Sich selbst besser hören (2. Sänger Rockband)

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tommy86
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Das ist quasi der zweite Teil meiner Anfrage aus dem live-Mikro Forum (daher gleich Eingangstext):


Ich singe schon recht lange, allerdings vornehmlich in Chören oder für mich selbst, inkl. Stimmbildung nach der Lichtenberger Methode.
Seit letztem Frühling bin ich dann als zweiter Sänger in einer Band eingestiegen: Bisher ausschließlich Cover, v.a. CCR und Stones.

Neben der Wahl eines passenden Mikros (schön detailliert, rückopplungsarm) habe ich grundsätzlich Probleme mit dem anderen Sound über die Anlage. Sprich unverstärkt habe ich einen anderen Umgang mit meinem Innenklang und auch besseren Zugang zu meinen Obertönen. Das fällt natürlich jetzt weitestgehend weg.

Bekäme ich es über externe Monitorboxen hin, dass ich mich besser selbst höre und die Kollegen (2x Git, Drums, Bass, 1. Gesang) davon wenig mitbekommen? Oder lässt sich das mit der Zeit dadurch kompensieren, dass ich anders auf das Körperempfinden und den anderen Klang achte und ggf. durch die Auseinandersetzung mit Aufnahmen zu einem besseren Gespür komme? Aktuell ist es zwar schon etwas einfacher geworden. Die Tendenz mich abzusingen ist aber immer noch recht groß.

Danke fürs Lesen und eure Erfahrungen dazu
 
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scenarnick
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Hi - nu bin ich auch in diesem Thread. Ich hab den gleichen Weg hinter mir. Von "rein akustisch" in Chören zu Mikrofon in der Band. Kurze Antwort: Ja, es geht mit einer Monitorbox oder In-Ear (allerdings nur wenn alle In-Ear machen). Ohne meinen Monitor wäre ich verloren - im Proberaum genauso wie auf der Bühne. Wir sind zu viert (voc, git, bass, drum) und obwohl die (E-) Drum und ich im Proberaum über PA laufen (Bass und Gitarre über Amps) und ich der PA quasi gegenüber stehe brauche ich mich selbst auf dem Monitor. Wenn Du sagst 2. Stimme (also jemand anderes hat 1. Gesang) und ihr ggfs. auch noch Harmony-Gesang macht, wird es noch wichtiger, einen guten (!) Monitor zu haben. Mit gut meine ich keine Plastik-Büchse bei der Du vor Dir selbst wegläufst :)

Wir nutzen die 12" und 15" Laney Monitore (bei T gerade nicht im Programm) CXP-112 und 115 (letzterer an den Drums) aber andere gehen sicherlich auch. Auf "meinem" Monitor habe ich wegen unserer Aufstellung gar keinen speziellen Mix, nur die E-Drums und mich selbst. Wenn Git und Bass mitsingen laufen die nur über die PA. So hab ich ziemlich gut die Kontrolle, was ich mit meiner Stimme anstelle
 
omnimusicus
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Bekäme ich es über externe Monitorboxen hin, dass ich mich besser selbst höre ... Oder lässt sich das mit der Zeit dadurch kompensieren, dass ich anders auf das Körperempfinden und den anderen Klang achte ...
Ich würde sagen: beides ;)

Ich selbst singe Solo und Backings in unterschiedlichen Besetzungen und bin es gewöhnt, ohne Monitor zu singen.
Ein echter Monitor kommt schonmal vor, ist aber Luxus für mich. Und da es so normal für mich ist, höre ich mich auch meistens ausreichend.
Das hat für mich den Vorteil, nicht auf bestimmte Ausrüstung angewiesen zu sein. Ich kann ganz unkompliziert irgendwo mitsingen. Das geht natürlich nur, wenn ich dann "weiß", wie es sich anfühlt.

Und da die Welt draußen ja nie ideal ist, würde ich auch durchaus raten, sich im Proberaum nicht an einen idealen Sound zu gewöhnen, den man später auf einer engen Bühne dann nicht bekommt. Jede Bühne, jede Anlage ist wieder anders, da ist schon gut, wenn man selbst spürt, was man macht.

Mit Übung und Zeit kriegt man das schon hin. "Letztes Frühjahr" ist zwar schon ein Weilchen her, aber möglicherweise gab es zwischenzeitlich wenig Proben ? Dann würde ich mir einfach noch etwas Zeit geben.
 
chris_kah
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Das "More Me" -Problem. Viele Musiker brauchen sich selbst recht laut auf dem Monitor. Gleichzeitig bekommen sie dann aber manchmal zuwenig vom Rest mit, und dann wird es problematisch.

Ich sehe es wie @omnimusicus : mit der Zeit lernt man mit unterschiedlichen Situationen umzugehen. Mir reicht es, wenn ich mich im Mix sogar noch gerade erkennbar höre bis hin zu "ich höre mich gut im Zusammenhang". Schlecht wäre, wenn ich dabei vom Rest zuwenig mitbekäme, denn da entkoppelt man sich zu sehr. Ohne Orienterung an den Instrumenten kann es vorkommen, dass ein Sänger nicht mehr richtig intoniert.

Richtig schwer ist es bei Accapella Unisono zu singen, wenn man für alle einen gemeinsamen Monitormix hat, denn da hört man z.B. dass einer "hängt", aber weiß nicht wer (ich selber oder jemand anderes). Wenn jeder seine eigene unabhängige Stimme singt (unterschiedliche Töne), dann kann man sich ja an seinem Ton im Akkord orientieren.

Ein anderer Punkt ist, sich selber per Gefühl zu kontrollieren, wenn man sich selber schlecht hört. Da hatte ich mir über eine Zeit eine Singtechnik angewöhnt (zu sehr gepresst), so dass ich zwar meine Töne selber besser hören konnte, aber der Klang meiner Stimme wurde dadurch eher dünn und blechern - ganz schlecht. Es hat gedauert, bis ich mir das wieder abgewöhnt hatte.
 
RayBeeger
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Ich denke, dass ein guter Monitor wirklich hilft. Das habe ich lange so gemacht und bin am Ende bei KME Monitoren (Versio VL 340/350) gelandet, bei dem man die Möglichkeit hat den Monitormix und auch das eigene Mikrofonsignal unabhängig zu mischen. Arbeitet man mit Gesangseffekten, kann man oft ein Signal direkt zum eigenen Monitor "abzweigen", was dann das MORE ME realisiert. InEar ist, wie schon gesagt, von den Mitstreitern und unabhängigen "Monitormixen" abhängig. Das Tragen der InEars ist auch gewöhnungsbedürftig und dem Klang fehlt oft der Raumanteil, weil ein Room Mic eigentlich dabei Pflicht ist.

Probiere es aus und finde Deinen Weg! Wichtig ist, dass Dich das Singen und Hören NICHT überanstrengt. Eine gute Selbstkontrolle hilft sehr als Background oder zweite Stimme.
 
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Klar hilft Monitoring,

aber auch ich gehöre zur Fraktion, die zumindendest im Proberaum selten eigenes Monitoring hatten. Ich hatte mich so dran gewöhnt, dass mich die Präsenz des (meistens trockenem) Monitorsignals dann live sogar gestört hat und ich den Monitor habe leiser machen lassen.
 
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Monitor habe leiser machen lassen
Ja, nach ner Weile. Als ich von Chor auf Band umstieg brauchte ich deutlich "mehr me" und im Laufe der Zeit fährt das (bei mir) von ganz alleine zurück
 
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Ich bin vom singenden Gitarristen zum gitarrierenden Sänger mutiert und kenne das Problem eigentlich nur in bezug auf die Gitarre. Sobald ich mich so gerade eben ausreichend höre, kreischt einer "Zu laut!". :unsure: Hhmmhh... Vielleicht "darf" ich deshalb immer öfter singen..? 😳

Beim Singen hilft mir jedenfalls die eigene Stimme "im Kopf". Da lauert wohl die von @chris_kah beschriebene Gefahr. Bisher kann ich aber nicht feststellen, dass ich irgendetwas "schlechter" mache als vorher. Allerdings bin ich ein autodidaktischer "Sänger" und unsere Combo ist eine reine Hobbyband. Um uns zu hören, zahlt man maximal so gerade eben zweistellige Beträge. Vielleicht singt ihr einfach auf einem anderen Niveau.
 
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chris_kah
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das eigene Mikrofonsignal unabhängig zu mischen. Arbeitet man mit Gesangseffekten, kann man oft ein Signal direkt zum eigenen Monitor "abzweigen",
Vorsicht! Das geht nur mit Analogpulten. Bei Digitalpulten ist das eine ganz schlechte Idee, denn durch die immer vorhandene Latenz baut man sich Kammfiltereffekte und sonstige Auslöschungen ein. Bei Digitalpulten kann man aber meist seinen eigenen Mix selber beeinflussen.
Also Finger weg von abgezweigtem Mikrofonsignal bei Digitalpulten.
 
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@chris_kah,

der KME- Monitor hat "zwei" separate Eingänge. Auf einen legt man den klassischen Monitormix und auf den anderen das aus einem Effekt "abgezweigte". Man kann sich dann das eigene Mikrofonsignal zum Monitormix dazu mischen. Das Signal zum FOH bleibt dabei unberührt, man mixt also ein separates Mic Signal mit dem Line Level Signal des Monitormixes vom FOH (wenn man das möchte/braucht).
 

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Ja, und das Monitorsignal vom digitalen FOH kommt dann verzögert und beim Zusammenmixen mit dem Mikrofonsignal passiert es dann, es sei denn man bekommt seinen Mix komplett ohne sein eigenes Signal. Aber dann würde ich den kompletten persönlichen Mix vom Digitalpult vorziehen.
 
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... Bekäme ich es über externe Monitorboxen hin, dass ich mich besser selbst höre und die Kollegen (2x Git, Drums, Bass, 1. Gesang) davon wenig mitbekommen? ...

Yup, dafür sind Monitore gemacht. Die bereits empfohlenen KMEs scheinen da recht gut geeignet zu sein. Ein anderer guter Kandidat wäre ein Modell von RCF: https://www.thomann.de/de/rcf_nx_10sma.htm
Recht klein, aber klar und angenehm im Sound. Bei richtiger Ausrichtung kriegen die Kollegen nicht allzu viel davon mit.

Wenn möglich, lass Dir auch etwas von dem Gesangshall auf Deinen Monitor geben, das "trägt" den Gesang ein wenig und sorgt dafür, dass Du weniger Kraft zum Singen einsetzen musst. Das knochentrockene Gesangssignal mag informativ sein, aber die meisten finden es nicht grade inspirierend, und darum geht es beim Musikmachen ja eigentlich.
 
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@chris_kah,

grundsätzlich ein bedenkenswerter Einwand.

Dafür gibt es dann ggf. ja regelbare short delays von 0-30 ms, wenn das Pult des FOH das Monitorsignal so sehr verzögert, dass das auffällt.

Bei einem eigenen Monitormixer auf der Bühne, wir verwendeten dafür ein UI24R, war es nicht bemerkbar und da gibt es für jeden die MORE ME Funktion, die aber nicht jeder "handhaben" konnte (wegen Körperfasching oder/und technischem Unverständnis).

Der FOH bekommt sowieso nur die Signale vom Splitter für den PA Sound. ;)
 
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tommy86
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Schon mal Danke für die vielen Antworten und Anregungen. Ich war jetzt erstmal mit der Mikrowahl ganz gut beschäftigt, werde diese Baustelle aber auch noch angehen.

Die Idee für Monitore war die Empfehlung einer Lichtenberger Lehrerin. Ich würde nicht sagen, dass ich ein super hohes Niveau habe. Ich merke bloß, dass mir viele Parameter in der Band fehlen, mit denen ich sonst gewohnt bin stimmlich umzugehen. Ich höre mich auch recht deutlich, nur eben ganz anders.
Dazu kommt auch die Psyche. Ich mag Rock und Metal, bin aber kein Rocker/keine Rampensau. D.h. ich werde z.B. oft noch mega leise wenn ich mal verhaue oder sonstwie unzufrieden bin. Sehe mich auch einerseits geschätzt, nur manchmal kommt raus, dass der Bandchef etwas gerne rockiger hätte. Kann ich aber nur sehr bedingt mit dienen. Unser Leadsänger geht hingegen ziemlich in dieser Frontmann Sache auf. Nimmt jetzt auch Gesangsunterricht, bringt aber meiner Einschätzung nach den Großteil seiner Qualitäten einfach von Natur aus mit.

Blub die du, oder um es auf den Punkt zu bringen: Ich suche noch meinen Platz in dieser Bandkonstellation und da ist passendes Equipment ein Faktor.

Ausführliche Rückmeldung kommt noch. Ich bin euch echt dankbar für die Mühe und wollte mich auf jeden Fall schon mal kurz melden.
 

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