fingerzahl und die Erkennung der Tonhöhe sind noch keine Gehörbildung. Ich überlege, ob und wie sich gezielte Intonationsübungen und Methoden zur Tonbildung sinnvoll ergänzen lassen. Darüber möchte ich noch ein paar Nächte schlafen, bevor ich etwas verspreche.

Mit der App allein lernt niemand Geige spielen. Haltung, Bogenführung und Klang brauchen eine Lehrperson, die zuhört und hinsieht. Pultlicht soll beim Üben einzelner Stellen helfen. Deine Rückmeldung zeigt mir, dass ich diese Grenze deutlicher beschreiben muss.

Viele Grüße
Moritz
 
Hallo NewWay,

danke für deine ehrliche Rückmeldung. Super Punkte, danke!
Pultlicht ist als Übehilfe für Ein- und Wiedereinsteiger gedacht, vor allem zwischen den Unterrichtsstunden. „Ode an die Freude“ ist die Demo, kein sinnvoller erster Schritt ohne Grundlagenarbeit am Instrument.
Verstehe das Ziel ehrlich gesagt immer noch nicht ganz:
gerade Wiedereinsteiger werden sicherlich die Grobmotorik (welcher Finger auf welche Saite) schnell wieder parat haben, die Feinjustage (Intonation) ist wohl auch bei denen das was viel Übung braucht.
Dein Hinweis auf Tonbildung und Intonation bringt mich weiter. Gezielte Intonationsübungen und Methoden zur Tonbildung in die App aufzunehmen, wäre eine gute Idee. Wie das sinnvoll funktionieren könnte, darüber werde ich noch ein paar Nächte schlafen und nachdenken.
Wenn denke ich auch das wäre eine sinnvolle Richtung - ich habe keine Marktrecherche betrieben was es da eventuell schon gibt. Du solltest diese Recherche aber unbedingt angehen.
Auch die Sorge um das Notenlesen, kann ich aus erster Hand meines Lernprozesses sehr gut nachempfinden. Die Griffansicht soll eine Einstiegshilfe sein: Dasselbe Stück lässt sich als Notenblatt spielen, wobei Griffhilfen und Notennamen schrittweise ausgeblendet werden können. Ob dieser Übergang in der Praxis gut funktioniert, möchte ich weiter prüfen.
Ich komme immer wieder an den Punkt: ich vermute Du möchtest das Erleben des Spiels nach Noten einfacher machen. Gerade die Streicher haben am Anfang so viel mehr zu leisten (Intonation!) als andere, dass man natürlich denken kann "alles was es ihnen leichter macht hilft!", aber eigentlich meine ich eher "das muss schon schnell und zügig klappen wenn man sich diesem Instrument verschreibt".
Mit der App allein lernt niemand Geige spielen. Haltung, Bogenführung und Klang brauchen eine Lehrperson, die zuhört und hinsieht. Pultlicht soll beim Üben einzelner Stellen helfen. Deine Rückmeldung zeigt mir, dass ich diese Grenze deutlicher beschreiben muss.

Wenn Du die Grenze und somit den Einsatzzweck deutlicher beschreibst, dann wird vielleicht klarer ob sich das ganze lohnt. "Üben einzelner Stellen" - auch das würde ich im Unterricht verrotten. Also der Lehrer zeigt wie die Stelle gehört, zeigt/erklärt ggf. nen Fingersatz, der Schüler schaut zu, notiert sich etwas, übt zuhause weiter.
Wenn der Schüler die App nur zum Abschauen hat - dann ist es nicht so das richtige.
Wie kommen Lieder/Stücke in die App? Muss man quasi das Üben was in der App hinterlegt ist, oder kann man eigene Etüden/Stücke irgendwie einbringen?

Ich bewundere Deine Motivation, Deinen Ehrgeiz und Dein Reflexion - aber irgendwie habe ich das Gefühl Du brauchst ein neues Gleis, dieses wird irgendwie/irgendwann ins Leere führen...
 
  • Ersteller
  • #7
Verstehe das Ziel ehrlich gesagt immer noch nicht ganz:
gerade Wiedereinsteiger werden sicherlich die Grobmotorik (welcher Finger auf welche Saite) schnell wieder parat haben, die Feinjustage (Intonation) ist wohl auch bei denen das was viel Übung braucht.

Wenn denke ich auch das wäre eine sinnvolle Richtung - ich habe keine Marktrecherche betrieben was es da eventuell schon gibt. Du solltest diese Recherche aber unbedingt angehen.

Ich komme immer wieder an den Punkt: ich vermute Du möchtest das Erleben des Spiels nach Noten einfacher machen. Gerade die Streicher haben am Anfang so viel mehr zu leisten (Intonation!) als andere, dass man natürlich denken kann "alles was es ihnen leichter macht hilft!", aber eigentlich meine ich eher "das muss schon schnell und zügig klappen wenn man sich diesem Instrument verschreibt".


Wenn Du die Grenze und somit den Einsatzzweck deutlicher beschreibst, dann wird vielleicht klarer ob sich das ganze lohnt. "Üben einzelner Stellen" - auch das würde ich im Unterricht verrotten. Also der Lehrer zeigt wie die Stelle gehört, zeigt/erklärt ggf. nen Fingersatz, der Schüler schaut zu, notiert sich etwas, übt zuhause weiter.
Wenn der Schüler die App nur zum Abschauen hat - dann ist es nicht so das richtige.
Wie kommen Lieder/Stücke in die App? Muss man quasi das Üben was in der App hinterlegt ist, oder kann man eigene Etüden/Stücke irgendwie einbringen?

Ich bewundere Deine Motivation, Deinen Ehrgeiz und Dein Reflexion - aber irgendwie habe ich das Gefühl Du brauchst ein neues Gleis, dieses wird irgendwie/irgendwann ins Leere führen...
Hallo NewWay,

dein Punkt zu Wiedereinsteigern ist nachvollziehbar: Wenn die Fingerzuordnung schnell wieder sitzt, muss der Nutzen darüber hinausgehen. Die interessante Frage ist dann, wie die App das selbstständige Hören und die Feinjustierung unterstützen kann.

Zu eigenen Stücken: Ja, eigene Noten lassen sich bereits als MusicXML, MIDI oder MuseScore importieren, außerdem über einen PDF-/Foto-Scan. Anschließend können einzelne Takte ausgewählt, verlangsamt und wiederholt werden. Allerdings ist die Umsetzung derzeit auf die erste Lage ausgerichtet; anspruchsvollere Etüden sind damit nur eingeschränkt abbildbar. Automatisch erkannte Noten müssen außerdem geprüft werden.

Der konkrete Anwendungsfall, den ich weiter untersuchen möchte, ist eine im Unterricht erarbeitete Passage: zuhause gezielt wiederholen und nachvollziehen, an welchen Tönen die Intonation noch unsicher ist. Ob Pultlicht dabei tatsächlich mehr hilft als die vorhandenen Werkzeuge, ist eine offene Frage, die ich mit Lehrpersonen und Lernenden prüfen möchte.

Deinen Hinweis zur Marktrecherche nehme ich deshalb auf. Bestehende Angebote muss ich genauer vergleichen, bevor ich weitere Funktionen ergänze. Bei Tonbildung möchte ich zunächst über Hörvergleiche und eigene Aufnahmen nachdenken; eine zuverlässige automatische Bewertung von Klang oder Bogenführung kann ich aktuell nicht versprechen, arbeite aber daran.

Deine Rückmeldung hilft mir, den Einsatzzweck konkreter zu formulieren und auch kritisch zu prüfen, ob er trägt.

Danke nochmals für deine Zeit und dein Feedback!
 
Ich wünsche mir ausdrücklich Feedback und Kritik:
Mein Tipp: Lass die Kommentare erst einmal stehen und sammle sie. Wenn du jede Rückmeldung erklärst oder begründest, wirkt das schnell wie Verteidigung, und die Leute überlegen sich zweimal, ob sie ehrlich schreiben.

Auch Missverständnisse sind wertvolle Information. Wenn jemand deine Idee anders versteht, als du sie meinst, ist das ein Ergebnis der Umfrage und kein Fehler des Kommentierenden.

Nachfragen zum besseren Verständnis sind super, Debatten über Meinungen bringen dich aber nicht weiter. Auswerten und entscheiden kannst du hinterher in Ruhe.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 2 Benutzer
Mein Tipp: Lass die Kommentare erst einmal stehen und sammle sie. Wenn du jede Rückmeldung erklärst oder begründest, wirkt das schnell wie Verteidigung, und die Leute überlegen sich zweimal, ob sie ehrlich schreiben.
Ich kann Deine Sichtweise verstehen, denke aber das hier zeigt dass es auch gut, respektvoll und produktiv geht. Ich finde es super dass der TE hier erklärt und sagt was er aufnimmt/bedenkt.
 
×
Dir gefällt Musiker-Board.de? ❤️ Lasse dir unsere neuesten Inhalte in der Google-Suche ganz oben anzeigen!
Affiliate/Werbung
Roth & Junius
BSB-04 4/4 GG Bass Soft Bag
198 €
Jetzt kaufen
Zurück
Oben