Saiten-Talk

  • Ersteller emptypockets
  • Erstellt am
Naja, wir müssen uns ja nicht streiten. Corkonian hat schon recht: jeder hat seine Soundidee im Kopf! Aber diese beiden Hörbeispiele sind nun wirklich kaum geeignet!
Zum einen klingt eine Reso nunmal sowieso völlig anders, zum anderen sind das verstärkte, mit Mikro aufgenommene Beispiele, die wenig mit dem Sound einer Akustik - Gitarre zu tun haben. Die erste Aufnahme ist sogar noch extrem komprimiert! (klingt zumindest so.)
 
wieso streiten ? er spielt halt die gleiche Saitensorte und das erste Beispiel hat 'strammen Bass' ;)
(nebenbei: das ist eine E-Gitarre)
geh einfach davon aus, dass die Saiten 3 Monate alt sind - ich ergänze später 'meine' >3 Jahre alten
die sind dann auch akustisch aufgenommen

cheers, Tom
 
Zuletzt bearbeitet:
Immerhin: die Godin 5th Avenue ist eine meiner absoluten Will-haben-Teile!

Ich lass mich nicht auf Saitendiskussionen ein. Ich möchte nur hervorheben, dass alle "Viel-&-Neu-Aufzieher" auch nur eine Meinung vertreten, und dass die nicht meiner entspricht.

Minderheitenmeinungen geraten leicht in den Ruch der Häresie. Vor allem, wenn die gängige Lehrmeinung als Tatsache behauptet wird. Das macht mich immer leicht fuchsig. Ich hab jahrelang gebraucht, bis ich gemerkt hab, in welcher Altersspanne mir Saiten am besten gefallen (und auch, welche Saiten: Gibson Masterbuilt Premium). Ich hätts viel schneller merken können, wenn ich nicht so leichtgläubig gewesen wär.

Ich weiß: Mein eigentliches Problem ist also die Leichtgläubigkeit. Trotzdem wollt ich festgehalten haben, dass es auch Leute gibt, die ihre Gitarren nicht alle Vierteljahr neu besaiten.
 
Darf ich noch kurz anmerken, dass meine meinung ebenso nicht auf auf intensivem Studium von "Fachliteratur" wie G&B oder Guitar beruht, sondern ebenso meine persönliche Wahrnehmung widerspiegelt!
Insofern sind auch maliziöse Hinweise auf die "gängige Lehrmeinung" überflüssig! Ich glaube mir einzubilden, dass ich - zumindest hier im Board - oftmals angefeindet werde, eben weil ich nicht die Lehrmeinung vertrete!
Ich muss jedoch zugeben, dass ich zu denen gehöre, die ihre Saiten regelmässig wechseln. Vielleicht sogar öfter, als es die Lehrmeinung "befiehlt". Ich bin nzwar eigentlich nicht für mein besonders feines Gehör bekannt (viele Leute hören ja geradezu unheimliche Nuancen, die ich wahrscheinlich nicht 'mal mit Messgeräten verifiztieren könnte!), aber ich bin eben schlicht der Meinung, dass "gute" Saiten ein ganz entscheidender Faktor für den Klang einer Gitarre - weit mehr als viele andere, die immer wieder kolportiert werden!
 
Ich neige eher zum anderen extrem; mag frisch aufgezogene saiten, wenn sie noch so richtig plärrig sind. Auch minderheit, nehme ich an :)

Bin aber auch zu faul geworden, um alle paar wochen saiten zu wechseln, obwohl ich es eigentlich ganz gern mache. So bleiben meine saiten auch mal ein bisschen länger hängen.

Gruss, Ben
 
Ich neige eher zum anderen extrem; mag frisch aufgezogene saiten, wenn sie noch so richtig plärrig sind. Auch minderheit, nehme ich an :)
Nee, bin dabei :) Aber vielleicht nicht ganz so extrem ;)

Für mich ist wichtig, dass die Saiten lange ihre Klangqualitäöt - auch bei extremer Benutzung - beibehalten. Meine Erfahrungen diesbezüglich mit Saiten auch von guten Herstellern wie Martin, D'Addario etc ist, dass sie zwar am Anfang (nach dem Aufziehen) über ein breites Obertonspektrum verfügen, welches aber (je nach Hersteller und Spielweise) relativ schnell verblasst. Elixir klingen vielleicht nicht ganz so brillant, halten und klingen dafür länger. Dieser Effekt des "plärrigen", wie Ben so schön beschrieb, ist bei Elixirsaiten über einen langen Zeitraum konstant. Davon ab, dass es genug Anschlagsmöglichkeiten gibt auch einen "plärrigen" Saitensatz "schön" zu spielen ;)
 
Also Martin - um mal hier ein Negativbeispiel zu nennen - ist in meinen Ohren extrem plaerrig und nach wenigen Stunden sind die dann nur noch dumpf-plaerrig.
Die Martin Lifespan sind erstmal nur plaerrig - aber nach vielen Stunden werden sie richtig gut. Die kriegen eine feine Balance und halten die dann sehr, sehr lange. Vielleicht nicht Jahre, aber laenger als die D'Addarios. Wenn die nicht die erste Zeit so plaerrig wären...
D'Addarios klingen von Anfang an gut, halten auch eine ganze Weile, aber nicht so lange wie die Martin Lifespans. Zwei, drei Monate hole ich aus einem Satz EXP schon 'raus - aber ich habe auch ein ganzes Rudel an Gitarren...
Elixir Polyweb klingen so, wie sie sich anfühlen... wie ein Stueck Seife im Mund. Bäh!
Elixir Nanoweb fuehlen sich nicht so seifig an, aber dafuer klingen sie auch nicht wirklich gut. Bäh! Vor allem bei dem Preis...

Aber, wie schonmal gesagt, jeder hat so seine persoenlichen Vorlieben. Der Eine mag Elixir, der Andere EXP, der Dritte nur unbeschichtete Earthwound... einer mag Taylor, der andere Gibson, Yamaha oder Martin ... oder Ovation. Das Schoene ist, es gibt so viel Alternativen und so viel auszuprobieren und Saiten sind erstens sowieso Verschleissartikel, zweitens sehr unterschiedlich und die haben drittens einen sehr, sehr sehr grossen Einfluss auf Klang und Bespielbarkeit....
 
war heute gar nicht mein Tag am slide... :redface:
aber egal - das sind die > 3 Jahre alten Drähte - sie sind öfter mal 3-5 Stunden am Tag gespielt worden
http://soundcloud.com/anshoragg/years-of-yearning-mp3
Warnung an die Puristen... bin Tape Echo Addict
das ganze ist ein Take, das Mikro bekommt 15% Reverb und etwas dezentes Limiting, der Schalloch PU nur den Echo Effekt

cheers, Tom
 
arg... zu spät zum Ändern...
noch mal dasselbe Teil, nur statt des Echo-Effekts Scuffham's S-Gear Amp (Texas Drive irgendwas)
erst moderat, kurz vor Schluss 'richtig', ganz am Ende nur die Akustik-Spur des 'knüppel-Riffs' :D
man hört da (imho) gut die Saiten-Brillianz (trotz Alter) und die mehr fokussierte Obertonstruktur gegenüber einer 'edlen' Fichtendecke
(sonst würden die 'drive' Geschichten völlig absaufen)
da ich noch eine typische Martin habe, ist mir diese Soundvariante ausgesprochen willkommen
die ECG-24 klingen auf der Martin übrigens grottig...
nebenbei freu ich mir 'nen Fleck in's Hemd für das Mikro, mit dem das aufgenommen ist... schlanke 2 Euro aus der Bucht :p
der Pickup ist ein Artec WSH12-MP

http://soundcloud.com/anshoragg/years-of-driving-mp3

cheers, Tom
 
Mal von den persönlichen Vorlieben, ob man den Sound alter oder neuer Saiten mag, abgesehen: Saiten werden beansprucht. Einerseits durch die Tatsache, dass sie unter Zug gesetzt werden, zum anderen durch den Gebrauch. Dies führt zu Abnutzungs- oder Gebrauchserscheinungen. Sollten sie am Anfang tatsächlich sauber intonieren, verlieren sie im Laufe der Zeit an Spannung und dehnen sich. Stahlsaiten weniger, Nylonsaiten mehr. Stahlsaiten sind aber dünner, da gleicht sich das wieder aus. Nach drei Monaten können die Saiten also nicht mehr sauber intonieren, da sie sich verändert haben. Nach einem Jahr erst recht, ebenso bei starker Beanspruchung.

Jetzt kommt es halt darauf an, wo jeder für sich seine Prioritäten setzt. Mich stört es am meisten, wenn ein Instrument unsauber klingt - vielleicht eine Berufskrankheit ;). Daher wechsele ich in dem Moment, wo ich es merke. Der Sound kann dann noch in Ordnung sein, hat aber meistens schon deutlich abgebaut. Für alle anderen Vorlieben (hohe Brillanz oder eher dumpf) gibt es dann die entsprechenden Saiten unterschiedlicher Hersteller.

Auf der anderen Seite kenne ich Leute, die das gar nicht richtig hören, warum auch immer. Die wechseln ihre Saiten dann aus anderen Beweggründen.
 
Woran sollte das liegen, dass Saiten, die "gedehnt" sind, schlechter "intonieren"? Auf pysikalischer Ebene finde ich keine Begründung, und meine - ansich nicht schlechten - Ohren finden auch keine. Oder ist mit "intonieren" etwas anderes gemeint, als "stimmend zu machen"? Wenn ja: was?
 
Die Materialstärke verändert sich unter Zug nicht gleichmäßig. Anfänglich natürlich schon, aber mit zunehmender Belastung eben nicht. Es sei denn, du spielst alle Töne gleich oft. Es gibt also Bereiche, die mehr benutzt werden als andere. Das ist aber nur ein Faktor.

Zugegeben, bei Stahlsaiten tritt der andere Faktor nicht ganz so stark in Erscheinung wie bei Nylon- oder Carbonsaiten, da sich Stahl nicht so sehr dehnt. Bei den Nylons bewegt sich Dehnung in ganz anderen Größenordnungen, da sind vom ersten Aufziehen bis zur endgültigen Stimmfestigkeit 1-2 Zentimeter (oder auch mehr) keine Seltenheit, und auch später dehnt es sich weiter. Diese Dehnung, in Verbindung mit der Belastung durch das spielen, lässt die Saite altern. Die nachlassende Quintenreinheit ist i.d.R. das Erste, was auffällt (zu testen über den Flageolette-Ton am 7. Bund), danach stimmt oft die Oktave nicht mehr. Spätestens dann fliegen meine Saiten runter. Auch insgesamt wird es schwerer, die Gitarre sauber zu stimmen - so, dass alle Tonarten halbwegs sauber klingen.
 
Hi,

ich hab seit kurzem eine Walden G3030CEQ. Ein wunderbare Stück Holz.

SGW_WAL_G3030CEK_2.jpg

Weißt jemand welche Saitenstärke bei Walden ab Werk drauf ist?
 
Hm,. es sind d'addarios. Für die Dreads benutzt Walden 0.12er bis 0.53er. Könnte auch bei einer Grand Auditorium passen, ich denke aber, ein 0.11er Satz ist nicht verkehrt
 
Folgende Fragen passen zum Thema:

- Weshalb halten Elixir Saiten eigentlich länger? Ich persönlich finde, sie klingen länger frisch. Als ich das im Gitarrenladen ansprach wurde ich vom Verkäufer darauf hingewiesen: Rein physikalisch ist das nicht möglich, sie verschleißen gleich schnell wie andere Saiten. Der Draht in den umwickelten Saiten wird gezogen, wird immer wieder nachgestimmt, kommen die äußeren Umwicklungen nicht mit.

- Ich spiele zurzeit D Addario PB, zuvor Elixir PB Saiten. Die D Addario sind wärmer, insbesondere auf meiner günstigen Gitarre, verlieren aber schneller an Klangfarbe. Die Elixir sind brillianter, und halten meiner Ansicht nach länger was den Klang betrifft. Jetzt habe ich auf meiner vollmassiven Gitarre auch von Elixir auf D Addario gewechselt, der Unterschied fällt gering aus. Kann es sein: Je hochwertiger ein Instrument, desto geringer der Einfluss der Saiten?
 
würde ich nicht sagen - Saiten sind imho essentiell und gleichberechtigter Teil des 'Gesamtsystems'

wo du d'Addario PB (ich nehme an Phosphor-Bronce) ansprichst:
die habe ich (als 13er) seit mindestens einem halben Jahr auf meiner Martin OMCX
die Gitarre würde ich für meinen Geschmack als exorbitant gut einstufen
(es gibt 'bessere' Gitarren, aber die hat etwas in das ich komplett vernarrt bin) :redface:
am besten haben mir lange Zeit die original Werksaiten gefallen (wobei ich nicht weiss, welch das waren)
kein nachgekaufter Satz kam da ran... und das waren einige...

mit den d'Addarios hat die Gitarre zwar noch ihr gewohntes Ansprechverhalten, aber der Klang ist völlig anders
es brauchte etwas, bis sich der Ton entwickelte... am Anfang waren die regelrecht widerlich
inzwischen gefällt mir die Nuance aber sehr gut
und ich müsste eigentlich für 'den anderen' Sound eine neue Gitarre kaufen... :eek:

die Saiten sind ein Wunder an Haltbarkeit, obwohl sie aussehen wie Sau :D
(dabei scheint's eine Billigausgabe für Gewa zu sein, aufgedruckt ist Firestone als Label)

cheers, Tom
 
Dann geve ich hier auch noch mal meinen Senf dazu :D
Habe längere Zeit D`addario gespielt und war eigentlich ganz zufrieden.
Zwischendurch mal verschiedene Martins probiert (auch E. Clapton und die lifespans), am besten haben da noch die lifespans abgeschnitten, aber nicht wirklich überzeugend. Die normalen sind eigentlich nur grottig - Martin sollte sich aufs Gitarrenbauen konzentrieren und die Finger von den Saiten lassen :p
meine D-16 hatte ich ja gebraucht von einem Profi gekauft, der hatte Adamas drauf, die waren erstmal etwas gewöhnungsbedürftig, aber dann haben sie mir klanglich besser als die D`addarios gefallen. Aber habe subjektiv das Gefühl, das sie nicht lange halten.
Habe dann mal die teuren Elixier getestet und war regelrecht entsetzt :eek: Meine D-16 hat sich plötzlich abgehört wie eine Baumarktgitarre!! Wirklich übel. Auch angesichts des Preises habe ich ihnen eine Chance gegeben, aber habe sie dann nach reichlich 3 Monateb runtergeschmissen. Das ätzende Scheppern hat zwar dann etwas nachgelassen, aber war immer markant.
Einige Lieder konnte ich gar nicht mehr mit der Gitarre spielen, weil der Gesang irgendwie nicht mehr gepaßt hat. Fazit : Nie wieder!! Achja, es haben sich auch recht schnell Abnutzungserscheinungen gezeigt (2.+3. Bund).
Also wer keinen warmen, angenehmen Sound möchte, der ist sicher mit ihnen gut dran. Aus meiner Sicht sehr gut passend zu den Blecheimern von Takamine :p :D
Weil bei der Einstellung der D-1 durch den Gitarrenbauer Saiten weggeflogen sind, hat er mir "seine" draufgemacht : John Pearse https://www.thomann.de/de/john_pearse_600l_phosphor_bronze.htm Die scheinen kaum bekannt zu sein, gibt es in hiesigen Läden auch nicht und hier hat sie auch noch keiner erwähnt.
War erst skeptisch, haben am Anfang auch etwas gescheppert (wie alle), aber das hat sich sehr schnell gelegt.
Habe sie jetzt schon eine ganze Weile drauf und sie klingen in meinen Ohren immer noch gut und zeigen auch keine Abnutzungsspuren (scheinen erheblich haltbarer als die Elixier zu sein!)
Werde demnächst mal die 12-Saiter auch mit ihnen ausrüsten (sind jetzt noch Martin drauf und ich bin nicht wirklich zufrieden) und mal schauen wie das klingt.
Wer eine warmen Ton bevorzugt, sollte sie mal testen, wobei es natürlich immer Geschmackssache ist.
 

Ähnliche Themen


Unser weiteres Online-Angebot:
Bassic.de · Deejayforum.de · Sequencer.de · Clavio.de · Guitarworld.de · Recording.de

Musiker-Board Logo
Zurück
Oben