@spunkt
Vor ein paar Jahren hatte ich bei einem Workshop so ein "aha" Erlebnis.
Das war in diesem konkreten Fall zwar speziell A-Gitarre, aber ich glaube das ist gar nicht so wichtig.
Ich denke die Erkenntnisse daraus sind recht allgemeingültig. Ich selbst spiele elektrisch und akustisch.
Bei mir waren/sind schlicht einige Grundlagen nicht ganz so gut wie es denn manchmal wünschenswert wäre.
Da fliegt man dann ab einer gewissen Komplexität schon mal aus der Kurve.
Das mit den Unsicherheiten kenne ich daher auch.
Ich habe dann erstmal genau nachgeschaut was denn bei mir alles nicht so gut oder sicher genug läuft.
Da ich in diesem Workshop eher grandios gescheitert bin, hat mir das schon ein bischen zu knacken gegeben.
Aber insofern war es dann doch auch irgendwie eine Hilfe und ein Antrieb. ;-)
Bei mir konnte ich folgendes indentifizieren.
- Ich wollte immer alles sofort und zu schnell. Schnell auch im Sinne der Spielgeschwindigkeit. Das ist auch heute noch manchmal so.
- Meinen kleinen Finger (linke Hand) hatte ich auch viel zu lange vernachlässigt. Der war wirklich manchmal zu "unsicher".
- Rhythmus war auch ein Thema.
- weniger oft gespielte Akkorde (Umkehrungen, etc.) saßen nicht sauber, bzw. die konnte ich noch blind und automatisiert/schnell/sauber/ locker genug greifen um gleichzeitig noch im Fingerstyle entspannt ein Melodiechen dazu zu friemeln.
Man könnte vielleicht auch sagen, ich habe mich früher oft irgendwie durchgepfuscht und mich manchmal auch vor neuen und vielleicht noch unbequemen Sachen etwas gedrückt.
Also habe ich das echt mal doch recht konsequent dizipliniert geübt. Auch erstmal an "erreichbaren" Zielen.
- Der kleine Finger ist jetzt kräftiger und präzieser
- Ich spiele fast nur noch mit einem Rhythmus-Knecht, nutze Metronom, Backing-Tracks, Drum-Loops, etc..
Das hat auch nicht nur mit dem Üben in verschiedenen Geschwindigkeiten zu tun, sondern z.B. auch damit, dass mein Daumen der rechten Hand oft anderes zu tun hat als die restlichen Finger. ;-) Übrigens oft auch durchaus genau so auf der
E-Gitarre*.
- Ich spiele Stücke in unterschiedlichen Geschwindigkeiten und oft zu unterschiedlichen Rhythmen.
- Ich zwinge mich (zumindest manchmal ;-)) wirklich langsam und konzentriert zu spielen
- Aus den "Übungen" sind sogar hier und da eigene kleine Ideen entstanden, die ich dann später noch gut schön ausbauen konnte.
Insgesamt hat mich das wirklich ein ganzes Stück weitergebracht.
Was für mich auch sehr wichtig ist, das ist "warmspielen".
Ich brauche oft so 15 Minuten, bis es etwas lockerer und fluffiger läuft.
Gitarre spiele ich zwar schon sehr, sehr lange, aber es gäbe trotzdem noch so viel zu lernen und zu üben.
Dafür bräuchte ich wohl noch mindestes ein ein zweites Leben. ;-)