Techno: Erfolg nur möglich, wenn man "zufällig" jemanden aus der "Szene" kennt?

von Werner 2000, 27.09.20.

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  1. Werner 2000

    Werner 2000 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.09.20   #1
    Hallöchen,

    es geht um ein Thema, welches für mich quasi wie ein "Buch mit sieben Siegeln" ist.

    Nehmen wir an, jemand hat zu Hause an seinem Computer einen "klassischen" Techno-Titel produziert, ohne viel Melodie, so wie diesen:



    Sein Ziel: Er möchte ihn gerne "in die Öffentlichkeit" bringen, damit sie gehört wird und evtl. auch Geld einspielt. Dass diese Musikrichtung eher speziell ist, ist ihm von vornherein klar, dass er damit niemals die Popularität z. B. eines Phil Collins erreichen kann. Allerdings gibt es bekanntlich auch für monotonen Techno einen Markt.

    Wenn man nun "zufällig" in seimem eigenen engen Freundeskreis einen DJ in einem Techno-Club hat oder einen Techno-Label-Betreiber hat, könnte die Sache noch ganz einfach sein. Der Kumpel hört sich definitiv den Track an und kann ihm dann durchaus einen "Schub" geben.

    Meist sieht die Realität aber eher aus, dass der eigene Bekanntenkreis die Toten Hosen, Robin Schulz, Dua Lipa, AC/DC oder Helene Fischer hört - denn diese Genres sind nun mal einfach beliebter.

    M.E. hat ein - noch - "No-Name"-Techno-Producer nur die Möglichkeit, den Track an ein Label zu schicken - aber welches Label hört sich heute noch "Blindbewerbungen" an? Bei monotonem Techno ist ja gerade ein stilistisches Merkmal, dass vielen Titeln ein Alleinstellungsmerkmal fehlt - die Titel SOLLEN vielfach einander ja möglichst ähnlich sein.
    Natürlich kann der Producer den Track auch auf YouTube hochladen - hat aber auch dort das Problem, dass er dort erst einmal gefunden werden muss. Wie erwähnt scheidet der eigene Bekanntenkreis (da anderer Musikgeschmack) aus, um einen "Schneeball ans Rollen zu bringen".
    In Internetforen fällt das Posten neuer, eigener Inhalte praktisch durchweg unter "Unerwünschte Werbung" und wird nach kürzester Zeit von einem Admin gelöscht und mitunter gleich noch der Account gesperrt.

    Im Gegensatz zu anderen Nischen-Genres wie Metal, Jazz oder Rockabilly ist Techno nicht live konzertabel, also fällt das "Hocharbeiten" über Auftritte flach.

    Welche realistischen Möglichkeiten haben also Producer von Retorten-Musik, ihre Musik "nach vorne zu bringen", wenn sie nicht gerade zufällig Leute im eigenen Bekanntenkreis haben, die das auch gerne hören? GEHT DAS ÜBERHAUPT???
     
  2. Christof Berlin

    Christof Berlin Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.09.20   #2
    Verstehe ich nicht. Techno lebt doch vor allen Dingen von Clubs bzw. deren Betreibern und natürlich den DJs. Da muss man ran. Rausgehen, kennenlernen, evtl. selbst auflegen, in der Szene aktiv werden.
    Einen Weg vom Schreibtisch aus kann ich mir in dieser speziellen Subkultur tatsächlich überhaupt nicht vorstellen.
     
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  3. Hauself Zwo

    Hauself Zwo Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.09.20   #3
    Es ist wie so oft im Leben: Das zu verkaufende Produkt muss nicht nur den Hersteller, sondern vor allem den Käufer überzeugen / zufriedenstellen - und wenn man den Kunden nicht erreicht, ist es halt schnell aus mit Erfolg und dergleichen.

    Wie Du schon gemerkt hast, sind Deine Bekannten an Techno nicht interessiert. Also nicht Dein Zielpublikum und auch keine Werbung für Dich.

    Ich bin aber der Meinung, dass Techno durchaus "live konzertabel" ist, denn sonst wäre Deine Idee "
    ja nicht zielführend. Da wäre auch "Techno-Publikum", die diesen Musikgeschmack teilen. Also könntest Du mal Technoclubs (falls es solche gibt - keine Ahnung, ich wohne auf'm Land und Techno ist nicht mein Geschmack) abklappern.

    Für Dich wahrscheinlich nicht zielführend ist die Überlegung: Wenn's unbedingt Techno sein muss, dann mach das für Dich und ein paar Leute, die sowas mögen. Betrachte es als Hobby, stell's auf YT oder andere Plattformen und lass den Zufall entscheiden - vielleicht springt der Funke zur "Öffentlichkeit" mal über.
    Ansonsten bliebe nur, etwas zu produzieren, das "einen Markt" hat.
     
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  4. Werner 2000

    Werner 2000 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.09.20   #4
    Die eingangs verlinkte Platte hat alleine bei Youtube schon über 30.000 Aufrufe, bei Spotify nicht ganz so viele (gut 1600). Das sind jetzt keine Riesen-Zahlen, aber eben doch etwas mehr als "nur der eigene Bekanntenkreis". Als im Techno noch Vinyl dominierte, ging das auch, von so einer Platte über den regulären Handel immerhin einige Hundert Stück zu verkaufen. Konnte (bzw. kann heute immer noch) so ein Plattenvertrag zu Stande kommen, wenn sich Label und Künstler nicht gerade zufällig vorher kannten? Wie läuft/lief sowas ab? Bei Live-Geschichten ist die Sache ja klar: da geht es um die Persönlichkeit des Künstlers. Gerade dieser harte Techno ist allerdings unpersönlich; die einzelnen Tracks haben einander kein Alleinstellungsmerkmal. Wie also entsteht in diesem Genre ein Plattenvertrag?
     
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  5. Dr_Martin

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    Erstellt: 27.09.20   #5
    Hab jetzt 2 Minuten reingehört aber da läuft nur 'ne Drum Machine :-)
     
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  6. Hauself Zwo

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    Erstellt: 27.09.20   #6
    Ich glaube (und befürchte), das ist "Techno" - aber ich bin da kein Experte (nicht meine musikalische Baustelle). :o Es gibt bestimmt Leute, die genau auf sowas stehen, ich kenne aber keine.

    ... und damit zumindest einen Teil der Produktionskosten wieder reinzuholen... ;) Auch wenn's dem Techno-Producer nicht so gut gefällt: Die Zahl der Abnehmer von Techno ist wohl sehr überschaubar...

    Also scheint über YT & Co.ja doch was zu gehen. Dann stell Dein Werk da halt mal rein, sag auf ein paar Plattformen Bscheid, dass da was zum Reinhören ist, mach die Leute neugierig! Ich wünsche Dir viele tausend Aufrufe!
     
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  7. Telefunky

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    Erstellt: 27.09.20   #7
    Mauro Picotto ist selbst mir als nicht-Techno Hörer ein Begriff.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Mauro_Picotto
    Da steht alles drin, was den Erfolg ausmacht - einen „Track nach Zahlen“ in der DAW zu konstruieren gehört allerdings nicht dazu. ;)
     
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  8. Werner 2000

    Werner 2000 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.10.20   #8
    Ich versuche, den Thread noch mal zu beleben.... In der Tat ist Mauro Picotto auch vielen "Nicht-Techno-Hörern" bekannt. Das liegt aber ausschließlich daran, dass er "nebenher" auch kommerziell ausgerichtete Musik (z. B. "Komodo") gemacht hat. Mauro Picotto war daher vielleicht kein so gutes Beispiel. Also nehmen wir Rotterdam Termination Source:



    Keine voran gegangenen Zusammenarbeiten mit bekannten Musikern; das Projekt hat keine Mainstream-tauglichen Veröffentlichungen draußen; stumpfes "Bum-Bum-Bum", das jeder am Computer selber basteln könnte, und das sich von anderen Platten dieses Genres nicht abhebt. Dennoch wurde es in Techno-Kreisen ein Erfolg? Wie kommt so etwas konkret zu Stande? Und kann so etwas überhaupt zum Erfolg führen, wenn man nicht "zufällig" einen Techno-DJ oder -Labelbetreiber im Bekanntenkreis hat?
     
  9. glombi

    glombi Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.10.20   #9
    Hab kurz reingehört und kann das persönlich auch nicht nachvollziehen. Lässt sich wohl am ehesten über den Konsum der vielen bunten kleinen Smarties erklären... :nix:
     
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  10. InTune

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    Erstellt: 06.10.20   #10
    Ich verstehe die Frage nicht so recht, wenn es ein funktionierendes Patent Rezept geben würde: „Wie verschaffe ich meiner Musik Erfolg?“, würden wir wahrscheinlich in Musik ersticken...
    Erfolg zu haben ist IMO eine Summe aus sehr vielen Faktoren, die letztlich alle essentiell sind: Talent, Können, Kreativität, Erfolgswille, Charisma, Frustrationstoleranz, Durchhaltevermögen, Selbstbewusstsein, zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Von dem einen mehr, von dem anderen auch mal weniger. Das Letztgenannte aus der Liste ist IMO jedoch immer sehr wichtig. „Die richtigen Leute kennen“ ist im meiner Aufzählung aber gar nicht dabei...
     
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  11. HIFI-KILLER

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    Erstellt: 06.10.20   #11
    ja, das ist Vorausetzung
    es gibt zu viele , die genau an dem Punkt stehen wie " Er"! Tausende die denken sie könnten das auch, oder besser.
    Doch darauf kommt es nicht an!
    es ist der Zeitpunkt , zur richtigen zeit, am richtigen Ort, bei den Richtigen Leuten! (und Sven ist ausnahmsweise nicht gekommen).

    selbst wenn "Er" noch besseres zu bieten hat, (das gepostete ist standart) ist die beste zeit vor 30 jahren schon abgelaufen.
    ich hatte damals, vor 35 jahren , mit meiner Band, mal solche Musik im Probekeller ("neu erfunden") gespielt.
    wir fanden das ganz gut, aber wir dachten: wer will sowas hören!
    zum besten Zeitpunkt , Zeitpunkt verpasst:igitt:

    es bleibt nur: selbst Veranstaltungen auf die Beine zu stellen und die Leute zu begeistern!
    viel Glück
     
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  12. Telefunky

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    Erstellt: 06.10.20   #12
    dann mach ma‘ ... :D
    das ist durchaus einfallsreich konstruiert, mit dem Maultrommel-Sample und den comic-artigen Jump-Aufforderungen... nicht zu vergessen dass man das gut im Mix einblenden kann.
    Zusammen mit dem 60er Jahre acid-cover ergibt sich ein schräger Wiedererkennungswert.
    Aber darauf muss man erst mal kommen ;)
    --- Beiträge zusammengefasst, 06.10.20, Datum Originalbeitrag: 06.10.20 ---
    ist mir auch mal passiert: 10 Jahre vor Skrillex habe ich mich gut 1 Monat mit Wobbel-Bässen amüsiert, weil ein gerade gekaufter Synth die so einfach machte. Dass man daraus eine ganze Musikrichtung machen kann, wäre mir im Traum nicht eingefallen... oops
     
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  13. HIFI-KILLER

    HIFI-KILLER Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.10.20   #13
    ja, leider hatten wir zuderzeit, keine :):):):):):) zur Hand;)
    Die braucht man dringend für so n Fest!!! sonst kommen keine Leute
    und wenn wars eh net soo toll
    und,@"Er", sch.. DJ!!


    gibts keine :):):):):):)
    kein:
    hab mit:)mal n Stück komponiert
    da kann sofort jeder Laie mit Jammen !
    selbst die "leadguitar" eines völlig unmusikalischen Harmoniefremden, first time Debütanten passt super!!!
    also echter Teckno ohne Teck!
    das lied geht so :
    Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em Em EmEm Em
    mist jetzt hab ich mich verspielt:ugly:
     
  14. dubbel

    dubbel Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.10.20   #14
    Das ist merkwürdig formuliert, und das ist vielleicht auch eine Frage der Einstellung.
    "Erfolg ist wahrscheinlicher, je besser man vernetzt ist."
    Und wie gut man vernetzt ist, ist sicher kein Zufall.
     
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