[Review] DPA 2028 Gesangsmikrofon

von Wil_Riker, 27.04.20.

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  1. Wil_Riker

    Wil_Riker Helpful & Friendly Akkordeon-Mod Moderator HFU

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    Erstellt: 27.04.20   #1

    Einleitung

    Es ist immer etwas besonderes, ein Produkt testen zu dürfen, das man sich budgetbedingt normalerweise nicht kaufen würde. In diese Kategorie fallen bei mir die Mikrofone des dänischen Herstellers DPA, der im vergangenen Jahr mit dem 2028 ein neues professionelles Gesangsmikrofon auf den Markt gebracht hat.

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    Was macht das DPA 2028 so besonders? Lt. Pressemitteilung war die Motivation für die Entwicklung dieses neuen Modells der Wunsch vieler Anwender, den Sound des DPA d:facto 4018 in der Preisklasse um 500 € zur Verfügung zu haben. Dazu wurde eine komplett neue Mikrofonkapsel entwickelt, gleichzeitig aber auf die Modularität des 4018 verzichtet. Dennoch erfüllt das 2028 weiterhin alle Eigenschaften, die man von DPA-Mikrofonen kennt: Linearer/natürlicher Klang ohne die Notwendigkeit, exzessiv per Equalizer nachhelfen zu müssen, sowie Tourtauglichkeit. Neben der kabelgebunden Variante, die mir für dieses Review zur Verfügung stand, sind alternativ zwei Ausführungen mit Adaptern für Shure- bzw. Sennheiser-kompatible Funkstrecken erhältlich.


    Anmerkung: Die Fotos sind, um den Lesefluss nicht zu unterbrechen, nur als Thumbnails eingebunden - zur kompletten Ansicht in voller Größe bitte einfach anklicken!


    Lieferumfang, technische Daten

    Das 2028 wird in einem edlen Verkaufskarton geliefert, der als Umverpackung für das bei DPA übliche Reißverschlusscase dient.

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    Wie immer zeigt die Zuglasche des Zippers das stilisierte Firmenlogo.

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    Im Inneren findet man die Schaumstoff-Formeinlage für Mikro und Klammer (Unterteil) sowie ein Netzabteil für Kleinteile (Oberteil). Im Auslieferungszustand beinhaltet letzteres ein weiteres flexibles Reißverschlusstäschchen mit eingenähter Schaumstoffpolsterung als alternative Aufbewahrungs-/Transportmöglichkeit.

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    Mitgeliefert wird außerdem das obligatorische Handbuch sowie ein tolles "Grab Your Mic"-Schaubild, das man auch auf der Internetseite von DPA herunterladen kann. Hier wird anschaulich erklärt, wie durch unorthodoxe Handhaltung Frequenzgang und Richtcharakteristik der Mikrofonkapsel negativ beeinflusst werden - wichtig und interessant zu wissen für manchen Möchtegern-Rapper oder manche affektierte Sängerinnen-Diva ;).

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    Der erfahrene Beschaller und Bühnenperformer weiß natürlich, wie man ein Mikrofon korrekt anfasst :engel: - die konturierte Form des 2028-Schafts unterstützt dies allerdings auch hervorragend :great:.

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    Die mitgelieferte Mikrofonklammer/Stativklemme besteht aus elastischen und gleichzeitig robustem Kunststoff und erinnert bezüglich Form und Haptik verdächtig an die Modelle von Marktführer K&M ;). Das Mikrofon kann sowohl mit dem Schaft voran eingeschoben als auch von oben hineingedrückt werden, ohne dass Beschädigungen entstehen oder die Klammer ausleiert.

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    Werfen wir einen weiteren Blick auf das Äußere des 2028: Schaft und Korb besitzen ein mattschwarzes Finish, das den hochwertigen Anspruch des Mikrofons unterstreicht :cool:. Der Korb ist keine klassische "Eistüte", sondern langgezogen und schlank geformt. Auf dem mittig umlaufenden Ring ist der DPA-Schriftzug mit Markenlogo aufgedruckt. Kurz unterhalb des Übergangs zum Schaft befindet sich ein matt silbriger Ring. Am unteren Rand des Schafts ist sowohl die Modellbezeichnung "2028" aufgedruckt, als auch (direkt gegenüber) die stilisierte Richtcharakteristik Superniere (s. u.) und "P48", um zu signalisieren, dass zum Betrieb Phantomspeisung benötigt wird.

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    Die drei Pins des XLR-Anschlusses sind vergoldet:

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    Widmen wir uns nun dem Herzstück des DPA 2028, der neu entwickelten Mikrofonkapsel:
    Sie wurde so entworfen, dass sie die gleichen klanglichen Qualitäten wie das Flaggschiff-Modell d:facto bietet. Nach dem Abschrauben des Korbs, der innen mit einer dünnen Schaumstofflage als Poppschutz ausgekleidet ist, kommt die nicht demontierbare und auf einem Shockmount gelagerte Kapsel zum Vorschein, die von einem weiteren dünnen Metallkorb geschützt wird. Dieser ist, wie der Schaumstoff im Korb, zu Reinigungszwecken demontierbar - darauf habe ich allerdings mangels Bedarfs im Rahmen dieses Reviews verzichtet ;). Interessantes Detail: Die Oberseite der Kapsel zeigt ebenfalls das DPA-Signet :cool:.

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    Nach den optischen und haptischen Eindrücken bleiben noch die inneren Werte in Form von Zahlen zu nennen:
    Die Kapsel besitzt die Richtcharakteristik Superniere, d. h. der der seitlich einfallende Schall wird stärker als bei der normalen Nieren unterdrückt, d. h. der Aufnahmewinkel ist etwas enger - dies geht zu Lasten einer leicht erhöhten Empfindlichkeit von hinten, die allerdings irrelevant ist, wenn man einen praktikablen Winkel von grob 135° zu den Monitoren einhält. Der Dynamikumfang beträgt 117 dB, der Maximalpegel enorme 160 dB. Lt. Datenblatt ist der Frequenzgang zwischen 200 Hz und 10 kHz nahezu wie mit einem Lineal horizontal gezogen, d. h. extrem linear. Bei etwa 12 kHz existiert eine kleine Senke, darüber steigt die Kurve nochmals leicht an, um danach sanft abzufallen (ebenso wie im Bereich der tiefen Frequenzen unter 100 Hz).

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    (Quelle beider Diagramme: dpamicrophones.com)

    Das Mikro ist knapp 19 cm lang und mit 186 g eher ein Leichtgewicht, liegt aber sehr gut in der Hand (s. o.).


    Praxistest, Fazit

    Das wichtigste an einem Mikrofon: Wie klingt's, und passt es zu meiner Stimme? In den aktuellen Zeiten (März/April 2020) war es leider schwierig bis unmöglich, das DPA 2028 live bei einer öffentlichen Veranstaltung auszuprobieren :(. So blieb nur der Test im Wohnzimmer/Heimstudio:
    Es ist verblüffend, wie natürlich die Audioaufnahme/-übertragung im Vergleich zu vielen (günstigeren) Standard-Gesangsmikros stattfindet. Man könnte meinen, überhaupt kein Mikro einzusetzen, sondern das Ohr direkt an der Schallquelle zu haben :eek:. Ähnliche Erfahrungen konnte ich bereits im vergangenen Jahr mit dem DPA d:vote CORE 4099 machen. Deshalb ist das DPA 2028 deutlich über der Einsteigerklasse angesiedelt, weil es nicht schönfärbt, sondern genau das in der Signalkette weiterleitet, womit es konfrontiert wird. Insbesondere treten bei seitlichem Einsprechen keine klanglichen Verfärbungen auf - das ist eine der bemerkenswerten Eigenschaften bei allen DPA-Mikrofonen, die ich bisher testen durfte, daher lassen sie sich auch so gut in einen Mix integrieren. Das DPA 2028 ist ein langlebiges Mikrofon für die Bühne, das zu einem noch halbwegs erschwinglichen Preis erhältlich ist, und an dem man lange seine Freude haben wird :).
     
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  2. chris_kah

    chris_kah HCA PA- und E-Technik HCA

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    Erstellt: 27.04.20   #2
    Nein, das ist die historische Fräsung des Kapselkorbs, das es schon gab, als die Frima noch Brüel & Kjær und Hersteller von Schallpegelmessgeräten war.
    Ich kenne das aus den 70-er Jahren. Mein Vater hatte die Messgeräte beruflich und manchmal abends dabei, wenn er von eienm Außendienst später heimkam.

    Zum Mikro selber:
    Bemerkenswert das Polardiagramm, denn das erklärt, warum der Klang sich bei seitlicher Einsprache praktisch nicht ändert. Hier haben billige Mikrofone haupsächlich ihre Schwächen.


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  3. Frans13

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    Erstellt: 28.04.20   #3
    Daumen hoch für diese Besprechung. Bin seit ein paar Monaten auch DPA-Sektenmitglied. Hatte mir seit Jahren überlegt, ein 4099 zu kaufen und ich bereue nur, daß ich es nicht früher getan hab. Kann deine Begeisterung nachvollziehen. Auch das Polardiagramm sieht sehr, sehr verlockend aus, das hat man in dieser Konsequenz selten über die Bandbreite eines Mikrofons. Wenn ich nur denk, was für ein Gewese ich gemacht hab, damit das Zeug alles klingt (facepalm) und ich bin weißgott nicht der, der zu wenige Mikrofone hat. DPA hingestellt, fertig. Amen. So, jetzt verkauf ich noch 2-3 Nieren auf dem Markt der Organspendermaffia und dann kommen noch ein paar DPA ins haus. Außerdem fliegen ein paar der (gähn...) hochverehrten vintage Klassiker raus und werden völlig bekloppten, Mondpreise bezahlenden Amis verkauft. Bis auf die vintage-Klassiker, die tatsächlich super sind.
     
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  4. mix4munich

    mix4munich Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 29.04.20   #4
    Mach Dir keine Sorgen, ich hab mal den Fehler ausgeglichen... ;)
     
  5. Wil_Riker

    Wil_Riker Threadersteller Helpful & Friendly Akkordeon-Mod Moderator HFU

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    Erstellt: 06.05.20   #5
    Übrigens hat mir ein Vögelchen gezwitschert, dass bei der gestern gestarteten 7. Staffel von "Sing meinen Song – Das Tauschkonzert" bei VOX rund 30 DPA Mikrofone im Einsatz sind, darunter auch zwei Exemplare des getesteten 2028 für die Backingvocals :cool:.
     
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  6. Frank-vt

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    Erstellt: 15.05.20   #6
    Für mich stellt sich nun aber die Frage, wie es im Vergleich mit dem teureren de:facto und mit den "Platzhirschen" in dem Bereich, also Neumann, Shure, Sennheiser abschneidet oder dem hier gut bewerteten Lewitt?
     
  7. Wil_Riker

    Wil_Riker Threadersteller Helpful & Friendly Akkordeon-Mod Moderator HFU

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    Erstellt: 15.05.20   #7
    DPA selbst beschreibt es so:

     
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