Strat-Hals gegen Carbon-Hals tauschen

TurTur
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Howdy, ich habe leider keine Erfahrung mit Carbon, aber jetzt bringt das: https://www.musiker-board.de/threads/miller-superstring-carbon.680358/ mich
auch noch auf so komische Gedanken.
Um die Vorteile einer Carbon-Konstruktion zu erhalten, und auch weil ich einfach neugierig bin wie's so klingt u.s.w., denke ich darüber
nach, einen vorhandenen Stratbody (Esche), oder zugekauften Telebody mit einem Carbonhals zu verbinden.
Sollte doch problemlos funktionieren, oder? Modifikation der Halstasche, die Verbindung mit Maschinenschrauben?
Vielleicht auch mal einen Carbon-Bariton-Hals ausprobieren. Ich glaub' ich krieg' GAS.
Beziehe mich gerade auf die erfreuliche u. unter Berücksichtigung der Spardosen der Kinder finanziell
machbare Preisgestaltung von dem Anbieter, Charly Müller, https://www.millersales.de/guitars/, und würde dort auch ordern, wenn er denn sowas anbietet.
Hat jemand sowas schon mal gemacht?
Dann möchte ich noch wissen, ob Carbonhälse noch einen Einstellstab haben.
Wenn ich das richtig gesehen habe, kostet das Grundmodell "Superstring G6" 2100,-, welchen Anteil mag der Hals haben?
Ich weiß, ich sollte dort einfach mal anrufen, ist jetzt aber schon spät, und mach ich auch, wenn ich hier die Unbedenklichkeitsbescheinigung ausgestellt bekomme.
 
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Dann möchte ich noch wissen, ob Carbonhälse noch einen Einstellstab haben.

Das lässt sich nicht verallgemeinern. Original Steinberger Carbon-Hälse hatten keinen, die späteren Hälse von Moses Graphite hatten schon einen. Moses hat auch Austauschhälse für Strats etc. hergestellt, aber da die Firma die Herstellung von Gitarrenhälsen dieses Jahr gänzlich beendet hat, gibt es solche Hälse höchstens noch gebraucht, wenn überhaupt zu finden.

Grüße,
Bernd
 
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Miller Hälse haben keinen Einstellstab. Carbon verzieht sich nicht. Ganz unabhängig von Temperatur, Feuchtigkeit oder Saitenstärke bleibt der Hals unbeirrbar gerade.
Ob Charly Müller Hälse alleine anbietet, weiß ich nicht - einfach mal fragen - aber davon halte ich auch nicht so viel.
Ja, er macht auch Gitarren mit Holzkorpus und Carbonhals, aber einfach so einen Carbonhals auf eine Strat basteln? Ich weiß nicht, ob das eine gute Idee ist.

Eine Gitarre wird ja immer durch sie Summe ihrer Eigenschaften zu dem, was sie ist. Eine Strat ist eben eine Strat, weil sie so konstruiert ist, wie sie ist.
Ob sich da, ganz abgesehen von der Passgenauigkeit und Mensur (wichtig - unbedingt drauf achten, wenn du nicht den ganzen Steg versetzen willst, was bei der Strat mit dem Tremolo fast unmöglich ist), eine Verbesserung ergibt, bezweifle ich mal.

Vor allem stellt sich die Frage - was willst du dadurch verbessern? Oder soll es nur "anders" werden?
 
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Carbon verzieht sich nicht. Ganz unabhängig von Temperatur, Feuchtigkeit oder Saitenstärke bleibt der Hals unbeirrbar gerade.

Das ist eine Frage der Halskonstruktion, und nicht pauschal richtig, soweit der Saitenzug betroffen ist. Ein Carbonhals ist ja nicht zwingend ein solide gegossenes Teil, selbst die alten Steinberger-Hälse waren zwar weitgehend solide, aber um einen Kern aus Balsaholz herum gegossen. Bei Moses-Hälsen war es definitiv so, dass eine Reaktion/Verformung auf Saitenzug erfolgte, die waren gezielt so konstruiert, dass eine Anpassung per Truss Rod erfolgen konnte. Ganz einfach, weil manche/viele Gitarristen dieses Feature unbedingt haben wollten, warum auch immer.

Wieso man so etwas haben will? Weil sich sicher etwas verändern wird. Wesentliche typische Eigenschaften von Carbonhälsen sind die hohe Steifigkeit, die hinsichtlich Sustain vorteilhaft ist, und außerdem eine Verschiebung der Resonanzfrequenzen in Bereiche, die für Gitarren irrelevant sind, d.h. wenn man ein Dead-Spot-Problem mit einem Holzhals feststellt, dürfte das mit dem Carbonhals erledigt sein.

Grüße,
Bernd
 
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Ich weiß nicht, ob das eine gute Idee ist.

Wissen werde ich, wenn ich den ersten Akkord gespielt habe und bis dahin lebe ich im Zustand der Hoffnung
und Neugier, aber geht es nicht jedem so, der sich irgendwas Neues auf die Gitarre schraubt?
Das ist ja auch spannend.

aber einfach so einen Carbonhals auf eine Strat basteln?

Ist ja nichts Unmoralisches, und ob ich einen Ahornhals durch Mahagoni, Bubinga, Palisander oder Carbon ersetze,
ist in meinen Augen erstmal ergebnisoffen. Warum auch nicht?
Ja, basteln...,wenn die Ausführenden ihr Handwerk verstehen wird das schon. Ich möchte einen Strat-
Austauschhals mit der entsprechenden Bemaßung, den ich unter Beachtung der wichtigen Parameter
einbauen werde, was soll es da an Problemen geben?

Ja, er macht auch Gitarren mit Holzkorpus und Carbonhals

Geht doch..., und ich glaube nicht, daß er da irgendwie besonders Carbonaffines Holz einsetzt.

Vor allem stellt sich die Frage - was willst du dadurch verbessern? Oder soll es nur "anders" werden?

In dem Fall erwarte ich "anders werden" und wäre enttäuscht, wenn es anders wäre.
Mir ist schon klar, daß das in die Hose gehen kann, aber bin guter Hoffnung, daß sich durch diese Änderung
signifikant etwas verändert und die Gitarre "anders" gut klingt, wie gesagt ich finde das spannend.
 
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Lass Dich nicht beirren und mach mal!

Bei Bässen war es ja vor Jahren mal sehr modern und es wurden viele Fender-Bässe mit Carbon-Hälsen ausgerüstet, was zumindest für die Abwesenheit von deadspots gesorgt hat. Kann bei Bässen schon ein großer Vorteil sein, wobei in diesem Fall dann direkt ein Mangel behoben wird und das andere Resonanzverhalten zumindest in Kauf genommen wird.

Bei Gitarren gibt es diese Problematik ja eigentlich nicht, aber durch das völlig andere Resonanzverhalten wird sich auch da ein deutlicher Unterschied ergeben. Ob er Dir gefällt weißt Du erst hinterher, aber das ist auch bei jedem anderen Teiletausch so.

Ich wünsch Dir viel Erfolg!!!
 
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Ich möchte einen Strat-Austauschhals mit der entsprechenden Bemaßung, den ich unter Beachtung der wichtigen Parameter
einbauen werde, was soll es da an Problemen geben?

Wenn du einen Carbon Hals in der Strat Maßen samt Mensur bekommst ist das kein Problem, aber den zu bekommen, wird nicht einfach sein.

Aber sicher kann man es versuchen, spricht ja nicht dagegen. Schade nur, wenn es nachher nicht so toll ist, wie erwartet.

Bei mir ist ja selbst die Bestellung der Miller ein Experiment, weil ich die in dieser Form nicht ausprobieren konnte. Meine wird ja in der gesamten Konfiguration ein Einzelstück.

Rein theoretisch besteht auch da die Gefahr, dass sie mir letzten Endes nicht 100%ig liegt. Aber auch ich bin einfach mal optimistisch.

Wenn du was baust, würde ich das hier jedenfalls sehr gern sehen und einen Erfahrungsbericht lesen.
 
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Habe gerade eine Anfrage an Miller gemailt, mal schauen, dann werden wir schon sehen. Kommt.....wenn...:)

Der Charly Müller ist leider nicht sehr gut im Beantworten von Mails. Das kann dauern, bis sich der meldet.
 
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Ich hoffe, das wird noch was, ich bin ja auch nicht mehr der Jüngste.

Hast du schon eine Reaktion - bei mir ist momentan totale Funkstille!
Keine Ahnung, was mit dem los ist.
 
galaxis
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Das sind alles gute Fragen, die ich mir selbst auch schon gestellt habe. Mein nächstes Projekt sollte eigentlich eine Carbon E-Gitarre sein, aber es ist dann doch Mahagony geworden. Obwohl ich das ganze Carbon hier rum liegen habe.
Was den Halsstab angeht kann ich folgendes beitragen. Das ganze hängt u.a. von der Anzahl der Carbonlagen und welches Gelege (Ausrichtung der Fasern) verwendet wurde, ab. Weitere Faktor ist der Harzanteil in den Lagen. Das und einige andere Faktoren nehmen nachhaltigen Einfluß auf die Stabilität des Laminats. Da CFK entgegen der üblichen Meinung doch eine gewisse Flexibilität besitzt, habe ich mich jedenfalls dazu entschieden, wenn es soweit ist, einen Stab einzubauen. Was die Vorteile eines CFK Hals und Holzbody an Vorteilen bringen soll kann ich nicht beurteilen, ich vermute allerdings dass erst die durchgehende Laminierung einer kompletten Gitarre wirklich die Vorteile einer CFK Konstruktion zu Tage bringen wird. Für mich wäre das jedenfalls keine Option nur einen Hals zu montieren. Aber das ist meine persönliche Meinung, obwohl es ja offensichtlich auch von Gitarrenbauern gemacht wird. Was aber auch nix heißt. Wenn Du einen ergattern solltest, der auch passt, musst Du den jedenfalls mit Epoxi einkleben. Schrauben ist keine gute Idee. Zu den Kosten eines Hals kann ich nichts sagen. Ich habe in den letzten Jahren für mich u.a. einen Elektro Golftrolley im Vakuum Infusions Verfahren laminiert. Der CFK Anteil hat ca. 450 Euro gekostet, Harze, Abreissgewebe, Lochfolie, MTI Schlauch usw. ungefähr 250 Euro. Unbezahlbar sind generell die Belastungsberechnungen, CAD Zeichungen und die Zeit für Laminieren die dafür draufgeht. Dafür wiegt das Teil inkl. Motoren und Regelung nur 5,5 Kg, die CFK Anteile betragen gerade mal 1.1 Kg. Zum Vergleich, normaleTrolleys wiegen so um 10Kg, wenn es ein etwas bessere ist. Bei JuCad kostet ein kompletter CFK Trolley ab 2.500 Euro aufwärts :)
 
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TurTur
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Moin,
Danke für den Beitrag.

musst Du den jedenfalls mit Epoxi einkleben. Schrauben ist keine gute Idee.

Weil....die statischen Gegebenheiten beim Verschrauben ungünstig sind?
Ein gewöhnlicher Stratkorpuss mit einer gewöhnlichen Strathalsaufnahme ist dann aber keine Option mehr, oder?


Grüße
Jan
 
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Hi Jan,

kommt drauf an. Ich kenne mich nur einigermaßen mit Gelege aus. Bei Composite Material mag das anders sein. Beim Bohren von CFK ist die Herausforderung saubere Bohrlöcher ohne Ausfransungen von Fasern oder Harz zu erzeugen. Um ein faserfreies Bohrloch zu erhalten, muss der Bohrer gleichzeitig zerspanen und schneiden, der Rand des Bohrlochs ist wichtig. Du benötigst also Bohrer die sowohl schneiden als auch zerspannen, wobei die Betonung auf schneiden liegt. Je nach Gelege hast Du keine einheitliche Faserrichtung wie z.B. Holz (und da scheitern auch schon einige und haben Ausrisse im Holz) Ich denke das bei einem CFK Gitarrenhals sowohl bidirektionales als auch unidirektionales Gewebe zur Anwendung kommt. Unsaubere Bohrlöcher sind da statisch nicht gut, es sei denn das bei einem gekauften Hals passende Hülsen einlaminiert sind die die Kräfte gleichmäßig verteilen. Naja, um das alles zu vermeiden würde ich halt kleben und ggf. die Halstasche anpassen. Mit dem richtigen Epoxidkleber ist das relativ einfach zu machen und hält auch. Wichtig ist das alles absolut fettfrei, staub eh nicht, und das CFK leicht angeraut ist. Das mag jetzt alles graue Theorie sein und man den Hals da auch einfach reindübel kann und fertig. Ich persönlich habe aber die Erfahrung gemacht, dass speziell bei CFK die Verfahrenswege eingehalten werden sollten. CFK biegt sich nicht und hat ein ganz anderes Bruchverhalten als Holz oder Alu. Holz knarzt vorm brechen, Alu ist hart im nehmen und verbiegt sich relativ smooth. CFK bricht, bzw. spittert innerhalb kleinster Toleranz. Das ist wie AN und Aus.

Gruß
Frank
 
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…es sei denn das bei einem gekauften Hals passende Hülsen einlaminiert sind die die Kräfte gleichmäßig verteilen

Bei sämtlichen Steinberger-Instrumenten mit Holzbody haben die Hälse Gewindehülsen, und das funktioniert ausgezeichnet. Die Schraublösung ermöglicht den einfachen Austausch von Hälsen quer über sämtliche Gitarrenmodelle hinweg, und ermöglicht im Prinzip festere Verbindungen als bei eingeklebten Hälsen.

IMG_9029_small.jpg


Schöne Grüße,
Bernd
 
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Ich kann mir da nur eine Lösung mit einlaminierte Hülsen vorstellen, was auch die geringste Belastung für
die Verbindung versprechen sollte. Kommt doch dann nur noch von Außen, also wenn zum Beispiel
der Betreiber der Gitarre nach einem vergniedelten Solo versucht den Gitarrenhals durch Abbrechen
zur Verantwortung zu ziehen...oder so. Naja, oder durch umfallen.

Edit: Bernd war schon da.
 
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