Kontrabässe sind nicht ganz so empfindlich, wie es hier teils dargestellt wird. Sie bestehen aus Holz, daher gilt für sie das, was eben auch für Holz gilt: krasse, schnell eintretende Veränderungen in Temperatur und Luftfeuchtigkeit vermeiden.
Der direkt neben dem heißen Ofen stehende Bass wird sich (günstigenfalls) mit Knacken melden, wenn im kalten Winter das Fenster plötzlich geöffnet wird und eiskalte Luft über die Decke streicht. Ein weiteres Problem besteht in der unterschiedlichen Holzdichte (Decke: Weichholz, Boden/Zargen: Hartholz).
Einem akustischen Instrument sollte immer die Gelegenheit gegeben werden, sich aklimatisieren zu können. Wenn der Bass lange Zeit im kalten Auto gelegen hat, dann nicht sofort auspacken, sondern ein paar Minuten in der gepolsterten Tasche leigen lassen (ungefütterte Taschen kommen auf den Müll).
Unterschiede in der Luftfeuchtigkeit sind nicht dramatisch, solange der Wechsel von trocken zu angereicherter Luft langsam erfolgt. Der Kontrabassist merkt trotzdem einen Unterschied, da das Instrument arbeitet und sich z. B. die Saitenlage ändern kann. Bassisten, die sich wie in den USA üblich, zwischen verschiedenen Klimazonen bewegen haben oft einen höhenverstellbaren Steg oder zumeindest einen einhängbaren Luftbefeuchter im Instrument.
Also: alles was langsam erfolgt, ist nicht schädlich. Im Zimmer sollte der Bass nicht direkt neben der Heizung und nicht direkt am offenen Fenster stehen, dann geht das gut. Ein Hygrometer kostet keine 10 und tut nicht nur dem Bass, sondern auch dem Menschen gut, um zu trockene oder zu feuchte Raumluft zu vermeiden.