[Review] Thomann CTG-10 Clip Tuner

Plaudy
Plaudy
Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
14.06.24
Registriert
11.02.09
Beiträge
273
Kekse
9.838
Hallo zusammen,

hier möchte ich euch ein kurzes Review eines kleinen und günstigen Helferleins vorstellen, das ich schon einige Jahre in Nutzung habe: den Thomann CTG-10 Clip Tuner.

Wie der Name schon vermuten lässt, handelt es sich um ein kleines Stimmgerät zum Anclipsen an die Kopfplatte von z.B. Gitarren oder Bässen.
Wird dann eine Saite angeschlagen, überträgt sich die Schwingung des Instruments auf den Tuner, der dadurch die Tonhöhe anzeigen kann. Somit ist kein eingebautes Mikrofon notwendig, das besonders in lauter Umgebung von anderen Geräuschen gestört würde.
Auch ein Kabel ist nicht notwendig (und auch nicht vorgesehen), was das Handling unkompliziert und schnell macht.

Auspacken:

IMG_4731.JPEG
Der Tuner hat im oberen Teil eine gummierte Hülle um die digitale Anzeige der Tonhöhe und einen Taster. Mit dem Taster kann man das Gerät ein- und ausschalten (länger drücken) und zwischen den drei Modi "Gitarre/Bass/chromatisch" umschalten (kurz drücken).
Frequenzverschiebungen o.ä. kann er nicht.
Auf der Rückseite ist lediglich der Batteriefachdeckel (Knopfzelle) zu finden.
IMG_4730.JPEG
Das ganze Konstrukt ist mit einem drehbaren Gelenk aus Kunststoff mit einem Kunststoffclip verbunden, der gummierte Auflageflächen besitzt, um das Instrument vor Kratzern zu schützen. Die Feder der Halterung ist aus Metall.
Zum Zeitpunkt der Fotos war die Knopfzelle fast leer. Mit neuer Batterie ist das Display heller und die Anzeige gut ablesbar. Sie hat einen Zeiger und ist zweifarbig. Ist der erkannte Ton zu hoch oder zu tief, ist der Hintergrund dunkel (mit frischer Batterie eigentlich blau), passt der Ton, springt die Anzeige auf grün (siehe Bilder. Und ja, man sieht, die Gitarre und der Tuner sind Arbeitsgeräte, keine auf Hochglanz polierten Vitrienenstücke :engel: )
IMG_4728.JPEGIMG_4729.JPEG

Praxis:
Gekauft habe ich ihn damals vor allem zur Nutzung an einer meiner Akustikgitarren, die kein eingebautes Stimmgerät hat, und hier besonders zum schnellen Stimmen zwischendurch auf der Bühne.
Das funktioniert gut und in ausreichender Genauigkeit. Das Ansprechverhalten und die Reaktionszeit der Anzeige sind ok, der Clip hält den Tuner an verschiedenen Instrumenten bzw. Kopfplatten gut in Position.
IMG_4732.JPEG

Kurz: der Tuner hat seinen Zweck unauffällig erfüllt.
Irgendwann ist mir dann aber der Clip abgebrochen, als ich die Gitarre in den Koffer packen wollte und vergessen habe den Tuner vorher abzunehmen.
Der spätere Versuch die gebrochenen Kunsstoffteile zu kleben, hat leider nicht funktioniert, denn danach war die Schwingungsübertragung offenbar zu sehr gedämpft, so dass kein Ton mehr erkannt wurde.

Also habe ich für runde 5 Euro einen neuen CTG-10 bestellt. Beim neuen Tuner ist jedoch leider das Ansprechverhalten nicht mehr ganz so gut. Besonders beim tiefen "E" reagiert er nur unregelmäßig, aber auch bei den anderen Saiten ist die Reaktion gefühlt etwas träger.
Man muss schon mal häufiger die Saite anschlagen, bevor das Gerät einen Ton erkennt. Und das auch bei verschiedenen Instrumenten. Das nervt ein wenig, gerade wenn es auf der Bühne zwischen zwei Songs mal schnell gehen muss.
Ob ich nur ein "Montagsmodell" erwischt habe und/oder es eine generelle Serienstreuung gibt, kann ich nicht beurteilen.

Da ich mittlerweile live überwiegend eine andere Akustikgitarre (mit eingebautem Tuner) spiele, nutze ich den Clip Tuner nur noch sehr selten, daher stört es mich nicht.

Fazit:
Für aktuell unter 5 Euro bekommt man einen Clip Tuner, der einem in lauter Umgebung ohne Kabel das Stimmen erleichtert. Für den Zweck ist die Genauigkeit für mich in Ordnung, für Aufnahmen greife ich aber zu anderen Geräten.
Ist das Ansprechverhalten wie bei meinem ersten Modell, erfüllt der Tuner live seinen Dienst zufriedenstellend. Beim zweiten Modell nervt mich das allerdings und ich würde ihn bei regelmäßiger Nutzung gegen ein anderes Modell austauschen.
Ob es dann wieder ein CTG-10 werden würde? Ja, wahrscheinlich würde ich es nochmal versuchen, denn gerade im Bühneneinsatz ist auch ein teureres Modell nicht völlig vor kleinen Unachtsamkeiten geschützt. Wenn dann ein günstiges Gerät kaputt geht (wie mein erstes) ist das nicht ganz so ärgerlich.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 6 Benutzer
Ich hab meinen seit 2018 und kann nur bestätigen, was Du über Dein zweites Exemplar schreibst: Ansprechverhalten ist "schwierig" an allen meinen Gitarren. Entsprechend nutze ich ihn nicht. Im Überaum sind mir Apps lieber (Cleartune). in der Band spiele ich die Gitarre nicht - das ist mein Privatvergnügen. (Wohl auch besser so bei meinem Level...)
 
Auch ich habe seit 2012 einen CTG-10 bei mir im Einsatz und kann das etwas schwierigere Ansprechverhalten deines zweiten Modells bestätigen.
Und gerade dann, wenn er nicht so einfach anspricht, ist die Genauigkeit auch nicht wirklich belastbar. Da ist dann ordentlich Streuung in der Anzeige und die Gitarre ist anschließend auch nicht immer "in tune". Das hört man auch.
Bei E-Bass ist vorallem bei der tiefen E-Saite das Ansprechverhalten teilweise so schlecht gewesen, dass man so gut wie nie eine belastbare Anzeige hatte.
Da das Mikrofon zur Tonbestimmung im Gerät liegt und die Übertragung des Tons von der Kopfplatte erstmal über dieses Kugelgelenk stattfinden muss, hatte ich mir schließlich eine andere Bauart von Headstock-Tuner ausgesucht und im Boss TU-10 gefunden. Ich wurde nicht enttäuscht. Die Präzission und die Erkennungsrate sind deutlich höher. Allerdings eben auch der Preis - aber meine Nerven sind mir das wert!
Hier mein Review zum Boss TU-10:
Thema '[Zubehör] Boss TU-10 Anklemm-Stimmgerät'
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 2 Benutzer
Oh, vielleicht war mein erstes Exemplar eher die positive Ausnahme?!

hatte ich mir schließlich eine andere Bauart von Headstock-Tuner ausgesucht und im Boss TU-10 gefunden. Ich wurde nicht enttäuscht. Die Präzission und die Erkennungsrate sind deutlich höher. Allerdings eben auch der Preis - aber meine Nerven sind mir das wert!
Hier mein Review zum Boss TU-10:
Das kann ich gut verstehen. Wie ich oben schon geschrieben habe: Wenn ich das zweite Exemplar häufiger nutzen würde, würde ich es auch austauschen, weil es sonst ziemlich nervt. Und wenn ich mit meinem ersten Exemplar nur Glück hatte, und nicht noch einmal ein so gutes erwischen würde, würde ich vermutlich auch z.B. zum TU-10 wechseln.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Ich denke, am effizientesten wird sein, einfach 5 Euro abzubrennen und sich den Tuner gleich total zu sparen.
 
Schickes Review, merci dafür. Der Gerät allerdings ist selbst zu Hause mehr Murks als Helferlein. Damit ein Instrument in adäquater Zeit ohne zu fluchen zu stimmen, ist mir selten gelungen.

Habe jetzt einen TCElectronic für 30 Euro besorgt und das sind Welten.

Keine Kaufempfehlung meinerseits, sorry.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Ich bin mit einem Stimmstern großgeworden.
Passte in die Hosentasche und brauchte keine Batterien.

1697722818680.png
Dann die absolute Hölle Korg GT60X, Wenn man es brauche war die Batterie alle, weil der Schiebeschalter leicht verrutschte.
Die Nadel stand nie still.

1697724821324.png
Heute Peterson Strobtuner Classic, gebaut wie ein Panzer.

1697725211963.png

BDX.
 
Zuletzt bearbeitet:
hab auch so ein Ding - nette Idee aber immer wenn ich es mal verwenden will ist die dumme Batterie alle ... nicht sehr nachhaltig
Hält die bei Euch länger?
Genauigkeit finde ich ok, würde ich es nochmal kaufen .. eher nein
 
Zuletzt bearbeitet:
Über Sinn und Unsinn solcher Cliptuner gibt es ja bereits genug Threads ;)
Ich selbst habe einen ganz Sack von den DIngern und nutze sie täglich.

Bitte verwässert aber nun das Review nicht mit einer Diskussion, die an anderer Stelle geführt werden sollte.

Danke! :)
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Hält die bei Euch länger?
Ja, die Batterie hält bei mir deutlich länger als beim Boss TU-10. (y)
Ich verwende meinen CTG-10 mittlerweile an der Geige und bin dort mit seiner Performance deutlich zufriedener als an der Gitarre.
 
Danke für die "Warnung". Ich wollte mir nämlich gerade einen bestellen. Bisher habe ich zwei "Snark". Die habe ich aus USA mitgebracht. Und siehe da: der erste geht heute noch prima, der zweite war von Anfang an Mist. Außerdem habe ich noch den Korg , der funktioniert gut.
 
@peter55, nein nein, ganz bestimmt keine Diskussion über Sinn eines Cliptuners.
Zurück zur Funktionalität, denn die war aus meiner Sicht durchaus gut und mehr braucht es nicht,
vielleicht zieht meines auch mehr Strom als üblich, denn nach 2 Wochen ist die Batterie immer leer und das sollte nicht sein. (ja ich hab nach Gebrauch ausgeschaltet)
 
Zuletzt bearbeitet:
Ansprechverhalten ist "schwierig" an allen meinen Gitarren.

Kann ich bestätigen, Bass kann man fast vollkommen vergessen, Ukulele geht auch nicht besonders zuverlässig.

Aber gekauft haben ihn wohl ziemlich viele hier ;)
 
  • Haha
Reaktionen: 2 Benutzer
Angeregt durch die Diskussion habe ich meinen mal aus der Schublade geholt. Festkleben ist ja gerade modern, aber ausgerechnet an einem Cliptuner ... Also erstmal die Schmiere der "Gummierung" runtergeputzt. Wie ich es in Erinnerung hatte: schlechtes und spätes Anspechen und da wo ein Tuner wirklich Sinn machen würde, an der Eko Ranger12 keinerlei Reaktion. Ich stimme zu Hause per App. Kein Tuner auf dem Markt hat auch nur annähernd die Rechenleistung eines Smartphones. Besser geht nicht. Und bei Auftritten würde mir das Ding auch nichts nützen. Vor 50 Jahren hätte ich das Ding geliebt, aber: "the times they are a changing"
 
Zuletzt bearbeitet:

Ähnliche Themen


Unser weiteres Online-Angebot:
Bassic.de · Deejayforum.de · Sequencer.de · Clavio.de · Guitarworld.de · Recording.de

Musiker-Board Logo
Zurück
Oben