Um mich herum

von Heaven Insane, 17.07.10.

  1. Heaven Insane

    Heaven Insane Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.07.10   #1
    Hey hier gibs mal was fürs Auge ;D

    Thema: Beziehung am Ende
    Anlass : Derselbe
    Musikrichtung : Rock / Ballade (Daniel Wirtz)
    ______________________________

    Um mich herum

    Langsam löst sich der Wachs,
    der mich so gefangen hält.
    Das Papier, auf dem ich steh,
    biegt sich und wird rot.

    Begrüße Hades mit einem Shalom

    Und um mich herum wächst kein Gras
    Um mich herum, nichts was mich noch hält.
    Hab´ den Abschiedsbrief vergessen
    um mich herum, nichts außer schmerz

    Sag zu ihm, du bist nicht mehr up-to-date

    Und nicht länger das schlimmste auf der Welt.
    Denn was ich entdecken musste, das ist
    Dunkler als die seelen von 1000 Idealisten
    verklemmte menschen, die nicht loslassen
    und sich einfach verpissen

    Ich sags : Es ist vorbei

    Und um mich herum
    Flut der vergangenen Tage
    Um mich herum, nichts was mich noch hält
    Hab´ den Abschiedsbrief vergessen
    um mich herum, nichts außer leblose filme
    erstarrt zu bildern

    Die sich nicht trauen
    Sich zu verändern
    Standhaft und unecht
    So wie ich mal war
    Wie ich mal war

    Und ich geh an Bord, bin wieder Frei
    um mich herum kein Gast an Bord
    um mich herum wächst neues Gras
    Das Kapitel zu Ende
    Der Beginn einer neuen reise
    Um mich herum, nichts, dass ich kenn

    Um mich herum
    Um mich herum
    ______________________________
     
  2. .hs

    .hs Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.07.10   #2
  3. Jongleur

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    Erstellt: 17.07.10   #3
    Vorweg: Langweiliger als verwirrende Zeilen sind für mich eineindeutige Zeilen!
    Verwirrende Zeilen wiederum können einerseits verwirrend schön, aber andererseits auch nur verworren sein.
    Schaun wir mal.



    Deine Wachsfigur, die dein wahres ich einschließt, schmilzt in Folge großer Hitze. Verstehe ich.:nix:
    Dazu passt auch das sich biegende, also brennde Papier.

    ABER
    brennendes Papier wird schwarz und nicht rot, was ja wahrscheinlich Blut andeuten will

    "biegt sich und wird rot" halte ich auf weiteres für ein schiefes Bild. Klarer, wenn auch nüchterner klänge:

    das Papier auf dem ich steh
    wird schwarz und rot

    Aber vielleicht missverstehe ich die Zeilen gründlich.

    also verbrannte Erde

    Das steht deutet nun eindeutig auf Hochwasser.
    Ein Unglück, dass einen zudem zunächst sehr wohl HÄLT

    Um es kurz zu machen, deine Geschichte erscheint mir nicht stilsauber verortet!
    Das ganze klingt für mich irgendwie nach: metapher macht die sache taffer.

    Ich höre schon andere sagen, Mann oh, das kann man auch locker sehen!:rolleyes:
    Wer will, soll das ruhig schreiben, dann erkläre ich mich deutlicher.

    Mal abgesehen davon, das es heißen müsste

    ...was ich entdecken musste, dass sind.....

    lassen Mensch, wenn sie sich "verpissen", automatisch auch los! Oder?

    Ich verstehe: Bei Dir an Bord wächst frisches Gras???

    Wieder etwas, was ich schiefe Metapher nenne

    Lest die Texte Eurer Vorbilder und ich vermute, sie werden so gut wie keine schiefen Metaphern oder Alegorien enthalten.

    Aber vielleicht gibt es ja gleich Erklärungen, die mir wieder einmal meine Blindheit vor Augen führen.

    ups...ist das nicht auch ein schiefe Bild?:D
     
  4. Benno _8)

    Benno _8) Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.07.10   #4
    Die grundlegende Idee, den Ansatz, eine Trennung als Abkehr vom Alten und eine Hinwendung zum Neuen zu thematisieren, gefällt mir gut. Du entwickelst viele interessante Gedanken und Bilder, um das zu verdeutlichen, aber die bleiben im Ansatz stecken. Mir fehlt der zwingende Zusammenhang, die klare logische Entwicklung.

    Die Sprache wirkt weitgehend poetisch, da stören Ausdrücke wie "up-to-date" oder "verpissen". An Bord wächst kaum neues Gras, vielleicht wächst es an den neuen Ufern, die Du erreichen möchtest.

    Sehr interessant finde ich das Bild der verklemmten Seelen, von denen Du Dich distanzierst. Vielleicht könntest Du das mit präziseren Metaphern gestalten, etwa als Schatten, die Du bei einem Abstieg in den Hades erlebst.
     
  5. Heaven Insane

    Heaven Insane Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.07.10   #5
    @Jongleur

    Wachs von ner kerze ist auch rot..
    Wo ist das ein schiefes Bild?

    Weitergehend siehst du nur jede einzelne strophe für sich
    Wenn mans allg. fasst ist es nämlich
    ein Unglück-> Feuer -> Wasser -> Neuanfang
    Wasser löscht Feuer und Wasser steht auch für nen Neuanfang
    denk mal ans Gießen deiner Pflanzen
    So zwar echt weit hergeholt, aber wächst dann wieder neues Gras
    Natürlich nicht an Bord.. aber wie heißt der Text ?

    Das müsste auch nicht SIND heißen ;)

    was ich entdecken musste, das ist
    Dunkler als die seelen von 1000 Idealisten

    Denn hier hab ich nur eine Sache entdeckt die dunkler ist...

    Und also in meiner Welt, gibt es viele Menschen, die sich einfach nur verpissen, um vor etwas wegzulaufen !!
    Nicht daran zu denken und einfach mal abgelenkt zu werden... aber Loslassen ?! Fehlanzeige...

    Naja tdem Danke für die Kritik ein paar "komische" Bilder sind schon drin :D

    @Benno Ja das mit im Ansatz ist mir auch aufgefallen.. ich wechsel da recht schnell
    Danke, ich schau mal ob ich noch was änder
     
  6. Jongleur

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    Erstellt: 19.07.10   #6
    Hm...ob nun Kerzenwachsfarbe oder Blut war aber nicht mein Problem... sondern das gleichzeitige Verbiegen (Verbrennen?) und Verfärben:confused:
    Gut, ich frage in diesem Falle am besten mal direkt: was hast Du mit dem Papier unter deinen Füßen im Sinn?


    Gerade weil ich die einzelnen Zeilen NICHT isoliert betrachte, sehe ich, dass du ein Haus baust mit Steinen, die nicht recht zu einander passen.

    Um bei Deiner Argumentation zu bleiben: "Wasser löscht Feuer"...das bedeutet einen zeitlichen VERLAUF und kausalen PROZESS mit Ursache und Folge.

    In deinem Text hingegen stehen die Umstände im Präsens. Das signalisiert GLEICHZEITIGKEIT.

    Das lyrische Ich beginnt sich langsam aus der Starre zu lösen.

    So gesehen wirkt dein Gehen an Bord eher wie eine Wunschvorstellung statt eines abgeschlossenen Prozesses.

    Darauf wollte ich dich hinweisen. Dein Text scheint mir nicht solide gebaut, sondern schludrig.


    Sorry, so gelesen hast Du natürlich recht.
    Nebenbei: dieses Missverständnis wäre mirwohl nicht passiert, wenn da gestanden hätte:

    was ich entdecken musste, das ist
    Dunkler als die seelen von 1000 Idealisten:
    verklemmte menschen, die nicht loslassen
    und sich einfach verpissen

    Immerhin verwendest du im Text ja Interpunktion. Aber ja - ich es hätte es auch anders lesen KÖNNEN.

    Zum ersten verstehe ich nicht, wie man sich "verpissen kann, UM vor etwas wegzulaufen". - Verpissen und weglaufen sind für mich zunächst Synonyme.

    Ich gebe zu, ich hab einfach keine Lust, diese schludrige Bewertung zu verstehen, weil Du Dir keinerlei Mühe gibst, klarer und differenzierter zu schreiben!

    Ich sehe das leben etwas kompakter.

    Einerseits: weglaufen heißt für mich, GLEICHZEITIG loslassen zu müssen. Die Dinge gleiten einem als Folge des Weglaufens allmählich aus der Hand.

    Das ewige Jammern ("der/die kann einfach nicht loslassen") zeugt geradezu davon, dass manche Menschen, ihre Angelegenheiten gelegentlich NICHT mehr in der eigenen Hand haben.

    Andererseits gibt es nervige Menschen, die äußerst schwer loslassen können. Aber die zeichnen sich eher durch Aufdrängen denn Verpissen aus.

    Und schließlich gibt es Menschen, die zum Beispiel vor Folgen von Drogen weglaufen, weil sie sie nicht von den Ursachen lassen können.

    Alle und alles Stoff für große Texte. Aber FÜR MICH nicht in deinen Zeilen unterscheidbar.

    Ich bleibe dabei: Der Text wirkt auf mich weder rund noch sonderlich durchdacht!

    Aber ich ja nur einer von ...zig Lesern:cool:
     
  7. Heaven Insane

    Heaven Insane Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.07.10   #7
    Du hast recht :)

    Das lyrische Ich beginnt sich langsam aus der Starre zu lösen.

    So gesehen wirkt dein Gehen an Bord eher wie eine Wunschvorstellung statt eines abgeschlossenen Prozesses.

    Aber genauso war es.. der Text entstand genau 1 tag bevor der Trennung von meiner Freundin
    Es ist auch nicht strategisch aufgebaut, es spiegelt einfach meinen Stand wieder, da der Text auch in einem Anlauf entstanden ist und nicht stark überarbeitet wurde, denn im Nachhinein ist meine Meinung dazu ja selbst eine andere

    Danke für deine sehr ehrliche Antwort, die zwar meinen Text total zerrissen hat, aber um mich herum ist immer noch alles oke.. werde den Text tdem so lassen, aber für die Zukunft

    Lg
    .Hi
     
  8. Jongleur

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    Erstellt: 19.07.10   #8
    OK Heaven Insane,

    auch von meiner Seite ein versöhnlicher Abschluss:)

    Manchmal schreibt man sich einfach frei. Und wenn DAS gelingt, dann hat der Text eine ausgezeichnete Arbeit geleistet.

    Schwieriger wird es, wenn der Text von Dritten gelesen wird. Die haben natürlich eine völlig andere psychische Ausgangssituation und auch eine völlig andere Motivation, warum sie so einen Text zu lesen.

    Ich zum Beispiel bin professioneller Texter und ständig mit der Frage beschäftigt, wie ich völlig unbeteiligte Dritte in meine Geschichten so rein ziehe, als wäre es ihre eigene.

    Unter diesem Aspekt spioniere ich natürlich auch bei Kollegen nach starken:gruebel: und nicht ganz so starken Stellen:D


    bis denne

    Ach so: ich hab Deinen Text nicht völlig verrissen. Für mich war er nur trotz guter Ansätze einfach noch ausbaufähig! ...
    Für Dritte natürlich;)

    Alles Gute
     
  9. Heaven Insane

    Heaven Insane Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.07.10   #9
    Die hat er geleistet :)
    Ja und du bist von dieser Situation wohl sehr weit weg !

    Du musst einfach den Schnittpunkt von deinem und der anderen Leben finden..
    Was jeder kennt, jeder gehört hat, jeder erlebt hat
    und dann musst du einfach Glück haben..
    Manche sprichts direkt an und denken net so genau drüber nach
    und die andern eben nicht, aber ich denke du weißt eh wovon ich rede :p

    das ist unsere last, aber teil von unserem weg,
    den wohl jeder dieser 7 milliarden irgendwann begeht.
    steh auf und du wirst sehen, du kriegst alles wieder hin.
    ohne all die steine auf deinem weg, ginge es dir nicht so gut
    --Frei.Wild

    Und btw: Ich bin übrigens Schüler und schreibe erst seit 1 Jahr einige Songtexte :p Also noch weit weg vom "Professionellen Texter" ;D

    Dir auch Viel glück xDD
    ::::

    B2T : Gibts noch andere Meinungen zu dem Text? Oder wird das jez ne Privatunterhaltung?
     
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