Robert Glasper Experiment / Black Radio / 2012 / CD

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Cover

Genre: Hip Hop, Jazz, R'n'B
Label: Blue Note Records
Anzahl der Songs: 13
Laufzeit der CD: 72:36 min

Tracklist:
  1. Lift Off, Mic Check feat. Shafiq Husayn
  2. Afro Blue feat. Erykah Badu
  3. Cherish The Day feat. Lalah Hathaway
  4. Always Shine feat. Lupe Fiasco And Bilal
  5. Gonna Be Alright feat. Ledisi
  6. Move Love feat. King
  7. Ah Yeah feat. Musiq Soulchild & Chrisette Michele
  8. The Consequences Of Jealousy feat. Meshell Ndegedcello
  9. Why Do We Try feat. Stokley
  10. Black Radio feat Yasiin Bey
  11. Letter To Hermione feat. Bilal
  12. Smells Like Teen Spirit
  13. Bonus Track: Fever feat. Hindi Zahra

Kurz zu jedem Track:
- Lift Off, Mic Check ist eine kleine Einführung, die einem schon mal die grundlegenden Elemente zeigt: tighte Drums, Jazzklavier von Glasper, der markante Sound vom Vocoder von Casey Benjamin. Dann kommt ein kleiner Mikrotest. Auch eine gute Idee :).

- Das zweite Lied Afro Blue wird getragen von von der Stimme von Erykah Badu und den Flötenkünsten von Casey Benjamin. Insgesamt bringt die Sängerin ziemliche Ruhe in das Stück. Man merkt schon: Da sind Profis am Werk. Die Einwürfe von Robert Glasper sind intelligent und kreativ, der E-Bass (positiv) zurückhaltend.

- In Cherish the Day fällt Casey Benjamin zum ersten Mal mit seinen typischen Instrumenten Altsaxophon und Vocoder auf. Das Saxsolo am Ende ist mehr als hörenswert.

- Im nächsten Singen mal Männer :D. Der Refrain ist sehr gelungen. Der Rap von Lupe ist einfach nur Top! Soo solls sein! Treibend.

- Gonna be Alright ist mal wieder ein bisschen mehr Soul. Das Klavier und das E-Piano von Robert Glasper trägt mal wieder den Gesamtsound, genauso wie die Syntheinwürfe von Benjamin.

- Move Love ist mal wieder ein richtiges Erlebnis: Der Text ist relativ einfach (im Gegensatz zu den anderen Stücken), dafür ist das Lied wohl eines der Kreativeren. Die Mischung: Elektronischer Synth, Akustisches Klavier, Hip Hop Schlagzeug und geniale Stimme machts. Der Synth von Casey Benjamin umspielt das ganze Lied durch die melodischen Ideen der anderen Musiker und man merkt, wie genial kreativ vor allem Benjamin und Glasper sind.

- Das nächste ist wieder mal ein Lied mit dem Thema Liebe. Guter Text, relativ Ruhig.

- Weiter gehts mit The Consequences of Jealousy. Ruhiges souliges Lied.

- Why Do We Try ist wieder etwas bewegter. Das sonst immer ruhig groovende Schlagzeug spielt schnell und schon fast eher funky. Endlich mal ein Klaviersolo von
Glasper.

- Black Radio wird gerappt von Yasiin Bey (besser bekannt als Mos Def!). Wie mans gewöhnt ist: Cool, aber mit einer Schärfe und Geladenheit, die schon was ausmacht!

- Jetzt gibts noch ein Lied für Bilal. Ruhig, eher melodiöser als die anderen, dafür relativ reduziert.

- Dann kommt Smells Like Teen Spirit: Eine verjazzte Version mit Vocoder gesungen. Kann gefallen, muss nicht. (Mir gefällts ;) )

- Das Letzte ist noch ein Bonus Track auf der CD: Fever. Schönes Ende!


Das ganze Album ist wirklich sehr kreativ. Die Struktur und die Sounds sind in den Stücken eigentlich relativ gleich. Tonqualität ist soweit ich das mit meinen Boxen beurteilen kann ziemlich gut. Das Cover finde ich persönlich gelungen, innen drin sind noch ein paar Sätze zum Ablum, die Tracklist, super Bilder, und noch ein paar Infos zu den Künstlern!
Das Album ist, jedenfalls für die, die Jazz, Rap und ein bisschen Soul mögen sicher sehr gut in fast jeder Situation hörbar. Ob einfach zum Entspannen oder auch zum aktiv hören, für alles ist es brauchbar, dank der zurückhaltenden Genialität aller Musiker im Album.
Übrigens ist es auch ziemlich spontan aufgenommen worden: 4 Tage hat Robert Glasper fürs Recording gebraucht. 13 Songs!
Gonna Be Alright soll am Spontansten gewesen sein: Um 2 ist Ledisi gekommen, da wusste Glasper noch nicht einmal, was für ein Lied er mit ihr aufnehmen wollte. Sein Instrumental F.T.B. gefiel ihr. Sie schrieb innerhalb von einer halben Stunde den Text und sang ihn ein.



Fazit:
Mir gefällt das Album sehr gut. Die Stücke sind allesamt irgendwie genial. Robert Glaspers Klassiches Jazzklavier unterlegt mit Schlagzeugbeats, Synthesizerklängen und von einer Soulstimme oder einem Rap angeführt. Perfekt für mich! Muss man mögen. Aber wenn, dann ist Black Radio wirklich eine Erfüllung. Vor allem das Altsaxsolo in Cherish the Day ist wirklich extrem genial, ich hab nur sehr wenig bessere gehört. Der Sound, die Phrasierung, die Scales. Sind jetzt schon Sachen, wo sich auch sehr viele ältere Jazzer, die länger im Geschäft sind sich was abschauen sollte. (Ist natürlich subjektiv und es gibt sicher Leute, die sich besser Auskennen als ich, wahrscheinlich auch sehr viele).
Ein rundum gelungenes solides Album mit einigen wirklich genialen Sachen: Hörenswert!

Übrigens bin ich auf das Album durch einen Artikel in Jazz thing das erste mal Aufmerksam geworden und dann endgültig durch Casey Benjamin, den ich schon mal Live erlebt habe (Hammer!) bzw. ein Album mit ihm: Stefon Harris & Blackout's Urbanus. Das kann ich auch empfehlen, wenn man von dem Saxophonsolo genauso fasziniert ist wie ich und dazu noch eigentlich vom Jazz kommt.
 
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