Realistische Konditionen für kleine Tour?

  • Ersteller David_MiS
  • Erstellt am
David_MiS

David_MiS

Gesperrter Benutzer
Zuletzt hier
24.12.11
Mitglied seit
16.07.08
Beiträge
599
Kekse
3.153
Ort
Köln
Hi,

bei uns ist ein Angebot für einen Support-Slot (35, Minuten 8 Tage) hereingeflattert.

Kostenpunkt: 6500 € für Bookingagentur, Nightliner, Backline, Tourmanager, Engineer, Merchseller und Verpflegung

Meine Fragen:

1. Ist das eine übliche Summe?
2. Habt ihr Erfahrungen gemacht, ob man als Support-Act in dieser Größenordnung (200 - 400 Gäste pro Abend) am Ende der Tour diese Kosten einigermaßen wieder reinholen kann?

Danke schon mal für eure Zeit.

David
 
silent

silent

Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
17.08.13
Mitglied seit
13.01.05
Beiträge
674
Kekse
912
Ich denke, wenn eine Band einen Support-Slot bucht, macht diese dies um mehr Bekanntheit durch den bekannteren Headliner zu erlangen, eine eigene CD zu promoten und die Vita aufzupeppen. Da sind 6500€ sicher eher ein guter Preis wenn die Rechnung aufgeht. Mit Sicherheit ist die Wahl des Headliners und dessen Stammpublikum auch der Ausschlag dafür, ob die Summe richtig angelegt ist oder nicht.

Zudem denke ich vielmehr, dass zu den Kosten sicherlich noch einiges hizukommt, so wie bei Urlaubsbuchungen, auch wenn AI, immer noch die Kosten vor Ort des Einzelnen hinzukommen.

Ergo glaube ich nicht, dass das wieder reinkommt, es sei denn Euer Vertrag ist dahingehend bestens ausgehandelt. Dann würdest du allerdings hier nicht fragen, neheme ich an.

lg silent
 
sKu

sKu

Helpful & Friendly User
HFU
Zuletzt hier
04.04.21
Mitglied seit
27.06.05
Beiträge
3.254
Kekse
19.420
Die spannende Frage ist: Welche Einnahmequellen habt ihr?
- Beteiligung am Kartenverkauf?
- Merch/CD Verkauf?

Letzteres alleine dürfte realistisch gesehen nicht annähernd ausreichen... Ich mein, ihr müsstet an jedem Abend grob 800€ Umsatz machen... das wären grob gepeilt 80 Artikel a 10€. Also jeder 5te Besucher einer ausverkauften 400Mann Location müsste bei euch kaufen. Jeden Tag. Dann hätte ihr die Ausgaben gedenkt.... klingt eher unrealistisch ;)

Sofern ihr keine Beteiligung an den Karten habt... geht davon aus, das ihr quasi keine nennenswerten Einnahmen habt. Also überlegt euch, ob ihr die Summe in dieser Tour gut anlegt seht. Ich mein, das ist ne echte Stange Geld....
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 2 Benutzer
K

ksmvie

Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
03.10.13
Mitglied seit
28.05.09
Beiträge
34
Kekse
0
meiner Meinung nach total schwachsinnige Idee wenn die Band nicht Green Day oder sonst wer ist. aber die spielen wohl ned vor den paar Hansln^^ So wie ihr das anlegt könnt ich auch einfach eine Woche touren und neben den Mieten noch den potentiellen BEsuchern was zahlen dafür dass sie kommen :S
Wenn man gut genug ist bzw. bekannt genug dann kriegt man doch so einen Slot auch so und wenn nicht dann bringt einem so eine Tour doch auch nix
 
Xytras

Xytras

Mod Emeritus
Ex-Moderator
HFU
Zuletzt hier
28.09.16
Mitglied seit
06.10.05
Beiträge
7.612
Kekse
44.029
Ort
Berlin
Das ist keine Schwachsinnige Idee, sondern sind nach meiner Erfahrung im Rock/Metal-Bereich durchaus übliche Konditionen für einen Supportslot. Klar ist es teuer, aber ich denke drunter kommt man (bei Mitbenutzung von Nightliner und Ton-/Lichtpersonal einfach nicht weg, denn das ist einfach die Art, wie es kleinere Bands schaffen, eine Tour halbwegs kostendeckend zu spielen.
Ihr werdet kaum eine Chance haben, bei so einem Angebot "auf Null" zu kommen, das wird für euch garantiert ein Minusgeschäft (vgl. Kommentar von sKu). Deshalb solltet ihr euch fragen, was es sonst so bringt. Sprich: hättet ihr z.B. die Möglichkeit (logistisch gesehen) in ein paar Monaten wieder in den als Support bespielten Regionen aufzutreten, sprich könntet ihr für eure Band auch längerfristig einen Profit daraus schlagen und evtl. Fans gewinnen, die auch eine realistische Chance haben, euch noch einmal zu sehen oder eine CD (vllt. auch im Laden?) zu kaufen?

Nachtrag dazu:
So wie ihr das anlegt könnt ich auch einfach eine Woche touren und neben den Mieten noch den potentiellen BEsuchern was zahlen dafür dass sie kommen :S
ja? Bei nem Konzert mit 200 Zuschauern könntest Du den Besuchern 4 Euro zahlen, den Transport und die Übernachtung etc. für Dich und Deine Band hättest Du dann aber nicht gedeckt. Abgesehen davon, dass Du in ner Region in der Dich noch niemand kennt erstmal 200 Leute finden müsstest, die sich Deine Band anhören.

Wenn man gut genug ist bzw. bekannt genug dann kriegt man doch so einen Slot auch so und wenn nicht dann bringt einem so eine Tour doch auch nix
Echt? Also ich weiß, dass das bis zu den größten Größenordnungen so ist, dass der Support sich auf eine Tour einkauft. Aber vermutlich sind alle Supports, die ich bislang gesehen habe einfach nicht gut genug... Tarja im Vorprogramm von Alice Cooper kannte schließlich auch kein Schwein. Oder Entombed im Vorprogramm von Volbeat. Oder Volbeat im Vorprogramm von ACDC... Die sind einfach zu unbekannt und nicht gut genug, sonst hätten sie sich ja nach Deiner Theorie nicht einkaufen müssen... Außerdem hat ihnen das eh allen nichts gebracht.
(Ende Sarkasmus)

Du scheinst eine etwas naive Sicht aufs Musikbusiness zu haben, de facto wird niemand Dir kostenlos Schlafplätze im Nightliner, seine Ton- und Licht-Crew und die Arbeit seines Bookers schenken, von ganz, ganz wenigen Ausnahmefällen einmal abgesehen. Aber wenn Du auf diese Ausnahmefälle wartest, kannst Du auch Lotto spielen.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: 2 Benutzer
kblitz

kblitz

Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
09.04.21
Mitglied seit
29.06.07
Beiträge
259
Kekse
6.064
Ort
Erlangen
Den Löwenanteil an der Unkostenbeiteilligung dürfte der Nightliner sein - Nightliner sind richtig teuer. Und Xytras hat schon recht - die wenigsten Mischer mischen mal nur 'einfach so' die Vorband (i.d.R. gibt es da nämlich gerade das Abendessen für Headliner und Crew ;-) )

Die Frage, die man sich stellen sollte, wenn man ein Supportangebot bekommt: Was bringt es mir - sind wir schon so weit? 6500€ sind schon ein Batzen Geld, da sollte man schon ungefähr wissen, wo man als Band steht, ob die Leute ein aktuelles Album kaufen können, oder ob das ganze nur verpufft. Habe ich ein Label, dass sich an den Unkosten beteilligt? Kann ich die Unkosten aus bisherigen Merchverkäufen vorstrecken, oder muss jedes Bandmitglied selbst in die Tasche greifen?

800€+ pro Show für 200-400er(!) Clubs halte ich persönlich für viel zu teuer.

Was mich an dem Angebot etwas stutzig macht - mit Nightliner eine 200-400er Clubtour zu fahren ist vielleicht schon etwas oversized. Meiner Erfahrung nach fährt man in dieser Größenordnung mit 1-2 Sprintern + Hotel, und ist damit wesentlich günstiger/schneller unterwegs (ausser das Routing der Tour ist etwas chaotisch). Hängt aber auch von der Anzahl der beiteilligten Mitreisenden ab - vielleicht rentiert es sich ja, wenn 2 Bands sich die Kosten für den Nightliner teilen bzw die Vorband 50% des Nightliners zahlt ;-)

@Xytras: Sorry ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
David_MiS

David_MiS

Gesperrter Benutzer
Zuletzt hier
24.12.11
Mitglied seit
16.07.08
Beiträge
599
Kekse
3.153
Ort
Köln
Meine Vermutung ist ja, dass sich der Headliner den Nightliner von den Vorbands finanzieren lässt. Die sind ja auch nicht mehr die angesagtesten in der Szene. :D

Ne, wir lassen das auch. Wir haben aktuell keine CD zu promoten und stilistisch ist das auch nicht richtig passend. Wir würde da nur verheizt werden. Kommt Zeit - kommt Tour.

Danke euch fürs Feedback.
 
Xytras

Xytras

Mod Emeritus
Ex-Moderator
HFU
Zuletzt hier
28.09.16
Mitglied seit
06.10.05
Beiträge
7.612
Kekse
44.029
Ort
Berlin
OK, ohne Album und "stilfern" bringt sowas m.E. tatsächlich überhaupt nichts. Trotzdem halte ich die Konditionen für normal (und dass die Nightliner vom Support bezahlt werden, kommt vermutlich in etwa hin und ist durchaus nicht unüblich) ;)
 
snook

snook

Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
29.01.21
Mitglied seit
09.12.05
Beiträge
923
Kekse
2.862
Ort
Köln
Für "größere" Toursupports halte ich die Preislage auch für normal. Allerdings würde ich mir vorher sehr gut überlegen, ob man sowas tatsächlich annimmt. Zum einen sollte man (wie schon erwähnt) irgendetwas haben, was man promoten will, idealerweise einen neuen LP Release etc.
Zum anderen sind solche Beträge von 5.000-10.000€ einfach ein ganz schöner haufen Kohle, den die meisten Leute nicht einfach so aus dem "Privatvermögen" einbringen können. Hier sollte man meiner Meinung nach ein Label im Rücken haben, welches interesse daran hat den neuen Release zu promoten und daher zumindest einen Teil der Kosten übernimmt.
Vorher hat das meiner Meinung nach keinen Sinn - es sei denn man hat das Geld einfach mal über und will sich damit zumindest ne kleine nationalweite Fanbase schaffen... ist aber auch nicht Sinn der Sache und würd ich auch sein lassen ;)
 

Neue Themen

Unser weiteres Online-Angebot:
Bassic.de · Deejayforum.de · Sequencer.de · Clavio.de · Recording.de

Musiker-Board Logo
Oben