[S] Schnellkurs Musiktheorie - Empfehlungen Bitte

von loveisgreen, 24.07.08.

  1. loveisgreen

    loveisgreen Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.07.08   #1
    Guten Morgen,

    Ich habe vor Jahren mal Keyboard spielen gelernt, ca. 4 Jahre lang und stoße momentan etwa beim Schwierigkeitsgrad Yann Tiersens Lieder an meine Grenzen.
    Wie ich im Nachhinein feststellen musste schloss der damalige Keyboardunterricht keinerlei Theorie ein. Nichtmal die Akkordbildung wurde behandelt, jene wurden einfach nur vorgegeben.

    Dies möchte ich jetzt gerne nachholen.

    Ich bin ein sehr engagierter, schneller Lerner und suche dazu ein Buch (oder eine Hörkassette/Hör-CD), mit dem ich mir das nötige Theoriewissen selbst aneignen kann.
    Durch meine Unkenntnis auf dem Gebiet weiss ich auch nicht wirklich, was alles darunter fällt. Langzeitziel wäre es, zu verstehen, wieso Lieder aufgebaut sind, wie sie aufgebaut sind und diese Strukturgrundlagen auch selbst anwenden, sprich Komponieren zu können.


    Könnt ihr mir entsprechende Bücher empfehlen, die ein hohes Tempo an den Tag legen und sich nicht in ewigen, wiederkehrenden Übungen verstricken?


    Vielen Dank im Voraus!
    green
     
  2. Effjott

    Effjott Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 24.07.08   #2
    Nach meinem Dafürhalten ist die "Allgemeine Musiklehre" von Hermann Grabner nach wie vor das Standardwerk für diesen Zweck.
    Vor allem, wenn Du schnell begreifst und lernbereit bist, ist das Buch m.E. genau richtig.
    Es ist aufgeteilt in folgende Kapitel:

    - Elementarlehre
    - Intervallen - und Skalenlehre
    - Grundbegriffe der Harmonielehre
    - Grundbegriffe der Melodielehre
    - Grundbegriffe des Kontrapunktes
    - Grundbegriffe der Formenlehre
    - Kleine Instrumentenkunde

    Ebenfalls für recht gut gelungen halte ich die "Allgemeine Musiklehre" von Christoph Hempel, ähnlich gegliedert und strukturiert wie der Grabner.

    http://www.amazon.de/Allgemeine-Musiklehre-Hermann-Grabner/dp/3761800614

    http://www.amazon.de/s/ref=nb_ss_b?...stripbooks&field-keywords=hempel%2Bmusiklehre

    Ein guter Link zur Musiktheorie im Netz:




    http://www.lehrklaenge.de/html/grundlagen.html


    Beste Grüße
    Effjott
     
  3. voice7

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    Erstellt: 06.09.08   #3
    Hallo Effjott :)

    Du sagst ja das Hermann Grabner "Allgemeine Musiklehre" das Standardwerk ist. Kann ich dann davon ausgehen das es besser ist als die anderen von dir vorgestellten Bücher?

    Ich gehe davon aus das du beide Bücher kennst und möchte dich daher fragen, welches du am verständlichsten und ausführlichsten hältst, mit der Berücksichtigung das es didaktisch für einen Anfänger ohne Lehrer geeignet ist. Ich möchte mir nämlich gerne eines davon kaufen, oder wenn es was besseres auf dem Gebiet gibt. Ich möchte aber Rätselraten, das scheitern an der Sprache und nicht genaue Darstellung vermeiden. Herleitung (so weit es geht) und Verständlichkeit ist mir wichtig, aber auch Ausführlichkeit und das alles (wichtige) in einer elementaren/allgemeinen Musiklehren vermittelt wird.

    Würde mich über antworten freuen. Und vielleicht kannst du mich auch bei Gelegenheit in dem Therad beraten (aber nur wenn du mal Zeit hast) https://www.musiker-board.de/vb/b-c...hre-formlehre-elementare-musiklehren-etc.html oder zumindest mal reinscheuen, damit du ungefähr weißt was ich mir vorstelle um besser auf diesen Beitrag zu antworten.

    Danke und Gruß
     
  4. Effjott

    Effjott Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 07.09.08   #4
    Moin voice7,

    das, was ich zum Grabner geschrieben habe, ist natürlich meine subjektive Meinung.
    Ich habe das Buch während meines Studiums durchgearbeitet und bin damit gut gefahren, benutze es heute noch hin und wieder als Nachschlagewerk.
    Wenn Du tatsächlich ganz von vorn anfangen willst, gibt es sicherlich andere Alternativen, wie z.B. das Buch von Willy Schneider:

    http://www.schott-international.com...ks/music_theory_music_history/show,34285.html

    Das ist aber für den blutigen Anfänger gedacht und auch nicht gerade ausführlich angelegt(ca. 80 Seiten).

    Ein anderes Buch als die beiden von mir o.a. käme vielleicht für Deine Zwecke noch in Frage:
    Wieland Ziegenrücker: ABC Musik

    http://www.amazon.de/ABC-Musik-Allgemeine-Musiklehre-Lernsätze/dp/3765103098

    Die genannten Bücher(Grabner, Hempel, Ziegenrücker) besitze ich und kann Dir, weil Du gefragt hast, deshalb mal anhand eines jeweils kurzen Textausschnitts einen Vergleich geben, dann kannst Du Dir vielleicht ein besseres Bild machen.

    Ich habe jetzt mal willkürlich in den drei Büchern unter "Neapolitanischer Sextakkord" nachgeschlagen und folgendes dazu gefunden:

    1. Grabner :
    " Der neapolitanische Sextakkord, so genannt, weil er bereits zur Zeit der neapolitanischen Opernschule häufig gebraucht wurde(Alessandro Scarlatti, 17. Jahrhundert). Er entsteht durch Tiefalterierung der Vorhaltssexte in der Mollunterdominante(manche Theoretiker leiten ihn durch Tiefalterierung der II. Stufe in Moll ab, in a-Moll: h - d - f, tiefalteriert: b - d - f, 1. Umkehrung: d - f - b ).
    Seine Auflösung in die Dominante ist charakteristisch durch den verminderten Terzenschritt und den dadurch entstehenden guten Querstand - (Notenbeispiel in a-Moll mit den Soprantönen b - gis - a , Akkorde: Neapolitaner - E-Dur - a-Moll)
    Die Führung der Oberstimme b - gis - a ist so typisch für diese Wendung, daß man derartige Melodieschnitte auch ohne akkordliche Grundlage ohne weiteres im Sinne der neapolitanischen Harmoniefolge ausdeutet. Bach baut auf dieser Wendung eine ganze Fuge im Kyrie seiner H - Moll - Messe auf: Notenbeispiel aus dem Kyrie..."


    2. Hempel :
    " Einen Sonderfall einer entlehnten Funktion stellt der Neapolitanische Sextakkord dar. Er war als musikalische Darstellung von Schmerz und Trauer Bestandteil der musikalischen Rhetorik der neapolitanischen Oper in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Dieser Akkord entsteht, wenn bei einem subdominantischen Moll - Dreiklang der Quintton durch die (leiterfremde) kleine Sexte ersetzt wird. Dies geschieht oft auch in der Kadenz. Charakteristisch für Kadenzen mit dem neapolitanischen Sextakkord ist der verminderte Terzsprung - Notenbeispiel einer Kadenz - ..."

    3. Ziegenrücker :
    " Beim Subdominantdreiklang wird mitunter die Quinte durch eine Sexte ersetzt, dadurch wird er in Dur zu einem Mollklang, in Moll zu einem verminderten Dreiklang. Eine spezielle Erscheinung ist der Mollsubdominantsextakkord mit kleiner, tiefalterierter Sexte; er trägt die historisch bedingte Bezeichnung Neapolitanischer Sextakkord, kurz: Neapolitaner - Notenbeispiel - ..."


    Soweit zu den Erklärungen der drei Autoren.
    Vielleicht hast Du ja die Möglichkeit, in Deiner Nähe eine gut sortierte Stadt- oder Unibibliothek aufzusuchen. Hier werden die vorgestellten Bücher sicherlich im Bestand zu finden sein und Du kannst dann einen umfassenderen Eindruck bekommen.


    Ich hoffe, das hilft Dir ein wenig.

    Beste Grüße
    Effjott
     
  5. Effjott

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    Erstellt: 07.09.08   #5
    Eine Ergänzung noch:

    Verständlich geschrieben für den durchschnittlich sprachgeschulten Bürger sind m.M. nach alle drei genannten Bücher;)
    Grabner ist in seinen Erklärungen und Erläuterungen oft ausführlicher als die anderen.
    Ebenfalls die vielfachen Notenbeispiele aus der Musikgeschichte zur Veranschaulichung des geschriebenen Textes gefallen mir beim Grabner sehr gut.
     
  6. voice7

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    Erstellt: 07.09.08   #6
    Hi Effjott, vielen Dank für deinen Beitrag und die mühe die Textabschnitte aufzuschreiben :) Du hast mir in der tat sehr geholfen! Anhand der kurzen Beispiele kann ich besser beurteilen welche der Bücher für mich infrage kommen.

    Der Grabner, scheint für mich detaillierter/exakter zu sein, aber auch ein wenig "komplizierter" zu lesen. Hempel nimmt vom Detailgrad wohl den zweiten platz ein, liest sich aber auf den ersten blick "lockerer" und nennt nur das Wichtigste. Der Ziegenrücker ist da am kompaktesten aber nicht so detailliert wie die beiden anderen, kann aber seine Erklärung soweit nachvollziehen weil ich über den Neapolitaner schon ein wenig bescheid weiß und mir den Rest "hinzudenken" kann. Ich denke aber das mir beim Ziegenrück viel Fragen offen bleiben werden, wegen der kompakten Art und "fehlenden" bzw. weiterreichenden Begründungen - ich denke das eignet sich besonder als Nachschlagewerk gut. Was mir aber auffällt ist, das alle drei nicht so exakt sind, weil z.B. der verflüchtigte Neapolitaner nicht zur Sprache kommt, aber ich denke das wäre auch zuviel verlangt und scheint, nach einigen Meinungen in diesem Forum, ehe ein Streitgespräch unter Theoretikern zu sein.

    Ich werden mir den Hempel und ein par Monate später den Grabner kaufen. Danach kommt Krämers Harmonielehre, und dann sehe ich mal weiter ob als nächstes la Mottes oder Grabners Harmonielehre dran kommt.

    Nochmals Danke und Gruß
    voice7
     
  7. voice7

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    Erstellt: 07.09.08   #7
    Ja da hast du recht, wenn man den auch die Fachbegriffe kennt. Bei "Querstand" musste ich ein wenig nachdenken und dann viel mir ein das ich darüber mal im Internet was gelesen habe :D Aber ich denke das alle verwendeten Fachbegriffe im Garbner auch vorher erklärt werden? Weil dann kaufe ich mir gleich den Garbner :)

    Gruß
     
  8. Effjott

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    Erstellt: 07.09.08   #8
    Die Bezeichnung "verflüchtigter" Neapolitaner ist mir nicht geläufig und mich interessiert, was denn damit genau gemeint ist. Du meinst ja wahrscheinlich nicht den quasi "verselbständigten" Neapolitaner, bei dem die tiefalterierte Sexte des Akkordes im Bass liegt(also bei unserem Beispiel oben der Ton b)??
    Wäre nett, wenn Du das mal näher erklärst.
    Ansonsten sehe ich das ähnlich wie Du mit der Beurteilung der Beispiele aus den drei Büchern.
    Grabner erklärt den Terminus "Querstand" im Kapitel "Erweiterung der Tonalität" folgendermaßen: "... Sehr häufig ist der Wechsel zwischen Dur und Moll innerhalb derselben Harmonie, wobei ein Querstand entstehen kann. Darunter versteht man die Verteilung einer chromatischen Veränderung in zwei verschiedenen Stimmen..."
    (Auch hier folgt ein Notenbeispiel dazu aus dem "Siegfried-Idyll" von Wagner).

    Was man wohl nicht von einer allgemeinen Musiklehre erwarten kann und darf, ist, dass sie eingehend und umfassend z.B. harmonische Sachverhalte erläutert. Dazu gibt es dann spezielle Fachbücher zur Harmonielehre etc.
    Ich kann nun auch nicht mit Gewissheit sagen, ob im Grabner wirklich alle Fachbegriffe immer schon erklärt sind, bevor sie ein zweites Mal auftauchen.
    Ich habe aber keine Bedenken, dass Du Probleme mit dem Verstehen des Buches haben würdest, wenn ich so Deine Beiträge hier lese;).

    Beste Grüße
    Effjott
     
  9. voice7

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    Erstellt: 07.09.08   #9
    Argh - schon mein zweiter Fehler heute -,hast recht, ich meine natürlich den verselbständigten Neapolitaner :o

    Ah okay, das war mir nicht bewusst. Das die Harmonielehre nicht (ganz) erklärt wird war mir schon bewusst, ich dachte aber das man da einen Überblick gewinnt um die Harmonielehre besser zu begriffen - also quasi eine vorstufe der Harmonielehre. EDIT: Aber wenn es dann mal soweit ist, frage ich dich dann nochmal zu anderen Fachbücher die man nach der Harmonielehre durcharbeiten sollte.

    Danke für den zuspruch und Ermutigung. Ich weiß aber auch wie meine Anfrage wohl auf machen wirken muss, die sich meine bisherigen Beiträge durchgelesen haben - so nach dem Motto: "Hä? Wie jetzt, will er uns veräppeln? Der weiß die Grundlagen doch schon 0_o". :D
    Aber ich bin halt ein wenig verunsichert ob ich das auch wirklich richtig verstehe oder vieles einfach nur falsch interpretiere :o Daher dachte ich, das es vielleicht gut wäre wenn ich ein par Gänge zurückschalte, damit ich es von Anfang an richtig lerne. Aber es scheint wohl so zu sein, das die Bücher entweder zu einfach sind (und ich das ehe schon weiß), oder doch recht Anspruchsvoll. Vielleicht wäre ein Lehrer doch nicht falsch, wenn da bloß die Zeit und die Brieftasche mitspielen würde :rolleyes:


    Ich danke dir und kaufe mir gleich den Grabner und Hempel zusammen - den Hempel quasi zur Vorsicht :)

    Gruß
     
  10. Effjott

    Effjott Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 07.09.08   #10
    Ja, ein guter Lehrer ist sicherlich das Nonplusultra, aber die leider oft nicht so gut gefüllte Brieftasche ist natürlich ein Problem.
    Wenn Du den Grabner tatsächlich kaufen willst, gebe ich Dir noch einen Tipp:

    Das Buch gibt es ja mittlerweile in der 23. Auflage zu einem Neupreis von ca. 21,- €.
    Deutlich billiger, manchmal zu weniger als dem halben Preis, kannst Du es antiquarisch erwerben. Ich würde allerdings keine ganz alte Auflage wählen, eher eine ab den 70er Jahren(mit der Überarbeitung und Ergänzung von D. de la Motte ab 1974).


    http://www.zvab.com/basicSearch.do;...meine+Musiklehre&lastXDays=-1&itemsPerPage=10

    Viel Spaß damit!
     
  11. voice7

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    Erstellt: 07.09.08   #11
    Super, eine wahre Fundgrube *lächts*, ist so eben in die Lesezeichen gewandert :great: Wenn ich da so reinschaue, muss ich mir mal über einen größeren Bücherschrank Gedanken machen :D

    Gruß
     
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