Rhythmik von Gesang zu restlicher Musik (Metal)

von Sj, 22.05.08.

  1. Sj

    Sj Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.05.08   #1
    Hallo zusammen,

    ich habe eine Frage bzgl. Songwriting. Ich bin in einer Melodic Death Metal Band und habe ein Problem wenn ich Rhythmiken der Gesangslinien zu bestehenden Rhythmiken der Songs machen soll.

    Das ist sicherlich ein bekanntes problem; Man hat einen Song auf 4/4tel Strophe, die Rhythmik besteht auf 4 punktierten achteln und 2 unpunktierten achteln; automatisch singt man auf diesen Tönen mit.

    Viele Bekannte bands machen das anders. Positiv hervorheben würde ich Lamb of God und Bolt Thrower, wo Rhythmiken komplett konträr oder eigentständig zu den bestehenden sind, zumindest kommt mir das so vor. Gibt es da eine Möglichkeit, Rhythmiken zu setzen von denen man von vorne herein weiß, dass die zum Mitwippen verleihen (bzw. passen und gut klingen), oder ist das einfach stumpfes learning by doing?

    Wäre mir EXTREM wichtig dass hier jemand was zu sagen kann, denn ich komm da irgendwie nicht weiter. Irgendwie klingt das alles sehr monoton was ich da mache und kann mich bei den Proben nicht von den bestehenden Rhythmiken lösen :mad:

    Vielen lieben Dank!
    Sj
     
  2. Günter Sch.

    Günter Sch. HCA Piano/Klassik HCA

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    Erstellt: 23.05.08   #2
    Nichts ist eintöniger. als wenn melodie und begleitung (im weitesten sinne) im gleichen rhythmus verlaufen. Es gibt viele möglichkeiten der auflockerung und vielfalt: komplementär-rhythmen, die einander ergänzen, gegenläufigkeit (relative ruhe, wenn eine stimme aktiv ist und umgekehrt), kontrast, duolen gegen triolen, es gibt halt ästhetische gesetze, die vor den gattungen nicht haltmachen.
    Meinen wir das gleiche?
     
  3. Sj

    Sj Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.05.08   #3
    Ich denke schon, ich gehe nur weniger Theoretisch an die Sache da wir spontan im Proberaum komponieren. Im Prinzip könnte ich also sagen, es muss schon komplett alles stehen, bevor die Gesangsrhythmik drauf "gesetzt" wird --> und dann gibt es bestimmte Vorgehensweisen an denen man festmachen kann ob etwas direkt groovt, oder nicht? Komplementärrhythmiken etc? Gibts dafür nen Sticky/link/website irgendwas das mir weiter helfen könnte!

    Aber schonmal besten Dank
    Sj
     
  4. HaraldS

    HaraldS Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 23.05.08   #4
    Also so wie hier im oberen System...:
    [​IMG]
    ?
    Korrekt notiert wäre es wie im unteren System.

    Naja, ob das so automatisch ist, hängt von der Vorerfahrung deiner Zuhörer ab. Vielleicht sind solche Rhythmen ja in der Metal-Szene gängig und häufig. Das heißt aber noch nicht, daß solche Rhythmen auf jeden mitreißend wirken.

    Da mußt du abschätzen, was auf deine Zuhörer mitreißend wirkt. Es ist sicher richtig, daß ergänzendes Denken in Mustern da hilft - also Rhythmen, die sich ergänzen.

    Letztlich ist es doch so, daß jede Band dem Zuhörer mehrere Rhythmusschichten gleichzeitig bietet und dabei ein Groove entsteht. Die Basiselemente des Grooves werden durch Baß und Drums, manchmal auch Gitarre und Keyboard (je nach Sounds) festgelegt - insbesondere der Bezug zum Metrum wird von b + dr wesentlich geprägt. Wenn du die Rhythmusschichten in der Band so gestalten willst, daß sie mitreißend wirken, sorge dafür, daß ein einziger Rhythmus klar erkennbar ist (z.B. der obige), der von anderen Instrumenten variiert wird. Z.B. könnte man im obigen Rhythmus auf den Drums einen solchen Rhytmus mit Standtom und Bassdrum einfügen:
    [​IMG]

    Wenn dich eher das neue Konstruieren von mitreißenden Rhythmen interessiert, hör dir mal afrikanische Volksmusik oder Stadiongesänge an. Da gibt es viele Prototypen, die man sich abgucken kann. Meist sind es Muster, in denen Beschleunigung und Entspannung passiert und die einfach und schnell verständlich sind.

    Harald
     
  5. Sj

    Sj Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.05.08   #5
    Vielen Dank, das ist schonmal ein teil dessen was ich meinte! Bei uns ist eher das "problem", das ALLE Instrumente (2 gitarren, Bass, Schlagzeug) diesen ersten Rhythmus spielen, und ich dann Gesanglich dazu tendiere, die Betonungen auch auf die akzentuierten Noten zu setzen (quasi shoute ich dann auf die in meinem Beispiel genannten "punktierten" Achteln mit). Ich KÖNNTE ja jetzt den von dir gezeigten Schlagzeugrhythmus als gesangsrhythmik benutzen, das seh ich doch dann richtig, oder? Wobei das auf eine Länge von 16 Takten dann vielleicht zu langweilig bzw. monoton wäre.
     
  6. Günter Sch.

    Günter Sch. HCA Piano/Klassik HCA

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    Erstellt: 23.05.08   #6
    Bass-rhythmusgitarre-schlagzeug teilen sich gemäß ihrer verschiedenen funktionen ein rhythmisches muster/pattern/groove, lead-gitarre oder gesang entfalten sich mehr oder weniger frei darüber. Sie haben eine andere funktion, und aus diesem kontrast entsteht die lebendige wirkung. Wenn der sänger rhythmisch mit der bass-drum geht, ist es sicherlich nicht sehr mitreißend, außer es ist beabsichtigt eines komischen effekts wegen.
    Vielleicht sehe ich dein problem falsch, ich komme ja aus verschiedenen, anderen ecken, ist auch "theorie" hier, aber du solltest dich als sänger von den begleitfiguren lösen, du bist SOLIST.
     
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