Punk-Songs fürs Lagerfeuer umschreiben

von Kamaitachi, 19.07.10.

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pedaltrain
  1. Kamaitachi

    Kamaitachi Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.07.10   #1
    Hi,
    ich bin erst vor Kurzem in die Musiktheorie eingetaucht, und möcht aber jetzt gleich ans Praktische, damit ich die Lust nicht verliere :)
    Konkret würd ich dieses Lied gern auf einer Akustikgitarre spielen:
    http://www.youtube.com/watch?v=nOY-p5C7kTE
    Tabs dazu gibt's hier:
    http://www.punk-tabs.de/deu/zaunpfahl/zaunpfahl_warum.txt

    Wie geht man denn vor, wenn man so ein Lied transponieren (heißt es so?) will?
    Ich würde jetzt zuerst die Tonart rausfinden (G-Dur? H-Dur?), und dann weiss ich, welche Akkorde ich als Dur, und welche als Moll spielen sollte, richtig?

    Die Frage nach dem Rhythmus beim Anschlagen, oder evtl sogar Arpeggios würd ich einfach durch Ausprobieren beantworten. Mir geht's echt nur darum, was man aus diesen Terzlosen Powerchords macht.

    Danke schon mal :-)
    -- Alex
     
  2. khournos

    khournos Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.07.10   #2
    Eine möglichkeit hast du ja schon genannt, die Akkorde so erweitern dass sie zu den Stufenakkorden der Tonleiter werden.

    Und eine andere wäre es einfach als Powerchord zu spielen.

    Was dir davon besser gefällt musst du halt durch probieren herausfinden:D

    mfg Georg
     
  3. TheMystery

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    Erstellt: 19.07.10   #3
  4. TheMystery

    TheMystery Gitarren - MOD Moderator

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    Erstellt: 19.07.10   #4
    Man man Manny,
    manchmal hilft es schon den Eingangspost (oder zumindest die Überschrift) zu lesen:
    Damit kommt man dann auch zur Fragestellung und kann qualifizierte und hilfreiche Tipps geben, die der Fragestellung gerecht werden.
    Für dich fasse ich das gerne noch mal zusammen:
    .

    Gruss
    TheMystery
     
  5. Richelle

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    Erstellt: 19.07.10   #5
    Ich bin zwar auch nicht gerade eine Musiktheoriespezialistin, aber ich würde folgendermaßen vorgehen:

    Oft entspricht die Tonart von Liedern dem ersten und letzten Akkord (da gibt es sicher auch Außnahmen - sind aber eher seltener).
    In Deinem Fall wäre dies das H --> bzw. B (international) --> ich verwende nachfolgend die internationale Bezeichnung.

    Dann würde ich den Quintenzirkel zu Hilfe nehmen --> hier gibt es einen interaktiven Quintenzirkel .

    Im interaktiven Quintenzirkel auf B klicken und schauen ob die anderen im Lied vorkommenden Akkorde passen würden (2.,3.,4.,5.,6. und 7. Stufe) --> in dem Fall passen sie nicht!

    Jetzt bleibt nur noch die Möglichkeit --> Bm --> draufklicken --> siehe da --> die im Song vorkommenden restlichen Akkorde A, D und G würden passen VII, III und VI Stufe.

    Also würde ich vermuten die Tonart ist Bm.
    Im Song würde ich alle Akkorde mit Ausnahme von B (H) als Dur-Akkorde spielen (durch Versuch festgestellt ob es brauchbar klingt) und alle B (H) als Bm (Hm).

    Strophe: Bm - A - G - A - Bm wäre Tonika (t) - Dominantparallele (dP) - Subdominantparallele (sP) - Dominantparallele (dP) - Tonika (t)

    Die genaue Position der Akkorde bzw. die Akkordwechsel im verlinkten Tab solltest Du durch probieren herausfinden. Ich würde es wie nachfolgend dargestellt spielen:

    Code:
    Bm    A    G    A   
    
    
    Bm                 A                     G                  A             Bm
     Es ist der erste Sonnenstrahl, der die Nacht mit einem Schlag vergessen macht
                      A                      G       
     Ich genieße den Morgen mit all seiner Pracht -
                 A              Bm 
    das hab ich mir nicht ausgedacht
                           A                             G               
    Wenn der Tag mich so küsst frag ich nicht nach dem Sinn, 
                            A                             G     A
    denk nicht mehr drüber nach, ich nehm das einfach so hin
    
         D   A               Bm               A             G
    Doch eh  -  ich mich verseh - sind die Schatten wieder lang  - Und ich frage mich
    
       Bm    A                G
    Warum    -   Sind schöne Tage so schnell um     ----> 3x
    
       Bm    A                G              A
    Warum    -   Sind schöne Tage so schnell um
    

    Da ich keine Musiktheoretikerin bin würde ich das Geschriebene mit Vorbehalt belegen und darum bitten, falls ein Theoriespezialist hier reinschaut, eventuelle Fehler oder falsche Vorgehensweise zu korrigieren :D.

    Übrigens "Transponieren" würde ich das umwandeln der Noten und Akkorde in eine andere Tonart nennen:
    z.B. von Bm auf Em --> Strophe: Em - D - C - D - Em
     
  6. darknezzz

    darknezzz Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.07.10   #6
    Also für solche Zwecke empfehle ich ja immer gerne den Quintenzirkel.
    Ich weiß nicht, ob du bei deiner Theorieexpedition schon bis zu ihm vorgedrungen bist, oder nicht.
    In aller Kürze zusammengefasst: Der Quintenzirkel ist eine schematische Darstellung von Akkorden,
    die quintverwandt sind (also im Abstand einer Quinte/7 Halbtönen stehen).

    http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/43/Quintenzirkeldeluxe.png

    Aus dieser Darstellung kann man allerhand rauslesen, für dich ist aber an der Stelle vorallem entscheidend,
    dass die sechs wesentlichen Akkorde einer Tonart (der siebte ist etwas exotischer und spielt in einfachen Liedern selten eine Rolle) alle zusammen liegen und zwar so, dass drei oberhalb der Kreislinie liegen (Dur), und drei darunter (Moll).
    Am Beispiel von G-dur heißt das: G (Tonika) in der Mitte, C (Subdominante) Links, D (Dominante) rechts, e gegenüber von G (tonikaparalle), A gegenüber von C (Subdominantparallele) und h gegeüber von D (Dominantparallele).
    Diese Sechs Akkorde bilden zusammen mit F#Vermindert, der wie gesagt außenvor bleiben kann, die Stufendreiklänge von G-Dur. Die Akkorde in so einem Sechser Block stehen in einem einfachen harmonischen Verhältnis, und es ist recht wahrscheinlich, dass es zumindest bei halbwegs simplen Stücken klappt, wenn du dir also zunächst anschaust, wo im Quintenzirkel die 6 Powerchordnamen liegen, und ob sich ein Sechserblock finden lässt, in dem alle auftauchen. Dann weißt du Dur und Moll abhängig davon, ob der Namen oderhalb oder unterhalb der Linie steht, zu. Falls es mehrdeutig ist musst du ausprobieren, was besser klingt, bzw. die Stimmung eher trifft, bzw. schauen, ob du evtl. eine bestimmte Kadenz resp. eine gängige Akkordfolge findest, die die Akkorde abbilden und dir helfen (dazu sein anzumerken, dass in Moll-Tonarten die Dominate oft Dur sein kann, also in A-Moll etwa statt E-Moll E-Dur)

    Das ist nun ein einfaches "Kochrezept", das gewiss nicht immer klappt, aber vielleicht als Einstieg helfen kann. Du meintest ja selbst, dass du dich weiter damit beschäftigen willst und dann wirst du früher oder später weitere Wege finden.

    Noch ein paar erklärende Links:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Quintenzirkel
    http://de.wikipedia.org/wiki/Funktionstheorie#Die_Funktionen
    http://de.wikipedia.org/wiki/Kadenz_(Harmonielehre)#Liedbegleitung

    Edit:
    Da war Richell(e)
    zu schnell - für mich ;)
     
  7. Kamaitachi

    Kamaitachi Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.07.10   #7
    Hi ihr zwei,
    danke für eure Hilfe :)

    Ja, mit dem Quintenzirkel hab ich mich schon beschäftigt, allerdings hab ich diesen "Sechserblock" noch nicht gesehen. Ich hatte mir aber (mühsam :o) eine Tabelle gebastelt, in der ich für jede Tonart die Stufendreiklänge gesucht hab. Das war dann wohl überflüssig.

    Die Akkordwechsel in den Tabs sind bisschen krumm, ja. Das find ich aber raus, dafür hab ich das Ohr.
    Für Dur/Moll leider noch nicht ;)

    Mit "halbwegs simplen Stücken" meinst du die, in denen kein Tonartwechsel vorkommt?
    Oder kann es sein, dass sich z.B. ein Lied durchgehend in C-Dur befindet, aber mal einen Akkord drin hat, der da eigentlich nicht vorkommt?
     
  8. darknezzz

    darknezzz Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.07.10   #8
    Zum Beispiel, ja. Aber es gibt durchaus auch Fälle, in denen Akkorde eingestreut sind, die zunächst leiterfremd erscheinen. Ein einfacher Fall sind zum Beispiel Doppeldominanten (die Dominante der Dominante im Fall von C-Dur also D-Dur). Ein weiteres Beispiel kennst du vielleicht aus dem Blues, wo eine Akkordfolge wie C7 F7 C7 G7 gängig ist, obwohl C7 und F7 leiterfremde Töne enthalten (Cmaj7 und Fmaj7 wären die Vierklänge mit leitereigenen Tönen). Etwas elaborierter geht es im Jazz zu, wo es zahlreiche Konzepte gibt, die erlauben, bestimmte Akkorde durch andere zu ersetzen (zum Beispiel http://de.wikipedia.org/wiki/Tritonussubstitution)
    Falls dich das tiefer gehend interessieren sollte, fragst du allerdings besser im Musiktheorieunterforum nach; die können das besser erklären ;)
     
  9. Kamaitachi

    Kamaitachi Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.07.10   #9
    Ok, das war für den Anfang ein bisschen viel :)
    Danke trotzdem. Bis ich mich (wenn überhaupt) im komplizierten Jazz umsehe, beschränk ich mich mal auf die einfachen Dinge :)
     
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