Schlagzeug bzw. Bassdrum mit Behinderung spielen

marcello343

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Hallo,
ein Bekannter von mir würde gerne Schlagzeug spielen, ist aber von der Hüfte abwärts gelähmt. Ein gewisses Talent fürs Trommeln ist auf jeden Fall da, nur kann er eben nur seine Hände benutzen. Deshalb meine Frage, wie würdet ihr damit umgehen bzw. was empfehlen?
Die Ideen sind:
1. die Floor Tom (falls nötig umstimmen) und als Bassdrum benutzen, also abwechselnd mit einer Hand Snare und Floor Tom spielen, mit der anderen Hihat etc.
2. Die Bassdrum anders aufrichten, sodass sie mit der Hand (dann aber mit dem Stick) zu spielen geht. Dann müsste man die umgelegte Bassdrum doch noch "aufbocken", damit die Felle frei schwingen können, richtig?

Was meint ihr, was klingt besser, oder hat jemand eine andere Idee? Wenn ihr auf die Floor Tom setzen würdet, wie würdet ihr die Felle zueinander stimmen und was würdet ihr evtl sonst noch an der Floor machen?
Die Floor Tom hallt doch deutlich länger nach als eine Bassdrum, kann man da etwas machen, um z.B. auch schnelle "Bassdrum-Parts" spielen zu können, ohne das alles verschwimmt?
Hatte gesehen, da gibt es so ein kleinen Scheibchen aus Gummi, das haftet am Fell an und macht den Klang wohl trockener, vielleicht weiß jemand, was ich meine.

Ansonsten kennen weder er (zumindest bisher) noch ich uns mit der Thematik aus und sind daher für jede Hilfe dankbar.
Und bitte nicht schreiben, dass er es dann einfach lassen soll, dass er unter den Umständen nicht alles spielen können wird ist klar, aber es deswegen sein zu lassen wäre doch schade, ich selbst als Gitarrist denke da z.B. an Django Reinhardt, was wäre da doch verloren gegangen...

Danke schon mal an alle die helfen wollen.
 
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fko56

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Sieh mal da. Vielleicht hilfts ja.



 
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Fastel

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Bin nur zufällig über den Thread gestolpert und es ist ja nicht das, was Dir vorschwebt aber lesen kostet ja nichts außer 20 Sekunden Deiner Zeit - das Thema "Klassik" könnte ja auch interessant werden

(ja Marimba ist ne andere Nummer aber im Orchester spielen Percussionisten auch anderes)

Oder das Thema Percussion
(okay die springen in dem Video fieser weise :D )

Vielleicht ist es ja eine wertvolle Idee.
 
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marcello343

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Danke schon mal für die Antworten, ich habe noch das hier gefunden, ich glaube das entspricht seinen Vorstellungen am meisten:

Der Kerl benutzt eine Tom, habt ihr Ideen, wie er den Klang so hinbekommt? Ich denke eine möglichst große vielleicht 18er wäre schon mal nicht verkehrt...
 
omnimusicus

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Ok, die Lösung von Jonathan Leitch hat auch was. Mit Sticks auf dem Floortom fehlt mir aber gerne mal etwas der Bumms unten. Da hilft Größe nicht unbedingt. Muß dann gut gestimmt/bedämpft und abgenommen sein.

Mir drängt sich eher eine Bassdrum mit fettem Handschlägel auf.
Ich selbst habe schon mit verschiedensten Marching-Band-Projekten zu tun gehabt. Also Bläser und Drums, nicht zwingend wirklich marschierend. Drums sind da aber immer mit den Händen.
Die "klassische" Form nutzt da getrennte Bassdrum- und Snare-Spieler. Das Drum-Spielen mit zwei Leuten macht auch schon Laune. Man kann Sachen spielen, die alleine nicht gehen.

Das müßte aber auch alleine gehen. Bei einem kleinen Projekt hatte ich auch schon mal überlegt, an der Bassdrum seitlich eine kleine Pikkolo-Snare zu befestigen, um damit beides als eine Person spielen zu können. Und oben ein Crash-Becken drauf.
Es wurde nur nichts draus ...

Ich spiele aber selbst recht gerne Bassdrum mit Handschlägel. Das ist einfach eine andere Art, keine Notlösung.
Das reduzierte Spielen mit weniger Trommeln hat für mich einen eigenen Reiz.

Wem die Marching-Band-Ecke fremd ist, hier ein Beispiel der "Young Blood Brass Band" (mit recht komplexer Bassdrum):


Man kann so auch House spielen, wie "Meute" aus Hamburg zeigen (Bassdrum spielt teils Shaker nebenher):



Und zum Thema zurück: Der Möglichkeiten gibt's also schon viele ...
Man muß sich halt was eigenes drumherum basteln ;-)
 
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marcello343

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Danke, wir lassen es uns mal durch den Kopf gehen!
Im Moment favorisiert er aber die Idee die Tom als Bassdrum zu benutzen. Wie würdet ihr da vorgehen, um den Klang möglichst trocken und tief zu bekommen?
Meine Ideen wären erst mal eine möglichst große Floor Tom runterzustimmen vielleicht so Richtung 50 Hz, wenn das überhaupt möglich ist?
Dann Kissen oder Decke rein, damit alles nicht so nachschwingt.
Wie sollten oberes und unteres Fell zueinander gestimmt sein, kennt sich da jemand aus?
Oder sollte man das untere Fell vielleicht rausnehmen?
Hab gesehen, dass es da wohl Konzerttrommeln gibt, bei denen man das so macht...
 
Fastel

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Ich denker man sollte vor allem überlegen den "Beater" zu simulieren.
Vielleicht ist da wirklich ein Klassik-Technik ganz geeignet, bei der 2 Sticks in einer Hand gehalten werden. Allerdings weiß ich nicht wieviel Punch diese zarten Marimba Haltung entwickelt :D
 
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Fastel

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Ah und was wäre, wenn man die Kickdrum per Digital-Pad macht? Weiß ja nicht wie sich das dann in einer Band so mischt... aber dann hätte man den Sound mit den Sticks spielbar.
 
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lightsrout

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Hi marcello342!

Zum Thema Sound einer Floortom bzw Stimmung haben wir ja schon gesprochen. Ich würde die/ihm da ein E-drum kit oder ein Samplepad empfehlen. Hier kann er die Sounds beliebig vergeben und sogar mit unkonventionellen Midicontrollern experimentieren (Bassdrum mit breath/zungencontroller, warum nicht?). Es ist auch einfacher ein E-Set ergonomisch aufzubauen, er muss es nicht stimmen (was schon ein ziemlicher Aufwand ist, sogar mit vier Gliedmaßen) und die neueren kits klingen wirklich sehr realistisch. Geht mal in ein Musikgeschäft und probiert es aus! Ich denke das könne gut funktionieren!

LG lightsrout
 
Jenzz

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Ich denker man sollte vor allem überlegen den "Beater" zu simulieren.
Vielleicht ist da wirklich ein Klassik-Technik ganz geeignet, bei der 2 Sticks in einer Hand gehalten werden. Allerdings weiß ich nicht wieviel Punch diese zarten Marimba Haltung entwickelt :D

Moin .-)

Diese Idee kam mir auch, beim Vibraphon gibt es ja auch Grifftechniken für 2 Schlägel in einer Hand. Man könnte z.B. für die Bassdrum einen Marimba- / Vibraphonschlägel (quasi für den 'Bassdrum-Part') nehmen und einen normalen Stick für die Snare. Mit dem Burton-Grip (gekreuzt) bekäme man sicher auch genug Power in die 'Tom-Bassdrum' .

Jenzz
 
A

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Also ich würde auf jeden Fall auch zu einem E-Drum tendieren.
Es hat hinsichtlich Ergonomie und Möglichkeiten klare Vorteile gegenüber eines A-Sets.
Abgesehen davon das bei einem gutem Set die Sounds heutzutage wirklich schon annehmbar sind, hat man ja zusätzlich noch die Möglichkeit über Samples das zu erweitern. Da gibt es wirklich klasse Software dafür.

Ein weiterer Vorteil wäre, wenn er dabei bleibt, könnte er mit dem richtigen Drum-Modul das Set so erweitern das er zusätzliche Becken für z.B. offene und geschlossene HH installieren kann.

Er könnte mit DAW arbeiten und bräuchte nicht aufwendig mit Mikros und Pult abnehmen und dann in den Rechner.


Stefan:D
 
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micharockz

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Zumindest Edrum-Pads als Verstärkung zum Akustikschlagzeug halte ich auch für eine gute Idee. Das mit der Zwei-Schläge-pro-Hand-Technik hat natürlich auch was, wenn man damit klarkommt. Ich denke, da ist viel Ausprobieren gefragt. Vor längerer Zeit kannte ich einen damals Elfjährigen mit Halbseitenlähmung, der in seiner Schule am Schlagzeug üben konnte. Wegen seiner Handmotorik hielt er für schnelles Hi-Hat-Spiel einen Stick in der Mitte fest und schlug abwechselnd mit beiden Enden. Die andere Hand hatte er so für Snare und Toms frei. Jahre später konnte ich nochmal mit ihm jammen, und er war tight wie Sau. Dieses Beispiel nenne ich, weil es einen kreativen Weg zeigt, vorhandene Ressourcen effektiv zu nutzen. So könnte man im Fall deines Bekannten vielleicht Ressourcen für das Basedrumspiel frei halten, egal ob mit Pads oder Fellschlägeln.

Die [url=youtube.com/watch?v=EOhxKgTEBzU]Tentakel von Delphi[/URL] spielen statt Basedrum übrigens seit Jahren einen Baukübel mit der Hand.
 
strogon14

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Ich würde wohl auch mindestens ein Sample-Pad (dazu) benutzen (wie z.B. dieses hier gerade im Flohmarkt). Ob man damit dann die eingebauten Sounds benutzt. bzw. Samples darauf lädt, oder einen anderen Klangerzeuger damit ansteuert, der Möglichkeiten gibt es viele.

Damit könnte man z.B. eine Belegung machen, bei der bestimmte Pads mehrere Drumsounds auf einmal triggern, z.B. Bassdrum+Hihat oder Bassdrum+Snare. Zusätzlich dazu noch Pads, die die Sounds einzeln haben. Damit kann man dann den Grundbeat mit nur einer Hand spielen, und hat die andere Hand noch zur Unterstützung oder zusätzliche Sounds.
 
Haensi

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Ich würde in diesem Fall auch eine Art "Hybrid-Drumset empfehlen.

Eine Alternative wäre z. B. das Roland TM-2 Modul mit Trigger und ein Akustikset.

 
N

nichtrauscher

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Zum Thema Floortom-zu-Bassdrum (Schwerter zu Pfugscharen :ugly:?) möchte ich die Aufmerksamkeit auch mal auf die Felle lenken.

Die Bestückung meiner größten Tom ist Remo Pinstripe + Amba Clear unten, bzw. ohne Marken- und Produktchinesisch: Klare Felle - oben ein doppellagiges 2*7mils Fell mit eingebauten Dämpfring, und unten ein einlagiges 10mils.
Das ist eine knackige, attackbetonte Standtom, aber noch lang keine Bassdrum. Was wäre mein erster Versuch bei dieser Aufgabenstellung - hmm--

Ich würde das Reso einfach entfernen oder z.B. mit Filzstreifen - wie in der Bassdrum ja üblich - ziemlich stark bedämpfen.
Sollten die Spannböckchen bei abgenommenen Fell mitrasseln, muss man die wohl oder übel mal abnehmen, und mit Watte ö.ä. befüllt wieder einbauen.
Oder alternativ das Resofell mit einem "Riesenloch" quasi zu einem 3-5cm breiten Ring reduzieren, damit man den unteren Spannreifen wieder montieren und leicht anziehen kann -> rasseln geht so auch weg.

Am Schlagfell würde ich gefühlsmäßig sagen, "mehr Fell" sprich, mehr Dicke oder mehr Folien-Lagen oder beides, ggfs mit eingebauten Dämpfringen oder Power Dots garniert.
Dazu dann nexperimentieren - Klebe-Pad (FalamSlam) in die Mitte kleben, oder Filz-Streifen unters Fell spannen etc.

Geeignet als Fell wäre z.B. ein Aquarian Triple Threat, das ist ein dreilagiges 3*7mils starkes Fell, bei dem ich mich noch nicht getraut habe es zu kaufen, weil es für definitiv härtere Gangarten als meine gemacht ist - dreilagig finde ich aber ultraspannend, und hey, die Standtom soll ja wahrscheinlich furztrocken wie eine Bassdrum rüberkommen, und Ausholbewegungen von jenseits des Mittelscheitels dauerhaft überstehen?
Oder irgendwas 2*10mils zweilagiges mit Beschichtung und Power Dot, z.B. Remo 14" Emperor X Coated Dot?

Ich kann bei diesen extremem Fellen zugegebenermassen nicht aus der Praxis berichten, ich habe auf meinen Toms jenseits der Pinstripes noch nichts ausprobiert, und tu gerade (wird morgen geliefert) zum ersten Mal was zweilagiges auf die Snare.
 
ThaInsane88

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Ne Floortom kann man aber so umbauen, dass es nahe genug kommt.

Nimmt man eine 18" Floortom, ein Powerstroke 3 Fell (Ggf. die 18" Bassdrum Variante) und baut die Floortom so um, dass man an der Schlagfellseite einen Bassdrumspannreifen aus Holz anbringen kann (Da werden dann auch höhere Böckchen und entsprechende Claws notwendig), kann man schon mal sagen, dass es passt. Das gibt mit Sicherheit nicht den bass einer richtigen Fußhupe, weil viel mehr Attack bei weniger Tiefgang die Folge ist, aber spätestens Mikrofoniert mit dem richtigen Mikrofon und einer Fähigen Tonperson sollte man es schaffen, dass es wie eine Bassdrum klingt. Ggf. Einfach auch ne Bassdrum auf Floortomfüßen aufbocken. Wäre ein nicht ganz so vehementer Umbau.

Da man keine Bassdrum mehr vor den Füßen braucht, kann man dann auch überlegen, Toms in den gängigen Größen so zu hängen, dass man trotzdem vollständige fills spielen kann. Die Becken dann bestenfalls so positionieren, dass die geänderte Körperhaltung gegenüber Vollfunktionsfähigen Schlagzeugern berücksichtigt ist. Ggf. 2 hi-hats, damit man eine Halbwegs geschlossene und eine offene hat. Die Spielweise kann dann so angepasst werden, dass die offene Hats auch mit den Händen abgestoppt werden kann - auch flüssig während des Spiels.
 

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