Trompetenschule für Achtjährigen

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marc etinger
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Hallo,

mein Sohn, acht Jahre alt, lernt gerade aus der Trometenschule für Kinder "Trompetenfuchs". Ich glaube aber, dass es nicht das richtige Heft für ihn ist.

Jetzt suche ich ein Trompetenschule, bei der der Ansatz und die Atemtechnik mehr berücksichtigt wird und gleichzeitig altersgerecht (aber geschmackvoll mit Bildern) motiviert wird. Und natürlich mit einer Übungs-CD, die ohne Synthesiser auskommt.
Außerdem würde ich mir wünschen, dass jeder Ton eine eigene Übung hat und im Idealfall könnten die Übungen auch früh von der C-Dur-Tonart abweichen damit er die Scheu vor der Chromatik verliert.
Mindestens eine aufbauender Band sollte außerdem angeboten werden.

Was aus meiner Übungszeit stammt (vor 5 Jahren) will ich ihm nicht antun.
Hat jemand schon gute Erfahrungen mit anderen, vielleicht neueren, Trompetenschulen gemacht?


Bin über jeden Tipp dankbar.

Danke schon mal :)
 
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Hallo Marc,

willkommen im Forum.

Der Trompetenfuchs ist eigentlich bekannt dafür, dass er für eine gute Ausbildung taugt und auch die Atmung im Blick hat. :gruebel:
Die drei Bände führen auf fortgschrittenes Niveau und das zusätzliche Spielbuch enthält jede Menge kleiner Stücke für den musikalischen Teil.
http://www.hageshop.de/catalog/adva...0&ptyp_get=&ex_schr=on&ex_sent=yes&ex_alle=on

- Was vermisst Du denn genau bei der Behandlung der Themen im Heft?
- Besteht ein besonderes Atemproblem?
- Was sagt denn der Lehrer zur Atmung des Sohnes und zum Lehrheft?

Grundsätzlich glaube ich nicht, dass selbst ein hervorragendes Heft einen Trompetenanfänger ausbilden kann.
Das gilt besonders, wenn es um ein Kind geht und eine trompetentechnische Grundlage geschaffen werden soll, die für die Maßstäbe klassischer Musik taugt.
Nur ein qualifizierter Lehrer kann da wache Augen und Ohren drauf haben und mit dem Schüler all die Dinge erarbeiten, korrigieren und durch Übungen aus dem eigenen Erfahrungsschatz vertiefen, die auf dem Weg benötigt werden. Auf der Trompete muss man im wahrsten Sinn des Wortes enorm vieles "gezeigt bekommen", also durch Vor- und Nachmachen lernen.

Aus diesem Grund finde ich zwei Methoden für die klassische Ausbildung am besten, in denen (fast) nichts zu Anstoß und Atmung steht, sondern nur Noten. :eek:

Austyn Edwards & Nilo Hovey - Edwards Hovey Method for Cornet or Trumpet Vol 1 & Vol 2
Wie das Kornett im Titel schon andeutet, stammt das Werk weit aus dem letzten Jahrhundert. Band 2 verwendet u.a. einige der Arban Duette und ist insgesamt eine optimale Vorbereitung, falls man die Technik mit Arban anschließend weiter ausbauen möchte. Bei Arban finde ich die amerikanische Ausgabe (ed. Goldman/Gordon) hinsichtlich Werktreue, Sorgfalt und Preis den mit Abstand besten Kompromiss.

Frigyes Varasdy & Eva Nagyian, Trompetenschule in 4 Bänden
Wenige Seiten mit Standardübungen und sehr viele, sehr schöne Melodien aus 400 Jahren Klassik. Darunter sind in Band 3 & 4 sehr viele "Hits" und Transkriptionen, z.B. Händels Wassermusik, Mozarts kl. Nachtmusik, Griegs Peer Gynt, Haydn, Tschaikowski, Schubert, Schumann, Chopin... aber auch Schein oder (ungar.) Musiker der Gegenwart.


Im Forum habe ich vor Kurzem ein kleines "Übungs-Programm" für Ansatz und Atmung beschrieben, das bei jedem Ausbildungsstand mit vielen Stücken verwendet werden kann und sollte.
https://www.musiker-board.de/blechb...00-ansatzfehler-die-angst-vor-umstellung.html

Im Kern geht es darum, Stücke erst zu singen, dann auf dem Mundstück zu buzzen (sauber klingend und intoniert) und dann erst auf dem Instrument zu spielen, nachdem die Schritte davor klappen.

Diese Methode ist sehr einfach und sehr effektiv. Tatsächlich habe ich in über 20 Jahren keine bessere Ausbildung für eine optimale Atemführung auf der Trompete gefunden. Dabei hatte ich vier Lehrer, war auf etlichen Workshops, auch zur Atmung, kenne Einiges an Unterrichtsliteratur und natürlich sehr viele Trompeter...

Ein nettes Teil zum Anschrauben an der Mundstückaufnahme ist in diesem Zusammenhang der B.E.R.P.
Wenn man die Schraube nur soweit wie unbedingt nötig zudreht, ist es zugleich eine funktionierende Kontrolle des Anpressdrucks. Bei zuviel Drücken gegen das Mundstück würde es sich dann Richtung Mundrohr aufschieben.
https://www.thomann.de/de/berp_ansatztrainer_fuer_trompete.htm
 
Zuletzt bearbeitet:
Danke Zonquer,

habe mir deine Trompetenschulen-Vorschläge gleich mal, soweit ich fündig wurde, im Netz angeschaut. Und Deine Argumente sind schlüssig. Und natürlich gebe ich Dir Recht darin, dass der Lehrer sehr wichtig ist. Das eine ist der perfekte Ton und gute Theorie- Das andere ist Spaß und Neugierde beim Lernen. Ich habe den Eindruck, dass diese Kombination bei den älteren Schulen nicht ganz ausgewogen ist. Der Leher - und zuvor schon mein Sohn- sagten, zugegebenermaßen relativ diffus, dass der Trometenfuchs nicht ganz zu ihm passen würde.

Bei der Googlesuche stößt man schnell auf "Trompetenschule für Kinder" von B. Schuhmacher. Die Rezessionen sind ja überzeugend. Der Lehrer meines Sohnes kennt es leider nicht und schlägt "Trompetenschule für Anfänger vor". Mir schwebt aber etwas Neueres vor. Es soll auch beim Üben zuhause Spaß machen.

Kennst Du diese Trompetenschule?
 
Du schreibst vermutlich von Horst Rapp, Trompetenschule für Anfänger?
http://www.rapp-verlag.de/epages/62219161.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/62219161/Products/T1
Die wird oft verwendet, soweit ich es mitbekomme, ebenso wie "Hören, Lesen & Spielen" aus dem De Haske Verlag. Aber ich weiß nichts darüber, was nicht auch im Internet steht.
http://www.dehaske.com/product/detail/12899/horen-lesen-spielen-1-trompete-in-b
http://www.dehaske.com/review/instrumental-issues/detail/253/horen-lesen-spielen

Ich kenne leider gar keine "kindgerechten" Schulen, außer "Pustus lernt..." Darin geht es allerdings nur um die allerersten Schritte auf dem Instrument. Ich habe es mir einmal gekauft, weil es mich wegen der Arnold Jacobs Methodik interessiert hat (Song & Wind).
http://www.polymnia-press.de/Pustus-lernt-Trompete
http://www.windsongpress.com/jacobs/jacobs.htm

Wenn weder dein Sohn noch der Lehrer sagen können, was ihnen am Trompetenfuchs inhaltlich nicht gefällt und was sie lieber hätten, wüsste ich auch nicht, wie man eine sinnvolle Alternative finden soll. Da würde ich empfehlen, am besten erst einmal gemeinsam ins Heft zu schauen und dann zu entscheiden. Eigentlich gehört es zum Job des Lehrers, sich darüber Gedanken zu machen und vernünftiges Material auszuwählen.

Meine Sicht zum Unterricht ist grundsätzlich etwas anders orientiert.
Vor allem würde ich keine Trompetenschule nehmen und "durchspielen" lassen, sondern immer nur zusätzlich und in Auszügen heranziehen, sozusagen die wichtigsten Übungen und die schönsten Stücke daraus.


Für "Spaß und Neuigerde" bieten sich eine Menge Möglichkeiten. Zum Beispiel eine Runde spontanes Musizieren durch einfaches Vorspielen - Nachspielen kurzer Phrasen, auch Frage und Antwort-Improvisation genannt. Fällt das noch zu schwer, geht das Nachspielen auch auf dem Mundstück allein. Obwohl man bereits mit einem einzigen Ton durch Rhythmik und Artikulation Musik machen könnte. Mit zwei oder drei Tönen ginge noch eine ganze Menge mehr, sowohl in musikalsicher Hinsicht als auch beim Hören von Schwebungen, wenn gemeinsam gespielt wird.

Es wäre ebenfalls sehr einfach für den Schüler, seine Lieblingsstücke auf dem Mundstück buzzen zu lernen.
Wenn das Buzzing erst sauber klingt und gut intoniert wird, finden sich die Töne auf der Trompete bei einfacheren Stücken "wie von selbst". Das dürfte der Musikalität und der Motivation deutlich auf die Sprünge helfen.
Inhaltlich geht es natürlich mit jeder Musik, man kann dafür Motive und Stücke aus Pop, Rock, Jazz, Klassik, Kinderliedern oder populärer Blasmusik nehmen.

Mit solchen kleinen Ideen und ein wenig Anleitung sollte sich das Trompete lernen prächtig entwickeln, ganz unabhängig von einer bestimmten Schule.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich verwende im Trompetenunterricht auch den Trompetenfuchs. Die Schule ist ganz gut, aber nicht das Optimum. Das Optimum kann man sowieso nur dann erreichen, wenn man den Schüler kennt und die Literatur direkt für ihn aussuchen oder im Extremfall selbst schreiben kann. Ich verwende den Trompetenfuchs für einen 11-jährigen Einzelschüler sowie für eine Zweiergruppe mit 9-jährigen Jungs. Was beim Trompetenfuchs (1.Band) fehlt, ist der Umgang mit etwas höheren Tönen. Ich ergänze den Unterricht durch Ensemblestücke, damit die Schüler möglichst früh im Blechblasensemble mitspielen können und manchmal durch "Trompete lernen mit Spaß" von H.Rapp. Es kommt, wie immer, auf den Einzelfall an.

Harald
 
Ansatz, Atmung, Intonation, Klang, Höhe, Ausdauer

Eine kleine Ergänzung als Denkanstoß (vielleicht). Ich habe erst kürzlich aus einer "privaten Beratung" nach längerer Zeit unvermittelt diese Rückmeldung bekommen:

E-Mail schrieb:
...habe heute am Vormittag geprobt. Zuerst Einspielen wie auf dem Friedrich Video mit Geduld und Augenmerk auf den Klang.
Danach spielte ich locker im Clarke Übung Nr 5 (ich schaff die Seite aber bei Weitem noch nicht mit einem Atemzug, ich brauch mind. 3) und ich bekam sicher das c3 und ich kam sogar locker bis es3 (mit Reserven!), ohne die Höhe weiter austesten zu wollen.

Mir kamen fast die Tränen, wie einfach das Trompetenspielen eigentlich ist und wie ich mich jahrelang mit Gewalt geplagt habe.

Das deckt sich genau mit meiner Erfahrung am eigenen Leib. Daher frage ich mich inzwischen, warum sich professionelle (Trompeten-)Lehrer mit der Vermittlung von Spaß an der Musik und vernünftigen technischen Grundlagen so oft auffällig schwer tun, wenn es bei Schülern klemmt.
 
Als ich angefangen habe ich die " hören ,lesen, spielen" Schule verwendet es gibt sie in verschiedenen Leistungsgraden mit CD und Grifftabelle Bei mir sehr hilfreich:great:
 
Hallo Ihr Lieben!

Ich bin Neu in diesem Forum!! Deshalb sage ich erst mal Freudig "Gruß Gott":)

Bisher habe ich für Kinder ab 8 Jahre immer eine Mischung aus De Haske H,L,Sp und Robert Schweitzer Band 1 gefahren. Was sich eigentlich Gut ergänzte! Die anderen Schulen, habe ich mehr oder minder nicht erforscht. Im Rahmen eines Konzert des 40 Jährigen Jubiläums an der Schola Cantorum Basiliensis lernte ich Stefan Dünser kennen! Da wir beide das Vergnügen hatten bei Tarr und Madeuf zu Studieren durften wir, mit vielen anderen ehemaligen Studenten, ein Ständchen spielen. Zur Person kann ich nur sagen, ein sehr Netter und Lockerer Typ. Seine Schule werde ich mir nun, im Rahmen eines neuen Schülers zum Test reinziehen und darin Arbeiten.
Eine Österreichische Kollegin ist sehr überzeugt von dieser Schule!

Was mir auf Anhieb gut gefällt ist, dass Arbeiten mit dem Mundstück! Den Rest muss ich abwarten, werde aber Rechtzeitig Bericht erstatten! Versprochen!!

Liebe Grüße Robert
 
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